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.M 159.

Samstag den 12. Juli.

1873.

Auszug aus dem Amtsblatt.

Die am 9. d. Mts. ausgegebene Nr. 24 des Amtsblattes enthält: 1) zwei Bekanntmachungen der Hauptverwaltung der Staatsschulden zu Berlin, vom 28. und 24. v. M.: a. die Einlö­sung der Schuldverschreibungen der 5%tigen Preußischen Staats- Anleihe vom Jahre 1859; b. die Einlösung der zur Rückzah­lung am 1. Januar 1873 gekündigten Schuldverschreibungen der 5°/otigen Anleihe des Norddeutschen Bundes von 1870 betr.; 2) eine desgl. des Herrn Reichskanzlers zu Berlin, vom 27. v. M., Abänderung des Postreglements vom 30. November. 1871, Passagiergepäck betr.; 3) eine desgl. des Herrn Ober-Präsiden­ten zu Cassel, vom 30. v. M., nach welcher durch Minist.- Erlaß vom 26. v. M. fortan das Studium auf dem bischöfli­chen Clerical-Seminar zu Fulda das im §. 4 des Gesetzes vom 11. Mai d. J. über die Vorbildung und Anstellung der Geist­lichen vorgeschriebene Studium auf einer deutschen Staats-Uni­versität zu ersetzen, für geeignet nicht zu erachten sei; 4) eine desgl. der Direktion der evaug. Pfarrer-Wittwen und Waisen­kasse dahier, vom 18. v. M., den Abschluß der Hanauer ev. Pfarrer-Wittwen und Waisenkassen-Rechnung vom Jahre 1872 betr.

Personal-Chronik.

Der beim Collegium der Königlichen General-Commission zu Cassel beschäftigte seitherige Gerichts-Assessor Bodenstein ist bei seiner Uebernahme in die Verwaltung zuni Regierungs­Assessor, der seitherige Büreau-Assistent K o ch zum General-Com- missions-Secretair und der bisherige Büreau-Diätar, Civilsuper- numerar Julius Ullmann zum General-Commissions-Büreau- Assistenten ernannt; ferner sind der Militair-Anwärter Stroth­mann und der Civilsupernumerar Gustav Ullmann zu- reau-Diätarien ernannt und der Primaner Schmidt zu Cassel als Civilsupernumerar angenommen. ,

Ernannt sind: Gerichts-Assessor Schneider zum Kreis­richter bei dem, Kreisgericht zu Naugard in Pommern, die Re­ferendare Martin, Althans und Sebold zn GerichtseAsse- soren, Rechtskandidat Winter zu Homburg zum Referendarius.

Versetzt sind: Amtsgerichts-Serretair Beck zu Rotenburg in gleicher Eigenschaft an das Amtsgericht in Hersfeld, Kreis- gerichts-Secretair Frömbling zu Rotenburg als Amtsgerichts- Secretair an das Amtsgericht zu Rotenburg, Amtsgerichts-Se- cretair Spribille zu Rauschenberg als Kreisgerichts-Secretair an das Kreisgericht zu Rotenburg.

Gestorben sind: Referendarius Au gen er zn Casfel, Amts- gerichts-Secretair Kahler zu Obernkirchen, Rechtsanwalt, Justiz­rath Henkel zu Cassel, Kreisgerichtsbote Liese zu Hanau.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Der großen Hitze wegen und um ansteckenden Krankheiten möglichst vorzubeugen, erscheint eine Desinfektion sämmtlicher Aborte und Abtrittsgruben in hiesiger Stadt dringend geboten.

Die Hausbesitzer werden deshalb ersucht, im eigenen unb im allgemeinen Interesse eine solche Desinfektion, und da, wo es nöthig ist, eine.vorhergehende Entleerung dieser Orte in ihren Gebäuden vorzunehmen.

Das geeignete Material ist in jeder Apotheke und Mate­rialienhandlung zu beziehen.

Ebenso werden die Vorstände aller staatlichen und städti­schen Gebäude und Schulen, die Besitzer von Fabrik-Etablisse­ments, die Leiter von Privatschulen, die Stadtbehörde auch hin­sichtlich der städtischen Kanäle, dringend ersucht, in den unter ihrer Aufsicht stehenden Gebäuden re. das Erforderliche veran­lassen zu wollen.

Nur durch eine in geeigneten Zwischenräumen (etwa von 8 zu 8 Tagen) wiederholte Desinfektion kann die erstrebte Siche­rung gegen Nachtheile erzielt werden.

Hanau am 7. Juli 1873.

Gefunden. Auf der Straße zwischen Hanau und Rük- kingen ein grauer leinener Kittel und eine gestrickte Jacke. Der Eigenthümer dieser Gegenstände kann sie beim Herrn Bürger­meister Lehr zu Langenselbold in Empfang nehmen.

Hanau am 10. Juli 1873. ____________________

Tagesschau. .

Der Finanz-Minister und der Minister des Innern haben unter Abänderung der Vorschrift sub II. ihres Erlasses vom 9. Februar 1871 bestimmt, daß diejenigen Regierungs- Supernumerarien, welche noch keine fixirten Diäten zu beziehen haben, bei kommissarischer Verwaltung einer Stelle oder der Ver­tretung eines Beamten außerhalb ihres Wohnorts ohne Rücksicht auf die Dauer des Auftrags Einen Thaler zehn Silbergroschen täglich erhalten sollen. Im Uebrigen behält es bei den Bestim­mungen des bezeichneten Erlasses sein Bewenden.

Der Regens des Klerikal-Seminars in Pelplin Diö­zese Culm Dr. Wilhelm Martens, hat seine Entlassung aus diesem Amt unter Verzichtleistung auf alle und jede Benefizien erbeten und am 1. Juli vom Bischof v. d. Marwitz erhalten. Dr. Martens wird nunmehr in das Privatleben treten. Diese Angelegenheit, an sich eine ganz gewöhnliche und gleichgiltige, gewinnt Bedeutung durch den Beweggrund, aus welchem Herr Martens seine Entlassung erbat. Der Bischof hatte nämlich Martens aufgegeben, den neu aufzunehmenden Zöglingen Eröff­nungen zn machen, welche den Fuldaer Beschlüssen der Bischöfe entsprachen und ein Widerstreben gegen die bekannten Gesetze vom Mar d. J. in Betreff der Staatsprüfungen enthielten. Martens ein strenggläubiger Katholik, der auch der Glaubenslehre der päpstlichen Unfehlbarkeit anhängt fand in diesem Falle eine Auflehnung gegen das Staatsgesetz, dem zu gehorchen die katho­lische Religion gebiete, und glaubte deßhalb sich dem verlangten Mitwirken zum Widerstreben gegen jene Gesetze nicht fügen zu können, um so weniger, als jene Gesetze weder die katholische Glaubenslehre noch die Sittenlehre, berühren oder verletzen, wie er dies bei seinem Entlassungsgesuche auseinandersetzte. Um dem Widerstreite seiner Pflichten des Gehorsams gegen seinen Bischof und gegen das Staatsgesetz zu entgehen, erbat Martens seine Entlassung. Aiigsb. Abztg.

Vereitelte Gründung. In Berliner Börfenkreisen er­zählt man sich von einer verunglückten Spekulation, durch welche Berliner Finanzmänner erhebliche Verluste erlitten haben. Ein Konsortium von vier Börsianern, zu denen auch der Herausgeber einer hiesigen Börsenzeitung gehört, hatte, derTrib." zufolge,