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^N 185» Dienstag den 12. August. 1873»
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
In gleicher Weise wie im vorigen Jahre hat die Königl. Regierung zu Cassel auch jetzt genehmigt, daß an denjenigen Orten, wo am 2. September eine Nationalseier znm Andenken an die glorreichen Erfolge des Krieges von 1870/71 und an die Wiederaufrichtung des deutschen Reichs veranstaltet wird, an genanntem Tage der Schulunterricht ausfallen dürfe, sowie daß die Feier durch geeignete Behandlung des historischen Stoffes in den Schulen vorbereitet werde.
Hanau am 7. August 1873.
Unter Hinweisung auf die Bekanntmachung von 30. Mai 1865 in Nr. 22 der polizeilichen Nachrichten wird wiederholt veröffentlicht, daß das Baden im offenen Main gegenüber der Gemeinde Rumpenheim, sowie von da 500 Schritte weiter abwärts und 500 Schritte weiter aufwärts bei 15 Sgr. bis 1 Thlr. Strafe für jeden Betretungsfall verboten ist.
Die Herren Bürgermeister zu Dörnigheim, Bergen, Bi- schofshei.-, Hochstadt und Fechenheim haben dieses wiederholt in ihren Gemeinden publiciren zu lassen.
Hanau am 8. August 1873.
Die Herren Bürgermeister werden darauf aufmerksam gemacht, daß die am 14. d. M. (Donnerstags) noch nicht eingegangenen Klassensteuer-Rollen und Einkommens-Nachweisungen pro 1874 nächsten Tages durch Warteboten abgeholt werden.
Hanau am 11. August 1873.
Tagesschau.
— Ultimo Juli betrug der Metallvorrath der Preußischen Bank 243,4 Millionen Thaler und einschließlich der Kassenanweisungen und Privatbauknoten 248,3 Millionen, der Notenumlauf 269,2 Millionen Thaler; die Noten waren also mit 90,4 pCt gedeckt. Ungedeckt blieben also nur 21 Millionen Thaler. Das Guthaben der öffentlichen Kassen incl. der Girogelder betrug 121 Millionen Thaler. Die fremden Gelder und die Banknoten zusammen Ovaren mit 62 pCt. gedeckt. Seitdem ist das Metallgeld noch weiter nm fast 2 Millionen gestiegen und die Anlage in Wechseln und Lombardgeschäften um mehr als 7 Millionen zurückgegangen, die Lage der Bank also noch erheblich besser geworden. Diesen Zahlen gegenüber und da die Anlage der Bank in der nächsten Zeit voraussichtlich noch weiter fallen wird, hielt es die Bank-Verwaltung, wie wir» schon als bevorstehend erwähnt, für geboten, dieser Tage eine weitere Herabsetzung des Zinsfüße , und zwar auf 4V2 pCt. und des Lvmbardzinssußes für Waaren und Effecten auf öVa pCt., eintreten zu lassen. Man würde sich vielleicht, schreibt die „B. Börsenzeitnug", zu einer Ermäßigung des Disconts ans 4 pCt. entschlossen haben, allein die Rücksicht ans die im September stattfindenden letzten großen Zahlungen für Rechnung der Französischen Regierung und die Besorgniß, daß bei niedrigem Discvut die Bank mit sogenannten Finanzwechseln überschüttet werden könnte, hat davon abgehalten.
Bis zum 19. Juli d. Js. waren in den Münzstätten des Deutschen Reichs in Zwanzigmarkstücken 650,263,960 Mark I
,und in Zehnmarkstücken 126,662,630 Mark ausgeprägt worden. In der Woche vom 20. bis 26. Juli d. J. find ferner geprägt in Zwanzigmarkstücken: in Berlin 6,259,560 Mark, in Hannover 1,922,900 Mark, in Frankfurt a. M. 2,801,600 Mark, in München 1,777,140 Mark, in Stuttgart 1,022,660 Mark, in Karlsruhe 401,600 Mark und in Darmstadt 334,800 Mark.
Die Gesammt-Ausprägung stellt sich daher bis zum 26. Juli d. Js. auf 791,446,850 Mark, wovon 664,784,220 Mark in Zwanzigmarkstücken und 126,662,630 Mark in Zehnmarkstücken bestehen.
— Die deutsche Ausstellungskommission hat bereits vor einiger Zeit durch eine Bekanntmachung im „Deutschen Reichs- rc. Anzeiger" darauf aufmerksam gemacht, daß Sendungen von Ausstellungsgütern in die Ausstellung nicht mehr Einlaß finden können, sofern nicht vorher die Genehmigung der Kommission zu derartigen Sendungen eingeholt und ertheilt worden ist. Dessenungeachtet laufen noch häufig Güter in Wien ein, deren Absendung die vorherige Genehmignng nicht gefunden hat und deren Einlassung in die Ausstellung daher abgelehnt werden muß. Die deutschen Landeskommissionen haben daraus Veranlassung genommen, das Publikum vor voreiligen Sendungen wiederholt zu warnen.
— Bei Juwelier Bußler in Pforzheim wurde von einem Kölner Comite Kreuz und Stab für den ueugewählteu altkatholischen Bischof Reinke s bestellt.
— Das Lyceum zu Aschaffenburg ist, wie die „N. Frkf. Pr." schreibt, aufgehoben worden. Der dortige Lyceal-Profes- sor Göbel ist vorbehaltlich seiner Wiederverwendung quiescirt und dem Lyceal-Professor Arnold ist die erledigte Professur der Geschichte und Philosophie am Lyceum in Speyer mit der Rektoratsfunktion übertragen.
— Die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank hat den Disconto für Wechsel ans 4^2 und für Lombardgeschäfte auf 5^2 pCt.; die Württembergische Notenbank denselben für Platzwechsel auf 5 pCt., für Lombarddarlehen auf 6 pCt. herabgesetzt. Auch die Leipziger Bank hat den Disconto auf 5 resp. 6V2 pCt. für Lombardverkehr herabgesetzt. (Neue Franks. Pr.)
— Stettin, 9. August. Das Schiff „King Oscar", welches von Quebec hier eingetroffen ist, hat den Dampfer des baltischen Lloyd „Ernst Moritz Arndt" am 23. Juli unter 46,10 Grad nördlicher Breite und 45,03 Grad westl. Länge passirt. Derselbe hatte am 14. Juli seine Schraube verloren. An Bord befand sich Alles wohl!
— Bern, 11. August, Vormittags. Einer, wie ans guter Quelle verlautet, neuerdings hier eingetroffenen Mittheilung der französischen Regierung zufolge ist es nunmehr als feststehend anzusehen, daß sich Frankreich an der hier ftnttfindenden internationalen Postkonferenz betheiligen wird.
— Ans Elsaß-Lothringen kommen vielfach Nachrichten von einer lebhaften Bewegung und Erregung der Bevölkerung nach dem Ende der Occupation. Es sind tumullarische Auftritte in den Grenzdistrikteu vorgekommen, welche die Vermehrung der Gensdarmeriekräfte nothwendig gemacht haben. Man hält diese Erregung inbeHen für eine rein vorübergehende Erscheinung. Andererseits wird über die sichtlich bessere Gestaltung der Verhält-