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desselben zu beschränken, auf drei Jahre von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

— Die Fabrikanten und Gewerbetreibenden Nord- und Süd-Deutschlands, welche Nickel verarbeiten — also besonders die Neusilber-Manufacturisten und die Gürtler —, haben sich vereinigt, um an den Reichstag eine Petition zu richten, in wel­cher gebeten wird, dasselbe zur Prägung von Münzen nicht zu verwenden. Nickel, welches sich stets mit Silbererzen versprengt vorfindet, ist bereits von lVa auf 4 Thlr. pr. Pfund und in Folge dessen das Neusilber in diesem Monat um 8 Thlr. pr. Ctr. gestiegen, auch ist das besagte Metall in ausreichender Menge gar nicht zu beschaffen, da Speculaten — in Erwartung des Bedürfnisses der Münzstätten — den Artikel fast vollstän­dig aufgekauft haben.

— Berlin, 12. April. Der „St.-Anz." berichtet: Es ist in neuerer Zeit die Wahrnehmung gemacht worden, daß im diesseitigen Staatsgebiete die Circulation von österreichischen und ungarischen Silbergulden sehr zugenommen hat, und daß dieselbe selbst von öffentlichen Kassen angenommen worden sind. Durch die Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 25. Oktober 1821 ist die Annahme aller fremden Münzsorten bei den öffentlichen Kassen verboten, es sei denn, daß in einzelnen Fällen nach dem Er­messen des königlichen Staats-Ministeriums solches nachgelassen wird. Ein Staats-Ministerialbeschluß, durch welchen eine Aus­nahme von jener Verbotsbestimmung zu Gunsten der österreichi­schen und ungarischen Guldenstücke gestattet worden wäre, be­steht nicht, auch ist ein Bedürfniß zur Gestattung einer solchen Ausnahme nicht vorhanden. Die königlichen Regierungen sind daher seitens des Finanzmiüisters veranlaßt worden, die Haupt­kasse uud die Specialkassen des Bezirks auf die obenerwähnte Vorschrift aufmerksam zu machen und sie anzuweisen, sorgfältig darauf zu achten, daß Münzen der in Rede stehenden Art bei ihnen nicht zur Annahme gelangen.

— Dem Comite für Herstellung einer Eisenbahn von Ber­lin über Torgau nach Altenburg ist unter dem 24. v. M. eine Verfügung des Handelsministers zugegangen, in welcher es heißt: „Nachdem ich aus den mir von dem königl. sächsischen Staats­ministerium abschriftlich mitgetheilten Vereinbarungen, welche das Comitë Oettinghausen, Homann und Kühn und die Inhaber die­ser Firma unter einander abgeschlossen, ersehen habe, daß weder das Comitë noch die bezeichneten Geschäftsführer die Absicht ha­ben, das projectirte Berlin-Altenburger Eisenbahn-Unternehmen selbst zur Ausführnng zu bringen, vielmehr die Erlangung der Concession mit solchenMitteln und zu solchen Zwecken erstreben, daß auf eine solide und den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende Ansführung des Unternehmens durch dieselben nicht zu rechnen ist, habe ich bei dem königlichen Staatsministerium die Zurück­nahme der unter dem 11. November v. I. dem Comitè ertheil­ten Erlaubniß zur Vornahme der generellen Vorarbeiten für das Project auf diesseitigem Staatsgebiete beantragt. Das könig­liche Staatsministerium ist meiner Auffassung beigetreten und hat demgemäß, meinem Anträge entsprechend, die Zurücknahme der ertheilten Erlaubniß beschlossen."

— S tuttgart, 16. April. Zwei Individuen, welche sich an den neulichen Straßenexcessen betheiligt hatten, wurden heute vom Kreisgerichte zu je vier Monaten Gefängniß ver- urtheilt.

— München, 11. April. Die mit den Wehrpflichtigen der Altersklasse 1851 vorgenommene Prüfung hat ergeben, daß mangelhafte Schulbildung hatten: aus Oberbayern : 6,1 Prozent; aus Niederbayern : 9,6; aus der Pfalz: 13,6; aus der Ober­pfalz: 11,8; aus Oberfranken: 6,2; aus Mittelfranken : 2,6; aus Unterfranken : 5,3; und aus Schwaben: 3,0 Prozent.

— München, 14. April. Wie wir eben vernehmen, ha­ben Se. Maj. der König den Generallieutenant v. Stephan, Kommandeur der ersten Armeedivision, dessen Ansuchen ent­sprechend, mit Pension verabschiedet und demselben gleichzeitig den Charakter als General der Infanterie zu verleihen geruht.

