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/^in ordentliches Mädchen vom Lande bei solide Leute gesucht.

Wo? sagt die Expedition. (1637)

<^ch wohne von heute an im Hause der (XJ Herren Gebr. Zimmermann Neben­gasse Nr. 15, neben der Zeichnen-Akademie.

Hanau, 2. Oktober 1872.

(1591) J. O. Jünger.

Hin gelber Rauhpinscher, Ohren und Schwanz geschnitten, am linken Vorderfuße etwas lahmend, fehlt seit Don­nerstag. Dem redlichen Finder eine Belohnung. (1641) Wittwe Wagner, am Markt.

lle Arten von Pfänder zum Versetzen, sowie Aufträge zum Einlösen für das Leihamt werden unter DiScretion angenom­men und besorgt von

Frau Schmidt,

(1642) vis-ä-vis dem Waisenhause. Geschäftszeit von Morgens 7 bis 10 UhrAbends.

KranKfurte^Stadttheater.

Montag den 7. Oktober:

Pyramus und Thisbe". Komische Oper mit Ballet in 2 Akten. Nach einer Novelle von Riehl bearbeitet von H. O. Musik von Ludwig Gellert.

Gesucht: einige Mädchen zum Hutfilzen. Leicht zu er­lernen und hoher Verdienst.

(1636)__C. RoesskT.

Schiffsnachrichten.

Newyork, 4. Oktober.

(Per transatlantischen Telegraph.)

Das Dampfschiff Nemesis, Capt. K. v. Emster, welches am 18. September von Bre­men und am 21. September von Southampton abgegangen war, ist heute 11 Uhr Vormit­tags wohlbehalten hier angekommen.

(Mitgetheilt durch Hauptagent Ad. Treusch, Vorstadt 22, Hanau/,

Wochenschau.

Daö Geschäft tn der abgelaufenen Woche war ein äußerst ruhiges, besonders in den letzten Tagen, an denen die Börse, der hohen israelitischen Feiertage halber, nur sehr schwach besucht war. Die Geldknappheit an der Wiener Börse, wo man bis 80g und mehr Zinsen p. a. auf einige Tage zahlte, die schwie­rige Lage der deutschen Börsen und die Befürchtung weiterer Discontoerhöhungen konnten nicht verfehlen, bei dem ruhigen Geschäftsgang Coursrückgänge zu veranlassen, die für einzelne Papiere sehr beträchtlich waren, und kann es die Haussespecula- tion nur der günstigen Politischen Lage verdanken (der Conflikt zwischen Montenegro und der Türkei wird ja wohl keine weite­ren Folgen haben) daß die Course nicht weiter geworfen wurden.

Die Englische Bank hat inzwischen ihren DiScont auf 5g erhöht, die Preußische Bank ist äußerst rigoris im Discontiren von Wechseln, besonders solcher, die auf Banken oder von Ban­ken gezogen sind, und trotzdem sahen wir am letzten Börsentage eine Reaction eintreten, die die Course einzelner Papiere wieder um einige Gulden hob und die ihren Ausgangspunkt von Berlin nahm, wo ein Makler Disconten in 4|g, wie man sagte im Auf­trage der Regierung kaufte und Geld auf einige Tage sich etwas leichter zeigte.

Greift die Deutsche Regierung der Börse so unter die Hand, so thut dies die Französische, indem sie dem Synbicate der argents de change große Summen für Reports zur Verfügung stellt und die Oesterreichische, indem sie den Banken Geld zufließen läßt, den Novembercoupon schon jetzt einlöst rc.; alles dies zu­sammen genommen aber und selbst vorausgesetzt, daß das Inte­resse besokiders der beiden erstgenannten Regierungen, wie man allgemein glaubt, es weiter erheischt, ernstlichen Erschütterungen der Börse vorzubeugen, so scheint bei der unstreitig sehr precären inneren Lage der Börse immer nur der Schluß berechtigt, daß die Baisse keine zu bedeutende werden könne, keinesfalls aber die Erwartung einer Hausse. Bei der Serie von Feiertagen, die noch bevorstehen, und der abwartenden Stimmung, die momentan herrscht, wird man am wahrscheinlichsten auf ein Hin- und Her­schwanken der Course innerhalb gewisser Grenzen zählen können, so lange nicht neue Momente zutreten, und scheint es daher ge­rathen, weniger auf großen Nutzen als auf rasches Abwickeln von Engagements Bedacht zu nehmen, um dieselben bei Gelegen­heit wieder aufzunehmen.

Auf Details übergehend, heben wir nur Einzelnes hervor, da die Course im Allgemeinen der herrschenden Stimmung folg­ten und erwähnen von Eisenbahnen Staatsbahn, die eine ziem­lich bedeutende Einbuße erlitten, aber wieder zu etwa» höherem Course 347j schließen. Lombarden, die 2231 schließen, hielten sich relativ fest, dagegen waren Galizier sehr matt. Das Ge­schäft darin, sowie in allen anderen Oesterreichischen Bahnen ist äußerst geringfügig geworden, gestaltete sich dagegen aber für Deutsche Bahnen, die ziemlich fest waren, etwas lebhafter.

