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wir, diesem verhängnißvollen Augenblick ruhig entaeaenseben und i Absicht zu erkennen geben werde, sogleich m't^Deutsckland wegen auch drüben wohl nicht neben, sondern über Louis Napoleon stehen.
— Unter der Ueber f^r'ft „Der Koch, der die Gesetze gegen die Ka'holiken in Berlin be' eiten muß", ergießen die Jesuiten der «Voce della Verita" jetzt ihren Zorn über den Professor Sckulte, der dabei in folgender liebenswürdiger Weise apostro- phirt wird: „Aber, lieber Schulte, einmal mußt du dock krepi- ren, du bist nicht aQ-tn Altkacholck, sondern auch ein aler Mann, und wenn deine Zeit kommt, mußt du fort. Ich weiß nicht, ob ein Priester an deinem Sterbebett stehen wird, noch viel weniger was für einer, aber auf alle Fälle wirst du eine Stimme hören, j die dir iS Ohr ruft: E'ender, bald wi st ru vor Gotte« Rick- i tersttthl sieben, aber all in, ohne Töllmger, der dich lobt, und ohne BiSmarck, der dir hilft; Mörder deiner Kirche, g:b Recken- i schalt l' Die thatsächlichen Voraussetzungen dieser Sckimpfer-i sind allerdings unrichtig. Weder h >t Herr Prof. Schulte mit den preußischen Vorlag-n etwa« zu schaffen gehabt, noch ist er ein alter Minn, vielmehr noch nickt 50 Jahre alt.
— Frankfurt a M. Diese Woche tr ff-n versuchsweise zum ersten Mal Sckwein- aus Frankreich auf dem hiesigen Vieh- markt ein. Hinsichtlich der hier zum rften Mal zu Tag- getretenen Trickin-n erbalt-n wir die w itere Mittbei ung, daß das trichinöse Schw it, welch-« so unsägliches Unglück v-ranlaßt hat, von den aus Thüringen bezw. Berlin allwöchentlich hier ^getriebenen Sckweinen kommt. Tr. Presse.
— Die Kro 'Prinzessin von H-ffen, Protektorin der Kranken- Pflege des Groß lerzogihums, hat für den 8. F-bruar in den Räum-n des Casino zu Darmstadt einen Maskenball veran'taltet, , zu welchem jeder Darmstädter Zut'itt hat und besten Ertrag zum Besten der Krankenpflege v^rwenret wird.
— CS scheint noch zweif lhast, ob der Plan, eine für die Diöcese Fulda bestimmte spec fisch katholi-che Zei'ung in gaffet ober Fulda zu gründen, wirklich zur Aufführung gelangt. Mögen auch die sogenannten grünen Capläne dafür shwä-mm und selbst zu Opfern bereit sein, so vermuthet man andererseits daß die ältere Geistlichkeit dem Unternehmen abhold fei, weil sie störende Verwickelungen mit der StaatSregierung für eine unausbleibliche Folge hält. Hess. ®.-8tg
— München, 16. Ian. Die „Passauer Zeitung" tadelt, daß für bie Habha'twcrduna der Meilenhoter Raubmör"er .ganz knauserige Prämien" ausgesetzt seinen und fügt bei, um schofle 60 fl.* werde sich ein Jeder, dem sein Leben lieb sei, besinnen, die Banditen zu verrathen. Die angegebene Größe der Prämien ist aber durchaus unrichtig, denn die Regierung von Oberbaiern bat 160 fl., jene von Schwaben und Neuburg 80 fl. und jene von Nieverbaiern 150 fl. und neuerlich weitere 600 fl zu dem be zeichneten Zwecke ausgesetzt, waS zusammen die Summe von nahebei 1000 fl. entziffert.
— Mün chen, 17. Jan. Der Verband süddeutscher Eisenbahnverwaltungen tritt am 24. d. M. dahier zu einer Konferenz zusammen, um die Einführung direkter Billete für die Zeit der Wiener MeitauSstellung zu regeln.
— Metz, 15. Januar. Die aus französischen und deutschen Beamten zusammengesetzte Kommissicn, welch- die neue Grenze zwischen Deutschland und Frankreich festzustellen und abzustecken beauftragt war, hat dieser Tage ihre Arbeit n beendigt. Die neue Grenze ist durch 1,03 Meter hohe und gegenseitig 100 Meter entfernte Steine bezeichnet, und ist es mit zwei Ausnahmen gelungen, die Grenzlinie so zu ziehen, daß sie keine Orts- gemarkungen durchschneidet.
— $ er kaiserliche Prinz empfing nach dem Leichenbegängniß die verschiedenen Deputationen; darauf flieg er in den Garten hinab, wo einige Tausend Neugieffge feiner harrten. Als er dort mit den Rufen: Er lebe der Kaiser! empfangen wurde, entgegnete er: Nicht also; rufen Sie li her: Es lebe F-ankreick! Es soll entschieden sein, daß die Kaiserin und ihr Sobn in Cff- sel urst verbleiben und daß der L tzterc in England feine Großjährigkeit abwartet.
