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<T\ie Mitglieder des Kunstindu- strie-Bereins werden hiermit einge­laden, sich möglichst zahlreich an der

2. Generalversammlung

Dienstag, den 4. Februar,

;8 Uhr Abends,

im Bibliotheksaale der königl. Akademie zu betheiligen.

Zur Besprechung kommt der Anschluß^ des

Verein an den kürzlich in Castel gegründe­ten Verein »die Gewerbehalle." (391) Der Vorstand»

131

Verloren.

wurde Samstag Abend von der Krone bis m die Altstadt ein neues Portemonnare mN 12 fl. Der ehrliche Finder wird gebeten ^d sielb gegen gute Belohnung abzugeben 'M Waste de« Herrn I Gyse, Tapezirer.________(378) " Wohnnngsverândenma.

Von heute an ist meine Wohnung^und Ge­schäft in meiner neuen Behausung, Webcrgasse

Aratorien-Kerein.

Wegen Unwohlseins des Herrn Dirigenten

Dienstag den 4. d. M

feine Probe.

(376) Der Vorstand.

Nr. 24.

(389)

G. Warbns,

Weißbindermeister.

Annonce*

Junge Leute welche die französische und spanische Sprache schnell zu erlernen wünschen, können Privatunterricht erhalten.

Das Nähere Fifchergaste Nr. 5 eine Treppe hoch. (340)

/^incm verehrlichen Publikum machen wir hiermit die ergebene Anzeige, daß unsere Kinderschule den 4. Februar eröff­net wird. Das Honorar beträgt per Monat für ein Kind 45 Kr. Für warme und ge­sunde Wohnung ist gesorgt. Wir werden Alle« aufbieten, die vollständige Zufriedenheit der Eltern zu erlangen. A. von Vultée,

Emilie Schmidt,

(388) Hülfslehrerin aus Cassel.

Theater Freitag, den 7. Februar 1873. Zum Benefiz für Herrn Felix Krepp:

Die Harlsschüler.

Schauspiel in 5 Akten von Heinrich (386)__ ____Laube.

ie bei mir zur Wiener-Ausstellung ange-

-L- fertigen Möbel sind vom L bis 15. Februar in meinem Magazin, Hospi-

talstraße Nr. 43, für Interessenten auSge-

stellt.

(387)

Jean Hörner,

HtaLttheater in Hanau.

Mittwock, den 5 Februar 1873 47te Vorstellung im Abonnement.

Auf vielseitiges Verlang -n

Der Hautmann von Venedig.

Schauspiel in 4 Aufzügen nach Shakespeare von A. W. Schlegel.

Anfang 7 Uhr. Ende nach 9 Uhr.

(395)

D. Frey

Keânungen, der Waisenhaus-Buch- Handlung stets vorräthig.

Frankfurter Viehmarkt.

Frankfurt, 3. Febr. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren: , 300 Ochsen, 140 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 400 Hämmel.

Die Preise stellten sich:

Ochsen 1. Qual.

Kühe „

Kälber „

Hämmel ,

44 fl.

38 „

40 „

38 „

2.

Qual.

42 fl.

36 „

— Die „Hess. Morgen.-Ztg." schreibt in der Tagessch au ihrer Sonntagenuwmer unter Anderem: Die gestrige Abstim­mung im Abgeordnetenhaus« war die erste, welche in den Ver- Handlungen über die kirchen-politischen Gesetzentwürfe principielle Bedeutung hatte. Sie betrat die Abänderung des Artikels 15 der preußischen Berfassung, des bisherigen Schlupfwinkels priester­licher Alleinherrschaft und die bedeutungsvolle Mehrheit von 145 Stimmen, mit welcher das Haus sich für eine neue, dem Staats­wohle zuträglichere Kirchenpolitik aussprach, legt Zeugniß dafür ab, wie tief die Ueberzeugung von den S chäden der biserigen Zustänve im Volke wurzelt.

Zum Schlüsse sagt derselbe Artikel noch: Den politstchen Gedanken der vier Gesetzentwürfe kann man nicht klarer hinstellen, als eS der Abg. Gneist gethan: Es soll in Preußen zukünftig keine höhere Autorität geb-n, als König und Parlament, und da­mit dieser Gedanke auch dem Verständniß des schlichten Mannes zugänglich sei, deshalb kleidet man die einschlägigen Verfassung«. Bestimmungen in klare, unzweideutige Worte, nachdem die Kirche 25 Jahre hindurch den Begriff der .Selbstständigkeit" dazu be­nutzt hat, um Aufruhr gegen die Gesetze des Staats zu predigen.

