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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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M 173. Dienstag den 29. Inti. - 1873.

Tagesschau.

Berlin, 25. Juli. Das Fallissement der Firma Johann Hoff dürfte, da nunmehr der Konkurs eröffnet werden soll, große Verwickelungen nach sich ziehen, deren Tragweite sich allerdings noch nicht mit Sicherheit übersehen läßt, die aber dennoch sehr stark zu einem sich immer mehr verbreitenden Miß­trauen beitragen. Die Spuren davon äußerten sich heute und gestern bereits inner- und außerhalb der Börse in mehr oder minder bestimmt auftretenden Gerüchten über die zweifelhafte Stellung von einer ganzen Anzahl bedeutender Firmen, die als Sterne erster Größe am Firmament der Gründungen glänzten und trotz ihres oft nur geringen Alters, wenn auch weniger für reinlich", so doch vollständig fürzweifelsohne" .galten. Ein Krach" in Grundstücken und Bauterrains wird allgemein als unausbleiblich erachtet. (Volksztg.)

Berlin, 28. Juli. DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Die Wegnahme des spanischen SchiffesVigilante" durch den Friedrich Karl" ist ohne alle Instruction und Autorisation der kaiserlichen Regierung erfolgt. Capital» Werner wird sein Verhalten zu rechtfertigen haben. Der Bericht desselben liegt der kaiserlichen Regierung noch nicht vor. Neue grants. Pr.

Der Eintritt des Aegypter-Prinzen, also eines Muha- medauers, in das preußische erste Garde-Dragoner-Regiment er­innert daran, daß unter der Regierung Königs Friedrich Wil­helms III. die Katholiken nicht in die Gardes du Corps und das 1. Garde-Regiment zu Fuß eintreten durften und den Juden das Garde-Corps überhaupt verschlossen war. Diese Beschrän­kungen hob König Friedrich Wilhelm IV. alsbald nach seinem Regierungsantritte auf. Jetzt gibt, was das Landheer betrifft, die Religion keinen Maßstab für den Eintritt, nur von den Un- terofficierschrüen scheinen Juden und Dissidenten ausgeschlossen zu sein, da zu den Bedingungen der Aufnahme derTaufschein" gehört, welcher diesmal durch den sonst üblichenGeburtsschein" nicht ersetzt ist.

Während der diesjährigen Herbstübungen werden, wie dieN. Frftr. Pr." hört, in Frankfurt einquartirt: der Stab und 1 Bataillon des hessischen Füsilier-Regiments Nr. 80, am 23. August mit Verpflegung und vom 24. bis 29. er. ohne Ver­pflegung. Im Ganzen 20 Offiziere, 484 Mann, 17 Pferde und 3 Wagen. Ferner am 12. September er. mit Verpfl. das 2. Bataillon des hessischen Füsilier-Reg. Nr. 80; 15 Offiziere, 482 Mann, 9 Pferde und 2 Wagen. In Bonames am 19. August mit Verpfl. die 3. Escadron des 1. Hess. Husaren-Reg. Nr. 13, 3 Offiziere, 80 Mann und 86 Pferde. In Bornheim am 23. August cr. mit Verpfl. die 3. reit. Batterie de. Hess. Feld-Art.- Reg. Nr. 11, 4 Offiziere, 61 Mann und 77 Pferde. In Hausen am 29. August er. mit Verpfl. Stab und die 4. Comp. des Hess. Pionier-Bataill. Nr. 11, 7 Offiziere, 92 Mann und 4 Pferde.

Darmstadt, 27. Juli. Die von derFrankfurter Zeitung" gebrachte Nachricht, daß der Großherzog von Hessen an seinem Regierungsjubiläum Zuchthaussträflinge unter der Be­dingung der Auswanderung nach Amerika begnadigt habe, wird von der amtlichenDarmstädter Zeitung" mit dem Hinzufügen als unwahr bezeichnet, daß die Gefangenen unter der Bedingung, das Deutsche Reich zu verlassen, begnadigt worden seien.

