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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Samstag den 26. Juli.

1873.

Auszug aus dem Amtsblatt.

Die am 23. Juli d. J. ausgegebene Nr. 25 des Amts­blattes enthält: 1) eine Bekanntmachung der Direktion der Lan­deskreditkasse zu Cassel, vom 12. d. M., den Emissions-Beschluß, die Ausgabe der sechsten Serie Seitens der Inhaber unkündba­rer Schuldverschreibungen der Landeskreditkasse zu Cassel betr.; 2) eine bergt Königl. Ministeriums der Finanzen und des In­nern zu Berlin, vom 27. v. M., die Bestimmungen des Gesetzes, die Portofreiheiten im Gebiete des Norddeutschen Bundes in Bezug auf die Jnvalidensachen betr.; 3) eine dergl. der Direk­tion der Königl. Bau-Akademie zu Berlin, vom 15. d. M., den Beginn der Vorlesungen des Wintersemesters 1873/74 auf der Königl. Bau-Akademine den 16. und der Immatrikulationen am 6. Oktober cr. betr.

Personal-Chronik.

Dem Polizei-Büreau-Assistenten C. Jakob zu Cassel ist bei seinem Uebertritt in den Ruhestand der Charakter als Poli­zei-Sekretair verliehen worden.

Der commissarische Güter-Expedient der Bebra-Hanauer -Eisenbahn, Franz Heyse zu Wächtersbach, ist definitiv bestellt.

Dem Pfarrer Georg Wilh. Rudolph Junghans zu Oberkalbach ist die erledigte Pfarrstelle zu Oberissigheim, Klasse Windecken, verliehen worden.

Während der Beurlaubung des Landraths v. Eschwege zu Fritzlar ist der Regierungs-Assessor Martus mit der com- missarischen Verwaltung der Landrathsstelle daselbst beauftragt worden.

Tagesschau.

Nach demR. u. St.-A." wird sich Se. Maj. der Kaiser und König, welcher bereits von Ems abgereist ist und sich in Koblenz befindet, vom 28. bis 31. Juli in Wiesbaden aufhalten und sich dann bis zum 3. August nach Homburg be­geben, von dort zur Kur nach Wildbad Gastein reisen, welche bis zum 27. August währen wird, worauf S. Maj. am 29. August wieder in Berlin eintrifft.

Berlin, 24. Juli. DieNordd. Allg. Ztg." hebt in einem Artikel hervor, daß die Ausführung der neuen Kir­chengesetze überall ernstlich im Gange sei. Genaue Ueberwachung darüber, ob Seitens der katholischen Bischöfe den Gesetzesvor- fchriften über Vorbildung und Anstellung der Geistlichen ent­sprochen werde, sei um so nothwendiger, als die Amtshandlungen der unbefugter Weife angestellten Geistlichen null und nichtig seien und für bürgerliche Verhältnisse beklagenswerthe Verwir­rung herbeiführen müßten.

Frankfurt, 25. Juli. Die traurigen Scenen, so schreibt dieN. Frftr. Pr." vom 21. April d. I. haben durch das gestern gefällte Urtheil gegen die Betheiligten beim Bier­krawalle ihren Abschluß erhalten. Sämmtliche Angeklagten wur­den für Schuldig erkannt und je nach der Schwere ihrer Ver­gehen mit ta bis 2 Jahr Gefängniß, resp. 1 Vs bis 4Vs Jahr Zuchthaus bestraft.

Die Mehrzahl der Angeklagten 25 von 47 büßt ihre Brutalität mit letzterer Strafe.

Vom oberen Gebirge wird derPfälz. Ztg." geschrie­ben: In Folge der günstigen Witterung haben sich unsere Wein­berge in einem Grade gebessert, wie es bei ihrem trostlosen Zu­stande nach den Frostnächten des 26. und 28. April wohl Nie­mand erwartet hatte. Obwohl am Ende des genannten Monats fast jedes Auge und jeder Schößling erfroren war und die Weinberge noch lange Zeit nachher elend aussahen, haben doch in Folge der anhaltenden Hitze mit abwechselndem Regen die Rebstöcke stark getrieben, zahlreichen Samen angesetzt und rasch und gut verblüht, so daß die Traubenbeeren meist schon erbsen­groß sind. Was aber die Hauptsache ist, der Sauerwurm, der in den letzten 2 Jahren fast den ganzen Herbst vernichtet hatte, ist in diesem Jahre fast vollständig verschwunden und wird, da er zur Blüthezeit nicht da war, auch zur Zeit der Reife der Trauben nicht in großer Anzahl erscheinen können. Wahrschein­lich ist der Schmetterling des gefürchteten Wurmes schon in den milden Wintertagen ausgeflogen und so zu Grunde gegangen. Wenigstens wollen viele Winzer denselben zu dieser Zeit gesehen haben. Man verspricht sich hier V»Vs Herbst, in manchen Lagen noch mehr; auch kann in Folge des schönen und kräftigen junges Holzes auf einen Herbst im Jahre 1874 gerechnet werden.

Hamburg. Dem Programm für den vom 17. bis 19. August in Hamburg zusammentretenden achten deutschen Journalistentag entnehmen wir Folgendes: Für die Tage der Berathung, Sonntag und Montag den 17. und 18. August, ist als Tagesorgnung festgestellt: 1) Jahresbericht des Vororts München; 2) die Zeitungen und das Telegrapenwesen; 3) die Tagespresse und Annoncen-Bureaus; 4) Anträge von Mitglie­dern in Sachen der Rechte und Interessen der periodischen Presse. Für den Sonntag Abend ist ein Besuch des zoologischen Gar­tens, für den Montag- nach der Berathung ein Besuch der Börse, der neuen Quai-Anlagen und des Hafens und am Abend des Thalia-Theaters und für den Dienstag ein Ausflug auf der Elbe event, bis Helgoland in Aussicht genommen.

- Dresden, Freitag, 25. Juli, Vormittags. Der Dresdner Anzeiger", das Amtsblatt des Stadtraths, konstatirt, daß seit 5 Tagen in Dresden keine neue Erkrankung an der Cholera vorgekommen ist, weshalb die bisherigen Publikationen unterbleiben. Auch in der Umgebung Dresdens erlischt allmäh­lich die Epidemie.

Wien, 24. Juli. Die Mitglieder des vor Kurzem aufgelösten ständigen Ausschusses der österreichischen Lehrertage haben einen Aufruf an ihre Lehrer-Kollegen erlassen, worin sie es als ihre ernste Aufgabe bezeichnen,als Einzelpersonen und int Vereine mit Gesinnungsgenossen auf Grund des Versamm­lungsgesetzes seinerzeit die nöthigen Schritte zu thun, um den nächster! österreichischen Lehrertag einzuleiten". Dort soll wie es in dieser Kundgebung heißt dannunser trotz der Gegen­bestrebungen aufrechtstehendes Banner die Lehrer zu frischem, freudigem.Kampf und, so hoffen wir, zum Siege führen". Diese Manifestation, bemerkt dieDeutsche Ztg.", liefert, uns den erfreulichen Beweis, daß der Muth der deutich-österreichischen Lehrerschaft noch ungebrochen ist und sie mit Vertrauen in die Zukunft blickt, die trotz alledem und alledem nur den fortschritt­lichen, den vom Kulturgeiste erfüllten Elementen gehört.