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Tarife. Telegraphische Depeschen.

l. Im Jntcrnen-Bcrlchr. (Deutsches Reich.)

1. Zone (bis zu 18 Meilen) . . . 5 ®gr.

2. „ ( „ „ 52 " ) ■ ; ' : ’

3. „ (darüberhinaus b. z.-usl.Grenze) 15 „

II. Im Vercins-Berkehr. (Deutschland, Oesterreich und der Niederlande.) bis zu 8 Tax-Quadrate 8 Sgr. über 8 „ 16 „

MerZoosungeN

Frankfurt, 13. Sept. Bei der heute fortgesetzten Ziehung 6. Klasse der 162ften Frankfurter Stadtlotterie haben nachbe­zeichnete Nummern die beigesetzten Haupt- preise erhalten: Nr. 14406 19278 24944 576 je 1000 fl., Nr. 1770 7145 23341 11235 25501 13940 14043 646 14607 20535 je 300 fl.

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— Des Königs Majestät haben nach dem „R. u. St. A." geruht, die Zusammenberufung der Kommunal-Landtage der Re­gierungsbezirke Cassel und Wiesbaden auf den 29. d. Mts. nach den Städten Cassel und Wiesbaden zur Erledigung von Geschäften zu genehmigen und für den Kommunal-Landtag des^Regierungs- bezirks Cassel den Ober-Vorsteher Ferdinand v. Schutzbar, genannt Milchling, zu Münden zum Vorsitzenden und den Ober-Amtsrichter Gottlob Wolfs von Gudenberg zu Cassel zu dessen Stellvertreter, und für den Kommunal Landtag des Re­gierungsbezirks Wiesbaden den Regierungs-Präsidenten v. W u r m b zu Wiesbaden zum Stellvertreter des Ober-Prästkentsn von Bo- delschwingh zu Cassel als Königlicher Kommissarius, den Re­gierungs-Präsidenten a. D. Winter zu Elmshausen zum Vor­sitzenden und den Grafen Matuschka zu Schloß Volliaths zum Stellvertreter des letzteren zu ernennen.

— Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Kunst-Feuerwerker Karl Vido covich zu Höchst das Prä­dikat eines Königlichen Hof-Kunstfenerwrrkers zu verleihen.

— Nach der letzten Notiz über die Ausprägung der Reichs- golkmünzen waren bis zum 24. August 1872 in den Münzstätten des Deutschen Reichs in Zwanzigmarkstücken 238 261,500 Mark und in Zehnmarkstücken 24 018,460 Mark ausgeprägt worden. In der Woche vom 25. bis 31. August d. J. sind ferner geprägt in Zwanzigmarkstücken: in Berlin 5,046,420 Mark, in Frankfurt a./M. 1,479,640 Mark, in München 753,060 Mark, in Dresden 1,111,180 Mark und in Stuttgart 507,180 Mark, ferner in Zehnmarkstücken: in Hannover 986,120 M rrk, in Frankfurt a./M. 555,380 Mark und in München 240,170 Mark.

Die Gesammt-Ausprägang stellt sich Daher bis 31. August d. I auf 272,959,130 Mark, wovon 247,158 980 Mark in Zwanzigmarkstücken und 25,800,150 Mark in Zehnmarkstücken bestehen.

— Nach der Hinausschiebung der deutschen Grenze bis an das Vogesengebirge hat die alte Festung Mainz ihre Bedeutung als „Schlüssel Deutschlands" im Wesentlichen eingebüßt. In den leitenden militärischen Kreisen ging man daher lchon lange mit dem Plane um, dies alte Bollwerk des Reichs in einen großen befestigten Waffenplatz zu verwandeln, was zugleich die Herstel­lung einer direkten Bahnverbindung mit Metz und Straßburg zur nothwendigen Folge haben mußte. Das Kriegsministeiium hat jetzt den vom Generalstabe vorgelegten Plan auszuführen beschlossen, nachdem da« von der Regierung entworfen Netz der neu anzulegenken Reichseisenbabnen die Zustimmung des Reichs­tages erhalten hat. Das künftige Mainz wird daher ein groß­artiger Sammet- und Depolplatz für die beut'chen Heere und ihre Bedürfnisse s in, die dazu nöthigen Bauten sollen schon in näch­ster Zeit begonnen werden und so wird sich denn das gewaltige Material zur Vertheidigung des Reichs in Zukunft an den selben Orte befinden, wo bis dahin nur Waffen gegen den Bestand desselben geschmiedet worden sind.

— Darmstadt, 13. Sept. Die „Darmstädter Zeitung" meldet in ihrem amtlichen Theite, daß der Gedeime Rath Hof. mann zum Minister des Aeußern und zum Präsidenten des Ge sammtministeriums, der Ministerial-Rath v. Stark zum Direktor des Ministeriums des Innern und der Hof-Gerichts-Rath Kempff in Gießen zum Direktor des Justiz-Ministeriums ernannt, der Minister Linvelof aber, sowie der Slaats-Rakh Frank und der Geheime Rath Rodenstein in Ruhestand versetzt worden sind.

<R. U. Stü.)

— Bremen, 11. September. In der heutigen Sitzung der Bürgerschaft wurde der von der Finanz-Deputation vorg - legte Vertrag über den Abschluß einer 4£ proz. Staats Anleihe von 18 Millionen Mark zum Course von 99'/,, pCt., nachdem der Senat dem Vertrag bereits seine Zustimmung ertheilt, ohne Aenderung genehmigt.

