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Montag den 11. August

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1873.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Der Beginn der Jagd auf Hühner und Hasen ist von den Kreisständen auf den 24. August d. J. festgesetzt.

Hanau am 7. August 1873.

Bewerber um die vierte Lehrerstelle in Windecken werden aufgefordert, ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen alsbald hier oder bet dem Herrn Metropolitan Ullrich in Windecken ein­zureichen.

Hanau am 1. August 1873.

Der vorgestrige Ausflug Sr. Kaiserlichen und König­lichen Hoheit des Kronprinzen nach Ringerike am Tyrifjord, sowie der am Abend gebrachte glänzende Fackelzug waren vom günstigsten Wetter begleitet. Gestern Vormittag stattete Se. Majestät der König von Schweden und Norwegen in Begleitung Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem deutschen Geschwa­der einen längeren Besuch ab.

Heute hat Sich Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz mit Höchstseinem Gefolge und den zum Ehrendienst kommaudirteu Königlichen norwegischen Offizieren zu einem vier­tägigen Ausfluge nach den Telemarken begeben, von wo Höchst- derselbe am 12. d. M., Mittags, nach Christiania zurückzukehren und noch au diesem Tage mittelst Königlichem Expreßznges nach Stockholm abznreisen gedenkt. Die Ankunft daselbst ist zum 13. Mittags zu erwarten.

Der zeitige preußische Ministerpräsident, Feldmarschall Graf Roon, geht, wie mau hört, ernstlich mit der Absicht um, aus dem preußischen Staatsdienste zurückzutreten. Es ist rich­tig, daß der Gesundheitszustand des Grasen, der vielfach von asthmatischen Beschwerden zu leiden hat, ernstlich angegriffen ist und daß der Graf aus diesem Grunde schon im Herbste v. J. zurücktreten wollte. Er wird diese Absicht indessen nicht früher verwirklichen, als bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist. Augenblicklich verweilt Graf Roon im Badischen und unterhan­delt dort wegen Ankauf eines Gutes. Sein früheres Gut,- tergotz bei Potsdam, ist bekanntlich in die Hände des Geh.-R. v. Bleichröder übergegangen.

Berlin, 7. August. Der Oberwerftdirektor Przewi- sinski, welcher am 12., wie mitgetheilt worden, in Gibraltar das Commando über das deutsche Geschwader übernehmen wird, ist, nach derHess. Mgztg.",. schon seit längerer eit Capitün zur See, hat aber den Seedienst ursprünglich in der Handelsmarine erlernt. Was den Kapitän Werner betrifft, so fürchtet man, derselbe werde seinen Abschied nehmen. Werner gilt für einen der besten Osficiere der deutschen Marine und steht auch bei den Officieren der fremden Marinen in hoher Achtung; er genießt außerdem den Vorzug, sehr wohlhabend zu sein.

Ueber den Stand der Cholera liegen bis zum 8. August folgende statistische Nachrichten vor: In Königsberg waren vom 2. bis incl. 5. August an gemeldet : erkrankt 76, gestorben 39 Personen. Aus Danzig lauter der letzte Bericht: a im Stadt- freije erkrankt 40, davon verstorben 25, genesen 3, in Behand- lung 12, b. im Landkreise im Ganzen erkrankt 251, verstorben

131, genesen 67, noch in Behandlung 53. In Weichselmünde (1490 Einw.) waren bis zum 4. d. M. 95 Personen erkrankt und 35 gestorben (7 Prozent). In Magdeburg find vom 4. bis 6. d. M. vom Civil 65 erkrankt, 26 verstorben, vom Mili­tär 10 erkrankt, 4 verstorben. In München sind vom 30. v. M. bis 5. August Mittags incl. 13 Erkrankungs- , und 8 To­desfälle konstatirt. Aus Würzburg, 6. August, wird gemeldet: Bis gestern Abend 5 Uhr waren in der Stadt incl. Juluisspital an Cholera, Cholerine und Brechdurchfall neu zugegangen 7 Kranke (4 männliche, 3 weibliche); gestorben war ein männlicher Kranker, genesen 4 weibliche Patienten, so daß zur Eingangs genannten Zeit noch 12 Kranke (5 männliche und 7 weibliche) in Behandlung verlieben. Aus Dresden, 7. August, lautet der amtliche Ausweis: Von gestern bis heute Mittag sind in hiesiger Stadt anderweit 7 Erkrankungs- und 4 Todesfälle an der Cholera vorgekommen. Hierdurch ist der gestern mitgetheilte Bestand an Cholerakranken auf 28 Personen gestiegen. Bezüg­lich des Staudes der Cholera in den Ortschaften des Gerichts­amtsbezirks Dresden konstatirt eine Bekanntmachung des König­lichen Gerichtsamtes und des Königlichen Bezirksarztes vom gestri­gen Tage, daß im Verlaufe der letztverflossenen Woche 36 neue Erkrankungsfälle, darunter 14 mit tödlichem Ausgange, zur An­zeige gelaugt sind. kR. u. et si.)

Graudenz, 2. Aug. In den nächsten Tagenschreibt man derKreuzztg." wird der Minenkrieg beginnen. Allein 30,000 Zentner loses Pulver, außer den Sprenggeschossen, sind nach Graudenz geschafft worden. Es ist bekannt, daß bei dem Sprengen von Minen die in diesen beschäftigten Mineurs vor­übergehend in Folge des starken Luftdrucks, der Detonationen u. s. w. in einen sonst zwar ungefährlichen, aber doch manchmal bis drei Tage audauernnden bewußtlosen Zustand verfallen, den man mit dem technischen Ausdrucke der Minenkrankheit bezeich­net. Zur Beobachtung dieser letzteren ist bei den Graudenzer Uebungen eine besondere Kommission ernannt worden, welche aus dem Oberstabs- und Regimentsarzt Dr. Thalwitzer, dem Stabsarzt Dr. Schultze und dem Prof. Dr. ginfeuer besteht. Die Cholera ist in der letzten Woche bei den in und um Graudenz versammelten Truppen im Abnehmen gewesen, und neue Fälle sind nicht zugekommen, so daß die Zahl von etwa 40 Krankheitsfällen nicht überschritten worden ist.

Königsberg, 6. August. DieOstpreußische Zei­tung" meldet, daß die hier herrschende Cholera nicht mehr spo­radisch (vereinzelt) auftritt, sondern nunmehr offiziell von den Zivil- und Militärbehörden als Epidemie erklärt worden ist. Dem Militär wird aus diesem Grunde auch, wie das genannte Blatt erwähnt, seit dem 22. v. M. eine Verpflegungszulage ausgezahlt. Vom 6. bis 22. Juli beschränkte sich die Krankheits­zustand auf 6 Fülle. Vom 22. nahm die Krankheit rapide zu, so daß bis gestern 164 Personen als an der Cholera erkrankt und 85 als verstorben amtlich gemeldet werden. Der Höhepunkt der Epidemie mit den jetzt täglich vorkommenden 20 bis 25 Erkrankungs- und 10 bis 12 Todesfällen dürste leider noch nicht erreicht sein. DieOstpreußische Zeitung" spricht den Wunsch aus, daß das am. 9. d. Mts. beginnende Manöver in Rücksicht auf die herrschende Epidemie aufgehoben werden möge.

Augsb. Abendztg.