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WMIMAIIMM.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Proviuzial-Correipondenz.

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Mittwoch den 2. Juli.

Jnsrrtious- Prcis:

Die ispaltige Garmondzeile ob. deren Raum

1 Sgr.

Die slpalt. Zeile 2 Sgr.

DicSspaltigeZeile 3 Sgr.

1873.

Tagesschau.

Nach demR. u. St.-A." wird Se. Maj. der Kaiser und König sich Donnerstag den 3. Juli nach Ems begeben. Die Reise erfolgt Abends 9^2 mittelst Extrazuges der Berlin-Pots- dam-Magd eburger Eisenbahn und die Ankunst in Ems am 4. Juli, Vormittags 10 Uhr. Empfang und Begleitung finden auf dieser Reise nicht statt.

DerR. u. St. A." enthält Gesetz, betreffend die Ver­längerung der Wirksamkeit des Gesetzes über die Ausgabe von Banknoten, vom 27. März 1870 (Bundesgesetzblatt S. 51.) Vom 30 Juni 1873.

Dem Viktor Pieron zu Paris ist unter dem 25. Juni 1873 ein Patent auf einen filtrirenden Cylinder, soweit derselbe nach der vorgelegten Zeichnung und Beschreibung für neu und eigenthümlich erachtet worden ist und ohne Jemanden in der Anwendung bekannter Theile zu beschränken, uns drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

DieTrib." schreibt: Die Absicht einer gesetzlichen Re­gelung der Arbeiterverhältnisse wird, wie ès scheint, von den Reichsorganen in umfassenderer Weise vorgenommen werden, als es durch die unerledigt gebliebene Vorlage der letzten Session geschehen sollte. Es scheint, daß die Anregung dazu von Preußen ausgehen wird. Hierauf deuten wenigstens sehr umfassende Er­hebungen hin, welche der Preuß. Handelsminister in Bezug auf Fabrikaufsicht, Unfalls-Statistik, Kassen- und Pensionswesen an­geordnet hat.

Ueber das Münzgesetz wird noch in dieser Woche end- giltig abgestimmt werden. Die Zustimmung zu den Beschlüssen des Reichstages ist ganz zweifellos, die Abstimmung wurde eben nur dadurch verzögert, daß man erst das Eintreffen sämmtlicher Informationen der Commission abwarten wollte. Uebrigens ha­ben sehr umfassende Berathungen stattgefunden, um bei Aus­prägung der Silber- bezw. der Nickelmünzen die vielbeklagten Fehler bei Ausprägung der Goldmünzen vermeiden zu können.

DieNeue freie Presse" schreibt: Sonst sorgen nur noch die Ultramontanen dafür, daß die Saison Inorte in Berlin nicht alle und jede Bewegung lahmlegt. Wenn der Papst auf die ihm mit der lateinischen Uebersetzung der letzten Collectiv- Eingabe de., preußischen Episeopats an das Staatsministerium zugegangeue Ergebenheits-Adresse geantwortet hat, daß er in die preußischen Bischöfe das volle Vertrauen setze, sie würden die Rechte der katholischen Kirche bis auf das Aeußerste wahren, so läßt es ihrerseits die Regierung an Energie gleichfalls nicht feh­len. Die Eröffnung einer Criminal-Untersuchung wider den Erzbischof Melchers von Köln und seinen Weihbischof Dr. Bau­dri wegen der Excommunication zweier Priester, sowie die end­lich erfolgte Einsetzung des kirchlichen Gerichtshofes werden die Bischöfe nicht im Unklaren darüber lassen, was sie von der Re­gierung im Falle sortgesetzter Renitenz zu gewärtigen haben.

K.öln. Die Konsekration des altkatholischen Bischofs Reinkens wird in spätestens 14 Tagen in Holland durch den Bischof von Deventer, wahrscheinlich in Amsterdam, vollzogen werden.

