Einzelbild herunterladen
 

Abonnements- Preis

(incl. Stetnvel)

Jährlich 3 Tblr.

Halbj. Tblr. 1. 15. Vierteljährlich 22 Sgr. 6 Pf.

Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag.

Die einzelne Num­mer 1 Sgr.

{jnnnucrAnwr

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Jnsertions. Preis:

Die lipaltige Garmondzeile ob. deren Raum

1 Sgr.

Die Sipalt. Zeile 2 Sgr.

^205.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

DieSspaltige Zeile 3 Sgr.

Freitag den 5. September.

1873.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Es verlautet, daß ein Weinhändler und Minenspeculant aus Melbourne, ein Deutscher von Geburt, mit dem letzten Postdampfer nach Europa abgereist sei, um Capitalien Behufs Untersuchung eines Landstrichs, welcher nach seiner Meinung Jn- dicien von Goldhaltigkeit zeigt, aufzutreiben.

Indem wir Ursachen haben, von diesem Unternehmen, welches nach dem, was darüber bekannt geworden, kein Ver­trauen verdient, zu warnen, ersuchen wir Ew. Hochwohlgeboren ganz ergebenst, die betreffenden Behörden gefälligst zu veranlas­sen, das betheiligte Publikum durch eine öffentliche Bekannt­machung zur vorsichtigen Aufnahme der Anerbietungen der be­zeichneten Person aufzufordern.

Berlin den 13. August 1873.

Der Minister des Innern.

gez. Ribbeck.

Der Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Im Auftrage gez. Moser.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 3. September 1873.

Der Landrath : Schrötter.

Ackermann Michael Ruppel, Jagdaufseher Wilhelm Schäfer und Ackermann Philipp Emmel von Mittelbuchen, Baron W. von Carlshausen, Bijouteriefabrikant G. C. Backes und Papierfabrikant Otto Fues von Hanau, Gast­wirth Rauch von Hochstadt, Oekonom Georg Rühl von Eschersheim, Ackermann Friedrich Hinkel von Seckbach, Fabri­kant A. Krafft jun., Kaufmann Adolph Krafft und Jäger Philipp Steltin von Offenbach, Oekonom Philipp Esch von Kilianstädten, Bürgermeister Lind, Ackermann Konrad Heck und Georg Kaspar Heck von Oberissigheim, Ackermann Jakob Fritz, Gastwirth Wilhelm Peter Seng, Bäcker Wilhelm Groß, Ackermann Philipp Unger, Ackermann Ernst Engel­hardt, Oekonom Philipp Lapp und Schreiner Karl Lotz von Dörnigheim, Johannes Schröder, Oekonom Heinrich Küm­mel, Ackermann Konrad Lottig III., Ackermann Peter Glaß, Oekonom Philipp Viehmann und Gastwirth Reinhard Ruth von Niederissigheim, Fasanenmeister Link und Heegeaufseher Kastenbein zu Fasanerie, Ackermann Heinrich Eisler III., Jagdaufseher Georg Mock und Weißbindermeister Johannes Reinstädt von Niederrodenbach, Ackermann Johannes Fal­kenhan und Ferdinand Falkenhan von Eckenheim, Gutspachter Spamer zu Kinzigheimerhof, Ackermann Philipp Jakob Caspari und Ackermann Philipp Ludwig Schauck von Preungesheim, Gemeinderathsmitglied Georg Stein von Eichen, Oekonom Wilhelm Stroh von Marköbel, Bürgermei­ster Jakob von Hüttengesäß, Bäckermeister August Sch an von Seckbach und Gutspachter Ferdinand S ch w a r z von Baiersröder- Hof, haben neue Jagdscheine empfangen.

Hanau am 1. September 1873.

Tagesschau.

Der gestrigeR. u. St.-A." (Nr. 208) enthält die Gnadenauszeichnungen vom 2. September.

Als Einleitung ihrer Tagesschau schreibt die berl.Trib.": Soweit die bisher eingelaufenen Nachrichten eine Uebersicht ge­statten, ist der zweite September in allen Theilen des deutschen Reiches in gehobener Festesstimmung begangen worden. Wir sehen in dieser Thatsache nicht nur eine jener harmlosen Ge­müthsäußerungen, zu welchen der Deutsche in besonders hohem Grade disponirt ist und die in den letzten Jahrzehnten eine so hervorragende, wenn auch keineswegs praetisch bedeutende Rolle in unserem politischen Leben spielen. Wir betrachten die einmüthige Septemberfeier als ein Ergebniß von hohem nationalen Werthe und finden in ihr ein neues Bindeglied für die Zusammengehö­rigkeit deutscher Stämme, ein Glied, das seinen festen Halt we­der in Politik noch in Gesetzgebung findet, sondern in dem Ge­müthe des Volkes begründet ist und darum fester und dauerhaf­ter sich erweisen wird, als alle äußern Bande. Das ist die po­litische Frucht großer nationaler Feiertage, daß durch sie das Gefühl der Einheit und Gemeinfamkeit auf das Individuum über­tragen wird, daß die nationale Empfindung in jedem Einzelnen voll lebendig zur Geltung gelangt, während sie im Alltagsleben in mehr abstracter und theoretischer Form erscheint und deshalb nur in gewissen Kreisen Pflege und Verbreitung findet. Erst die Freude durchbricht diese Schranke und bringt den nationalen Gedanken zum Bewußtsein auch des Niedrigsten und Aermsten; die Freude, diese in ihrer göttlichen Mission von unserm natio­nalsten Dichter hochgefeierte Empfindung hat auch an dem fest­lichen Septembertage die Glieder des deutschen Volkes wiederum einander näher gerückt, und wird sie in fester Vereinigung immer und immer wieder umfangen, so oft sich das Jahrgedächtniß je­nes Tages erneuert.

Unter den am letzten Dienstag in Berlin vollzogenen militairischen Ernennungen sind die auf die General-Commandos bezüglichen Allerhöchsten Bestimmungen noch nicht enthalten, da der Kaiser an solchen Tagen die mit derartigen Neubesetzungen verbundenen Verabschiedungen nicht auszusprechen pflegt. Es haben daher im Ganzen nur Chargenerhöhungen stattgefunden und sind von der Generalität eine Anzahl Generale, darunter auch der General v. Podbielski, zu Generalen der Infanterie resp. Cavallerie ernannt worden. Der Prinz August von Würt- temberg soll zum General-Obersten befördert worden sein. Der Chef des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens, General v. Rheinhaben, hat den Rang eines kommandir enden Generals, der Commandeur der Cadettenanstalten, General V. Warten­berg, den Rang eines Divisionscommandeurs erhalten. Feld­marschall Graf Moltke hat die Brillanten zum schwarzen Ad­lerorden erhalten. Bei der Enthüllungsfeier auf dem Kö­nigsplatze zeichnete der Kaiser den Fürsten Bismarck in sichtba­rer Weise aus, indem er zu ihm heranritt und ihn herzlich be­grüßte, auch bei dem Festmahl im Kgl. Schlosse hatte sich der Fürst ganz besonderen Entgegenkommens seitens des Kaisers zu erfreuen. Es fiel auf, daß der General v. Manteuffel sich sehr zurückgezogen hielt und sich nur in militärischen Kreisen bewegte. Uebrigens war der Reichstag bei den Festlichkeiten durch den Präsidenten, der Landtag durch die drei Präsidenten des Abge­ordnetenhauses und die beiden des Herrenhauses, Graf Stolberg und v. Brühl, vertreten. (Trib.)xZ

Berlin, 3. Sept. Der Kaiser hat (durch Ordre