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Donnerstag den 14. August.
1873.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
Der Landwegebau-Etat für das Jahr 1874 liegt in meinem Bureau zur Einsicht für die Interessenten offen. Etwaige Ausstellungen mögen binnen 4 Wochen angemeldet werden.
Hanau am 6. August 1273.
Die Amtsverrichtungen des Herren Bau-Inspektors Wagner wird während dessen Urlaub Herr Baurath Herrmann wahrnehmen.
Hanau am 9. August 1873.
In gleicher Weise wie im vorigen Jahre hat die Königl. Regierung zu Cassel auch jetzt genehmigt, daß an denjenigen Orten, wo am 2. September eine Nationalfeier zum Andenken an die glorreichen Erfolge des Krieges von 1870/71 und an die Wiederaufrichtung des deutschen Reichs veranstaltet wird, an genanntem Tage der Schulunterricht ausfallen dürfe, sowie daß die Feier durch geeignete Behandlung des historischen Stoffes in den Schulen vorbereitet werde.
Hanau am 7. August 1873.
Unter Hinweisung auf die Bekanntmachung von 30. Mai 1865 in Nr. 22 der polizeilichen Nachrichten wird wiederholt veröffentlicht, daß das Baden im offenen Main gegenüber der Gemeinde Rumpenheim, sowie von da 500 Schritte weiter abwärts und 500 Schritte weiter auswärts bei 15 Sgr. bis 1 Thlr. Strafe für jeden Betretungsfall verboten ist.
Die Herren Bürgermeister zu Dörnigheim, Bergen, Bi- schofshei.:^, Hochstadt und Fechenheim haben dieses wiederholt in ihren Gemeindesi publiciren zu lassen.
Hanau am 8. August 1873.
Tagesschau.
— Der Central-Vorstand des evangelischen Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung erläßt folgende Bekanntmachung:
„Die auf den 2. September d. J. und die folgenden Tage nach Cassel einberufene Hauptversammlung des evangelischen Vereins der Gustav-Adolf-Stistung wird zur Vermeidung des Zusammentreffens mit der auf den 2. September fallenden deutschen Nationalfeier im Einverständnisse mit dem Hauptvereine Cassel hierdurch auf den 3., 4. und 5. September d. I. vertagt. Programme und Tagesordnung verbleiben unverändert.
— Capitän Werner hat, nach der „Ostseeztg.", seinen Posten mit seinem Nachfolger getauscht und wird also in Zukunft Oberwerft-Director in Wilhelmshaven sein. Es sei das keineswegs eine Zurücksetzung, sondern das Amt habe immer als Ehrenposten gegolten.
— Nach dem „Taunusb." fand am 5. d. M. der erste Spatenstich an der Cronberger Eisenbahn statt. Es wird an 2 Stellen gearbeitet, vorerst auf Cronberger Gebiet. Schienen und Betnebsmaterial konnten trotz aller Bemühung nur zur Lieferung für Frühjahr 1874 erhalten werden, und so ist hinreichend Zeit zum Bau der Bahn, welche überhaupt im Ban keine Schwie- ngkeit bietet. Da die Bahn auf der Station Rödelheim in die
Homburger Bahn einmündet, so wird auch Oberursel und Homburg in Bahnverbindung mit Cronberg treten.
— Darmstadt, 9. August. Die Main-Zeitung schreibt: Der Consum des Biers nimmt täglich zn — die Güte des Biers scheint täglich mehr abzunehmen. Es gibt sehr ehrenvolle Ausnahmen, allein im Allgemeinen ist die Klage wohlberechtigt. Nicht mit Unrecht nennt der berliner Volkswitz das Bier „Dividendenjauche". Und mit vollem Recht hat der Magistrat von Torgau vor Kurzem sämmtliche Wirthe vor sich geladen und ihnen angekündigt, daß eine ständige Untersuchungscommission, aus zwei Aerzten und einem Apotheker bestehend, zur Prüfung der Biere ernannt werde, daß die Feilbietung von saurem, schaa- lem, gefälschtem Bier mit erheblichen Strafen belegt werde. Auf unreifes Obst macht die Polizei Razzia; die Milch erfreut sich polizeilicher Beachtung. Bier ist ein nothwendiges Lebensmittel geworden, unb doch überläßt die Obrigkeit das Bier, dessen Bereitung und Verkauf vollständiger Freiheit und Zügellosigkeit. Dem Publikum kann unter dem Namen „Bier" geboten werden, was will, mag's schädlich sein oder nicht, mag's Bier sein oder gelbe Brühe, gleichgültig. Die große vorzehrende Masse wird auf eine nicht zu rechtfertigende Weise vielfach im Biergenuß geradezu betrogen. Dieser Massenbetrug, zumal er mit den Gesundheitsverhältnissen der großen Massen und darunter jedes Einzelnen im engsten Zusammenhang steht, sollte viel eher zum Einschreiten auffordern, als der kleine Betrug, den sich der Einzelne zu Schulden kommen läßt. Jst's so schwer, hier einzu- fchreiten? Greife die Obrigkeit unter Zuziehung von Sachverständigen nur die Sache einmal an, veröffentliche sie die Ergebnisse der Untersuchung mit Namen, damit das Pnblikum weiß, von wem es betrogen wird, von wem es reine Waare für sein gutes Geld erhält. Wir wollen hier keinem Einzelnen zu nahe treten, wir sprechen ânch nicht speciell von Darmstadt, allein daß sich im Bier im Allgemeinen seit Jahren eine wachsende Verschlechterung eingeschlichen und trotzdem dasselbe gute Geld, wie früher, ja mit dem steten Gedanken der Steigerung verlangt wird, darüber täuscht sich heute Niemand mehr. (Mannh. Tagbl.)
— München, 10. August. Wie der „K. v. u. f. D." erfährt, wird die für den nächsten Monat in Aussicht genommene Einberufung des Landtages für den Fall, daß die Cholera-Epidemie hierselbst größere Dimensionen nehme sollte, verschoben werden. Das betreffende Allerhöchste Einberufungsdekret ist bereits angefertigt.
—• München, 11. August. Die Bande, welche nach und nach die deutsche Armee umschließen, werden immer inniger, und tritt die Verbrüderung der Offizierskorps der verschiedenen Kontingente von Tag zu Tag deutlicher hervor; ist ja das Streben und Ziel Aller das gleiche. Ein weiterer Ausdruck dieser kameradschaftlichen Gesinnung ist die Ernennung mehrerer außerbayerischer Offiziere zu Ehrenmitgliedern der „Militärischen Gesellschaft München" ; zu solchen wurden ernannt: der kgl. preußische Oberst Herr Heinrich von Loebell und der großherzoglich hessische Premierlieutenant Herr Ednard Zernin.
— Münche n,. 11. August. Der Ortsausschuß zur Vorbereitung des XIV. allgemeinen Vereinstags der deutschen Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften in München hat im Einverständnisse mit der Anwaltschaft dieser Genossenschaften mit