Mannheim, 27. Juli. Einen angenehmen Beweis dafür, daß die Ernteaussichten in Europa sehr günstig sind, lie­fert die Schnelligkeit, mit welcher die Getreidehändler überall ihre alten Vorräthe an den Mann zu bringen suchen. Mannh. Tagbl.

Wien, 23. Juli. DieDeutsche Zeitung" fertigt die klerikalen Bestrebungen, die gegenwärtig in Oesterreich wieder das Haupt erheben, in einem beachtenswerthen Artikel ab, aus dem wir die folgenden Sätze hervorheben : Klerikale Einflüsse setzen sich in Bewegung, um das Band der Eintracht zwischen Oesterreich und dem deutschen Reich zu lockern. Ohne lus jetzt eine Widerlegung gefunden zu haben, ist von einer Anzahl von Blättern bei uns und in Deutschland berichtet worden, daß Kar­dinal Rauscher Häufigere m der kaiserlichen Burg erscheine, seinen Einfluß zu Gunsten einer katholischen Politik nach innen und außen geltend mache und zur Begründung seiner Rathschläge auf die wachsende Unzufriedenheit in Süddeutschland verweise. Das Ziel dieser Pläne soll diesen Berichten gemäß kein anderes sein, als die Wiederherstellung des Konkordates in Oesterreich und die Förderung der partikularistischen Restauration im deutschen Reiche. Sollte sich diese Nachricht bestätigen, so wäre das wahrlich eine kühne und großartige Politik und ganz dem Ehrgeize eines öster­reichischen Richelieu angemessen. Aber eine Frage ist es, ob eine solche Politik irgend einen reellen Hintergrund hat und die ge­ringste Wahrscheinlichkeit des Erfolges für sich in Anspruch neh­men kann. Wenn eine nicht unbeträchtliche Anzahl hiesiger Blätter das Pronunziamento eines welfischen Bundesschützen oder die Wuthergüsse irgend eines klerikal-demokratischen Winkelblattes mit wahrem Entzücken als den treuen Ausdruck der Gesinnung des deutschen Volkes und als ein untrügliches Zeichen des un­aufhaltbaren Verfalles des deutschen Reiches ihren Lesern Wort für Wort vorführen, so kann man sich bei der Leichtfertigkeit, mit der ein Theil der hiesigen Presse vorgeht, und bei der No- tvrität des welfischen Einflusses auf denselben darüber gerade nicht wundern. Aber die Staatsmänner, denen das Wohl und die Sicherheit des Reiches anvertraut ist, sollten aus bessern Quellen schöpfen und der oberflächlichen Sensationsmacherei kein Gehör schenken. Eine Vergleichung der Lage des deutschen Reiches vor drei Jahren beim Ausbruch des Krieges und im gegenwär­tigen Momente muß in jedem besonnenen Politiker die Ueber­zeugung wachrufen, daß Deutschland seit jener Zeit an Einheit, Macht und Schlagfertigkeit in großartigem Maßstabe zugenom­men hat. Aus dem deutschen Volke sind oft genug Stimmen laut geworden, daß es mit seinen Nachbarn in Frieden leben will, daß es dem kriegerischen Ruhm die friedliche Arbeit unbe­dingt vorzieht; vor Allem aber hat es die freundlichen und inni­gen Beziehungen, welche in den letzten Jahren gif ten Oester­reich und Deutschland angeknüpft worden sind, mit unzweideuti­gem Beifall begrüßt. Wenn nun doch wieder klerikale Intrigue unsere innere Politik bereits beeinflußt und die Gefahr daher an uns herantritt, daß sie auch das Band der Freundschaft zwischen beiden Reichen zu lockern bestrebt ist, so muß Jeder, dem die Zukunft Oesterreichs, seine Kousolidirung und Macht­entwicklung am Herzen liegt, gegen ein solches frivoles Vorge­hen bei Zeiten den Mahnungsruf erheben und es als das, was es in Wahrheit ist, kennzeichnen. au0äb- 'âztg.

Wien, 26. Juli. Die Raten- und Rentenbank und