Wenn die Kirche sich heute über die Verletzung ihres Haus­rechts beschwert, so bedenke sie, daß sie selber im Hause de« StaateS wohnt und daß die Handhabung des Hausrechts in erster Linie dem Hausbesitzer zusteht. Wir wollen nichts, was das Ge- wissen und den religiösen Glauben berührt, wenn aber trotzdem unsere staatliche Hausordnung von der Kirche als eine feindliche Einrichtung bekämpft wird, dann dürfen wir ihr prüfen: Herun- ter mit der Maske, zeigt euch als daS, was ihr seid, als die Feinde jeder staatlichen Ordnung, welche zu Boden zu schlagen nur die Macht uns das Mittel gibt.

— Mitte kommenden Monats soll in Kassel eine Versamm­lung sämmtlicher Barbiergehülsen Niederhessen« statifinden, in welcher ein erhöhter Tarif für das Barbieren in und außer dem Hause berathen werden soll. Die Anregung hierzu ist von der Kasseler Innung nach vorherigem Benehmen mit den Leipziger Gehülfen ausgegangen. ^®*86

— Au« dem Elsaß. Der Skandal mit den MuttergotteS- Erscheinungen im Weilerthale nimmt unter stillschweigender Billi- ftung des Klerus seinen Fortgang: im Weilerthale fahren die Götter fort, auf die Erde herabzusteigen und — den Menschen gleich zu werden. Die Madonna, welche dort erscheint, ist eine politische Mutter GotteS, deren unsere FranzöSlinge bedürfen, damit ihnen daS Agitationsfeuer nicht ganz ausgeht Die Be­wohner des Dorfe« Neuholz oder Gereuth, in dessen nächster

Nachbarschaft sich der Schwindel abspielt, treiben bereits ein vollständiges Gewerbe damit, daß sie den abergläubigen Wallfah­rern alle möglichen Märchen ausbinden, um immer mehr herbei- zulocken. Einige der Muttergottes Seher pflegen bereits vor ner­vöser Ueberspannung in Zuckungen zu verfallen und schneiden die häßlichsten Grimassen. Die Oberin des Proseßhaufe« von St. Johann zu Basel war am 16. d. Nachmittags ebenfalls auf der Wiese. Ich weiß es au« dem Munde eines der achtbarsten Bürger von Weiler, daß die Oberin bei ihrer Rückkunft von der angeblichen Wunderstätte äußerte: „Was ich da sah, hat mich em­pört". Und der Straßburger Bischof schweigt noch immer, wäh­rend seine Preßorgane schon das Weiler-Mirakel dem von LourdeS Konkurrenz machen lassen. Es liegen uns zwei Briefe vor, für deren Echtheit wir unzweifelhafte Sicherheit haben. Der eine ist deutsch geschrieben, von einer Bäuerin an ihre Freundin. Es ist darinnen von mehreren Erscheinungen die Rede; die charak­teristischste Stelle aber lautet: »Den 10. Januar war meine Schwester dort gewesen und hat gesehen, wie eine Person in Ohnmacht gefallen ist, wo die liebe Mutter Gottes ihre erschie­nen ist und hat auch mit ihre geredet, dann haben sie die Person auf Weiler geführt zum Herrn Pfarrer und er hat alles ausge­schrieben, wie sie gesehen hat, und unsere Sckuhl Schwester hat mir gegeben abzuschreiben fürs meinen Bruder zu schicken; aber es ist französisch; ich will dirs auch so schicken, Du kannst eS Dir dann auf Deutsch sagen lassen rc." — Der „zweite Brief" ist französisch verfaßt und schildert die „2. Eiscbeinung" der hl. Jungfrau, wie folgt: Das zweitemal erschien sie mit dem Jesus­kind auf dem rechten Arm, in der andern Hand hatte sie ein goldenes Medaillon. Diese Person (Luise Haltenbach von Kol- mar, welcher schon die »erste Erscheinung" zu Theil geworden war), sagte ihr noch: Maria, unsere Mutter was verlangst Du von Deinen Kindern? Antwort: Betet, betet ohne Unterlaß, eure Wünsche werden erhört werden. — Bei der 4. Erscheinung sah sie ernst au«, in der rechten Hand hielt sie ein Schwert, daS sie gegen den Rhein warf und auf die Frage: waS verlangst Du rc., antwortete sie: Betet, betet, der Tag der Befreiung ist nabe! Alsdann verschwand sie, indem sie den Segen gab rc. — Man sieht, die Jungfrau, welche die Visionen hat, oder diejenige, welche die heilige Jungfrau spielt, ist eine sehr abgefeimte Schulwester. Es wäre allmälich hohe Zeit, diesem politischen Spuk eine Ende zu machen. Eine halbe Kompagnie Soldaten würde das Wunder thun, die Wunder aufhören zu machen, was weder Belehrung noch Verspottung diefer Vorkommnisse zu Wege bringen kann.

w * -s Stj.