Banken mußten unter dem Eindruck der bereits erwähnten Maßregel der Preußischen Bank leiden und verloren durchgängig ziemlich bedeutend im Course, schließen jedoch auch wieder fester.

Anlagepapiere etwas mehr beachtet, in Folge der Kündigung der Norddeutschen Bundesanleihe. Silberrente schließt 64}g, nachdem sie bereits 651 erreicht hatte, Papierrente und Priori­täten weisen fast durchgängig eine kleine Besserung auf.

Spanier dagegen eher etwas niedriger, Unites States Bonds in ruhigem Verkehr bei festen Coursen.

Mortgage Bonds werden kaum mehr genannt, Angebot oder Gesuch nur weniger Stücke bringt zuweilen prozentweise Varia­tionen im Course hervor; aber selbst, wenn ein großer Theil

derselben ganz aus dem Coursblatt verschwände, hätte das An­lage suchende Publikum nichts dabei zu beklagen.

Von den sog. Jndustriepapieren hoben sich Continental in der vergangenen Woche sehr hervor. Dieselben stiegen plötzlich auf die Nachricht hin, daß der kleine, noch unbegebene Rest von einem Consortium übernommen sei, bis 124, schließen aber auf Realisationen wieder niedriger. Es läßt sich jedoch nicht ver­kennen, daß das Privatpublicum in letzter Zeit bedeutende An­lage in Actien der Reichs- und Continental-Eisenbahnbaugesell- schaft, die von den ersten Häusern gegründet und patronisirt ist, gemacht hat.

Devisen waren durchgängig fest, trotz der Geldknappheit, nur Hamburg bleibt aus geboten.

Von Sorten finden in Napoleons stets bedeutende Umsätze statt; der Cours derselben war am Ende der Woche etwas nie­driger.

Coupons wenig im Verkehr. Amerikanische Coupons per November sind zu gleichem Course wie verfallene jetzt verkäuflich.

Disconto nicht unter Banksatz zu placiren.

Mitgetheilt durch Gebrüder Stern hier.

DasMil. Wchbl." enthält folgende Mittheilung:Die Leitung der kriegsgeschichtlichen Abtheilungen im großen Gene- ralstabe und die damit verbundene Redaktion des Geschichtswer- kes über den deutsch-französischen Krieg sind dem Obersten und und Abtheilunzs-Chef Grafen von Wartensleben übertragen wor­den. Die abweichende Nachricht der .Darmstädter Allgemeinen Militair-Zeitung" über die Besetzung dieser Stelle entbehrt jeder Begründung."

Im Finanzministerium sind Berathungen über Steuer­fragen unter Hinzuziehung von erfahrenen Beamten aus diesem Gebiete aus den Provinzen eingeleitet worden, und wir hören, daß es sich dabei namentlich darum handelt, die hauptsächlich in Betracht kommenden Spezialverhältnisse in den Provinzen in vollem Umfange kennen zu lernen und danach die Grenzen zu bemessen. Uebrigens ist der Finanz-Minister im vorigen Jahre bereits in ähnlicher Weise vorgegangen, wie er ja auch diesmal beabsichtigen soll, die Steuervorlage, welche damals vom Abge- ordnetenhause verworfen wurde, wieder einzubringen, wenn auch mit einzelnen Modifikationen. tTrw.)

Die Menge der kirchlichen Versammlungen, welche seit wenigen Wochen im deutschen Reiche, sei es von Priestern, sei es von Laien, abgehalten worden, kennzeichneten deutlich den Grad der Bewegung, welchen die kirchlichen Fragen zur Zeit im öffent- lichen Leben erreicht haben. Von den vier rasch auf einander gefolgten Versammlungen der letzten Wochen zu Breslau, Fulda, Halle und Osnabrück ist uns die letzte die wichtigste, weil sie am deutlichsten und klarsten vom Geiste der Versöhnung geleitet wurde. Der deutsche Protestantentag, der sich in Gegensatz zu der Buch- staben-Orthodoxie gestellt hat, ist nach den Reden von Lipsius und Räbiger gleichwohl weit entfernt diese Richtung selbst zu verdächtigen oder auszurotten. Was er will und beansprucht, ist die Durchführung desselben Gedankens, welcher der Reformation zu Grunde lag: die Freiheit des Gewissens. Mit diesem Ge­danken ist die katholische Einheit, wie sie auch von protestantischen Kirchenbehörden hie und da angestrebt wird, schlechterdings un­vereinbar. Mit Schadenfreude blicken Katholiken auf diese pro­testantische .Individualität" herab, die an äußerer Machtentfal­tung der katholischen Zwangsherrschaft freilich weit Nachsicht. Aber der Protestantismus hat nicht den Beruf, die Kirche zu ei­ner äußeren Macht zu erheben, er hat die Aufgabe, die religiösen Bedürfnisse seiner einzelnen Glieder zu befriedigen, die überlie-