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dinger in Augsburg. Nachdem er geschlossen, beantragt Herr Ziegler (München) im Namen der baierischen Bierbrauer, es sei dem Regierungsrach May in Baiern, der sich um die Einfüh­rung'der automatischen Meßapparate zur Malz-Kontrolle bedeu­tende Verdienste erworben habe, die Anerkennung des Kongres­ses in telegraphischem Wege auszudrücken. Dieser Antrag wird zum Beschlusse erhoben. Der nächste Redner, Herr Thoma, be­handelt in ausführlicher Weise das Thema der Malzbereitung und bespricht die Vortheile einer von ihm erfundenen Malzdarr- Maschine. Herr Friedländer spricht über die Trebertrocknungs- Frage. Alsdann forderte Herr L. Prohaska (Slavonien) die Brauer auf, durch Mittheilung von praktischen Erfahrungen die Lücken der organischen Chemie ausfüllen zu helfen. Ueber An­trag des Komitemitgliedes Rud. John werden die Komitemit- glieder aus Oesterreich aufgefordert, bezüglich einer zweckmäßi­gen Einführung des Litermaaßes die geeigneten Schritte zu er­greifen, worauf Herr I. Götz über die Aufnahme der in Ange­legenheit der Bierausstellung gewählten Kommission bei dem Generaldirektor der Ausstellung berichtet und die Mittheilung macht, daß Herrr Moriz Faber die Eiskeller der Liesinger Brauerei den Ausstellern zur Verfügung gestellt habe. Die Aus­steller werden somit aufgefordert, ihre für die Jury bestimmten Biere Big zum 10. Juli in den bezeichneten Kellern einzulagern. Schließlich sprach noch Herr Ganser (Philadelphia) über das allgemeine Bierbesteuerungsverfahren, womit die Tagesordnung erschöpft war. Nachdem noch dem Komite, dem Präsidium, den Wiener Brauern, sowie den um die Brauerei hochverdienten Herren Ant. Dreher und Gabr. Sedelmayr die ehrende Aner­kennung der Versammlung durch Erheben von den Sitzen und dreimalige Hochrufe votirt worden, wurde die Sitzung und somit der internationale Brauertag geschlossen.

Die PariserUnion" vom 22. ds. bringt folgende No­tiz:In diplomatischen Kreisen bespricht man , eifrig die un­günstige Wendung, welche in dem Gesundheitszustand des Kaiser Wilhelm eingetreten ist. Man behauptet, der Character seiner Krankheit erlaube ihm nicht, noch länger Antheil an den Regie­rungsgeschäften zu nehmen; man will ferner wissen, daß man beabsichtige dem Kaiserlichen Kronprinzen einen Titel zu verleihen, welcher ihn in den Stand setzen würde, die höchste Regierungs­gewalt auszuüben." Es ist wohl kaum nöthig zu erwähnen, daß diese Nachricht vollkommen aus der Lust gegriffen ist. Der Gesundheitszustand des Kaisers ist bekanntlich wieder ein voll­kommen guter und was den Kronprinzen anbetrifft, so deutet der Umstand, daß derselbe bereits seit längerer Zeit auf Reisen, zum Besuch von Verwandten rc. unterwegs ist, auf Nichts we­niger, als auf eine demnächstige Uebernahme derhöchsten Re­gierungsgewalt" seinerseits hin. . ^. Pr. ,

Der Einfluß der Clericalen in Frankreich macht sich täglich fühlbarer, so sühlbar, daß die Aufgeklärten bereits ganz erschreckt nach Hülse rufen. In Versailles starb der radicale Deputirte Brousse. Nun ist es Sitte und Gesetz, daß die Leiche jedes Deputirten von einer Deputation der Nationalversammlung und einer Militär-Ehren-Escorte nach dem Friedhofe begleitet wird. Brousse hat ein Civilbegräbniß verlangt, d. h. ein Be- gräbniß ohne Begleitung von Geistlichen. Aus diesem Grunde begaben sich die bewußte Deputation und die Militär-Escorte nur bis in das Trauerhaus, aber nicht mit auf den Friedhof! Ferner hat der Präfect von Lyon eine Bestimmung erlassen, wonach Civilbegräbnisse künftig nur im Sommer um 6, im Win­ter um 7 Uhr Morgens stattfinden sollen! Diese Beschränkung der gesetzlich vollkommen erlaubten Civilbegräbnisse ist durchaus willkürlich. Die Linke wird deshalb auch sicher interpelliren.

Von noch größerer Tragweite aber wäre es, wenn sich die Nachricht bestätigte, die in ultramontanen Blättern ganz bestimmt auftaucht: daß nämlich Broglie der italienischen Regierung einen Protest" gegen das neue Klostergesetz gesendet habe, weil esdie Interessen in Rom ansässiger Franzosen", d. h. der Mönche in den Ordensge eralaten, verletze. Wir bezweifeln dre Nachricht. Ist sie wahr, so beginnen damit Reibungen zwischen Frankreich und Italien, die zuletzt zum Kriege fuhren müssen, ,uud wir wur­den uns gar nicht wundern, wenn sich, für s Erste wenigstens,

Geücuckc uni) Devlegt in Der Buchdruckerei des vereinigten eDongel. Ä

ultramontane Freischaaren bildeten und den Krieg auf eigene Hand mit der italienischen Regierung begönnen, wie es jetzt die von Broglie begünstigten Carlisten in Spanien thun. (Trib.)

