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sprechenden Strafe verfallen, soll die defraudirte Wechselstempel­steuer allein weit über 100,000 fl. ausmachen, von welchen die eine Hälfte der Gantmasse, die andere von der seinerzeit festzn- setzenden Prozentsumme in Abzug zu kommen hat.

— München, 6. Mai. Der neuernannte Kommandeur der I. Armee-Division, Hr. Generallieutenant v. Orff, hat un­mittelbar nach der Uebernahme des Kommandos mit der Detail- Jnspizirung der hiesigen Infanterie-Regimenter begonnen. So hat derselbe znerst am Samstag das III. Bataillon des Jnfan- terie-Leibregiments, am Montag das I. und III. Bataillon des ersten Jnsanterie-Regiments und heute das I. Bataillon des Jnf.- Leibregiments inspicirt. Wie wir vernehmen, hat der Herr Ge­neral bei sämmtlichen Abtheilungen sowohl hinsichtlich der Offi­ziere, als der Unteroffiziere und Mannschaften seine vollste Zu­friedenheit wiederholt ausgesprochen. In der That ist bei den genannten Bataillonen das neue deutsche Exerzierreglement be­reits in einer Weise eingeübt, daß selbst dem aufmerksamen Laien ein sehr wesentlicher Fortschritt gegen früher erkennbar wird. Daß dieß Alles in einer so verhältnißmäßig kurzer Zeit erzielt werden konnte, beweist, daß man sich den gegen das frühere Reg­lement so wesentlichen Neuerungen mit besonderer Liebe zur Sache zugewendet und mit unverdrossener Ausdauer auch einge­übt haben muß.

—■ München, 6. Mai. An dem letzten, am 29. April d. Js. beendigtem Telegraphen-Unterrichtskurse haben 68 junge Männer Theil genommen, Nach dem Ergebnisse der Schluß­prüfung haben 64 das Zeugniß der Befähigung erhalten, hier­unter 17 mit der I. Note. Unter d^n Theilnehmern befanden sich, wie in den früheren Kursen, mehrere Rechtspraktikanten, die dem Staatsverkehrsdienste und einige vormalige Officiere, welche dem Ostbahndienfte sich widmen wollen. Der nächste Kurs, welchem die mit 3 Semestralzeugnissen des Polytechnikums ver­sehenen Adspiranten für den höheren Verkehrsdienst anwohnen werden, wird am 15. dieses Monats seinen Anfang nehmen.

(A.-Abztg.)

— Die carlistischen Werber suchen, nachdem ihnen in der Schweiz das Handwerk gelegt worden, das auch unter den Söh­nen Grün-Erins nicht recht zu blühen scheint, ihr Heil in Deutsch­land. Einer Meldung des „Rheinischen Kurier" zufolge treiben sich in der Gegend von Claub Agenten eines spanischen Grafen herum, um Bergleute zu engagiren für Bergwerke an der fran­zösisch-spanischen Grenze. Im Saarbrückener Bezirk soll es den­selben bereits gelungen fein, unter Vorspiegelung glänzender Ver­dienste Bergleute ' zu verlocken. Man hat gegründete Ursache, anzunehmen, daß die Betrogenen nicht zum Bergbau angewor­ben, sondern bei ihrer Ankunft in carlistische Banden eingereiht und als Kanonenfutter für den unfindbaren Carlos verwendet werden.

— Von den neuen Steuern, welche die Salzsteuer ersetzen sollen, der erhöhten Tabaksteuer und der Börsensteuer, ist es eine Zeit lang ganz ruhig gewesen. Jetzt erfährt man aus dem Be­richt einer nach Berlin gesandten pfälzischen Deputation, daß diese Steuerprojekte zwar noch an den Reichstag gelangen wer­den, daß sich aber der Bundesrath wohl die Mühe ihrer ernst­lichen Vertheidigung ersparen wird. Herr Delbrück gab nämlich der Deputation den Rath, unter den Abgeordneten Stimmen sür ihre, der Steuererhöhung gegnerische Ansicht zu werben, ein Wink, der doch wohl genügenden Aufschluß über die eigenen Wünsche des Bundeskanzleramtspräsidenten gibt. Mit der Er­höhung der Tabakssteuer steht und fällt aber zugleich die Börsen­steuer. Hess. Mgztg.

— Nach einer Verfügung des Finanzministers ist die viel­fach in den Handel kommende Bier- oder Zucker-Couleur als Malzsurrogat mit 1 Thlr. 10 Sgr. pro Centner steuerpflichtig.

