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günstig ausgefallen und die Stadt Frankfurt zur Uebernahme verurtheilt worden.

— Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt über einen Schmäh­artikel der in Brüssel erscheinenden klerikalen „Emanzipation": „In Deutschland wird die Neutralität Belgiens in einem Grade respektirt, wie nicht in dessen sämmtlichen Nachbarländern. Je bewährter diese Gesinnung bei uns ist, desto verletzender ist die fortgesetzte Gehässigkeit der jetzigen offiziösen belgischen Presse. Wenn sie nicht einlenkt, so muß die Verstimmung in Deutsch­land gegen Belgien zunehmen, und die öffentliche Meinung wird nicht umhin können, den Nachbarstaat bei all seiner Neutralität nicht zu unsern Freunden zu zählen, sondern zu den Feinden. Welcher Mangel an politischer Einsicht und welche Verläugnung eines edleren Gefühls bethätigt sich aber in der Verhöhnung und Beleidigung derjenigen Macht, welche die Unabhängigkeit Bel­giens gegenüber den französischen Eroberungsplänen gewahrt hat, die, nachdem in den Rouher'schen Papieren die detaillirten Pro­jekte der Einverleibung von der Hand des Kaisers und des da­mals leitenden Staatsmannes aufgefunden worden, Niemand mehr bezweifeln kann. Daß dem unablässig aufreizenden und feindseligen Treiben eines Blattes, das aus officiellen Kreisen seine Direktion empfängt, das jetzige belgische Ministerium nicht Einhalt zu thun weiß, ist jedenfalls eine bedauerliche Erschei­nung."

— Metz, 25. Juni. General- und Kreisrathswahlen sind überall unter lebhafter Betheiligung zu Stande gekommen, nur 4 Nachwahlen sind erforderlich. Die Wahlen tragen einen durch­aus sachlichen und jeder politischen Demonstration baaren Cha­rakter. (Fr. Pr)

— Metz. Die Arbeiten auf unseren Forts schreiten stetig vorwärts; eine zweite Kaserne auf Fort de Oueuleu ist voll­ständig fertig und wird bis zum 3. August von den bis dahin einrückenden bayerischen Reserven belegt werden. An der dritten daselbst zu erbauden Kaserne wird so eifrig gearbeitet, daß bis Herbst die Maurerarbeiten vollendet sein dürften. Die auf die­sem Fort vorgekommenen Erdrutschungen sind größtentheils wie­der gehoben und dürfte es, wird in dieser Weise fort gearbeitet, binnen Jahresfrist seiner Vollendung entgegen sehen. Fort Saint- Privat und Westfort Saint-Quentin (Lessy), an welchen mit noch mehr Kraft gebaut wird, dürften noch längere Zeit zu ihre Vollendung brauchen. Alle Forts um Metz schließen neun Kasernen in sich, die in Friedenszeiten nur schwach besetzt sind, dagegen in Kriegszeiten eine schöne Truppenanzahl aufnehmen können.

— Danzig, 24. Juni. An der Cholera sind bis heute Mittag 43 polnische Flößer erkrankt, von denen 31 verstorben. Die in Neufähr Verstorbenen werden von jetzt ab auf einem ba- selbst besonders eingerichteten Cholera-Kirchhof beerdigt werden.

— Zur Situation schreibt die „N. fr. Pr." unterm 23. Juni: Soweit die Lage des österreichischen Geldmarktes sich in der Börsenstimmung und in der Tendenz jener Effectencourse, welche gewissermaßen eine internationale Bedeutung haben, wider­spiegelt, ließ der heutige Tag kaum etwas zu wünschen übrig. Nationalbank-Aktien und die im Auslande gehandelten Aktien der Transportanstalten haben sich erhöht, während auf dem De­visenmärkte starkes Abgeben vorherrschte. Das sind unstreitig Symptome dafür, daß das Ausland, unter dessen Creditbeschrän­kung der heimische Markt so sehr litt, entweder die Consolidiruug des österreichischen Effektenmarktes als bevorstehend betrachtet oder daß es findet, es sei in der Unterschätzung der ökonomischen Lage zu weit gegangen, daher Rückkäufe räthlich seien. So wich­tig nun auch immer öiese günstige Disposition des Auslandes sein mag, so enthält sie selbstverständlich nicht den Angelpunkt der Lage. Diese ist vielmehr nach wie vor in bett Veranstal­tungen zu suchen, welche den Handels- und Judustrieplätzen der Prvvinz die Erfüllung ihrer Ultimo-Verbindlichkeiten ermöglichen sollen. In dieser Richtung ist nun, wie wir hören, in den letz­ten Tagen viel geschehen. Man hat allerorten die Nothwendig­keit, der Provinz in dieser Zeit der allgemeinen Creditkrise zu Hilfe zu kommen, anerkannt, und man hat es von Seite der Re- gieruug auch an Anregungen, wie von Seite drs Aushil's-Cv-

