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Madithmter in HaNM.

Freitag bm SS. Oktober

8te Vorstellung im Abonnement:

Her Störenfried.

Lustspiel in 3 Auszügen v. Rodcrich Benedix.

Anfang 7 Uhr. Ende halb 10 Uhr. (1810)

3tuet bis drei möblirte Zimmer werden von einer kleinen Familie zu miethen gesucht. Zu erfragen Sterngasse Nr. 4, 1. Stock. (1805)

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M^N^PI* rum Versetzen gegen gleich UHVlt ßaare Vorschüsse, sowie Aufträge zum Einlösen besorgt

Frau Schmidt, (1809)vis st vis dem Waisenhaus.

Ein gutes Bett-LU" sucht. Näheres in der Exped. (1783) in junger Mann, welcher seither in ei­nem Bijoutericgeschäft asS Ausläufer

thätig war und sich Kenntnisse im Poliren erworben hat, sucht Stelle.

Adressen bittet man in der Expedition dss. Blattes gefälligst abzugeben. (1800)

/£in paar neue Tanzschuhe wurden ges funden und können gegen die Ein- rückungsgebühren Langgasse 18 in Empfang genommen werden. (1808)

Handlung stets vorräthig.

Frankfurt, 24. Octbr. Der heu­tige Heu- und Strohmarkt war gut befah­ren. Heu kostete per Ctr. 1. fl. 3645 kr., Stroh 1 fl. 612 kr. Butter: I. Quai. 42 kr., II Qual. 40 kr., Lappenbutter bat Pfund im Centner 39 kr.

Im pieuß. Abgeordnetenhause legte der Finanzminister den StaatsbauShaltSetat für daS Jahr 1873 vor. Der Etat weist 206,608,642 Thlr. Einnahmen, sohin über 19 Millionen mehr als im vorigen Jahre, und an Ausgaben 183,180,970 im Or- dinarium, 23,521,726 im Extraordinarium nach, wovon die Re­gierung 7,760,000 für Schuldentilgung, 41 /, Millionen für die Provinzialfondß, 2,215,000 als WohnungSzulage für die Civilbe- amten und eine halbe Million für die Elementarlehrer, sowie entsprechende Summen für Universitäten und Schulen verwenden will. ' tDugsb. Abdztg.)

Für den verewigten Grafen Eberhard zu Stollberg ist zum Präsidenten des Herrenhauses Graf Otto Stollberg mit 84 Stimmen gewählt worden.

Nach Anordnung des Handelsministeriums soll der Wa­gen- und Locomotiven-Park der Ostbahn, Hannoverschen, Nassaui- schen, Bergisch-Märkischen und Main-Weser-Bahn im nächsten Jahre beträchtlich verstärkt werden, Namentlich ist die Be­schaffung von bedeckten Güterwagen mit einer Tragfähigkeit von 200 Centnern in Aussicht genommen.

Berliner Spediteur-Verein, Aktien-Gesellschaft. Eine Anzahl Berliner Speditions-Geschäste ist zu einem Verein unter obiger Firma zusammengetreten. Das Direktorium der Berlin- Potsdamer Eisenbahn hat sich zur Erbauung eines Central-Güter- bahnhofes auf ihrem Terrain und zur Ueberlassnng desselben an obige Gesellschaft gegen einen mäßigen MiethSzins vorläufig auf 10 Jahre verpflichtet. Mit den vorgenannten 6 Geschäften ist das Abrollgeschäft zweier dortigen Bahnen auf die Gesellschaft übergegangen und sie hat gleichzeitig das Abrollgeschäft der Pots­damer Eisenbahn erworben. Die Gesellschaft tritt mit einem Aktien- Kapital von 550,000 Thlr. ins Leben.

Ein Musterwirth. In dem Weißwaarengeschäft der Ge­brüder T . . . . in der Friedrichsstraße zu Berlin kaufte kurz nach dem 1. Oktober eine saubergekleidete Frau kurze Mullgardi­nen, um vier Fenster damit zu bekleiden. Darüber waren vier­zehn Tage vergangen, da kam die Frau weinend wieder in das Geschäftslokal der Herren T . . . . und theilte diesen mit, daß sie am 1. Oktober eine neue Wohnung in der Taubenstraße be­zogen ; kaum aber habe der Wirth die von ihr getauften Gar­dinen an den Fenstern bemerkt, so sei er ihr wüthend und mit der Drohung entgegen getreten, sie sofort exmittiren zu lassen, wenn nicht augenblicklich die kurzen Lappen, wie sich der Wirth ausdrückte, von den Fenstern verschwänden.Ich dulde in mei­nem Hause nur lange Schleier-Gardinen an den Fenstern," ließ er sich zu der armen Mietherin vernehmen. Diese aber betheuerte, nicht die Mittel zu besitzen, um die Fenster nach dem Wunsche des Herrn Wirth ausschmücken zu können. Dann müsse sie zie­hen, lautete das Ultimatum! Der armen Frau stand daS Schreck­bild Wohnungsnoth vor Augen und sie ging deshalb geängstigt zu den Kaufleuten, um neue Gardinen zu kaufen. Die erforderliche Summe dazu hatte die Aermste durch Versatz eines Stückes Bett sich verschaffen müssen. Genannte Herren waren jedoch so human, ihr die Hälfte des Betrages zu erlassen und einer der Geschäfts­inhaber ging außerdem zu dem Herrn Wirth, um ihm das un­gesetzliche und brutale Verfahren gegen seine Mietherin vorzu- halten. Der Herr Wirth aber erwiderte:Ach watt Gesetz, wenn ick exmittiren will, finde ick ooch Gründe!"