Augsb. Abdztg.

Lokales.

Hanau, 17. April.

— Herr Conrad Schlingloff, Metzgergasse, Herr Schmidt (früher Schlingloff'sche Wirthschaft) an der Kinzigbrücke, sowie Herr Diehl im Gasthaus zur „Sonne" sind zu dem früheren Preise zurückgekehrt und schenken das Glas Bier für einen Sil­bergroschen aus. —d.

— Wasserstand des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 0,64 Meter.

— Ingolstadt, 12. April. Der im Kampfe mit dem Raubmörder Gump durch einen Schuß verwundete Stations- kommandant Bauer von Hohenwart ist heute Nacht seiner Wunde erlegen. Der Verlebte stand erst im 32. Lebensjahre und hatte den franz. Krieg mitgemacht.

— Die „Hess. Mgztg." schreibt: Die Rettung des Raupen­helms und des historischen Hellblau für die baierische Armee ist jetzt amtlich bestätigt, was den dortigen Ultramontanen sehr zur Beruhigung gereichen wird, ohne daß sich deren Gegner darüber ernstlich zu beunruhigen brauchten. Das Festhalten an den äußeren Eigenthümlichkeiten des baierischen Militärs ist ein Zei­chen der Stimmung des Königs Ludwig, deren Vorhandensein längst bekannt ist. Da es sich aber eben nur um Aeußerlich- keiten handelt, während alle wesentlichen Einrichtungen jetzt für das gesammte deutsche Heer einschließlich der beiden baierischen Corps einheitlich sind, so liegt kein Grund vor, diese Kleider- ordnungsfrage zum Gegenstand hochpolitischer Erörterungen zu machen oder gar durch dieselbe die deutsche Einheit als ernstlich bedroht darzustellen.

— Pose n, 15. April. Gegen den Reichstagsabgeordneten, Probst Jazdzewski, ist von dem Kreisgericht zu Krotoschin aus Grund des Kanzelparagraphen wegen der bei der polnischen Co- pernikusfeier zu Thorn gehaltenen Festpredigt die Untersuchung eingeleitet worden.

— Bern, 15. April. Die katholische Pastoralconferenz von Solothurn hat dem Bundesrathe angezeigt, daß sie den von demselben abgewiese^ren Recurs gegen die vom Volke angenom­menen Gesetze über die Wiederwahl der Geistlichen vor die Bun­desversammlung bringen werde. — Die Einführung des Pfarrers Herzog von Crefeld in sein neues Amt in Olten ist dort festlich begangen worden. Fr. Pr.

— R o m, 15. April. Der Zustand des Papstes hat sich nicht geändert. Der Kardinal Camerlango Deangelis ist nach Rom berufen worden. — 16. April. Die Besserung im Be­finden des Papstes nimmt der „Agenzia Stefani" zufolge stetig zu. Der Papst verweilte gestern einige Stunden außer Bett und speiste mit Appetit, wird indessen auf Anrathen der Aerzte einstweilen das Zimmer hüten. (Fr. sta.)

— Paris, 13. April. Das „Journal offiziel" veröffent­licht das Gesetz vom 7. d. Mts., durch welches der Stadt Paris 140,000,000 Fr. und die von den deutschen Truppen besetzt gewesenen Departements 120,000,000 Fr. als Entschädigung für die im Kriege erlittenen Verluste bewilligt worden.

— London, Mittwoch, 16. April. Nach einer Depesche der „Times" aus Paris vom 15. d. wollen Vertreter der eng­lischen, französischen, belgischen und niederländischen Zuckerraffi­nerien einen Kongreß in Paris abhalten, um sich über alle auf die Produktion des Rohzuckers bezüglichen Fragen zu verstän­digen.

— St. Petersburg, 15. April. Einem Kaiserlichen Ukas zufolge ist die Verwaltung der hiesigen Polszei reorganisirt und General Trepoff zum Chef der neuen Polizeiverwaltung er­nannt worden.

— New -Iork, 13. April. Die Modoc-Jndianer haben die Abgesandten der Regierung für Friedensunterhandlungen hinterrücks überfallen, den General Camby sowie den Abgesand­ten Thomas getödtet und Mencham schwer verwundet. Die In­dianer haben sodann das Felum des Obersten Mason angegriffen. Eine große Offensivbewegung wird vorbereitet.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses, unter Verantwortlichkeit des Faktors G. Ph. Weißbrod. "