— Dresden, 10. Sept. Die kostbaren Ebrendiplome, welche die Stadt Dresden für ihre beiden neuen Ehrenbürger,

Die nach Erlaß des Herrn Minister des Innern vom 26. Februar d. J. vorgeschrie­benen

Gesinde -Dienstbücher sind in der Waisenhaus Buchhandlnng iw Hanau zu haben.

den Fürsten B i s m a r ck und Graf M o l t k e, bestimmt hat, werden in den nächsten Tagen durch eine besondere Deputation aus Rath und Stadtverordneten nach Berlin überbracht werden. Die Diplome bestehen in zwei ehernen Tafeln in massiv geschnitz­ten Ebenbolzrähmen, die mit silbernen und goldenen allegorischen Emblemen geschmückt sind und den Reichsadler und das Dresde­ner Stadtwappen zeigen.

— Posen, 10. Sept. Mehrere Domherren aus Gnesen haben bei der Regierung beantragt, den Erzbischof Ledockowski des Landes zu verweisen, weil er Jesuit und Ausländer ist. So läßt sich die „N. Fr. Pr." telegraphisch melden. Uns e,scheint die Sache wenig glaubhaft. (8r,ft $«5«.)

— Bern, 10. Sept. Wie verlautet, soll vom Kriegsde­partement dem Obersten Stoffel eine bedeutende militantste Stellung in der eidgenössischen Armee angeboten worden s in.

— Frankreich. Paris, 11. Sept. Der Präsident der Republik hat gestern in Trouville die Ernennung von 450 Suvalternosfizieren unterzeichnet. Die CadreS der Armee' sollen so bald als möglich vollzählig gemacht werden. — Der Kriegs- Minister hat in Uebereinstimmung mit Artikel 4 der Znsatzkon- vention zum Frankfurter Frieden, Befehl gegeben, alle in Elsaß- Lothringen gebornen Galeerensträfli nge, welche nicht die franzö­sische Nationalität erwählt haben, in kurzer Frist der deutschen Behörde zu Versüwng zu stellen.

— Der Minister Graf Remusat hat mit dem deutschen Geschäftsträger Grafen Wesdehlen ein Abkommen über die Räu­mung der beiden Marnc-Departemenls dahin getroffen, daß diese militairische Bewegung im Hinblick auf den noch nicht vollende­ten Bau der Barackenlager um einige Tage verzögert werden möge. — Marschall Bazaine ist sehr leidend. Es wird ver­sichert, daß sein Befinden seiner Umgebung Bedenken einflößt.

— Die Gesellschaft der Pariser Aerzte hat bekanntlich aus Natoinalhaß die dreiste Behauptung aufgeft ßt, daß die deutschen Aerzte während des leß'en Krieges ihre Pflicht nicht gethan, die Genfer Konvention verletzt und die französischen V rwunketen, die in ihre Hände gefallen sei n, schlecht hehandelt hätten. Da­gegen schreibt jetzt der Dr. Antonio Battoni dem in Rom er­scheinenden „Dirtto" aus Ferrara, daß er den Feldzug als Arzt in der von Garibaldi befehligten Vogesen-Armee mitgemacht habe: Als sich die Gartbaldianer am 31. Januar von Dijon vor den Preußen nach Chagny zurückzieben mußten, liessen fu über 100 schwer verwundete Kameraden in Feindeshancen zurück. Am 3. März kam Dr. Baitoni nach Dijon zurück und erfuhr von den Verwundeten, daß sie sich von Sei en der prenß.scheu Aerzte der besten Pflege zu erfreuen gehabt hätten und daß man denen, wel­chen ihr Zustand mit der Zeck gestattet hätte, Dijon zu verlassen, um nach Cdalons, Macon oder Phon zu gehen, nach besten Kräf­ten behilfl ch gewesen sei. Dr. Battoni schli ßt mit dem Wunsche, daß auch Andere gegen die Verleumdungen der Pariser Geiell- schaft auftreten und der Wahrheit die Ebre geben, bannt eine um die leidende Menschheit so verdiente Klasse, wie die deutschen Aerzte, nicht unter den unverdienten Vorwllifen leiden, die ihr die Pariser Kollegen woyl nur aus Nationalh. ß gemacht haben.

— In dem Bureau für unbestellbare Briefe (Dead letter office) in Washington liefen im letzten Jahre circa drei Milliv- nen Briefe ein. Auf 58,000 Briefen waren weder Staat noch Counth angegeben, auf 400,000 waren keine Marken und 3000 hatten Postmarken, aber keine Arreste. In den Briefen murren nach Eröffnung 92,000 Dollars in Baargeld und 3 000 000 Dollars in Wechseln, Checks rc. gefunden. Es befand sich dem­nach in jedem unbestellbaren Briefe durchschnittlich ein Dollar in Geld- oder Geldeswerth.

— Kostenersparnis bei Dampfmaschinen. Eine Kostenersparnis von 60 Procent in der Hcrstellung des Dampfes soll durch eine in Boston gemachte Eifindung berb.igtführl wer­den, Durch diese Eifindung wird nämlich der bisher nutzlos sreigelaffene und verschwendete Dampf durch Chlinker zurückge-