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mit einander verbindende, Meilen lange Eisenbahn und Telegra­phenleitung, die kolossalen Vorräthe an Metallen rc. An der ge- sammten Versicherung Partizipiren zwölf Versicherungsgesellschaften, und zwar die namhaftesten deutschen, alle ausländischen sind prinzipiell ausgeschlossen. Die größte Summe hat die in Essen selbst domizilirende westdeutsche Versicherungs-Aktien-Bank über­tragen erhalten; ih.r Antheil beläuft sich auf 852,972 Thlr. Der westdeutschen Bank zunächst stehen die Aachen-Münchener, die Magdeburger und die Gladbacher Gesellschaft mit je 787,359 Thlr.; diesen folgen die Colonia und die Elberfelder Gesell­schaft mit je 656,133 Thlr., die Providentia mit 459,893 Thlr., die Berlinische und die Stettiner Gesellschaft mit je 393,679 Thlr., die schlesische Gesellschaft mit 328,066 Thlr., die bayerische Hypotheken- und Wechselbank mit 262,453 Thlr., und endlich die Feuerversicherungsbank für Gotha mit 196,839 Thlr.

— Füsien, 19. Nov. Der Engel des Friedens schloß vor wenigen Tagen so schreibt die „Augsb. Abdz." die Augen eines braven deutschen Kriegers, des Büchsenmachers Kern von hier, der unter der ruhmreichen Fahne des zu Kempten gelegenen Jägerbataillons kämpfend im jüngsten Feldzuge von feindlicher Kugel verwundet wurde, ohne daß diese aufzufinden war. Aus dem Militairspitale heimgekehrt, warfen ihn die fürchterlichsten Schmerzen zweimal auf ein langes Krankenlager, von dem ihn heute ein großer Trauerzug zur letzten Ruhestätte geleitete. — Erst die sorgsamste Forschung in der Wunde des Verblichenen entdeckte eine Masse der winzigsten Bleistllckchen, deren Gestalt den Schluß auf gehacktes Blei nicht zuläßt, wohl aber jenen aus ein Explosionsgeschoß. So haben die Freunde derer, die das theure Vaterland an die welsche«, ruchlosen Gesinnungsgenossen verrathen wollten und noch verrathen möchten, gegen interna­tionales Verbot mit Verhöhnung der Nationalehre auch diesen braven Deutschen gemordet.

— Basel, 19. Nov. Ueber die auf heute nach Solothurn zusammenberufene Diöcesanconfernz melden die „Baseler Nach­richten", daß dieselbe gegen das Dogma der Jnfallibilität gerich­tete, entschiedene Beschlusse gefaßt, die Censuren gegen antiinfal- libele Geistliche für unstatthaft erklärt und dem Bischöfe die Be­rechtigung zur Absetzung von Geistlichen ohne Mitwirkung der Behörden des KantonS abgesprochen hat. Die Conferenz erklärte sich endlich gegen die Excommunication der Pfarrer Egli (Luzern) und Gschwind (Starrkirch.)

— Agram, 18. Nov. Die Save ist ausgetreten und hat enorme Verheerungen angerichtet. Der Bahnverkehr mit Ungarn ist unterbrochen.

— Paris, 18 Nov. Nach der von dem Büreau „Ve- ritas" veröffentlichten Liste der Unglücksfälle zur See im Monat Oktober gingen in diesem Zeitraume 240 Segelschiffe und 18 Dampfschiffe vollständig verloren.

— Paris, 19. Nov. Der Marine-Minister hat sich in einem Cirkulare über die Maßregeln ausgesprochen, welche gegen die überhand nehmenden Fälle von Trunkenheit im Marine-Corps zu ergreifen sind. Unter anderen sollen künftig an jedem Sonn­tage beim Verlesen des Tagesbefehls die im Laufe der Woche über Offiziere, Marinesoldaten und Matrosen wegen Trunkenheit verhängten Strafen veröffentlicht werden.

— Paris, Donnerstag, 21. Nov. Wie aus parlamentari­schen Kreisen gemeldet wird, deuten die Aeußerungen vieler Mit­glieder der Kommission zur Vorberalhung des Kerdrel'schen An­trages darauf hin, daß die augenblickliche Krisis eine baldige und befnediaende Lösung finden werde; auch Thiers soll sich in ähn­lichem Sinne ausgesprochen haben. (R. u. st. A )

— Der Präsekt von Rom hat die Haltung eines Meetings untersagt, welches am 24. d. Mt«. Hier stattfinden sollte, um die Einsührung des allgemeinen Stimmrechts zu verlangen. In Motivirung dieser Maßregel ist vom Präsekten darauf hingewie­sen worden, daß das Meeting, wie aus der Veröffentlichung der Veranstalter hervorgehe, dazu bestimmt sei, die bestehende Re- gierungSform und die Stagts-Grundgesetze zu bekämpfen.

— Brooklyn, 19. Nov. Das gestern in einem hiesigen Getreidemagazin ausgebrochene Feuer, durch welches dieses in Asche gelegt uÄd auch die Hauptstraße bedroht wurde, ist gelöscht. £)er entstandene Verlust wird aus etwa 800,000 Dollars geschätzt. — Auch ai s Boston wird unter demselben Datum gemeldet, daß dorten in letzter Nacht ein neues, in kurzer Zeit bewältigtes, Feuer ausgebrochen sei und einen Schaden von etwa 200,000 Dollars verursacht habe.