Gedruckt und verlegt in Der Buchdruuern des vereinigten eD^.gei. Ä

mitös -.selbst auch nicht an dem Anerbieten der erforderlichen Geld­mittel fehlen lassen, zu dem Zwecke, daß sich in der Provinz möglichst rasch Hilfs-Comitös bilden, welche durch die Schaffung des erforderlichen Garantiefonds den Kern zur Herbeiziehung der erforderlichen Geldmittel und zur Deckung des von der Bank zur Verfügung zu stellenden Credites bilden sollen. Wir erwäh­nen an anderer Stelle, daß in Graz und Prag die zur Bildung, dieses Garantiefonds nöthigen Schritte bereits geschehen sind, und können den anderen Handels- und Jndustrieplätzen, an denen man über die erste Anregung nicht hinausgekommen ist, nicht genug dringend rathen, die zur Activirung solcher Hilfsfonds nöthigen Schritte möglichst rasch in Angriff zu nehmen. Jeder Anstoß zur Behebung einer Krise bleibt eben zu allen Zeiten wirkungslos, wenn er nicht durch die Selbsthilfe ergänzt wird. Speciell in der gegenwärtigen Lage, wo es sich weniger um die Behebung eines Nothstandes, als um die Escomptirung von Wechseln handelt, deren Zeichner und Einreicher man eben nur an den betreffenden Plätzen selbst kennt, ist eine Centralisation des ganzen Aushilfswerkes geradezu unmöglich. Was sonst an Nachrichten in Bezug auf die Lage vorliegt, lautet übrigens nicht beunruhigend. Es ist wohl unsere Meldung von der halb un­freiwilligen Liquidirung der Pilsener Credit- und Handelsbank bestätigt worden, doch ist der Stand der Bank kein besonders gefährdeter. Wir hören ferner, daß gegen die Wiener Wechsler­bank dieser Tage ein Wechsel protestirt worden sei, wodurch die Eventualität, daß das Gläubiger-Comitè selbst die Concurseröff- nung ansuchen wird, in den Bereich der Wahrscheinlichkeit tritt. Weiteren Einfluß auf den Geldmarkt würde diese Concurseröff- nun selbstverständlich nicht üben.

— Paris. Der „Univers" schreibt: Wir haben vor zwei Tagen nach der „Armonia" gemeldet, daß der Minister des Aeußeren im Namen der Interessenten und Rechte Frankreichs gegen die Anwendung des neuen Klostergesetzes Seitens der ita­lienischen Regierung Protest erhoben hat. Wir gaben diese Nachricht unter allem Vorbehalt; heute glauben wir sagen zu können, daß sie richtig ist. Die Note des Herzogs von Broglie soll, obgleich sehr reservirt, doch hinlänglich deutlich und fest sein.

— Paris, 22. Juni. Man versichert, daß das Kriegsge­richt, welches den Marschall Bazaine aburtheilen soll, gebildet ist und daß die Ernennungen nächstens im „Journal officiel" erscheinen werden; der Prozeß soll im September beginnen.

— Spanien. Telegraphische Nachrichten aus Bayonne vom 24. Juni melden: Der General Nouvilas soll, wie gerücht­weise verlautet, in einem Gefechte mit den Carlistenbanden unter Ollo, Lizarraga und Rodica in der Nähe von Pampeluna zum Gefangenen gemacht worden sein, eine Nachricht, die in den car- listisch gesonnenen Ortschaften läng - der Grenze mit den größten Freudenbezeugungen ausgenommen ist. — Auf den in Bayonne ankommenden Dampfern treffen täglich Flüchtlinge aus Spa­nien ein.

— Asien. Nach aus Peking über London unter dem 24. Juni eingegangenen Nachrichten bestätigt es sich, daß der Kaiser von China von jetzt an Vertreter auswärtiger Mächte empfangen will.

Lokales.

Hanau, 26. Juni.

— Der Ausschuß für das diesjährige Feldbergfest gibt be­kannt, daß dasselbe Sonntag den 6. Juli stattfindet und bittet die Theilnehmer keine Schußwaffen mit zum Feste zu bringen, weil die Regierung die weitere Abhaltung des Feldbergfestes von der Befolgung dieses Verbots abhängig gemacht hat. Prämiirt werhen hauptsächlich Hoch- und Weitsprung und gilt bei ersterem das Seil berühren und bei letzterem. Zurückfallen als ein Fehl- sprung., Die Freiübungen beginnen um 10s/t unb das Preis­turnen um 11V» Uhr, Anmeldungen znr Betheiligung an letzte­rem haben bei dem Obmann des Preisgerichts Mahr vom Turnverein zu Wiesbaden zu geschehen. —d.

— Wasserstand des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 1,5 Meter; Mainwasscrwärme 16 Grad.

ayènya^es, unter ÄeramwormaMN des Aattocs G. Py. Weigdrod.