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Die nach Erlaß des Herrn Minister deS Innern vom 26. Febrnar d. I. vorgeschrie denen
Gesinde - Dienstbücher sind in der Waisenhaus-Buchhand- lung in Hanau zu haben.
Von den in neuerer Zeit so sehr beliebten ¥i@itenlM$ea$
Ton, matt und Glaye, Kotzfarbe in verschiedenen Sorten, mit gepreßtem Rand, rothem und Trauerrand, sowie Menukarten hat d-ie Wai- senhausbuchdruckerei wieder großen Vorrath erhalten und offe- rirt dieselben bedruckt zu möglichst billigen Preisen.
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Vermischtes.
— Der „R. u. St. A." Nr. 281 enthält:
1) Bekanntmachung Kaiserlichen Oberpostamts vom 22. Nov.: Korrespondenz mit Brasilien, der Argentinischen Republick (Bue- nos AhreS) und Uruguay, via Belgien. 2) Bekanntmachung Kaiserlichen Oberpostamts vom 26. Nov.: Postanweisungen nach Großbritannien und Irland. 3) Bekanntmachung Kgl. Preuß. Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 26 Nov., betreffend die fernere frühere Einlösung der zur Rückzahlung am 1. Januar 1873 gekündigten Schuldverschreibungen der 5prozentigen Anleihe des Norddeutschen Bundes vom Jahre 1870 gegen Verzinsung und Gewährung eines Agios.
— Das Kaiserliche General-Postamt hat bestimmt, daß, wenn kaufmännische rc. Avise außerhalb des Orts, wo die be- lreffende Firma ihren Sitz hat, z. B. durch Handlungsreisende auf ihren Touren, zur Post geliefert sind, und wenn bei solchen Avisen am Bestimmungsort die Unbestellbarkeit sich ergibt, dieselben, im Falle die Adresse mit einem Geschäftestempel oder einer sonstigen Angabe der abwesenden Firma und des Wohnorts derselben versehen ist, nicht erst nach dem Orte der Postaufgabe, sondern gleich direkt an den Wohnort der betreffenden Firma zurückzusenden sind.
— Berlin, 25. Nov. Die vielfach beklagte und bedeu- tende Steigerung der Fleischpreise scheint nicht ihren Grund darin zu haben, daß unser Land nicht mehr eine genügende Menge Vieh producirt. Vielmehr ist die Ausfuhr aus Deutschland an Vieh eine sehr umfangreiche. Im vorigen Jahre gingen ins Ausland 139,000 Stiere und Ochsen, 56,000 Kühe, 38,000 Stück Jungvieh, 63,000 Kälber, 378,000 Schweine, 1,791,000 Schafe u. Ziegen. Diese Thiere repräsentiren ungefähr 3'/, Mill. Ctr. Fleisch. Nimmt man die Fleischnahrung für jeden Einwohner Deutschlands auf den hohen Satz von 1 Ctr. pro Jahr an, so würde das ausgeführte Vieh für 3*/t Mill. Menschen Fleisch geliefert haben. Außer dem Schlachtvieh führte Deutschland noch 41,000 Pferde aus.
— Cassel, 25 Nov. Die nachstehende Zusammenstellung der Bevölkerungszunahme der Stadt Cassel wird auch in weiteren Kreisen Interesse erwecken. Cassel zählte, und zwar ein-
schließlich des Militairs:
Einw.:
Häuser
Einw.: Häuser:
1832:
27,302
1643
1852:
36.654
1786
1834:
29,970
1643
1855:
36,849
1787
1837:
31,349
1693
1858:
37,060
1835
1840:
31,819
1692
1861:
38,930
1843
1843:
32,516
1721
1864:
40,228
1877
1846:
34,547
1726
1867 :
41,458
1906
1849:
35,794
1749
1871:
46,375
2074
(Hess.
M.-3ia.)
— Postalisches. Von Zeit zu Zeit gehen der Berliner Ober-Postdirektion anonyme Schreiben zu, welche sich theils aus Aenderungen der bestehenden dienstlichen Einrichtungen beziehen, theils Bemerkungen über den Dienstbetrieb, sowie Insinuationen bezüglich einzelner Beamten oder Unterbeamten enthalten. Allen derartigen anonymen Anträgen, Reklamtionen rc. wird, wie der Ober-Postdirektor bekannt macht, grundsätzlich keine Folge gegeben.
