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^174.

Mittwoch den 30. Juli.

1873.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Bürgermeister und Ortspolizei-Verwalter wer­den hiermit ersucht, in Gemäßheit der Bestimmung zu §§. 274, 275, 276 und 277 der Verordnung vom 25. Juni 1867, be­treffend das Strafverfahren (Amtsblatt de 1867 Seite 556) ein Verzeichniß derjenigen Personen ihrer Gemeinde aufzustellen, welche zu Geschwornen geeignet sind unter Angabe des Vor- und Zunamens, des Standes oder Gewerbes, des Alters und des nach pos. 3 des §. 274 1. c. erforderten Steuer- bezw. Ein­kommensbetrages.

Unter dem Verzeichniß ist zu bescheinigen, daß die betref­fenden Personen mindestens ein Jahr lang den Wohnsitz in der Gemeinde haben, auch die Eigenschaft eines Preußen besitzen und des Lesens und Schreibens kundig sind.

Die Liste ist binnen 14 Tagen hier vorzulegen.

' Hanau am 23. Juli 1873.

Tagesschau.

Der Rheinischen Baugesellschaft zu Cöln ist die Erlaub­niß zur Vornahme der generellen Vorarbeiten für eine von Königswinter auf den Drachenfels zu führende Bergbahn ertheilt worden.

Die Beschäftigung von Frauen im Staats-Eisenbahn­dienste ist bereits durch Ministerial-Rescript genehmigt, und deren Annahme im Privat-Eisenbahndienste steht gewiß auch nichts entgegen. Ebenso werden Frauen gegenwärtig als Telegraphistin­nen zugelassen, und es sollen vorerst 200 solcher Aspirantinnen beschäftigt werden. Nur die Postverwaltung will sich auf Be­schäftigung von Frauen in ihrem Bereiche nicht einlassen, obwohl sich auch hier doch manche geeignete Stellen, wenn auch nicht im praktischen Dienste großer Aemter, finden. Die Sache ist bereits im Reichstage zur Sprache gekommen, der dahin gehende Antrag damals jedoch von dem General-Postdireetor zurückge­wiesen worden.

Die Adresse der staatstreuen Katholiken an den König findet, nach derN. Frankf. Pr.", namentlich in Schlesien und am Rhein immer mehr Anklang. In Düsseldorf z.B. hatten bis zum 25. Juli aus der Stadt selbst die Adresse unterzeichnet: 10 Gymnasiallehrer, 4 Realschnllehrer, 3 Elementarlehrer, 1 Pfar­rer, 4 Mitglieder katholischer Kirchenvorstände, 3 Stadtverord­nete, 5 richterliche Beamte, 3 Beamte der Staatsanwaltschaft, 9 praktische Aerzte, eine große Anzahl von Kaufleuten, Fabri­kanten, Künstlern und Handwerkern. Die Bedeutung dieser Kundgebungen wird durch den gesteigerten Aerger und die Uebel- launigkeit derGermania" bezeugt.

Gotha, 24. Juli. (Das Unglück bei Fröttstedt.) Die am 5. Juli bei Fröttstedt unweit Gotha vorgekommene Ent­gleisung eines Schnellzuges der Thüringer Eisenbahn, wobei 2 Personen auf der Stelle getödlet und einige 20 mehr oder min­der schwer verwundet wurden, hat so viel Aufmerksamkeit erregt und ist in der Tagespresse so vielfach und zwar häufig mit grö­ßerer Lebendigkeit als Sachkenntuiß besprochen worden, daß es vollkommen gerechtfertigt erscheint, hier nochmals darauf zurück­zukommen. Durch die sehr umständliche und mit Zuziehung be­währter Techniker des Handelsministeriums in Berlin geführte Untersuchung hat sich bis jetzt als sicher herausgesteüt, daß erstens

bie Schwellen an der Stelle des Unglückes in vollkommen gutem Zustande sich befanden und zweitens die Achse des einen Per­sonenwagens nicht vor der Entgleisung, sondern erst durch deren Gewalt gebrochen ist. Die Schnelligkeit des großen, mit zwei Locomotioen bespannten Kurierzuges hat wahrscheinlich die Wa­gen, an der Stelle, wo eine Kurve nach starker Senkung der Bahn ist, aus dem Geleise herausgeschleudert, ohne daß irgend­einer Behörde oder gar einer Person, eine bestimmte Schuld an diesem Unglücksfall beizumessen ist. Viele unserer älteren Bah­nen mit engem Geleise, starkem Gesäll und vielen kleinen Kur­ven sind für die neu eingerichteten Kurierzüge, die mit ihren schweren Maschinen in der Schnelligkeit von 67 Meilen daher­brausen, äußerst gefährlich zu befahren, und irgend ein unglück­licher, gar nicht zu berechnender Zufall kann sehr leicht an einer Kurve den Zug aus dem Geleise herausschleudern; dies ist die allgemeine Ansicht aller Techniker. Man wird sich daher ent­schließen müssen, entweder einen sehr schwierigen und kostspieligen Umbau vorzunehmen oder von diesen Kurierzügen mit Sturmes­eile abzustehen, wenn man durchweg eine größere Sicherheit der Fahrt erzielen will. (Allg. Ztg.)

Burg, 25. Juli. Epochemachend in der Geschichte der Konsumvereine nach Schulze-Delitzsch dürfte der von dem hiesigen Konsumverein gethane neueste Schritt sein. Er hat nämlich ein eigenes Schiff erworben, um damit seinen erhebli­chen Bedarf an Kohlen anfahren zu lassen. Es ist das das erste deutsche Genossenschaftsfahrzeug, welchem, wie man hört, der NameSchulze-Delitzsch" beigelegt werden soll. Da allge­mein gewünscht wurde, daß die Taufe desselben mit einiger Feierlichkeit vorgenommen werden solle, fand diese am Sonntag durch den Vorstand und Verwaltungsrath am hiesigen Kanal statt, wo das Schiff seine erste Ladung löschte. Der Gesang­verein des Bildungsvereins eröffnete und schloß die Feier durch ein angemessenes Lied. Anknüpfend an den unter der Flagge der Genossenschaft freier deutscher Städte, der Hansa, erblühten Handel und Wohlstand, wurde in einer Ansprache hervorgehoben, daß die Flagge des Schiffs einer der neueren Genossenschaften ein vielverheißendes Wahrzeichen sein möge für das Gedeihen der deutschen Genossenschaften in Wohlstand und Sittlichkeit. In dieser Hoffnung wnrde die Flagge, die die Farbe und die Form der deutschen Handelsflagge trägt, unter dreimaligem Hoch aufgehißt. Daran schloß sich ein gemüthlicher Kommers unter den Gesängen des Gesangvereins. H^r wurde beim Glase Bier der Gruß erläutert und bekräftigt, den die neue Flagge allen Genossenschaften entgegen bringt, fortzubauen auf dem er­rungenen Grunde der Freiheit und des Gesetzes. (Manny. TM

München, 27. Juli. Unter Theilnahme zahlreich hiezu hier eingetroffenen Mitgliedern vieler deutschen Logen hat heute in unserer Stadt die feierliche Installation einer neuen Frei­maurer-Loge,zur Kette", stattgefunden.

München, 28. Juli. Die am 20. d. hier abgehaltene Wanderversammlung desVereins deutscher Katholiken" hatte s bekanntlich eine Adresse zu Gunsten der Schulschwestern rc. be­schlossen und sofort eine Deputation gewählt, ivelche die Adresse Sr. Maj. dem König überreichen sollte; wie die ultramontanen Organe jetzt melden, wird die Deputation vom Monarchen nicht