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publizirt worden. In demselben wird der Beklagte gemäß §§ 54 und 55 des Reichsgesetzes vom 11. Juni 1870, betreffend das Urheberrecht an Schriftwerken, Abbildungen, musikalischen Kompositionen und dramatischen Werken, unbedingt verurtheilt, 1) Hrn. Dr. Roderich Benedix hier, 2) der Frau Wilhelmine v. Hillern, geb. Birch zu Freiburg im Br. als der Rechtsnachfolgerin der Charlotte Birch-Pfeiffer, 3) Hrn. Karl v. Holtei in Breslau, 4) Hrn. Dr. Wolfgang Müller von Königswinter in Köln, 5) den Lortzing'schen Erben in Berlin, Leipzig, Wien und Sanct-Gallen und 6) Hrn. Karl Voltz in Wiesbaden als dem Rechtsnachfolger Richard Wagner's und zwar zu Punkt 1 wegen unbefugter Aufführung der dramatischen Werke: „Der Phlegmatikus" (3mal), „Die relegirten Studenten" (2mal), „Aschenbrödel" (3mal), „Die Hochzeitsreise" (Imal), „Das be- moste Haupt" (4mal), „Das Lügen" (5mal), „Der alte Magister (Imal), „Die zärtlichen Verwandten" (2mal), „Ein Lustspiel" (3mal), „Die Dienstboten" (Imal), „Der Störenfried" (2mal); zu Punkt 2 wegen unbefugter Aufführung der dramatischen Werke: „Die Waise von Lowood (5mal), „Die Grille" (2mal), „Dorf und Stadt" (5mal), „Die Marquise von Vilette" (3mal), „Rosa und Röschen" (2mal); zu Punkt 3 wegen unbefugter Aufführung des Lustspiels: „Dreiunddreißig Minuten in Grüneberg" (Imal); zu Punkt 4 wegen unbefugter Aufführung des Lustspiels „Sie hat ihr Herz entdeckt" (4mal); zu Punkt 5 wegen unbefugter Aufführung der Opern „Undine" (5mal), „Die beiden Schützen" (Imal), „Czar und Zimmermann" (5mal), „Der Waffenschmied" (3mal); endlich zu Punkt 6 wegen unbefugter Aufführung der Opern „Lohengrin" (15mal), „Der fliegende Holländer" (6mal) und „Tannhäuser" (5mal) die volle Bruttoeinnahme von jeder Aufführung ohne Kostenabzug und, was die nicht den ganzen Abend ausfüllenden Werke betrifft, einen entsprechenden Theil der Bruttoeinnahme als Entschädigung zu zahlen.
— sHundswuth.j In mehreren Ortschaften Böhmens, insbesondere im Carolinenthaler Bezirke, haben sich zahlreiche Fülle von Hundswuth ereignet. Um dieser Einhalt zu thun, wurden von der Statthalterei an die Gemeindevorsteher Circularschreiben erlassen und die nöthigen Vorsichtsmaßregeln angeordnet. Im Carolinenthaler Bezirke sind auf Antrag des Bezirksarztes Dr. Marousek in sämmtlichen Ortschaften im Umkreise einer Stunde von Prag alle Hunde „contumazirt". In Neulieben und Strizkov sind in Folge Anordnung der Bezirkshauptmannschaft sämmtliche Hunde bis auf diejenigen der Milchweiber, welche meistentheils unter beständiger Obhut sind, tiertilgt worden, da dort nicht nur Fälle von Hundswuth vorkamen und andere Hunde gebissen, sondern auch Menschen angefallen wurden.
— Bern, 19. Juni. Die Berner Regierung hat ein von 22 Gemeinderalhspräsidenten der Amtsbezirke Delhberg und Münster eingereichtes Gesuch um Zurücknahme der gegen die katholischen Pfarrer getroffenen Maßnahmen einstimmig abgewiesen. Fr. Pr.
— Wien, 17. Juni. Heute, am zweiten Tage des internationalen Brauer-Kongresses, theilt der Vorsitzende G. Sedlmayr mehrere Einläufe mit, darunter ein Schreiben der Delegation einer französischen Gesellschaft, welche auf zwei neu erfundene, bereits in allen Ländern patentirte Luftkühler aufmerksam macht. Uebergeheud zur Tagesordnung hielt Dr. Karl Linde (München) einen Vortrag „über die mechanische Kälteerzeugung", indem er die Frage der Möglichkeit und Zweckmäßigkeit der künstlichen Kälteerzeugung ventilirt. Redner kehrt vor Allem die prinzipielle Seite der Frage hervor, da die Verhältnisse noch nicht gestatten, ein endgiltiges Urtheil überhaupt abzugeben und beleuchtet das Verhältniß des Kostenauswandes bei Anlage und Betrieb von Eismaschinen zur erreichbaren Produktion, wobei derselbe die Erwartung ausspricht, daß mit der Zeit eine Leistungsfähigkeit dieser Maschinen werde erzielt werden, bei welcher der Kohlenkonsum per Centner Eis sich nicht über 3 Pfund stellen werde. — Redner behandelt sodann ein- gehend die nach verschiedenen Systemen ausgeführten Maschinen,
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MF*- Die verehrlichen Abonnenten werden gebeten Klagen über zu späte oder unregelmäßige Ablieferungen des „Hanauer Anzeigers" bei der Expedition (Waisenhaus-Comptoir) anzubringe».
