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zu beschränken, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

— Fulda, 2. Mai. Heute Abend wurde die Konferenz geschlossen. Die Bischöfe reisen theils mit dem Nachtzuge, theils morgen früh ab. Wahrscheinlich wird ein gemeinsamer Hirten­brief und eine Denkschrift über die kirchenpolitischen Gesetze er­lassen werden. Näheres über die gefaßten Beschlüsse ist nicht bekannt.

— München, 1. Mai. Die Vorstände der Handels- und Gewerbekammer für Oberbayern hatten heute Morgens im In­teresse der Abhilfe der momentanen Geldkalamität beim k. Staats­minister v. Pfeufer Audienz. Es wurde denselben zugesichert, daß Sorge getragen sei, staatlicherseits der hiesigen Hypotheken- und Wechselbank sofort 1,000,000 bis 1,700,000 fl. zukommen zu lassen, sobald der gegenwärtig in Berlin weilende Finanz­minister v. Berr die Genehmigung dazu ertheilt haben wird. Weitere und bedeutendere Maßnahmen seien bei der Sonntag oder Montag erfolgenden Zurückkunft des Finanzministers selbst in Aussicht genommen.

— München, 2. Mai. Um die Schwierigkeiten des hie­sigen Geldmarktes, die sich in letzter Zeit ungemein fühlbar mach­ten, zu heben, hat die bayer. Hypotheken- und Wechselbank vom Staate vorderhand eine Million darlehensweise erhalten. Da aber dieser Betrag bei Weitem nicht ausreicht, um das gerade jetzt sehr lebhafte Geldbedürfniß zu decken, so hofft man noch auf weitere Unterstützung.

— Freiburg, 30. April. Seitdem der katholische Gottes­dienst in der den Altkatholiken eingeräumten Universitätskirche von Seiten der Kurie verboten ist, besucht nun das kathol. Mi­litär das Münster, die höhere Bürgerschule die Martinskirche, für das Gymnasium ist der obligatorische Unterricht einstweilen suspendirt.

— Aus Lothringen, 30. April, schreibt man der „Karlsr. Ztg.": Seit längerer Zeit haben die Wühlereien des Klerus unter dem Volke sichtlich Früchte getragen und der lange und sorgfältig geschürte Haß gegen Alles, was „preußisch" ist, tritt immer offener zu Tage. So lange mau sich darauf beschränkte, einige thörichte Hoffnungen betreffs des Wiedererscheinens der geliebten Rothhosen zu hegen, hielten wir es natürlich nicht der Mühe werth, darüber zu berichten. In letzter Zeit scheint sich aber der Zorn der Partei mehr auf die Evangelischen zu werfen, und es entsteht daraus ein „Religionshaß", wie er zu Ludwig des XIV. Zeiten nicht üppiger erblühen konnte. In einzelnen gemischten Dörfern geschehen Dinge, die unseres Wissens noch nicht vorgekommen sind. Die Protestanten schauen mißtrauisch auf die Katholiken und sind nicht übel geneigt anzunehmen, eine neue Auflage der Bartholomäusnacht werde insgeheim vorbereitet, auch kursiren allerlei schauderhafte Gerüchte über ganze Ladungen von Messern und Spießen, die da und dort versteckt lägen. Daß die Luft vollständig mit solchen ungesunden Ausdünstungen ge­schwängert ist, sieht man am besten an den Kindern. Haben doch in einer uns bekannten Gemeinde katholische Kinder zu evangelischen gesagt: „Wir dürfen nicht mehr mit euch spielen, denn ihr seid Preußen. Aber ihr werdet dafür auch umgebracht!" Die Katholiken sind ihrerseits überzeugt, „daß nächstens etwas geschehen werde." Ueber das „Was" und „Wie" ist natürlich den Konjekturen ein weites Feld eröffnet. Die Gährung im Volke ist so offenbar geworden, daß sogar etliche Bürgermeister der Saargegend eine Petition an die Regierung abgesandt haben, worin sie bitten, man möchte nach einigen größeren Orten, z. B. Saar-Union und Finstingen Militär schicken, da sie fürchten, es möchte doch am Ende zu allerhand Exzessen kommen. So wenig wir sonst für Gewaltmaßregeln sind, hätten wir doch im vorlie­genden Falle nichts gegen eine Militärbesetzung einzuwenden, um so weniger, als bei der allgemeinen Ausregung eine neue Ma­donnenerscheinung sehr möglich wäre, wogegen es bekanntlich kein besseres Spezifikum gibt, als einige Pickelhauben. Auch baye­rische Chevaulegers haben sich in Bettweiler als heilsam erwiesen.