— Ein wohlhabender Berliner Hauswirth besucht häufig eine dortige Weinstube, in welcher auf dem Tische der Stammgäste zum Belieben der letztern eine große Schüssel mit Eiern zu stehen pflegt. Unser Hauswirth scheint nun die Eier, obgleich das Stück jetzt 9 Pfennige kostet, für werthlose Waare anzusehen. Bei dem Schoppen Wein, den er zu trinken pflegte, verzehrte er nicht allein mehrere Eier, die er nicht in Rechnung brächte, son
dern ließ auch eine Anzahl derselben in seine Tasche gleiten, ohne daß es ihn genirte, daß jedesmal an der Stelle der Eierschüssel, die ihm zugewandt war, eine auffallende Lücke zu bemerken war. Der Wirth hatte dazu stillgeschwiegen, aber den Gästen war dieses Gebühren unangenehm. Sie drangen in den Wirth, dem Hauswirth den Standpunkt klar zu machen. Als Letzterer nun am vergangenen Donnerstage sich aus der Restauration entfernte, rief der Wirth den edlen Hauspascha an und veranlaßte ihn, 8 Eier aus seiner Rocktasche zu laden, sowie auch das seit längerer Zeit entstandene Manko zu decken. Um dem Skandal zu entgehen, zahlte der Hauseigenthümer sofort 20 Thaler, die der Restaurateur verschiedenen wohlthätigen Zwecken überweisen will.
— Königsberg i. P., 23. Nov. Der Dampfer „Wilhelm I.", welcher von St. Petersburg in Pillau eingetroffen ist, muß wegen der in russichen Häfen herrschenden Cholera Quarantäne halten. Der Gesundheitszustand der Mannschaft ist ein zufriedenstellender.
— München, 25. November. Die im Ministerium des Aeußern gepflogenen Unterhandlungen bezüglich der Ermächtigung zur Führung der Ulm-Heidenheimer Eisenbahn über bayerisches Gebiet sind geschlossen. — Es hat sich bei Vergleichung der ver- schiedenen Projekte herausgestellt, daß die Bahnlinie über bayerisches Gebiet den volkswirthschaftlichen Interessen am Meisten entspricht und die geringsten Betriebskosten erfordert.
— Bern, 26. November. Die Regierungen der zur bischöflichen Diözese Basel gehörenden Kantone Solothurn, Bern, Baselland, Aargau und Thurgau haben die Beschlüsse der in Solothurn abgehaltenen Diözesankonferenz, betreffend das Dogma der Unfehlbarkeit und den Bischof Lachat von Basel, nunmehr definitiv genehmigt. Die Regierungen der Kantone Zug und Luzern, welche die Diözesankonferenz nicht beschickt hatten, haben sich den genannten Kantonsregierungen nicht angeschloffen. — Die Ge- meindever,sammlung von Solothurn hat ebenfalls das Unfehlbar- keitsdogma verworfen. .
— Der große Orient von Frankreich hat beschlossen mit allen Freimaurern Deutschlands förmlich zu brechen, weil sie nicht gegen die Erwerbung von Elsaß-Lothringen protestirt hätten. Man darf hier wohl fragen, ob die französischen Freimaurer sich so dagegen aufgelehnt hätten, wenn die Franzosen Land und Leute erobert hätten. Freilich sind die französischen Maurer eben Franzosen, welche glauben, daß dieses alles erlaubt sei.
— New - Io: k, 22. Nov. (W. T. B.) Auf Antrag des Berwaltungsraths der Erie-Eisenbahngesellschaft ist der Direktor derselben, Gould, verhaftet, jedoch gegen eine Kaution von einer Million Dollars seine Freilassung wieder verfügt worden. Eine vorgenommene Inspektion der Geschäftsbücher hat ergeben, daß über einen Betrag von 10 Millionen Dollars die Nachweise fehlen.
— New-Iork, 26. Nov Ueber den Inhalt der zu erlassenden Botschaft an den Kongreß soll sich Präsident Gram dahin geäußert haben, daß dieselbe eine Veränderung seiner Politik nicht aussprechen werde. Ob eine Amnestie empfohlen werden solle, sei noch nicht festgestellt, jedenfalls könne dies nur unter der Bedingung geschehen, daß die Amnestirten den Eid auf die Verfassung ableisteten. «. «. St. A.,
fokales.
Hanau, 28. November.
Für die durch Sturmfluth so schwer heimgesuchten deutschen Strandbewohner sind bei der Expedition dieses Blattes eingegangen: