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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer ° Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Samstag den 30. August
1873
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
Für den Goldarbeiter-Lehrling Peter Moritz Max Claus dahier, geboren am 4. September 1856, welcher nach England auswandern will, ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanenverband nachgesucht worden.
Hanau am 27. August 1873.
Tagesschau.
— Berlin, 28. August. Fürst Bismarck wird am 31. August hier eintreffen und bis zum Ende der Woche verbleiben.
—• Das General-Postamt macht im „R. u. St.-A." unterm 26. Aug. bekannt: „Vom 1. Septbr. ab können zur Beförderung nach Großbritannien und Irland auf dem Wege über Ostende außer den bisher zulässigen Päckereisendungen ohne und mit Werthangabe auch solche Packete zur Beförderung angenommen werden, deren Inhalt aus: Gold oder Silber (in Barren, gemünzt oder verarbeitet), Plattgold und Silber, Quecksilber, Platina, Werthpapieren, Bijouterien oder Edelsteinen besteht. Der deklarirte Werth der einzelnen Sendung darf 100,000 Francs oder 26,6662/s Thaler nicht übersteigen.
Ueber die zur Anwendung kommenden Taxen geben die Postanstalten auf Verlangen die erforderliche Auskunft.
~ Köln, 26. August. Dem Präses des hiesigen Prie- sterseminars, Domkapitular Dr. Kleinheidt, ist eine Verfügung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz zugegangen, wonach, weil der genannte Präses seine Mitwirkung zur Revision des erzbischöflichen Priesterseminars abgelehnt, die Beantwortung der auf die Anstalt bezüglichen Fragen der Commissare verweigert und nicht gestattet hat, daß die Letzteren dem Unterrichte beiwohnten, von dem Minister der geistlichen Angelegenheiten auf Grund des §. 13 des Gesetzes vom 11. Mai d. I. die Verfügung getroffen wurde, daß bis zur Befolgung der gesetzlichen Vorschriften die dem Priesterseminar gewidmeten Staatsmittel einzubehalten sind. Es hat demnach die Anordnung stattgefunden, daß das Seminar den ihm bisher vom Staate gewährten Geldzuschuß von 3470 Thaler nicht weiter empfängt.
Neue Frauks. Pr.
— München/ 26. August. Eine in München stadtbekannte Persönlichkeit, der vielfach genannte und gesuchte „Wuu derdvktvr" Haubner, der Erfinder der sogenannten Cyoleratrop- fen, dem noch in der heutigen Nummer der „Nenesten Nachrich teil" ein bereits für rettungslos erklärter und durch Haubnet's vortreffliches Mittel wieder genesener Cholera- Erkrankter öffentlich seinen Dank ausspricht, ist gestern rasch an —' der Cholera gestorben.
—: Die für die Stadt München erlassenen Anordnungen in Bezug auf die Abhaltung von Messen und Märkten sind durch Entschließung der Kreisregierung für ganz Oberbayern in Gel- tung gesetzt worden, und ist demnach im ganzen Regierungsbezirk die Abhaltung von Messen und Märkten bis ans Weiteres unter« faßt und zugleich den Distrikts-Polizeibehörden zur Pflicht ge= wacht worden, veranlaßten Falls alle sonstigen außerordentlichen größeren AnsäMmluägW non Menschen, insbesondere Feste uub ähnliche. Versammlungen, die Fremdenzüge in Aussicht stellen, sowie öffentliche Anzüge und Tanzmnsiken zu verbieten.
— Regensburg, 29. August. Gestern Abend 7*/z Uhr traf der deutsche Kaiser, von Salzburg kommend, hiersclbst ein. Die dicht mit Meuschenmassen bedeckten Straßen von Stadt a. Hof und Regensburg waren reich beflaggt. Der Kaiser nahm wie gewöhnlich Absteigequartier im Gasthof zum goldenen Kreuz. Heute früh 9 Uhr erfolgt die Weiterreise. w™ grants. Pr.)
— Würzburg, 28. Aug. Aus Anlaß des noch immer bedenklichen Gesundheitszustandes der benachbarten Ortschaften wurden, dem Vernehmen nach, die Brigademanövers, welche in der zweiten Septemberwoche bei Rottendorf stattfinden sollten, auf unbestimmte Zeit vertagt.
— Braunschweig, 28. August. Obergerichtspräsident Triebs ist heute von Sibyllenort nach Genf abgereist, mit dem Auftrage, die Rechte Herzogs Wilhelms auf die Hinterlassenschaft seines Bruders zu wahren.
—■ Aus Lothringen, 23. Aug., schreibt man der „Karls. Ztg.": Es besteht hier noch immer die Abnormität, daß ein Theil von Lothringen in kirchlicher Beziehung von Frankreich aus regiert wird. Die beiden diesseits der neuen Grenze gele- nen Kreise Chateau-Salins und Saarburg gehören nämlich bis heute zum Bisthum Rauch. In den zahlreichen Kirchen dieser Kreise werden daher die Hirtenbriefe des Bischofs von Nancy, der keine Gelegenheit versäumt, um in Politik zu machen, verlesen, die Evakuation wird kirchlich gefeiert, die Jungfrau Maria wird zur Protektion Frankreichs angerufen, kurz Alles nimmt seinen Gang, wie wenn die politischen Ereignisse der letzten Jahre nicht existirten. Die Unterstellung lothringischer Geistlicher unter einen französischen Bischof ist aber um so gefährlicher, als ein solcher unumschränkt über den niedern Klerus herrscht, welcher eine ganz abhängige Stellung einnimmt. In jedem Kanton ist nämlich nur ein Geistlicher, der Kantonspfarrer, definitiv angestellt. Sämmtliche ihm untergebene Priester sind sogenannte „Desservants", d. h. provisorisch fnnktivnirende Pfarrverweser. Da solche jeden Augenblick versetzt werden können, so läßt sich denken, daß sie sich zu gefügigen Werkzeugen des Bischofs her- gebeu, der dadurch über eine Macht verfügt, die nicht unterschützt werden darf. Im Interesse der deutschen Sache ist es daher sehr zu wünschen, daß diese abnormen Verhältnisse sobald als möglich anfhören, zumal dadurch die Einwohnerschaft der Reichs- lande immer wieder in der Absicht bestärkt wird, daß diese An ■ gelegenheit deßhalb nicht geordnet werde, weil man beabsichtige, die genannten Kreise wieder an Frankreich zurückzngeben.
— Metz, 25. Aug. Seit etwa 3 Wochen haben die hiesigen bayerischen Regimenter einen bedeutenden Zuwachs, 60 bis 80 Mann per Kompagnie, erhalten. Mair hat nämlich, nach dein die dießjährigen Rekruten das neu eingeführte preußische Exerzitium absolvirt haben, die Reservisten zur Einübung desselben einberufen. Die letzteren, meist ältere verheirathete Leute, die ihre angenehmen Einnerungen aus dem bayerischen Garnisonsleben mitgebracht haben, finden das Leben inmitten einer Bevölkerung, die sich bis jetzt im Allgemeinen noch nicht mit Uniformen iii Verbindungen einläßt, etwas »»gemüthlich und dann auch sehr theuer. Die ihnen gewährten Zulagen genügen nicht, um die durch die höheren Preise vermehrten Ausgaben zu decken.
— Metz, 28. August. Bei der Eröffnung des Bezirks-