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^199.
Donnerstag den 28. August.
1873.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
Fräulein Elisabeth Stroh von hier hat um Paß nach Amerika gebeten.
Hanau am 25. August 1873.
Für den Heinrich Adam Johann Christian Heußler zu Bockenheim, geb. am 16. November 1856, ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Verbande, behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
Hanau am 25. August 1873.
Beim Gastwirth Peter Aßmann in Dörnigheim hat sich am 20. d. M. ein herrnloser schwarzer Hund mit weißer Brust (Neufundländer) eingefunden.
Hanau am 25. August 1873.
Entlaufen: Dem Apotheker Wilhelm Weber zu Langenselbold am 20. d. M. ein dunkelgelber Pinscherhund mit verschiedenfarbigen Augen, auf den Ruf „Fuchs" hörend.
Hanau am 26. August 1873.
Tagesschau.
— Die Konferenz im Ministerium der geistlichen re. Angelegenheiten, welche am 18. d. M. zusammengetreten war, um über die Angelegenheiten des höheren und mittleren Mädchen- schulwesens zu berathen, hat am Sonnabend, den 23. d. Mts., ihre Verhandlungen zum Abschluß gebracht. Diese Berathungen, welche zu einem Meinungsaustausch nach den verschiedensten Richtungen Gelegenheit boten, haben nach der „Prov. Corr." in allen wesentlichen Punkten zu Ergebnissen geführt, die sich für eine zeitgemäße Entwickelung des Mädchenschulwesens fruchtbar machen lassen werden.
— Dem H. de Grousilliers zu Berlin ist unter dem 23. August d. I. ein Patent auf ein Verfahren, Soda und Pottasche darzustellen, in so weit dasselbe als -neu und eigenthümlich erkannt worden ist, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.
— Aus den Berichten der königlichen Eisenbahndirectionen geht hervor, daß hinsichtlich der im Wege der Privatconeurrenz angefertigten Frachtbriefformulare bei den einzelnen Verwaltungen ein verschiedenes Verfahren beobachtet wird. Von einzelnen Di- rectionen wird die Ansicht vertreten, daß die Beschränkung der Formularanfertigung auf die verwaltungsmäßig damit betrauten Druckereien gerechtfertigt erscheine. Der Handelsminister hat sich jetzt entgegen dieser Auffassung dahin ausgesprochen, daß dem Publikum die Beschaffung seines zormularbedarfs auf eigene Kosten nicht verwehrt werden könne, wenn die Formulare nach Inhalt und Ausstattuug den an sie zu stellenden Anforderungen entsprächen. Die Controle darüber jedoch sowie die vorgeschriebene Abstempelung der Briefe stehe selbstverständlich nur der Eisenbahn-Verwaltung zu.
— Berlin, 25. Aug. Die „Hess. Mgztg." schreibt: Es ist bekannt geworden, daß Agenten, besonders solche englischer Dampserlinien, in Deutschland die Nachricht verbreiten, daß in
der Stadt Boston in Folge der zwei bedeutenden Feuersbrünste, welche dieselbe betroffen haben, nicht nur eine große Nachfrage nach Arbeitern entstanden, sondern auch, daß das Tagelohn dort auf 5 bis 6 Dollars gestiegen sei. Nach zuverlässigen Nachrichten sind beide Angaben falsch und nur gemacht, um die Einnahmen der betreffenden Schiffsgesellschaften durch Anlockung deutscher Auswanderer zu erhöhen. Der Minister des Innern und der Handelsminister haben daher in einer gemeinsamen Verfügung die Behörden angewiesen, das Publikum zu warnen und gegen die Verbreiter jener Nachrichten erforderlichenfalls einzuschreiten. Seit Mgztg.
— Stuttgart, 25. August. Seit den letzten Tagen — schreibt der „Schw. M." — haben sich die Nachrichten aus allen Theilen Deutschlands bezüglich der Veranstaltung der Feier des 2. Septbr. in solchem Maße gemehrt, daß man unbedenklich jetzt schon sagen kann: das deutsche Volk hat sich dafür entschieden, den 2. Septbr. als Nationalfesttag zu feiern. Wo abweichende Ansichten sich dem 10. Mai oder 18. Januar bisher zuwandten, z. B. in Lübeck, da haben sie sich jetzt löblicher Weise der allgemeinen Ansicht untergeordnet. Auch in Würtemberg regt es sich mehr und mehr: Heilbronn, Eßlingen, Calw, Cannstatt, Stuttgart u. A. gehen voran; wir hören auch aus kleineren Städten, daß man nur wartet, bis eine allgemeine Feier wirklich in Aussicht steht, um sich anzuschließen. Dies ist jetzt, nach dem Entscheid des Kultusministeriums, der Fall. — Hier in Stuttgart wenden sich bereits weitere Kreise mit warmem Interesse der Sorge für eine volksthümliche Gestaltung der Feier zu. Vorgestern Abend fand deßhalb in der Liederhalle eine kleinere Versammlung statt, an welcher Mitglieder der bürgerlichen Kollegien, die Vorstände verschiedener Lehranstalten, Reichtagsabgeordnete, Vertreter einer Reihe der ansehnlichen Vereine und Körperschaften Theil nahmen. Man war einstimmig in dem Verlangen, daß eine würdige, volksthümliche Feier des Festtages vorbereitet werde. — Die bürgerlichen Kollegien haben ein Co- mité zur Ausführung des vorgeschlagenen Programms und zur Leitung des Festes gewählt. Augsb. Wendztg.
— Köln, 26. August. Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Schmalkalden telegraphisch gemeldet, daß Karl Wilhelm, der Komponist der „Wacht am Rhein", daselbst heute Nachmittag um 23Ai Uhr gestorben ist.
— München, 25. August. Vom Staatsministerium des Innern ist eine Entschließung ergangen, wodurch den Behörden der Auftrag ertheilt wird, den Gesundheitszustand der bei Eisenbahnbauten und sonstigen bedeutenden Bauunternehmungen, sowie in größeren Fabriken beschäftigten Arbeiter, insbesondere derjenigen, welche aus entfernteren oder von der Cholera infi- zirten Gegenden kommen, auf das Sorgfältigste überwachen zu lassen.
—■ Landshut, 26. August. Durch gestern hier auf telegraphischem Wege eingetroffenen Befehl des Kriegsmiusteriums wurde die Abhaltung des Altdorfer Lagers eingestellt und die aus Ingolstadt am 22. ds. Nachts in Altdorf eingetroffene Piv- nierkompagnie angewiesen, wieder in ihre Garnison zurückzukehren. Die Arbeiten waren bereits ziemlich weit vorgeschritten und waren schon viele Zelte aufgerichtet, welche sämmtlich gestern noch abgebrochen wurden.