— Wien, 5. Mai. Die wiederholt besprochenen Ulmer Wohnungsschiffe, und zwar deren zehn, sind gestern Morgens hier angelangt und wurden an dem Donaudurchstiche in der Kreuzung der Feuerwerksallee aufgestellt. Der Unternehmer Gustav Kuhn, Kaufmann aus Ulm, begleitete die Schiffe und auf sein Ansuchen fand noch gestern eine kvmmissionelle Besichtigung derselben durch

Gedruckt und verlegt in Ler Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses, unter Verantwortlichkeit Les Faktors G. Ph. Weißvrod.

Beamte des Magistrats, der Polizei und der Statthalterei statt. Die Kommifion sprach sich nach eingehender Besichtigung günstig für die Schiffe aus.

— Ein amtliches Blatt der ungarischen Regierung bringt die erheiternde Mittheilung, daß die ungarischen Staats-Einnah­men des Jahres 1872 sich gegen den Voranschlag um ca. 8 Millionen ungünstiger, die Ausgaben dagegen um 30 Vz Millio­nen günstiger gestaltet haben. Ebenso sind im 1. Quartal 1873 die Einnahmen um 4^2 Millionen ungünstiger, die Ausgaben um 6 Millionen günstiger als nach dem Voranschläge. Aus diesem erbaulichen Beispiel ist ersichtlich, welch lächerliches Spiel mit Zahlen Budgetvoranschläge unter Umständen treiben können; doch dürfte sich in unverschämter Plusmacherei wohl kein Vor­gang dem ungarischen so leicht gleich stellen lassen. Fr. Pr.

—■ St. Gallen, 5. Mai. Bei den gestrigen Wahlen zum Kantonalrathe hat die liberale Partei den Sieg davon getragen;

es wurden 96 liberale wählt.

und

65 ultramontane Mitglieder ge-

— Genf, 5. Mai. Der Pater Hyacinth hat gestern in einem Privatlokal Messe nach katholischem Ritus gelesen. Die

nach

katholischem Ritus gelesen. Die

Anzahl der Zuhörer betrug etwa 1200. In den katholischen

Kirchen ist gleichzeitig die Exkommunikationsverfügung gegen die Theilnehmer an dem von demselben geleiteten Gottesdienste ver­lesen worden.

— Petersburg, 4. Mai. Der Vormarsch der russischen Truppen gegen Chiwa, dessen Chan für seine unablässigen Feind­seligkeiten gegen Rußland einmal gezüchtigt werden soll, stößt nach den Berichten russischer Blätter auf größere Schwierigkeiten, als man in den leitenden militärischen Kreisen erwartet hatte. Am meisten wird derselbe erschwert durch die in den turkestani- schen Steppen herrschende ungewöhnliche Kälte, durch den in manchen Gegenden fußtief liegenden Schnee und den bewaffneten Widerstand aller muselmännischen Stämme, die noch unlängst mit einander entzweit waren, sich aber dem gemeinsamen Feinde gegenüber ausgesöhnt und vereinigt haben. Alle diese Hinder­nisse bewirken, daß die Expeditionsarmee alle Augenblick auf ih­rem Marsche aufgehalten wird und überaus langsam vorrückt. Aengstliche Gemüther geben sich bereits der Befürchtung hin, daß der Feldzug leicht dasselbe Schicksal haben könnte, wie die Expedition des Generals Perowski im Jahre 1839, die auf so große Hindernisse stieß und so hartnäckige Kämpfe zu bestehen hatte, daß sie nach ungeheueren Verlusten den Rückzug antreten -mußte. Doch dürfte diese Befürchtung bei den umfassenden Vor­bereitungen, welche Rußland seit länger als einem Jahre zu dem gegenwärtigen Feldzuge getroffen hat, grundlos sein.

— Rom, 2. Mai. Klerikale Zeitungen haben nach der „Hess. Mgztg." das Gerücht verbreitet, alle fremden Mächte mit Ausnahme Deutschlands, hätten dem italienischen Minister des Aeußern Vorstellungen gemacht, so lange der Papst nicht völlig genesen, die Verhandlungen über den Klostergesetzentwurf auszu­setzen. Die „Corr. Stef." ist in den Stand gesetzt, ganz be­stimmt. zu erklären, daß an diesem Gerede kein wahres Wort ist. Die Lüge ist um so offenbarer, als nach den klerikalen Blättern der Papst gar nicht krank gewesen, oder doch längst wieder her­gestellt ist.

1 Lokales.

Hana u, 8. Mai.

— Vor die erste diesjährige Schwurgerichtsperiode ist wei­ter die Sache gegen Georg Heinrich Paul und Johann Heinrich Karl Wink, beide von Meerholz, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolge, verwiesen worden. x

—■ Für die Summe von 19,300 fl. erkaufte die Stadt die „weiße Taube." Von dem betreffenden Gebäude soll so viel be­nutzt werden, als zur geraden Linie der Schnurgasse, welche auf das neuerbaute Lindenbauer'sche Haus ausmünden wird, nöthig ist. —d.

— Wasserstand des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 0,94 Meter.