— Für das in Ieddo nach europäischem Muster errichtete, unter Leitung eines Deutschen, des Herrn Dr. Verbeck, stehende

— Mit dem Konfirmations-Unterricht des ältesten Sohnes des Kronprinzen ist ein junger, wie man hört, sehr hervorragen» der Geistlicher aus Potsdam, der dort noch nicht lange im Amte ist, betraut worden. Die Hofgeistlichkeit soll darob in nicht ge­ringes Staunen gerathen sein, zu welchem sich ein auch in weitere Prediger-Kreise gedrungene- Grauen darüber gesellt haben soll, daß der gedachte Geistliche nicht nur der nicht orthodoxen Richtung, sondern gar dem Protestanten-Verein angehört! Schrecklich, abet wahr. Der junge Geistliche soll von einem älteren Amtsbruder in der Provinz empfohlen worden sein, welcher sich des besonde­ren Wohlwollens der Kronprinzlicken Familie erfreut. <Trib.)

— Gerichtöorganisation im Reiche. Vor Jahresschluß wird voraussichtlich eine Konferenz deutscher Minister die Gerichts­organisation im Reiche, namentlich die Frage der Konstituirung eines gemeinsamen obersten Gerichtshofes, berathen.

— Frankfurt, 17. Nov. Ein interessanter Vorgang wird aus Dornholzhausen gemeldet, einer kleinen französischen Kolonie dicht bei Bad Homburg, die sich dort zur Zeit der Hugenotten­verfolgungen angcsiedelt hat und sich heute noch ber französischen Sprache bedient. Vor Kurzem wollte die Gemeinde ihren in dem letzten Kriege gefallenen Angehörigen einen Denkstein setzen lassen, aber der erst vor Kurzem aus Frankreich verschriebene Geistliche weigerte sich, die Festrede zu halten. Die Gemeinde wußte jedoch sofort Rath, indem sie einen Geistlichen aus Frank­furt kommen ließ, und so hat denn die Einweihung des Denk­steins heute vor 8 Tagön stattgefunden. Der bisherige franzö­sische Pfarrer wird nun wohl nach Frankreich zurükckeheren.

(KarlSr. Ztg.)

— Frankfurt, a. M. 21. Nov. Dem Vernehmen nach ist in der Stadt das Gerücht verbreitet, daß hier ungeschossenes und daher möglicherweise vergiftetes Wild zu Markt gebracht worden sei. Dies ist, wie wir zur Beruhigung des Publikums aus sicherer Quelle mittheilen können, ganz unbegründet, denn e« ist kein Fall bekannt, daß hier derartiges Wild zu Kauf gebracht ist, auch wird Seitens der Marktpolizei gerade in Rücksicht da­rauf, daß in Höchst derartiges Wild in Handel gebracht wor­den war, hier über den Wildprethandel zur Zeit eine möglichst sorgfältige Beobachtung geübt. ®r-

— Aus Hessen-Darm st adt. Einer Zusammenstel­lung in der „Mz. Ztg." entnehmen wir bezüglich der Decanats- Einiheilung des Großherzogthums folgende Einzelheiten. Das ganze Land zerfällt in 23 evangelische Decanale, von denen 8 auf Starkenburg, 10 auf Oberhessen und 5 auf Rheinhessen kom­men. In Starkenburg sind unter den 8 neu ernannten Decanen 4, die schon waren. Sämmtliche gehören der freieren Richtung der protestantischen Theologie an, bis aus einen, mehr nach Rechts hin. neigenden. Von den lO^Oberhessen bekleideten früher schon 8 dieses Amt. Unter diesen 10 steht eine Anzahl mehr auf der positiven Seite; doch huldigen alle einer milderen Auffassung in theologischer Beziehung und sind friedlich, duldsam gegen andere Richtungen. Die 5 Decane Rheinhessens stehen alle auf der freie­ren Seite der Theologie; 2 davon gehören dem Protestantenver­ein an. Mit dem nächsten 1. Dezember soll die Amtsthätigkeit der neuen Decane beginnen.

— München, 19 Nov. Durch ministerielle Entschließung ist die von dem Jesuitenpater Grafen Fugger gegen dessen Ausweisung aus Regensburg erhobene Beschwerde als unbegrün­det verworfen.

— München, 20. Nov. Wie allgemein behauptet wird, hatte die Spitzeder schon vor längerer Zeit das Miteigenthum des „Volksboten" käuflich erworben; bestätigt sich hies, so wäre jetzt die Gantmasse Miteigenthümerin des Blattes 'und es müßte, wie alles Verwerthbare, was zur Gantmasse gehört, auch das Miteigenthum am „Volksboten" zur öffentlichen Versteigerung gelangen. Das von der Spitzeder gegründete „Tagblatt* ist seit zwei Tagen nicht mehr erschienen; die Redaktion hatte zwar er­klärt, sie wolle das Blatt aus eigene Kosten fortsetzen, scheint sich aber eines Besseren besonnen zu haben. ®- ^bjtg.

— Essen, 13. Nov. In den letzten Tagen ist die weltbe­rühmte Krupp'sche Gußstahl-Fabrik wiederum gegen FeUerSgefahr versichert worden. Die Versicherungssumme ist jü sprechend für Umfang und Bedeutung des Etablissements, als daß sich die Mittheilung derselben nicht verlohnte. Dieselbe beläuft sich auf nicht weniger als 6,561,330 Thlr. Selbstredend repräsentirt dieser Betrag nur diejenigen Werthe, welche unter einem Feuer wesentlich leiden können. Nicht versichert sind namentlich der Wald von Dampfessen und das dazu gehörige unterirdische Ka- nalfystem, die das ganze Werk durchlaufende, alle Werkstätten