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im Frankfurter Viertel sechs Grundstücke gekau.t, um dieselben einer beabsichtigten Gründung einzureihen. Auf den ganzen Com- Plex waren einstweilen 36,000 Thlr. angezahlt und der Rest des Angeldes sollte am Dienstag gezahlt werden. Den Unternehmern muß es jedoch wohl nicht möglich gewesen sein, das Geld bis zum festgesetzten Termin anzuschaffen und als sie am Mittwoch, also 24 Stunden später, zu dem Verkäufer kamen, einen Theil des Geldes offerirten und für den Rest um Stundung von noch einigen Tagen baten, erklärte sich Jener an den abgeschlossenen Vertrag nicht mehr gebunden, da die Käufer ihre Verpflichtungen nicht erfüllt hatten. Der Verkäufer, welcher übrigens bei diesem Geschäft mehrere Erben vertritt, weigert sich, die bereits erhal­tenen 36,000 Thlr. wieder herauszugeben. Außerdem haben ver­schiedene Fixer die Vermittler gespielt und sind durch Nichtab­nahme der Grundstücke um ihre Provision gekommen. Das ganze Geschäft wirft übrigens aus unsere heutige Börsenverhältnisse ein grelles Licht.

Die Ueberschwemmnng der Stadt und Umgegend Frank­furts von Hamburg und Bremen aus mit Offerten zum Spie­len in der Hamburger oder Braunschweiger Lotterie hat nach der Neuen Franks. Pr." die königliche Staatsanwaltschaft veran­laßt, ihr Augenmerk auf dieses Treiben zu richten und ist gegen eine Anzahl dortiger Promessenhändler, darunter auch kurz erst verzogene Frankfurter Firmen, eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet.

Essen, 7. Juli. Gestern ist die definitive Coustituirung der hiesigen altkntholischen Gemeinde erfolgt. Die Versammlung der Gemeiudemitglieder war zahlreich besucht, und wurden viele neue Beitrittserklärungen abgegeben. Herr Bischof Dr. Reinkens hatte an die hiesige Gemeinde ein Schreiben wegen der Consti- tuirung rc. gerichtet, das unter allgemeiner Erhebung von den Sitzen zur Verlesung kam und die Gemeiudemitglieder durch sei­nen innigen, herzlichen Ton wahrhaft erfreute. Man schritt demnächst zur Wahl des Seelsorgers und wurde einstimmig Herr Kaplan Hoffmann aus Hemmerde bei Unna zum Seelsorger ge- Wüylt. Die Berusung und Gemeindebildnug datirt vom 1. Juli.

Die Uebergangsstelle in Lohr im Hauptzvllamts-Bezirke Aschaffenburg ist aufgehoben worden.

Dresden, 10. Juli. Ueber den Stand der Cholera in unserer Stadt geht demAuz." auf zuverlässigem Wege die Mittheilung zu, daß seit dem 7. d. M. außer einer Chvleraer- krankung, die im Stadt-Kraukenhanse selbst unter dem dasigeu Arbeiterpersoual vorgekommeu und tödtlich verlaufen ist, nur noch zwei dergleichen Erkrankungen zur Anzeige bei der Behörde ge­langt sind. In beiden gedachten Fällen aber sind lediglich Per­sonen in Frage, die bereits als erkrankt aus der Umgegend in das Stadt-Krankenhaus gebracht worden sind, und befinden sich beide Kranke noch in ärztlicher Behandlung. - Ueber den Stand der Cholera im Gerichtsamtsbezirke Dresden berichtet eine Be­kanntmachung des Königlichen Gerichtsamts und des Königlichen Bezirksarztes vom 2. d. M.:

Die Cholera hat sich zwar im Gerichtsamtsbezirke Dresden im Allgemeinen noch innerhalb der ursprünglichen lokalen Gren­zen gehalten, leider aber an innerer Ausdehnung zugenommen. Denn es sind in der letztverflossenen Woche 85 neue Erkrankungs- fälle, darunter bis jetzt 26 mit tödtlichem Ausgange, zur An­meldung gekommen. Die Gesammtzahl der Erkrankungsfälle be­trägt nun 140, die der Todesfälle 55.

Hierüber kamen neuerdings noch 3 Fälle aus dem Dorfe Oberpesterwitz (Gerichtsamt Döhlen) zur Anzeige, davon 1 mit tödtlichem Verlaufe.

M ü n ch en, Freitag, 11. Juli. Der Kaiser von Oester­reich ist heute morgen inkognito hier eingetroffen und am Bahn­höfe vom Prinzen Leopolo empfangen worden. Heute Abend wird sich der Kaiser nach Possenhofen begeben.

