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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Freitag den 29. August.

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Die 2fpatt. Zeile 2 Sgr.

Die âspaltige Zeile 3 Sgr.

1873.

Bekanntmachungen König!. Landrathsamts dahier.

Für den Heinrich Adam Johann Christian H e u ß l e r zu Bockenheim, geb. am 16. November 1856, ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Berbande, behufs Auswande­rung nach Amerika nachgesucht worden.

Hanau am 25. August 1873.

Tagesschau.

Die berl.Trib." schreibt in ihrer Tagesschau unter anderem: Das Deutsche Volk schickt sich an, in diesen Tagen eine Feier zu begehen, welche, wiewohl nicht mehr neu, doch erst in diesem Jahre das Gepräge eines eigentlichen Nativnalfestes tragen wird. Bis auf einen Rest von 5000 Mann haben die deut­schen Truppen das feindliche Gebiet jenseits der Vogesen ge­räumt und auch diese Fünftausend stehen schon gehobenen Fu­ßes da, um bald den Rückmarsch in die langentbehrte Heimath anzutreten. So ist denn das Kriegeswerk erst jetzt vollbracht, erst jetzt der blutig errungene Frieden mit allen seinen Folgen zur Thatsache geworden. Da geziemt sich's, einen Merktag zu suchen, an welchen spätere Geschlechter ihre Betrachtungen an­knüpfen können zur Erinnerung an jene wenigen und großen Tage, die für das Loos der- Deutschen Volkes, für seinen Ruhm und seine Ehre von grundlegender Bedeutung waren. Der Streit über die Wahl eines solchen Tages, der int vorigen Jahr mit ächt deutscher Gründlichkeit, um nicht zu sagen Philisterhaftig- keit, geführt wurde, ist in diesem Jahre glücklich verstummt. Man scheint endlich sich der Einsicht erschlossen zu haben, daß nicht das geschichtliche Factum des Tages der Feier desselben die Bedeutung leiht, sondern daß diese letztere nur durch die Gemeinsamkeit gewonnen wird, mit welcher die N-.tion als gro­ßes und geeinigtes Ganzes den Gedenktag in festlicher Feier begeht. Schon jetzt ist es jedem Zweifel entzogen, daß die weitaus überwiegende Mehrzahl deutscher Städte sich der na­tionalen Feier des 2. Septembers anschließen wird und die sta­tistische Mühe, die sich die Feinde des Reichs mit der Aufzäh­lung aller Andersdenkenden geben, legt nur Zeugniß ab für die verschwindende Minderzahl derer, die jene Tage deutscher Größe, weil sie die eigene Tyrannei zerstörten, aus dem Gedächtniß des Voltes tilgen möchten.

Dem Ingenieur Bernhard Stauffer zu Magdeburg i|t unter dem 25. August 1873 ein Patent aus einen Regulator an Auszügen in der durch Zeichnung und Beschreibung nachge­wiesenen Zusammensetzung und ohne Jemanden in der Anwen­dung bekannter Theile zu beschränken, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

Frankenthal, 24. August. Herr Hamm hat, nach­dem der Guß der Kaiserglocke mißlungen ist, die Form schon zusammenschlagen lassen uuv arbeitet bereits an den Vorberei­tungen zum zweiten Guß. Der Ofen ist allem noch zum wei­teren Guß zu gebrauchen, alle übrigen Vorarbeiten müssen aus­geführt werden. Der untere Theil der Glocke ist ganz gut. Mor­gen wird die Grube wieder sauber gemacht, d, h. der fertige Theil der Glocke wird zerschlagen, das Metall, wovon etwa 160 Ctr. im Kerne sitzen, beseitigt, so daß bis Donnerstag an der

neuen Form angefangen werden kann. Wenn da nichts Außer­gewöhnliches vorkommt, kann der zweite Guß bis längstens 1, Nov. d. I. erfolgen, dessen Gelingen wir ihm von Herzen wün­schen.

Hannover, 28. August, Mittags. Der Elfte deutsche Juristentag ist heute hier eröffnet worden. In der Plenarver­sammlung wurde Gneist zum Präsidenten gewählt und darauf die Bildung der Lectionen vorgenommen. Nach der ersten Prä­senzliste sind etwa 350 Mitglieder anwesend, darunter Albrecht, Präsident des Handelsgerichts in Hamburg, Drechsler aus Leip­zig, Gneist und Graf Wartensleben aus Berlin, Jaquet aus Wien, von Stengelein aus München, Levetschinsky aus St. Pe­tersberg und Andere. Auf dem gestern von Bürgern der Stadt dem Juristentage im Odeon gegebenen Empfaugsabende waren der Ober-Präsident Graf Eulenburg und sämmtliche No­tabilitäten der Stadt anwesend; die Willkommensrede hielt Al­brecht, Hannover, Gneist die Erwiderungsrede.

München, 26. August. Zur Feststellung des am 1. Novbr. ins Leben tretenden Winterfahrplanes findet am 2. Sept, zu Nürnberg eine Konferenz statt, an welcher ungefähr 15 De- legirte der Bahnverwaltungen des süddeutschen Eisenbahnverban­des Theil nehmen werden.

München, 27. August. Bei mehrfachen Besprechun­gen der neuen Armee-Uniform wurde auf das Unpraktische der neuen schirmlosen Feldmützen der Mannschaft aufmerksam ge­macht ; vom Kriegsministerium soll nun beabsichtigt sein, diese Feldmützen wieder mit einem Schirm zu versehen, da schon in der kurzen Zeit des Bestehens derselben die Erfahrnng gemacht wurde, daß diese schirmlosen Mützen den klimatischen Verhält­nissen des Südens weniger entsprechen, als vielleicht jenen des Nordens. Die Feldmütze ohne Schirm gewährt den Mann­schaften weder gegen Regen noch gegen Sonne Schutz und ist durch die Thatsache, daß auf den Exercierplätzen Soldaten be­wußtlos umgefallen sind, schon nach kurzer Zeit als unpraktisch erkannt worden.

Posen, 28. August. Der Erzbischof Ledochowski, welcher in dem heutigen Audienztermin vor der Criminaldepu- tation der Kreisgerichts nicht erschienen war, wurde in contu­maciam wegen der gesetzwidrigen Anstellung des Geistlichen Arndt in Filehne zu 200 Thlr. Geldstrafe verurtheilt. Der Staats­anwalt hatte mit Rücksicht auf die schroffe staatsfeindliche Hal­tung des Angeklagten 500 Thlr., eventuell 4 Monate Gefäng­niß beantragt. Wie dieOstdeutsche Zeitung" aus sicherer Quelle bestätigend mitthcilt, hat der Erzbischof beschlossen, die Anstellung der in diesem Jahre gewählten Priester ohne Rück­sicht auf die Kirchengesetze bis zum 1. September durchzu­führen. (Neue Franks., Pr.)Z>

Die Reise des Königs von Italien nach Wien und nach Berlin soll, wie dieN. Fr. Pr." aus Rom erfährt, nun­mehr definitiv beschlossen sein und würden sich auch der Mini­sterpräsident Minghetti, sowie der Minister des Aeußeren Vis­conti Venosta in der Begleitung desselben befinden.

DerFigaro" meldet, daß seit einiger Zeit und unter den verschiedensten Formen geheimnißvolle Bestechungsversuche in der franz. Armee gemacht würden; es sei bis jetzt nicht möglich gewesen, der Quelle dieser ohne jede Forderung einer Gegenleistung