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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-CorrespoNdenz.
Die Sspaltige Zeile 3 Sgr.
M 198.Mittwoch den 27. August.1873.
Bekanntmachung.
Remonte Ankauf pro 1873 betreffend.
Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise 3 bis 4 ausnahmsweise auch 5 Jahren, ist ein Nachmarkt am 17. September er., Vormittags 8 Uhr, in Hanau angesetzt.
Die Bedingungen, welche den Verkäufern zu diesem Markte gestellt worden, sind dieselben, wie sie vom Königlichen Kriegs- Ministerium zu dem Remonte - Markt am 21. Juli d. I. bekannt gemacht worden sind.
Die 6. Remonte-Ankaufs-Kommission.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
Fräulein Elisabeth Stroh von hier hat um Paß nach Amerika gebeten.
Hanau am 25. August 1873.
Königl. Lehranstalt für Obst- und Weinbau zu Geisenheim im Rheingau.
Das Wintersemester beginnt am 1. Oktober. Neue Zöglinge werden bis dahin angenommen.
Lehrgegenstände: Obstbau, Landschaftsgärtnerei, Blumenzucht; doppelte Buchhaltung, kaufmännische Korrespondenz werden vorgetragen vom Unterzeichneten; Plauzeichnen, Früchte- und Blumenmalen vom Obergärtner Teichler; Botanik, Theorie des Seidenbaues und der Bienenzucht vom Dr. David; Chemie vom Professor Dr. Neubauer; Mineralogie und allgemeiner Pflanzenbau vom Dr. Frhr. v. Canstein; Mathematik (Stereometrie und Trigonometrie) vom Herrn Meyer; Weinbau und Weinbereitung vom Dr. Umber.
Kursus für Hospitanten.
3. Termin vom 28. September bis 25. Oktober. Honorar 2 Thlr. Schullehrer und Baumwärter frei. Nähere Auskunft ertheilt und die Unterkunft der Zöglinge in Geisenheim vermittelt für die Direktion der Kgl. Lehranstalt O. Hüttig.
Tagesschau.
— Der „R. u. St.-A." enthält: Instruktion für die durch das Gesetz vom 11. Mai 1873 (Gesetz-Sammlung S. 191) ungeordnete wissenschaftliche Staatsprüfung der Kandidaten des geistlichen Amts.
— Sowohl das Reichskanzleramt, als das Preuß. Ministerium für Medizinal-Angelegenheit hat jetzt beschlossen genaue Berichte über den Stand der Verbreitung der Cholera, wie über die auf ihre Abwehr angeordneteu sauitätspolizeilichen Maßregeln einziehen zu lassen. Es sind dazu besondere Sachverständige in die am meisten heimgesuchten Orte und Gegenden gesendet worden. Hier in Berlin werden die Desinfektions-Anordnungen erfreulicher Weise mit aller Strenge gehandhabt und Zwangsmaßregeln angeordnet, wo sich Lässigkeit zeigt. In letzterer Zeit haben sich die Behörden veranlaßt gesehen, ihr Augenmerk besonders auf solche Kellerräume zu richten, welche zur
Lagerung thierischer und vegetabilischer Stoffe, besonders aber von Lumpen dienen. Man ist da namentlich in den engen Straßen des alten Berlin auf wahrhafte Pesthöhlen gestoßen, welche ganz geeignet sind, der Verbreitung von Epidemien weitere Nahrung zu bieten.
— Zur Charakteristik der Schwarzen. Während ganz Deutschland sich anschickt, den 2. September als einen Festtag zu begehen, finden wir nur unter den Schwarzen Leute, die in diese Freude nicht mit einstimmen. Einen Beweis davon gibt uns wieder ein Brief, den der katholische Pfarrer Herdes in Lüdenscheid an den evangelischen Schulinspektor gerichtet hat und der also lautet: „Unter dankbarer Anerkennung der freundlichen Einladung des städtischen Schulcollegiums zur Theilnahme an der patriotischen Schulfeier des Jahrestages des Sedansieges sehe ich zu meinem Bedauern mich außer Stande, bei der gegenwärtigen traurigen Bedrängniß der katholischen Kirche die Betheiligung an der beabsichtigten Jubelfeier zuzusagen. Es ziemt sich nicht, daß das Kind lacht, wenn die Mutter weint. Ew. rc." Dieser Brief hat unter allen Confessionen, die in genannter Stadt sonst in gutem Einvernehmen stehen, Erbitterung erregt und bedarf im Uebrigen keines Commentars.
— München, 25. August. Von der Regierung von Niederbayern ist der Rekurs des Bischofs von Passau gegen den Beschluß der dortigen Gemeindevertretung wegen Ueberlassung der Heiligen-Geist-Kirche an die Altkatholiken abschlägig beschießen worden.
— Bern, 25. August. Im Kanton St. Gallen ist das Gesetz über die Civilbegräbnisse, trotz der dagegen gerichteten ultramontanen Agitationen, heute mit einer Majorität von ungefähr 3000 Stimmen znr Annahme gelangt.
— Bern, 26. August. Da Rußland und Frankreich erklärten, am internationalen Postcongreß dieses Jahr nicht theilnehmen zu können, beschloß heute der Bundesrath auf Antrag der deutschen Reichsregierung, den Congreß auf unbestimmte Zeit zu vertagen. (Reue grants. Pr.)
— Antwerpen, 26. Aug., Vormittags. Eins der größten Waarenmagazine ist diese Nacht vom Blitz getroffen und dadurch in Brand gesetzt worden. Das Magazin, welches mit Waaren angefüllt ist, steht in vollen Flammen und hat das Feuer bisher noch nicht bewältigt werden können.
— In Versailles finden zur Zeit unter dem Präsidenten Mac Mahon Berathungen statt, welchen das Artillerie- Comité und die bedeutendsten französischen Artillerie-Offiziere anwohnen. Es handelt sich darum, einen endgültigen Beschluß bezüglich der Kanonen und deren Herstellung aus Bronze oder Stahl, welche in der französischen Armee eingeführt werden sollen, zu fassen. — Der Oberst de Reffye macht dieser Tage in Vincennes Versuche mit einer neuen stählernen Kanone. Der Präsident der Republik MacMahon wird denselbenanwohnen. —• In La Fère finden ebenfalls seit einigen Tagen Versuche mit Kanonen von großer Tragweite statt. Eine bedeutende Anzahl von Offizieren von der Artillerie und vom Genie wohnen denselben an. _
— Aus Paris, 22. Aug., erhält die „Nat.-Ztg." folgendes Telegramm: Gestern fand in Versailles beim Mar;chall Mac Mahon eine zahlreich besuchte Sorièe statt; sämmtliche in_ Paris anwesende Diplomaten waren erschienen, ebenso eine große An-