— Bern, 2. Mai. Die Regierung des Kanton Luzern hat die Regierung von Solothurn ersucht, für den beiderseitigen

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckern des vereinigten evaugel. WayemMjeS, unter Verantwortlichkeit des Faktors G. PY. Weißbrod.

Verkehr bis zur definitiven Regelung der Baseler Bisthumange- legenheiten einen maclus vivendi vorzuschlagen.

Der hiesige Regierungsrath hat nunmehr beim Appellations­und Kassationshofe die Abberufung der renitenten 97 katholischen Geistlichen des Berner Jura von ihren Aemtern beantragt.

— Paris, 30. April. „Avenir National" gibt die Grund­züge eines angeblich neuerdings abgeschlossenen Vertrags wegen früherer Räumung Verdun's folgendermaßen an: Die Räumung erfolgt um einen Monat früher als festgesetzt war. Die letzten 250 Millionen werden auch vor der festgesetzten Zeit bezahlt. Verluste, welche für Deutschland aus beschleunigter Räumung entstehen, werden entschädigt." Dasselbe Blatt bemerkt dazu, Graf Arnim sei heute im Elysèe gewesen, die Unterhandlungen seien beendet, der neue Vertrag werde am Samstag dem ständi­gen Ausschüsse vorgelegt werden.

— Das italienische Ministerium hat ganz plötzlich seine Entlassung eingereicht, da die Kammer 23 Millionen Lire für die Marine-Arsenale von Tarent bewilligt hatte, statt OVa Mil­lion, welche die Regierung darauf verwenden wollte. Jedenfalls, schribt die „Trib.", ein selten oder nie dagewesener Grund zu einer Ministerkrisis! Sonst pflegen die Minister zufrieden zu sein, wenn sie mehr Geld erhalten, als sie verlangen. Wahr­scheinlich hängt die Sache mit der Finanz-Calamität zusammen, und die Minister wissen nicht, wie sie das Geld herbeischaffen sollen. Dafür müßte freilich die Kammer, die es bewilligt hat, Rath schaffen. Nähere Nachrichten über den Ausgang der Krisis fehlen noch. —

Hanau, 5. Mai.

— Gewiß wird es Manchen in unserer Stadt interessiren, zu erfahren,was vor nicht langer Zeit auf die von einem unse­rer Mitbürger erhobene Beschwerde wegen versagter polizeilicher Baugenehmigung Seitens des Königlichen Herrn Ministers für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten zu Berlin im Wesent­lichen zum Bescheid ergangen ist.

, Der Minister faßt zunächst besonders in das Auge, daß im Interesse der hiesigen Stadtgemeinde ein Stadt- Erweiterungs-Plan entworfen und von der competenten Behörde festgestellt worden sei, der zum Zwecke habe, diejenigen Rich­tungen und Grenzen zu fixiren, in welchen die Bauthütig- keit sich zu bewegen haben werde. Die Genehmigung zur Ausführung eines Baues in einer Weise, daß dadurch die Anlage einer Straße oder eines öffentlichen Platzes in der pro- jectirten Weise unausführbar gemacht werde und somit das öffentliche Interesse schädige, sei mit Recht polizeilich zu ver­sagen, weil gerade das öffentliche Interesse zu wahren die Polizeibehörde verpflichtet sei.

Das Recht des Eigenthümers sein Grundstück als Bauplatz zu benutzen, dürfe nur in so weit ausgeübt werden, als die Aus­führung eines Baues mit dem öffentlichen Interesse ver­einbar sei.

Ueber einen etwaigen Entschädigungs-Anspruch habe selbst­verständlich der Richter zu entscheiden. §.

—■ Die gestern Nachmittag in dem Philippsruher-Schloß- garten promenirenden Dienstmädchen waren fast sämmtlich be­hütet, nicht aber die Blumenbeete in jenem, insbesondere die nächst dem s. g. Wilhelmsbader Thor augenblicklich so reizend blühenden Pensée.

Wir machen bei dieser Gelegenheit nochmals auf die am Eingänge angebrachte laudräthliche Warnungstafel nachdrücklichst aufmerksam mit dem Ansügen, daß das unbefugte Abreißen von Blumen im Betretungsfall unnachsichtlich strengstens bestraft werden wird. §.

— Bierbrauer Heck, seither Besitzer des Schnabel'schen Felsenkellers, erkaufte das dem Herrn Carl Gerhardt gehörige Haus (in der Nähe des Güterbahnhofs der Ludwigsbahn, bei der etc. Gerhardt gehörigen Hopfenpflanzung) inn 6000 fl. —d.

— Der Wechseldiskont der Preußischen Bank ist auf 6 Prozent, ihr Lombardzinsfuß auf 7 Prozent erhöht.

— Wasserstaud des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 0,86 Meter.