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Nieder-Gorbitz 14, Neunimptsch 7, Wölfnitz 4 und Naußlitzer Gebiet 2 kommen. Leider sind 11 Todesfälle zu beklagen, während die übrigen Kranken sich theils in der Genesung, theils noch in Behandlung des Herrn Dr. Küstner in Nieder-Gorbitz befinden. — Von jetzt an wird von 8 zu 8 Tagen über den Stand der Epidemie amtliche Bekanntmachung erfolgen.
— Mülhausen, 26. Juni. Zu der Partei der Versöhnlichen im Elsaß stellt auch die dienende weibliche Classe ihr Con- tingent. In der ersten Zeit hatten die deutschen Soldaten hier Unglück, wenn sie auf die Tanzböden kamen, kein Mädchen wollte mit ihnen tanzen, alle Künste der Ueberredung wollten nicht verfangen. Später machten es die Soldaten anders, sie redeten mit den Mädchen außerhalb des Tanzbodens, und zwar schon in der Woche vorher, und fragten sie um einen Tanz am Sonntag an. Gewöhnlich sagte die Louise, sie gehe nicht allein; wenn die Rosette und die Babette nicht dabei seien und auch nicht Soldaten hätten, so gehe sie lieber gar nicht; man solle ihr nicht nachsagen, sie sei auf der „Wanne" die Erste und die Einzige gewesen, welche mit einem Preußen getanzt habe, jamais! Da wußten die Soldaten, was sie zu thun hatten: sie versicherten sich auch der Rosette und der Babette, und das Eis war gebrochen; bald schloß sich auch die Fanny und die Josephine an, und auf der Wanne tanzen heute alle Soldaten mit Mädchen, es kommt gar nicht mehr vor, daß zwei Soldaten mit einander tanzen müssen, weil es ihnen an Tänzerinnen mangelt. So hat sich das Blatt gewendet!
— Königsberg i. Pr., 26. Juni. Die strikenden Maurer beschlossen die Arbeit wieder zu den früheren Lohnsätzen aufzunehmen und ist der Strike damit als beendet anzusehen.
— Posen, 26. Juni. Die hiesigen Zeitungen melden, daß, nachdem sich der Erzbischof Ledochowski geweigert hat, dem Schulcollegium den Lehrplan für das hiesige Geistlichen-Seminar vorzulegen, gestern von den Civilbehörden eine Revision in dem genannten Seminar abgehalten wurde. Fr. Pr.
— Paris, 24. Juni. Die französische Regierung ist benachrichtigt worden, daß die allgemeine Räumung am 10. Juli beginnt. General v. Manteuffel geht am 10. nach Verdun. — Nach dem „Journ. de Marne" haben die Deutschen am Donnerstag zwischen 4 und 5 Uhr Abends einen Theil der Redoute Bertaucourd in die Luft gesprengt, nachdem die Arbeiter von Theux und Möziöres vorher aufgefordert waren, sich in der nöthigen Entfernung zu halten.
— Paris, 25. Juni. Die „Agence Havas" telegraphirt: Die Gerüchte, daß die gegenwärtige Regierung in ihrer auswärtigen Politik Tendenzen verfolge, welche verschieden seien von denen, die die frühere Regierung namentlich in Betreff Italiens verfolgt habe, sind durchaus unbegründet. Ein Beweis hierfür liegt darin, daß der bisherige Gesandte in Rom, Fournier, dessen Instruktionen dieselben sind, wie sie ihm bereits vorher ertheilt waren, auf seinem Posten belassen ist, und daß niemals die Rede davon war, ihn von dort abzuberufen.
— Eine neue Verordnung des Präfecten von Lyon befiehlt, daß die, welche auf die bürgerliche Weise begraben werden, auf bürgerliche Weise begraben werden, auf besonderem Kirchhofe beerdigt werden müssen.
—- Mont-Cenis-Tunnel. Wie dem Conte Cavour aus Bardonecchia geschrieben wird, hat der große Tunnel zwischen Bardonecchia und Modane zufolge einiger Anzeichen leichter Schädigung, die in letzterer Zeit zu Tage traten, jüngst auf einer Strecke von etlichen hundert Metern gestützt werden müssen. Wir wollen hoffen, daß man zur richtigen Zeit die geeigneten Maßregeln treffen wird, damit die Sache nicht ernstliche Consequenzen nach sich ziehe. (Neue freie Presse.)
— Die Carlisten sollen den Oberbefehlshaber der spanischen Nordarmee, General Nouvilas, gefangen genommen haben. Wenn sie nur ein Fünkchen Dankbarkeit besitzen, werden sie ihren Gefangenen aufs beste pflegen und hoch in Ehren halten. Noch
Gedruckt und verlegt in der Bucydru um ei des vereinigten cwngei. rüaneuuames, unter -veräntwormchleil des Faktors G ’M Weinvroo.