— Die „Opin- nat." glaubt melden zu können, daß die vierte Milliarde der Kriegsevtsckädigung bis Ende Mai vcllstän- big gezahlt sein, und daß die Regierung dann der Kammer die
der Anbietung von Garantien für die fünfte Milliarde zu unterhandeln. Nach der B rechnung der „Opinion-" könnte die Räumung Frankreichs von Seiten der denischen Truppen im August oder Septembr eine vollzogene Thatsache fein.
— Zur Affaire Ba; une wird rer „Preffe" aus Paris gemeldet: General Rimöre hält in seinem Bericht d'e Anklage in Betreff zweier Puffte aufrecht: 1. Unaerecklfer'ig'e Kapitulation, 2. Be^nachltssi mng der nöthigen pfl chtgemäßen Obsorge au« politischen Gründen. In B'tieff des dritten und am meisten grav renven P mkteS, Ei»v rständniß mit dem Feinde, wurde die Anklage aufgegeben, aber f ton das Vergehen Nr. 1 kann hast der Verordnung von 1812 die TodeSstrai- nach sich ziehen. Der Prozeß wird nun siher Anfangs Marz eröffiet werden.
— St. Petersburg, Sonnabend 18 Januar. In Folge Ableben« des Kaisers Napoleon ist am hiesigen Hofe eine zwei- wöch entliwe Trauer angeordnet.
— Nach den „Mittheilungen für die off-ntlich-n Feuervers.- Anst." bestehen in Ocutschlanv zur Zeit 73 öffentl ch' Fen-rver- sicherungSanstalten, bei welchen im Jahre 1870 5600,917.213 Tvaler für Immobilien und 137 207,819 2blr. fü> Mob'li-n versichert waren. Bon diesen Anstalten haben 32 mit 3673 483.016 Thlr Immobilia' Versicherung (im Iadre 1870) Versickerung«« zwang, davon 12 in Preußen mit 930 291 408 Ibtr. Jmmodilar- versickerungssumme und 20 in den brigen Staa'en deS Dcu'schen Reichs mit 2743,191 608 Tbaler Immobiliarversicherung 41 Anstalten mit 1932,434,197 Tvlr. Immobil!ar« und 137,207,819 Thlr. Mobiliaroe,sick-rung (im Jahre 1870) haben keine ZwangS- versicherung, davon 29 Anstalten mit 1826.092,936 Thlr. Jmmo- biiiat’ und 137,207,819 Tblr Mobiliarveisicherung in Preußen, 12 Anstalten mit 106,34l,26l Thlr. Immobiliarversicherung außerhalb Preußen. Auf Preußen treffen im Ganzen 41 öffentliche Ve'sicheruugsanstalten mit 2756,384 344 Thlr. Jmmobiliar- und 137,207,819 Thlr. Mobitiarversicherung.
Lokales.
Hanau, 20. Januar.
— Vorgestern Abend hielt der Musikverein im „Riesensaale" sein zweites Concert ab; dass Ibe et freute sich eines zahlreichen Besuchs, und war die Auswahl der vo-zutrag-nden Stücke eine gelungene, der Vortrag seiest ansprechend. Besondere Erwähnung verdienen die beiden Violinsoli's (von D o p l er und R o d e), sowie die Variationen für Claffnette (Don Beer). Beide Solisten erfreuten sich deS reichsten wohlverdienten B ifaH?. Nach dem Concerte folgte, um den jungen u. älteren Herren und Damen gerecht zu werden, der un eimeiolidte Ball, welcher in gemüthlichster § timmung verlief. — Gestern war nun ein Tag, der, wie man weinen sollte, für auswärtige Vergnügungen nicht geeignet schien, doch „ob's regnet, ob's schneiet,. ob die Sonne sticht, das kümmert den wackern Turner nicht": der Turn- und Fechiclub hatte für den Nackmiltag eine Unterhaltung in den unteren Sälen des WilhelmSbades arrangirt und war dieselbe recht gut frequentirt; freilich muß,en Eisenbahn, Omnibusse und fmfthe« Fuhrwerk die meisten Thecknehwer und Tdeilnchmerinnen an Ort und Stelle bringen. Bald entwickelte sich dorten ein heitr-r Bild: Deklamationen, ernste und heitere Vorträge sowie natürlich auch ein „Tänzchen" ließen die paar Stunden «um Leidwesen Vieler zu schnell entschwinden, und lieferte der gestrige Nachmittag den Beweis, daß, wenn eS gilt. auch daS größte Unwetter dem Turner den Humor nicht verderben kann. d.
Für die Abgebrannten in Melsungen:
Von M R. 2 fl. Von F. G., Wwe., von einem Mi-lhS- pro;eß erübiigt 3 fl.
Zur Entgegennahme und Weiterbeförderung weiterer Gaben erklären uns gerne bereit.
Die Expedition veS „Hanauer Anzeiger-".
— Wasserstand deS Main Pegels heute früh 9 Uhr 0,81 Meter.
SedruSt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses, unter Verantwortlichkeit.des FaktorS.G. PH. Weißbrod.