Aus der Pfalz, 26. Juni. Durch eine von dem Telegraphenmechaniker Bürker in Ludwigshafen gemachte Erfin­

dung ist die Verwickelung der Telegraphendrähte bei heftigem Sturme unmöglich und werden dadurch zahllose Unterbrechungen gänzlich vermieden. Ueber die Einrichtung dieser wichtigen und vortheilhaften Erfindung ist Herr Bürker gerne bereit, den In­teressenten Aufschluß zu ertheilen. (Mannh. TaM.)

München, 30. Juni. Der Generaldirektorder bayeri­schen Verkehrsanstalten, Hr. A. Hocheder, ist gestern von der nach Norddeutschlaud behufs Einsichtnahme der Verwaltungsein­richtungen im Eisenbahn- und Postdienste unternommenen Reise hierher zurückgekehrt.

Aus den bayer. Staatseisenbahnen tritt vom 1. Juli d. J. ein neues Regulativ für die gegenseitige Wagenbenutzung im Bereiche des Vereins deutscher Eiseubahnverwaltungen in Kraft, während die Bestimmungen des bisherigen Wagenregula­tivs mit genanntem Tage die Giltigkeit verlieren. Das neue, 28 Paragraphen enthaltende Regulativ bleibt für sämmtliche be- theiligte Verwaltungen so lange giltig, als nicht die eine oder andere Verwaltung davon zurücktritt und kann der Austritt nur auf vorhergegangene dreimonatliche Kündigung erfolgen.

Wien, 30. Juni. Die Journale melden den gestern hier stattgehabten Sturm mit wolkenbruchartigem Regen. Ihre Angaben über den Schaden auf dem Weltausstellungsplatze stim­men nicht übereiu. Thatsache ist, daß die Gartenanlagen im Weltausstellungspalast wegen der tiefen Terrainlage im Wasser standen. Die Weltausstellungsgebäude mit allen Anbauten nah­men keinerlei erheblichen Schaden, dagegen litten die Hofeinbau­ten, namentlich der Lyoner Seidenhof. Ueber den Schaden der deutschen Abtheilungen verlautet nichts. <Neue Franks. Pr.)

Weiter meldet dasselbe Blatt:

Dresden, 30. Juni. Ein Telegramm desDresdner Journals" meldet aus Wien: Die deutsche Abtheilung der Welt­ausstellung hat durch den gestern hier niedergegangenen Wolken­bruch fast gar nicht gelitten. Frankreich ist etwas beschädigt.

Bern, 30. Juni. Der von Vertretern der Staaten Europa's und Nordamerika's zur Berathung eines gemeinsamen Postvertrages zu beschickende Kongreß wird spätestens am 1. September d. J. hier zusammentreten.

Brüssel, 29. Juni, Ein Ministerial-Erlaß hebt vom 1. Juli d. J. ab das Verbot auf, welches die Eiufuhr von Rind- und Schafvieh aus Deutschland und dem Norden Rußlands zur See untersagte.

Paris, 27. Juni. Ueber die Demonstrationen, welche bei der Anwesenheit der Elsaß-Lothringer Pilger im Paray-le- Monial stattfanden, erfährt ein Korrespondent derKöln. Ztg." folgendes Nähere: Die Banner, welche dieselben mitgebracht, waren die der Städte Neubreisach, Metz und Straßburg. ^Das Straßburger Banner trug der Jesuitenpater Jenner, der Jesuit Stumpf das Metzer. Diese drei Banner wurden von den Pil­gern mit besonderer Begeisterung begrüßt. Der General Sonms, der mit dem päpstlichen Zuaven-General" Charette anwelend war, küßte dieselben und sagte zu dem aus Straßburg ausge­wiesenes General-Vikar Rapp:Eines Lages wird Ihnender Elsaß zurückgegebeu werden," und Charette fügte hinzu.Man hat Sie aus dem Elsaß verjagt; wir^werden sie dorthin zuruck­führen!" Abends hielt der Jesuit Stumpf eine Ansprache an die Elsaß-Lothringer und sprach sich folgender Maßen aus: