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â 176.Freitag den 1. August. 1873.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Der seitherige Beigeordnete Philipp Schmidt III. zu Mittelbuchen ist als Bürgermeister dieser Gemeinde bestätigt worden.

Hanau am 29. Juli 1873.

Tagesschau.

Der Vorfall mit dem spanischen SchiffeVigilante" gibt noch immer Veranlassung zu den lebhaftesten Erörterungen. Unserer Regierung, so sagt man, müsse sehr unlieb sein, durch eine Handlung, welche Capitain Werner ganz auf eigene Hand, unternommen, in den Verdacht zn gerathen, als begünstige sie die jetzige republikanische Regierung! Wir wüßten nicht, weshalb es der Regierung unlieb sein sollte, einer Regierung, die ganz legal eingesetzt ist und die sich aufrichtig bemüht, Ord­nung zu schaffen, einen Dienst zu leisten. Diese Regierung ist ja doch thatsächlich längst anerkannt und ihr Bestand auf den freilich kaum zu hoffeu ist, wäre für uns weit wünschenswerther, als die Herstellung einer alfonsistischen oder carlistischeu Pfaffen­regierung. Bis jetzt scheint uns übrigens die Thatsache einfach so zu liegen: Capitain Werner hatte erfahren, daß die Madrider Regierung die aufrührerischen Schiffe für Piraten erklärt. Er sah ein Schiff unter rother Flagge, nahm es und führte es nach Gibraltar. Was nun weiter geschieht, wird durch die Verhand­lungen mit der Madrider Regierung klar werden. In dieser ganzen Sache liegt durchaus nichts Wunderbares. Aengstliche Gemüther fürchten, wir könnten dadurch in Cvnflikte mit anderen Seemächten gerathen. Dazu liegt gar kein Grund vor. Es könnte nur ein Streit mit der Madrider Regierung entstehen, ob das Schiff uns gehört, und da es uns nicht um Bereicherung zu thun ist, so wird sich über diesen Punkt wohl leicht eine Verständi­gung mit Herrn Salmeron oder seinem Nachfolger erzie­len lassen. Sonst stehen die Dinge in Spanien auf dem alten traurigen Punkt. (Trib.)

Die vielfache Klage über den Mangel an ländlichen Arbeitern nimmt bekanntlich schon seit längerer Zeit die Auf­merksamkeit der Staatsregierung in Anspruch. Wie dieProv.- Corr." mittheilt, wird nun in diesen Tagen eine aus Commissa- rien der verschiedenen Ministerien zusammengesetzte Conferenz unter dem Vorsitz des Ministers für die landwirthschaftlichen Ange­legenheiten, Grafen Königsmarck, zusammentreten, um diese Frage einer eingehenden Berathung zu unterziehen und so eine Grund­lage für die weiteren Erwägungen des Staats-Ministeriums zu gewinnen.

Homburg, 31. Juli. Der Kaiser ist soeben (4 Uhr 40 M.) in Begleitung der Großherzogin von Baden hier ein­getroffen. (Neue Frankf. Pr.)

Dresden, 30. Juli. Ueber das Befinden des Kö­nigs ist dem "Dr. I." das nachstehende Bulletin zugegangen:

VtHni^, am 30. Juli 1873. Obgleich die asthmatischen Zustände Sr. Majestät des Königs in den letzten Wochen sich wesentlich gebessert haben, ist im Zusammenhänge mit der gro- ßen Hitze seit gestern Abend eine Bedenken erregende Abnahme der Kräfte eingetreten.

Donnerstag, 31. Juli, Vormittags 11 Uhr 15 Minu­

ten. Von Pillnitz ist soeben folgendes Bulletin eingetroffen:. Se. Majestät der König haben eine ruhige Nacht gehabt. In Folge dessen ist der Krästezustand den Verhältnissen entsprechend befriedigend. Wagner, Dr. Carus, Dr. Ullrich. (R. u. st A.)

München, 30. Juli. Das Kriegsministerium hat aus Anlaß eines Vorkommnisses, das sich bei der diesjährigen Frohnleichnamsprozession in einer auswärtigen Garnisonsstadt zugetragen, die längst bestehende Verordnung zur Nachachtung wieder in Erinnerung gebracht, daß zur Spalierbildung bei Pro­zessionen nur Militairmannschaften katholischen Glaubensbekennt­nisses verwendet werden sollen.

Die vom Erzbischof Ledochowski von Posen für den 12. 13. und 14. August angeordneten Gebete sind die nämlichen, welche der Papst in Frankreich angeordnet, um Gott zu bitten, die Feinde der Kirche und Frankreichs niederzuschlagen. In Deutschland soll also mittelbar für den Untergang Deutschlands und Italiens gebetet werden.

Wien, 31. Juli. Der Schah von Persien traf gestern Abend 7 Uhr auf dem Penzinger Bahnhöfe ein und wurde da- felbst vom Kaiser begrüßt. Nach Besichtigung der aufgestellten Ehrencompagnie und nach erfolgter Vorstellung des beiderseiti­gen Gefolges gab der Kaiser dem Schah auf der Eisenbahnfahrt nach Laxenburg das Geleite, wo zwei Ehrencompagnien mit der Musikkapelle ausgestellt waren und Kronprinz Rudolf mit sämmt­lichen hier 'anwesenden Erzherzögen und Generalität und den Spitzen der Behörden zum Empfang sich eingefunden hatte. Vom Penzinger Bahnhöfe bis znm Lustschlosse Laxenburg bil­dete zu beiden Seiten der Eisenbahn eine dichtgedrängte Volks­menge Spalier.

Bern, 30. Juli. Der Ständerath hat in seiner heutigen Sitzung gleich dem Nationalrath die Zurückweisung der drei Re­kurse gegen die Ausweisung Mermillods mit 26 gegen 14 Stim­men unter Namensaufruf beschlossen.

Paris, 31. Juli. DerAgence Havas" wird aus Madrid vom gestrigen Tage gemeldet: Die Jnsurrection von Sevilla ist vollständig unterdrückt. Die Regierungstruppen halten die ganze Gegend besetzt. Es herrscht große Entrüstung gegen die Insurgenten, welche mehrere Positionen, bevor sie sie ver­ließen, in Brand gesteckt haben. Die Stadt Almeria hat den ersten Angriff eines Jnsurgentenschiffes zurückgewiesen.

(Neue Frankf. Pr.)

DieUnion" kündigt an, daß von 125 Kandidaten, welche bei der letzten Prüfung in die Militärschule von St. Chr ausgenommen wurden, 100 aus der Jesuitenschule der Rue des Postes hervorgegangen sind. Die Jesuiten boten in den letzten Jahren Alles auf, um die ihnen zur Erziehung anvertrauten jungen Leute dazu zu bestimmen, sich dem Militärstande zu wid­men, und sich so in der Armee eine große Anzahl von Anhän­gern zu sichern. Nach den Mittheilungen derUnion" zu schlie­ßen, bleiben die Bemühungen derselben auch keineswegs ohne Erfolg. Jedenfalls kann man unter diesen Umständen nicht da­rüber erstaunen, daß die französische :>rmee eine so große An­zahl von ultramontan gesinnten Offizieren zählt. Daß die Je­suiten so viele ihrer Zöglinge durchbringen, muß dem Umstand zugeschrieben werden, daß man nicht wagt, dieselben durchfallen zu lassen.