MM- Die verehrlichen Abonnenten werden gebeten Klagen über zu späte oder unregelmäßige Ablieferun gen des „Hanauer Anzeigers" bei der Expedition (Waisenhaus-Comptoir) anzubringen.
Hierzu die Nr. 26 der Provinzial-Correspondenz als Beilage.
klüger wäre es vielleicht, ihn wieder an die Spitze seiner Armee zurückzuliefern; denn die von Nouvilas beliebte Kriegsführung war nur Spielerei und that den Carlisten nicht den geringsten Schaden, sondern gestattete ihnen, den Aufstand über den ganzen
Norden Spaniens auszudehnen.
Hess. Mgztg.
— S t. Petersburg, 24. Juni. Im Jahre 1874 soll nach der „R. W." eine Rekruteuaushebung in beiden Hälften des Reichs und im Königreich Polen nach denselben Regeln, wie die von 1873, statthaben. Es sollen 6 Mann von tausend Einwohnern ausgehoben werden, mit Ausnahme der Karelen im Kreise Kem, Gouvernement Archangelsk und im Kreise Ponewez,
Gouvernement Olonez. Von diesen sollen nur 4 Tausend zum Militärdienst gezogen werden.
— New - Dork, 25. Juni. Der Stand der spricht eine das vorjährige Erträgniß bedeutend Ernte.
Mann vom
Saaten ver- übersteigende
Lokales.
Hanau, 28. Juni.
— Am 26. Juni, Morgens 43/a Uhr, verschied zu Cassel ein Mann, der wegen seinem allzeitig thätigen und pflichttreuen. Handeln in den weitesten Kreisen bekannt und beliebt war, so daß sein Abscheiden mannigfache Theilnahme erregen wird,. Justizrath Henkel, im 72. Lebensjahre. Vor einigen Wochen war demselben erst die seltene Freude zu Theil geworden, sein 50jähriges Amtsjubiläum zu feiern, bei welcher Gelegenheit ihm, außer einer Ordensauszeichnung von Sr. Majestät dem Kaiser und König, Beglückwünschungstelegramme von allen Seiten und hauptsächlich von seineu früheren Kollegen, welche jetzt bei dem obersten Gerichtshöfe in Berlin fungiren, zusandt wurden; in Casfel war Henkel so beliebt, daß ihm von Seiten der Stadt das Ehrenbürgerrecht ertheilt wurde. Sollte es uns möglich sein, genaue Notizen über sein langjähriges Wirken zu erhalten, so sollen dieselben veröffentlicht werden. —d.
— Nach einem Artikel in der „Fr. Pr." ist das schon so lange in Aussicht stehende Unternehmen, die Kettenschleppschifffahrt auf dem Main einzurichten, seiner Verwirklichung etwas näher gerückt. Dieselbe schreibt:
L. Würzburg, 26. Juni. Ein bereits mehrfach erwähntes und projectirtes Unternehmen zur Förderung der Schifffahrt auf dem Main, nämlich die Kettenschleppschifffahrt, tritt neuerdings in den Vordergrund, indem nämlich nunmehr festgestellt ist, daß die Bewilligung zur Legung eines Kabels und zum Betriebe der Drahtseil-Schleppschifffahrt auf der bayerischen Mainstrecke von der kg. Staatsregierung ertheilt werden wird, wenn die definitive Constituirung der projectirten Actiengesell- schaft bis zum 1. Januar künftigen Jahres nachgewiesen werden kann. Da jedoch hienach die Ausführung des fraglichen Unternehmens noch nicht einmal für die Strecke von Mainz bis Würzburg gesichert erscheint, so ist es nicht thunlich, jetzt schon auf eine weitere Ausdehnung des Projectes bis Bamberg mit Aussicht auf Erfolg hinzuwirken, zumal die Flußverhältnisse oberhalb Würzburg mehrfache Schwierigkeiten bieten.
— Die Landleute haben mit der Heuernte vollauf zu thun und deshalb war der heutige Markt schlecht besucht und in Folge dessen die Preise sehr theuer. Butter stieg von 40 auf 48 kr., Eier per Stück 2 kr., Kirschen 5—8 kr., junge Hahnen 1 fl., Hecht 45 kr. und ■ Aal 1 fl. per Vs Kilo., Krebse 25 Stück 30—36 kr. — Vom heutigen Markt ist noch zu bemerken, daß zwei Frauen einen großen Butterweck theilten ; beim Durchschneiden an der Waage ergab sich, daß er im Innern nur Matte zeigte; leider war die Verkäuferin, welche ihr Geld bereits hatte, unsichrbar geworden; derselben wäre die wohlverdiente Strafe
zu wünschen gewesen.
—d.
— Wasserstand des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 0,89 Meter;
Mainwasserwärme 16 Grad.___________