Ein großer Theil der in den Frankfurter Brauereien beschäftigten Brauburschen hielten am verflossenen Montag Abend iu Sachsenhausen eine Besprechung über ihre Lohnfrage ab, und erkannten dieselben den jetzigen Zeitpunkt, falls die Prinzipale sich einer Lohnerhöhung nicht geneigt zeigen sollten, als den geeignet­sten zum Einstellen der Arbeit. Wenn mit diesem Strike auch

die Qualität des Bieres besser wird, so dürfte daS Publikum denselben nur mit Freude begrüßen; denn theilweise wird eben hier ein Jungbier ausgeschenkt, welches man in jeder bayerischen Stadt in den Canal würde laufen lassen. <^- O) Ist bei uns n Hanau stellenweise auch nicht viel besser. (Redaction.)

Bern, 21. Okt. Der Beschluß des Kirchenvorstandes der Münstergemeinde, welcher dem schweizerischen Verein für freies Christenthum für die Abhaltung der Festpredigt des Hrn. Pfarrer Lang das Münster verweigert hatte, ist vom Gemeinde­rath der Stadt Bern kassirt worden. Das Münster ist somit Hrn. Lang heute Abend geöffnet und die Schmach, den gefeierten Kanzelredner in andere Lokalität verweisen zu müssen, der Bun­desstadt erspart. (Bund.)

Paris, 19. Okt. Bekanntlich hatte eine gewisse An­zahl von Pariser Kaufleuten gleich nach dem Kriege den Beschluß gefaßt, mit den Deutschen kein Geschäft mehr zu machen. Einer derselben er wohnte in der Rue Alboni Nr. 13 hat in den letzten Tagen seine Zahlungen eingestellt. Auf seinem Laden sind aber noch die Worte zu lesen:II est interdit a tout Alle- mand dentrer ici. (Verbotener Eintritt für jeden Deutschen.) Nun hat ein Witzbold, wahrscheinlich ein Deutscher, mit Kreide folgende Verse hinzugesetzt: Quelle chance pour les Alle- mands que ce marchand etait si patriotique (Welches Glück für die Deutschen, daß dieser Kaufmann so patriotisch war.)

Das Caf6 du grand Balcon an dem Boulevard der Italiens zu Paris ist jedem Deutschen, der einmal die Seine- hauptstadt besucht hat, wegen seines guten Bieres wohlbekannt; Besitzer desselben war, nebenbei bemerkt, lange Jahre hindurch Herr Binding, ein geborner Frankfurter. Der gegenwärtige Eigenthümer des Cafe's ist aber ein Franzose und läßt sich in den Zeitungen die bezahlteReclame" machen: er habe elsässische Kellner engagirt, welche einen Schweizer oder Oesterreicher von einem Deutschen zu unterscheiden wissen und Letzteren, um sie aus seinem Local zu vertreiben, ungenießbares Bier einschenken.

Tr. Pr.

London, Mittwoch, 23. Oktober. DerDaily Tele­graph" enthält eine telegraphische Meldung aus Paris vom 22. d., nach welcher die Dauer des englisch-französischen Handels­vertrages bis zum Ablauf des Jahres 1876 festgesetzt und jeder der vertragschließenden Mächte die Befugniß eingeräumt ist, den Vertrag durch eine sechs Monate vor Ablauf desselben zu ma­chende Anzeige für einen gleichen Zeitraum von Neuem in Kraft treten zu lassen. ^ w @t a )

Mailand, 16. Oct. DasSecolo" in Mailand wid­met nach derHess. Mrgztg." der deutschen Flotte und dem Colonisationsbetrieb des neuen Reiches einen Artikel, in dem es heißt:

Die deutsche Seemacht wird bald eine furätare Nebenbuhle­rin der englischen, amerikanischen und französischen Flotte sein und man wird sich nicht ungestraft mit ihr messen dürfen. Ihre Machtentwickelung beunruhigt Frankreich, da« sich durch sie in seinen außereuropäischen Besitzungen bedroht fühlte. Am meisten macht ihm die deutsche Einwanderung in Tunis Angst. An dem Tage, wenn die deutsche Flagge in irgend einem Hafen des Ori­ents weht, wird Tunis von Deutschland erobert werden und Frankreich in seinen Besitzungen in Algerien bedroht sein. Aber wenn wir die Franzosen fragen, mit welchem Rechte sie sich unter den arabischen Stämmen festgesetzt haben und warum sich keine Anstrengungen scheuen, um die afrikanischen Besitzungen sich zu erhalten, so werden sie uns antworten:Um die Civilisation zu verbreiten". Nun mit demselben Rechte kann auch Deutschland Tunis erobern und die europäische Civilisation daselbst mit viel-