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sämmtlichen Forts von Metz und Straßburg die Namen der Feldmarschälle (Kronprinz, Friedrich Carl, Kronprinz v. Sach­sen, Moltke, Roon), sowie des Großherzogs von Mecklenburg, Bismarcks, Manteufels, Zastrows und der commandirenden Ge­nerale beigelegt, ebenso den Forts bei Düppel-Alsen und Fried­richsort die Namen Herwarth und Falkenstein. Zum General­obersten der Infanterie ist der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin, zum Generalobersten der Cavallerie Prinz August von Württemberg ernannt. Dem Cadettencorps sind die Büsten und Portraits der gefallenen Generale verliehen. Außer den höchsten Ordensauszeichnungen an Bismarck, Moltke und Roon haben zahlreiche Avancements höherer Militärchargen stattgefunden.

— Berlin, 3. Sept. Der „Spener'schen Ztg." zufolge trat heute der Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten zum erstenmale zusammen und wird sich zunächst mit der Konstitui- rung und mit Feststellung der Geschäftsordnung befassen. Der Gerichtshof hatte schon heute einen praktischen Fall vorgenom­men, nämlich die Berufung des suspendirten Kaplans Moen- nicke gegen den Bischof von Paderborn, und beschlossen, diese Be­schwerde dem Bischöfe znr Beantwortung mitzutheilen.

— Den wilden Kassenscheinen, d. h. dem Papiergeld der Deutschen Kleinstaaten, von welchem der Reichstagsabgeordnete Braun (Hersfeld), wie man sich erinnern wird, eine ganze Muster­karte vorgelegt hat, wird jetzt endlich der Garaus gemacht wer­den. Sie werden fortan bei den Börsen ihren Cours haben, nach welchem sie im Handel angenommen und verausgabt werden sollen. Man wird dies als einen wahren Segen erkennen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß man mit diesen Papieren völlig überschwemmt war und sie stellenweise nur mit Verlusten unter­bringen konnte, während sich andererseits herausgestellt hat, daß sogar ein großer Theil von diesem Papiergeld gefälscht war.

— Die „Schl. Ztg." ist in der Lage, aus dem kais. Er­lasse, d. d. Homburg, 1. August 1873, an das Staatsministe­rium, betreffend die Einladungen zu der Enthüllung des Sie­gesdenkmals am 2. September folgenden interessanten Passus mitzutheilen: „Was die Deputation des Maltheserordens be­trifft, so ist, außer dem schlesischen Vereine, insbesondere auch der Herzog von Ratibor einzuladen und letzterer zu veranlassen, in meinem Auftrage sämmtlichen aus dem schlesischen Vereine ausgeschiedenen Mitgliedern des Ordens eine Einladung zu-? gehen zu lassen." — Bekanntlich hat die ultramontane Mehr­heit der schlesischen Abtheilung des Maltheserordens den Herzog von Ratibor und dessen- Gesinnungsgenossen aus dem Vereine hinausgedrängt, weil dieselben die vielbesprochene Adresse der reichs- und gesetzestreuen Katholiken unterzeichneten. Obiger Passus des kaiserlichen Erlasses ist daher hochbedeutsam. Der ultramontanen Taktik aber, Gerüchte von einem Widerstände des Kaisers gegen die Kircheugesetze auszustreuen, ist durch diese authentische Kundgebung des Kaisers gründlich das Handwerk gelegt. •— Se. Majestät hat den Herzog von Ratibor, sowie die anderen aus dem schlesischen Maltherserorden ausgetretenen Herren anch durch eine Einladung zur königlichen Tafel aus­gezeichnet.

— Mannheim, 31. August. Gestern fand, nach der „Straßb. Z.", die Schlußsitzung der diesjährigen ordentlichen Session der Rheinschifffahrts-Central-Commission statt. Die Ver­handlungen bewegten sich, außer um die gewöhnlichen Angelegen­heiten, welche sich auf das Pensions- und Rechnungswesen, auf Strombauten, die Veröffentlichung eines statistischen Jahresbe­richts rc. beziehen, um Prozeßsachen, Brückenbau, Korrektion des Rheins im Rheingau, die Ausführung eines Gesammt-Nivelle- ments des Rheinstroms und um eine neue Strombefahrung. Der projektirte Bau der Germersheimer festen Rheinbrücke ist von dem Ausspruch der Central-Commission abhängig, welche die da­bei in Frage kommenden Schifffahrts-Interessen zu vertreten hat. Zur endgiltigen Feststellung des von Preußen vorgeschlagenen Korrektionsplanes im Rheingau beginnen in dieser Woche in Geisenheim Verhandlungen zwischen Preußen und Hessen. Eine neue Strombefahrung von Basel bis an das Meer soll, laut Be­schluß der Central-Commission im Monat September, resp. Oc­tober 1874, stattfinden. Dieselbe bezweckt eine Untersuchung des

Stroms durch die Wasserbautechniker der Rheinufer, des Zu­standes der Fahrstraße, der Rheinbauten, der Schiffbarkeit aller einzelnen Theile des Rheins rc. und ist also für den Oberrhein, der sich zu neuem Leben emporschwingt, von besonderer Bedeu­tung.

— Mannheim, 4. Sept. Die diesjährige Herbstmesse wird dem Vernehmen nach, in Berücksichtigung der Sanitätsver­hältnisse, nicht abgehalten werden. M-nnh. Tagbl.

— Der bayerische Episkopat wird am 9. Septb. in Eich­städt zu einer Konferenz zusammentreten.

— In Stebbach (Württ.) starb eine Frau, die von ei­ner Fliege in die Nase gestochen worden war, an Blutvergiftung.

— Stralsund. Ein Kaufmann Busse hat den /të Mei­len breiten Stralsunder Bodden, den Meeresarm zwischen Stral­sund und der Insel Rügen, in % Stunden durchschwommen. Seit unvordenklicher Zeit ist dasselbe nur einmal von einem Offizier in Stralsund gelungen.

— Straßburg, 4. Sept. Heute wird das neue Thea­ter mit Figaro's Hochzeit eröffnet werden. Das Haus ist be­reits ausverkauft. — In Lüneville sind neuerdings drei Deutsche von Pöbelhaufen schwer insultirt worden. — Zwei Straßbur­ger Kaufleute und zwei Eisenbahnbeamte von Straßburg und resp. Avricourt wurden vorigen Sonntag in Lüneville ohne jede Provocation von wüthenden Volksmassen lebensgefährlich be­droht und verfolgt. Einer der Kaufleute wurde am Auge schwer verletzt. Nur mit Mühe gelang es französischen Offizieren, die Bedrohten zu retten. Nm- Fran». Pr.

— Brüssel, 2. Sept. Gestern hat im Luxemburgischen bei der Station Grupont ein Eisenbahnunfall stattgefunden, wo­bei 8 Passagiere getödtet und 15 verwundet worden sind.

— Paris, 4. Sept. Einer offiziellen Noten zufolge sind alle finanziellen Dispositionen getroffen, um am 5. d. M. die letzte Rate der französischen Kriegsschuld zu zahlen.

—• New - Nork, 1. Sept. Hier ist eine Gesellschaft ent­deckt worden, welche damit umging, in betrügerischer Weise eine erhebliche Anzahl gefälschter Eisenbahnaktien an den Markt zu bringen.

— Die „Neue Frftr. Pr." schreibt unterm 4. Septbr. aus Frankfurt a. M.: Herr Professor Dr. Kriegk wurde gestern mit dem Sichten der in der Stadtwaage aufgespeicherten Akten fertig. Ein großer Theil derselben zeigte sich völlig werthlos und wurde veruichtet. Der Rest wird nächste Woche in die Kapelle des Waisenhauses transferirt, worauf der Niederlegung der Stadtwaage nichts mehr im Wege steht. — Die neuen Bauten an der Frankfurt-Offenbach-Hanauer Bahn auf der Sachsenhäuser Seite schreiteu mit Raschheit vorwärts und stehen gegenwärtig schon fünf zu Bahnzwecken bestimmte Gebäude un­ter Dach. — Von dem vierten Stocke eines Baues am Bren­tanoplatz stürzte gestern Vormittag ein Maurerlehrling herab und verletzte sich derart, daß er in das Hospital zum hl. Geist geschafft werden mußte. Der Angabe des Verunglückten nach ist er durch einen von unten emporgewundenen Kasten, welchen er anhalten wollte, umgeworfen worden und infolge dessen hin­abgestürzt. — Der vom hiesigen Schuhmacherverein gegründete Rohstoffverein ist nunmehr als im Genoffenschaftsregister Nr. 3 eingetragene Genossenschaft im heutigen Amtsblatt zur öffent­lichen Anzeige gebracht worden und hat derselbe heute sein Ge­schäft mit den zum Betrieb des Schuhmachergewerbes erforder­lichen Rohstoffen, Werkzeugen und Geräthen in der Trier'schen Gasse eröffnet.

Lokales und Provinzielles.

Hanau, 5. September.

Eingesandt.

Wie wir vernehmen hat der Vorstand des Vereins „Froh­sinn" den zur Zeit in Frankfurt weilenden bestens bekannten Gesangskomiker Wiesner nebst Frau und Gesellschaft veranlaßt einige Concerte in der „Centralhalle" zu veranstalten und soll das erste Sonntag Abend den 7. d. M. stattfinden. Abgesehen von den vortrefflichen Leistungen des Herrn und Frau Wies-