Paris, 23. Juni. General Bourbaki, Kommandant des VI. Armee-Corps, der 8. und 22. Militär-Division und des Belagerungszustandes im Rhone-Departement, hat auf An- Antrag des Präfekten des Rhone-Departements verboten, im Rhone-Departement ein neues politisches oder volkswirthschaft- liches Journal oder periodische Druckschrift zu veröffentlichen, ohne vorher die Erlaubniß des Kommandanten des Belagerungs­zustandes erlangt zu haben. _______

Hanau, 25. Juni.

Folgende Stempelabgaben sind seit dem 26. März 1873 aufgehoben, werden aber aus Unkenntniß vielfach nicht beachtet. Zur Vermeidung unnöthiger Ausgaben theilen wir dieselben, nach dem Amtsblatt der Kgl. Regierung zu Kassel Nr. 22, im Interesse des Publikums, mit:

1) Gesuchen (Beschwerdeschriften, Bittschriften, Einga­ben, Vorstellungen); 2) Bescheiden auf Gesuche, Anfragen und Anträge in Privat-Angelegenheiten, sie mögen in Form eines Antwortschreibens, einer Verfügung, Dekrets-Abschrift oder eines an die zurückgehende Bittschrift selbst gesetzten Dekrets erlassen werden; 3) Protokollen, mit Ausnahme der Auctions-, Notariats-, Rekognitions- und derjenigen Protokolle, welche die Stelle einer nach anderweiter Be­stimmung der Stempeltarife steuerpflichtigen Verhandlung vertreten; 4) Requisitionen; 5) Dechargen; 6) Beglau­bigungen nach §. 33 der Grundbuch-Ordnung vom 5. Mai 1872; 7) Quittungen, sowie den in §. 8 Nr. 2 des Ge­setzes vom 5. Mai 1872, Stempel-Abgabm betreffend, ge­dachten Löschungs-Anträgen; 8) Abschieden (Dienst-Ent­lassungen); 9) Urlaubs-Ertheilungen; 10) Kundschaften, welche von Zünften und Gewerbs-Corporationen den Ge­sellen und Gehülfen ertheilt werden; 11) Lehrbriefen; 12) Geburts-, Tauf-, Aufgebots-, Ehe-, Trau-, Todten- und Beerdigungs-Scheinen.

Die Ferien bei dem Königlichen Appellationsgericht D Kassel und den Kreis- und Amtsgerichten im Bezirke desselben finden vom 15. Juli d. J. bis zum 1. September d. J. statt. Die Geschäfte der streitigen Gerichtsbarkeit sind während dieser Zeit auf schleunige Sachen beschränkt und müssen daher die an­zubringenden Gesuche als schleunige bezeichnet und begründet werden. Mi- Mgztg.

Wiener Weltausstellung. Mit großem Vergnügen lesen wir in Nr. 173 desFranks. Journals", zweite Beilage, daß Herr Jean Körner in Hanau zu den bedeutendsten deut­schen Ausstellern der 8. Gruppe (Holzindustrie) gehört, welchen mit Recht Ehrenplätze angewiesen worden sind. Wenn man be­denkt, in welcher Menge gerade diese Gruppe auf der Ausstel­lung vertreten ist, fo läßt sich der Schluß daraus ziehen, daß im Geschäfte des Genannten Tüchtiges geleistet werden muß. Mitglieder der Jury zu Gruppe 8 für das Deutsche Reich sind: die Herren Dr. J. Brinkmann in Hamburg, Albert Paff in Ber­lin, Anton Pössenbacher in München. Ersatzmänner: die Herren Fürstler in Ulm, Baumeister Pfitzner in Neustrelitz.d.

Für Manchen dürfte von Interesse sein, daß die Bibliothek des verstorbenen Dr. phil. Philipp Leonard Marius Lottich am 1. Jnli in Herolz bei Schlüchtern durch das Amtsgericht der letztern Stadt zum Verkauf gebracht wird. Dieselbe enthält große Seltenheiten der italienischen Literatur, welche Dr. Lottich während eines 18jährigen -Aufenthalts in Jtaäen gesammelt hat. Die italienische Abtheilung der Bibliothek enthält 2534 Num­mern, von denen einzelne Convolute eine ganze Anzahl kleinerer Drucke des 16. bis 18. Jahrhunderts umfassen; die lateinische und griechische Abtheilung birgt 789 Werke, darunter 130 Al- dinen, 79 Giuntinen u. s. w.

Auf mehrfachen Wunsch hat Herr Franck auf dem Forsthause für kommenden Sonntag wieder die Capelle des Rhein. Dragoner-Regiments Nr. 5 zu einem Concerte engagirt.

Mainwasserhöhe heute Morgen 7 Uhr 1,17 Meter, seit gestern 0,l8 Meter gefallen; Wasserwärme 17 Grad. ayenhaun's, unter Beraulworuichkeit des gakwcs Ä. Py. ilSeijjbrob.