und zwar die Luftexpansionsmaschinen (insbesondere von Windhausen), die Aethermaschinen, bei welchen Flüssigkeiten bei niedriger Temperatur durch eine Kompressionspumpe zur Verdampfung gebracht werden und die Carrè'sche Ämmoniakmaschine, wobei die Dämpfe durch Absorption verdichtet werden. Bei allen diesen Maschinen geschieht die Wärmeentziehung durch Expansion, entweder von atmosphärischer Luft oder einer verdampfenden Flüssigkeit. Uebergehend auf die Erörterung der wichtigen Frage, welches von diesen drei Systemen die besten Aussichten in ökonomischer Hinsicht für den Großbetrieb darbiete, gelangt Redner zn dem Resultate, daß die Luftexpansionsmaschine den beiden anderen unbedingt vorzuziehen sei, namentlich wegen des absolut gefahr- und geruchlosen Betriebes. Redner schloß seinen beifällig aufgenommenen Vortrag mit einigen Worten über Anordnung und Durchführung von Versuchen zur Gewinnung von Zahlenwerthen, die jedoch vorläufig noch nicht zur Spruchreife gediehen seien. — Hierauf hielt Franz Windhausen (Braunschweig) einen längeren Vortrag über Luftexpansionsmaschiuen. — Ein Separatzug der Staatsbahn führte Nachmittags 3 Uhr die Theilnehmer am Kongresse nach Klein-Schwechat zur Besichtigung des Dreher'schen Etablissements, Augsb. Wdztg.
— Die „N. fr. Pr." schreibt: Einer vom Pester Lloyd lancirten Mitlheilung, derzufolge Cardinal Rauscher Aussicht für die nächstkünftige Papstwahl habe, tritt ein Wiener officiöser Correspondent der Bohemia mit der Bemerkung, entgegen, daß dieses Gerücht keineswegs in politischen Kreisen des Inlandes seinen Ursprung haben könne. Im Gegentheile sei man hier — und unter diesem „man" dürfe wohl auch der greise Kirchenfürst selbst verstanden werden — viel zu gut informirt über die im Vaticau herrschende Strömung, um jene Version ernstlich zu nehmen. Uns will scheinen, daß dieses ganze Gerede müssig ist. Bei der Papstwahl kommt wohl einigermaßen das Alter des Candidaten in Betracht, und dieser Umstand allein genügte, um die Caudidatur des Erzbischofs von Wien auszuschließen.
— Petersburg, 18. Juni. Die russischen Truppen nahmen am 27. Mai Chodseile mit Sturm und schlugen den Feind in die Flucht. Am 1. Juni fand ein großes Gefecht bei der Einnahme der befestigten Stadt Mangyt statt, General Kaufmann setzte über den Pudarisluß in einer Entfernung von 33 Werst vor Chiwa.
— Konstantinopel, 18. Juni. Die Eröffnung der Eisenbahnline von hier nach Adrianopel hat heute stattgefunden. An der Eröffnungs ahrt nahmen der Großvezier, mehrere Mitglieder des Ministeriums, der Baron Hirsch und die Bahn-Ingenieure Theil. Die Bahn erwies sich als vollkommen betriebsfähig.
— Die Dinge in Spanien nehmen einen für die Republik immer ungünstigeren Verlaus; ihre Truppen scheinen eine ernstliche Niederlage erlitten zu haben, ihre Freiwilligen zeigen überall eine widerspenstige Haltung und die Bevölkerung betrachtet es nach Proclamirung der Republik überall als ihr Recht, sich nicht mehr um die Gesetze zu bekümmern. Das hindert aber den neuen Minister des Auswärtigen nicht, ein Rundschreiben zu erlassen, in welchem er versichert, daß überall da, wo die Carlisten nicht auftreten, die vollständigste Ruhe herrscht, eine Phrase, die er aus einem ähnlichen Rundschreiben seines Vorgäng us Castellar wörtlich abgeschrieben hat. " (H. M.)
Lokales.
Hanau, 20. Juni.
— Der Wasserstand, ist seit gestern, in Folge starker Gewitter in Bayern, wieder um einen halben Fuß (0,15 Meter) gestiegen, so daß der Pegel heute Morgen 7 Uhr 1,88 Meter zeigte. Sobald das Mainwasser wieder zum normalen Zustand zurückgekehrt ist, werden wir im Interesse der Badenden die Wasfcrwärme jeden Tag durch den Anzeiger,veröffentlichen. —d.