Aus der Pfalz; 6. Juli. Ueber der Bahn von Dürk­heim nach Grünstadt (das letzte noch fehlende Glied der Strecke Weißenbnrg-Landau-Monsheim-Alzey-Bingen) schwebt ein eige­nes Verhängniß: wie oft auch schon der Termin ihrer Eröffnung

anberaumt war, immer wieder mußte er verschoben werden. Auch mit dem 1. Juli war's wieder nichts; denn zwei Tage zuvor machte ein auf weichem Grund bei Erolzheim aufgeführter Damm einen Strich durch die Rechnung, indem er sich die Freiheit nahm, noch einmal, wie er schon öfter gethan, zu rutschen. Ein Glück nur, daß der Rutsch noch eher erfolgte, als die Strecke in Be­trieb gesetzt wurde. Mit Hülfe von 400 Arbeitern hofft man den Schaden bis zum 15. ds. auszubessern.

Wien, 10. Juli. Bereits 46 Baubanken und kleine Banken mit einem eingezahlten Actiencapital von 105 Millionen Gulden haben Liquidation angemeldet, trotzdem ist die Situation eine trostlose und die Fusiouiruug wird allgemein gewünscht.

Wien, 11. Juli. Der Vorstand des deutsch-öster­reichischen Buchdruckervereins, Buchhändler Gerold, veranstaltet am 13 Juli eine Versammlung der in Wien weilenden Buchdruckerei- besitzer Oesterreichs, Dutschlauds und der Schweiz zu einer Be- sprechung über die Einführung eines Minimaltarifs in Deutsch­land, der Schweiz und Oesterreich auf der Grundlage des von den Prinzipalen und Gehülfen angenommenen Minimaltarifs und zu der Anbahnung einer innigen Vereinigung der deutschen, schweizerischen und österreichischen Buchdruckerprinzipale.

Bern, 11. Juli. Der vom Bischof Mermillod an die Bundesversammlung am 9. Juli gerichtete Recurs verlangt Aufhebung der Verbannung und führt aus, daß dieselbe ver­fassungswidrig und ungesetzlich sei. Dieses beweise der von dem Bundesrath in dem Bundesrevisiousentwurf aufgenommene neue Artikel, auf welchen gestützt man erst seine Verbannung hätte anssprechen können. (Reue grants. Pr.)

Paris, 9. Juli. Der Frantis, das offiziöse Journal des Herzogs de'Brvglie, enthält folgende Note:Die Nach­richten ans dem Osten berichten über die progressive Räumung der deutschen Gruppen. Alles geht bis jetzt in vollständiger Ordnung vor sich. Die Bevölkerungen der okkupirten Departe­ments, welche während der beiden letzten Jahre eine so große patriotische Würde au den Tag gelegt, werden, wir zweifeln nicht daran, bis zum Schluß auf der Höhe ihrer Aufgabe bleiben. Man versichert uns, daß die Regierung der Ansicht ist, daß man aus leicht zu begreifenden Gründen der Klugheit jede öffentliche Kundgebung nicht allein beim Abmarsch der Preußen, sondern auch bei der Ankunft der französischen Truppen vermeiden muß. Können übrigens die Lothringer ein vollständiges Fest feiern; befürchten ft: nicht, daß der Widerhall ihrer Freudeubezeugungen den Schmerz und die Bitterkeit ihrer Metzer und Straßburger Brüder vermehrt und diesen wie ein Vergessen. ihrer Leiden und Trauer erscheint?" Die Regierung ist gegen die Feste nach der Räumung, weil sie besürchtet, daß bei dieser Gelegenheit Demon­strationen zu Gunsten des Herrn Thiers gemacht werden. Sie ist in dieser Hinsicht um so besorgter, als der Gemeinderath von Nancy einstimmig beschlossen hat, den Ex-Präsidenten der Repu­blik denwirklichen Befreier Frankreichs", zu deu Festen einzu- laden, die er bei Gelegenheit der Räumung veranstalten will. Die Vorbereitungen für die Räumung der noch von den Deut­schen okkupirten Departements gehen übrigens rasch vor sich. Das Kriegsgeräth der Deutschen auch im Vogesen-Departement wird bereits fortgeschafft. Der Abzug der Truppen beginnt je­doch nicht vor dem 25. und wird am 31. Juli beendet sein. In Epinal beginnt die Räumung mit der Artillerie und dem Laza­rett), woraus die Dragoner und die Infanterie abziehen. Am 28. soll diese Stadt gänzlich frei sein. Die Truppen benutzen nicht die Eisenbahn, sondern marschiren zu Fuß nach Deutschland zurück- Die ersten französischen Truppen, nämlich mobile Gendar­merie, treffen am 15. in den Vogesen ein. Die Stadt Clermont ist seit dem 8. bereits vollständig geräumt. Das deutsche Ba­taillon, welches dort lag, traf heute in Verdun ein. Die Sol­daten werden dort in den Wirthshäusern einquartirt werden. Die bayerische Garnison von Mvntmedy soll am 15. abmar- schiren.

Paris, 10. Juli. Der Finanzminister setzte die Bud­get-Commission in Kenntniß, daß er bei den verschiedenen Mi­nisterien Reduktionen im Gesammtbetrage von 40 Millionen er-