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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correfpvndenz.

31194.

Freitag den 22. August.

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1873.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Ackermann Philipp Ruppel von Miltelbuchen, Acker­mann Nicolaus Blum, Jagdaufseher Wilhelm Engelhardt und Oekonom Friedrich Wilhelm Steinmetz von Berkersheim, Ackermann Theodor Weil und Gastwirth Heinrich Kaiser von Fechenheim, Backsteinfabrikant Friedrich Frischmann von Ginnheim, Feldschütz Justus Geisel und Feldschütz Lndwig Becker von Bergen, Metzger Friedrich Born schier, Bürger­meister Zeh und Wirth Georg Bornschier von Seckbach, Ackermann Philipp Leng von Dörnigheim, Bijouteriefabrikant Franz Backes von Hanau, Ackermann Stephan Neidhardt von Hüttengesäß, Oekonom Abraham Bach und Gemeinderaths­mitglied Heinrich Bach 6r von Niederrodenbach, haben neue Jagdscheine empfangen.

Hanau am 18. August 1873.

Tagesschau.

Die berl.Trib." schreibt in ihrer Tagesschau: Die Nordlandsfahrt des deutschen Kronprinzen hat in ihrem letzten Stadium eine unverhoffte und bedeutungsvolle Coursverände­rung erfahren. Während bereits die Rückreise in's Werk gesetzt und Feierlichkeiten für den Wiederempfang an der deurschen Küste vorbereitet wurden, kommt plötzlich und unvermuthet der dänische Kronprinz in Person nach Malmö, um dem Kronprin­zen des deutschen Reichs eine Einladung des Kopenhagener Ho­fes nach Schloß Fredensberg zu überbringen, woselbst, beiläu­fig bemerkt, auch der russische Thronfolger gegenwärtig zum Besuch verweilt. Diese in letzter Stunde vollzogene Wendung in der Haltung Dänemarks zu Deutschland denn als solche muß die fast demonstrativ dargebrachte Einladung angesehen werden hat in der deutschen Presse bereits eingehende Wür­digung gefunden und wird nach Außen hin vermuthlich noch größeres Auffehen hervorrufen. Mag die Entrevue mit oder ohne. schwedische Vermittelung zu Stande gekommen sein, so bleibt doch die Thatsache bestehen, daß die dänische Regierung, die diesen Schritt jedenfalls sorgfältig erwogen hat, seit dem Verlust Schleswig-Holsteins zum ersten Male die Geneigtheit an den Tag legt, eine friedliche Verständigung über die noch schwebenden Fragen herbeizuführen, die vollzogenen Thatsachen aber rückhaltslos als solche anzuerkennen. Damit ist das Reich der Illusionen verlassen und das Gebiet der Wirklichkeit betre­ten, ein Wechsel, welcher dem dänischen Volke nur zum Nutzen gereichen kann.

Selbst das stockdänischeFadrelandet" äußert sich in gänz­lich ungewohnter Sanftmuth über den Besuch des deutschen Thronfolgers am Hofe des Königs Christian. Das Blatt will zwar die dänischen Ansprüche auf Nordschleswig nicht aufgeben, hat aber nichts dagegen einzuwenden, wenn der deutsche Gast freundliche Aufnahme im Kopenhagener Königshause finde. Das will etwas sagen bei einem Organe, dessen Chauvinismus gegen Deutschland bisher den französischen fast noch überstieg. Die Bahn zu einem besseren Verständniß der Bedürfnisse der Gegen­wart ist dänischerseits somit betreten und in Deutschland wird sich kein Hinderniß bieten, .daß die Beziehungen der deutschen und dänischen Nation zu einander zu immer vorurtheilsfreieren.

I auf praktische Ziele gerichteten sich gestalten. Die Gemeinsam­keit des Stammes und der Interessen bildet die sichere Grund­lage für ein solches Verhältniß, dessen Folgen namentlich für den materiellen Wohlstand beider Nationen von erheblicher Be­deutung sein würden. Der erfolgreichen Propaganda unseres Kronprinzen aber ist das deutsche Volk mit Recht zu Dank ver­pflichtet. Während rings umher politische Oede und thatenlose Stille lag, eroberte der Erbe des deutschen Reichs rasch und geräuschlos seinem Vaterlande die Sympathieen zweier feemäch­tigen Staaten des Nordens, welche auf diese Weise hinzutreten zu der mächtigen Friedensgruppe europäischer Staaten, deren Mittelpunkt das deutsche Reich ist. Dem Deutschen ist Prun­ken mit politischen Erfolgen fremd; die jetzt beendete kronprinz- liche Sommerreise wird deshalb in ihrer ganzen Bedeutung von der inländischen Presse kaum eingehend gewürdigt werden.

Jenseits der Vogesen aber wird man es fühlen, eine wie unangenehm isolirende Macht dem deutschen Reiche und seinem Kaiserhause innewohnt und auch in Rom wird man beginnen zu merken, daß die christlichen Staaten Europas wie sehr sie auch immer Grund zu politischer Abneigung gegen Deutschland haben sich diesem dennoch lieber anschließen, als mit den Bannerträgern des Syllabus sich gegen dasselbe verbünden.

Berlin, 19. August. DerDeutsche Volksfr." be­richtet:Der Verein israelitischer Elementarlehrer für Rhein­land und Westphalen sandte vor Kurzem einen Vertrauensmann an den Kultusminister Dr. Falk. Der letztere äußerte sich un­ter anderm: Die Vermehrung öffentlicher Konfessionsschulen wünsche er durchaus nicht, neige vielmehr den Bestrebungen der­jenigen zu, welche die Elementarschule jedes konfessionellen Cha­rakters entkleiden wollen; das Vorgehen der Posener Stadtbe­hörden, die katholischen, evangelischen und jüdischen Elementar­schulen in eine große konfessionslose Anstalt zu verschmelzen, habe seine volle Zustimmung erhalten."

Dem Marquis Enrico Centurioni ist Namens des Deut­schen Reichs das Exequatur als Königlich italienischer Konsul zu Frankfurt a. M. ertheilt worden.

Dem Rudolph Thomas zu Elberfeld ist unter dem 19. Aug. d. I. ein Patent auf eine rotirende Pumpe in der durch Zeich­nung, Modell und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensetzung auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

Nürnberg, 18. August. Der Stadtmagistrat hat mit Rücksicht auf die drohende Cholera beschlossen, die diesjährige Septembermesse ausfallen zu lasten.

Bern, 20. August. Die Regierung von St. Gallen hat nach längerer Debatte beschlossen, den Besuch der geistlichen Exerzitien in Mehrerau zu untersagen.

Basel, 20. Aug. DenBaseler Nachrichten" zufolge sind von dem Nachlaß des Herzogs von Braunschweig auf der Handelsbank in Genf 30 Millionen Franken vorgefunden worden. Das liquide Vermögen ohne die deutschen Besitzungen wird aus 50 Millionen Franken geschätzt. Außerdem gehören zu dem Nach­laß drei Hotels in Paris und Immobilien in Amerika. Die Bevölkerung von Genf ist in höchster Freude. Genf, 21. August. Heute ist der Stadtrath von Genf zu einer Sitzung berufen worden, in welcher über die Annahme des Testaments