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Schwanhelm, wo er Einkäufe in Begleitung eines baumlangen Kerls gemacht, gesehen und von einer Frau, welche ihn aus dem Gefängniß her kannte, recognoscirt worden sein.

Zwischen den Mainuferstaalen Preußen, Bayern, Ba­den und Hessen sieben Verhandlungen wegen gemeinschaftlicher polizeilicher Main-SchifffahrtS- und Flößereiordnung in Aussicht.

(Franks. Presse.)

Die 16. Versammlung deutscher Architekten und Ingenieure findet in Karlsruhe vom 22. bis 26. September statt. Eben­daselbst wird die 13. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure am 22. September abgehalten.

Der Oberstlieutenant Stosfel, der bekanntlich Mili- tair-Bevollmächtigter Frankreichs in Berlin bei Ausdruck des Krieges war und durch seine Berichte über die deutsche Armee sich einen Namen machte, ist in den Ruhestand versetzt worden.

London, 22. August. Mit dem PostoampserScan dinavian" ging gestern von Liverpool eine militärische Expedition, bestehend aus 44 Unteroffizieren und Mannschaften und mehreren Offizieren des Genie CorpS, nach Quebect ab, welche den Auf­trag hat, eine nochmalige Vermessung der Grenzlinie zwischen den britischen Besitzungen in Nord-Amerika und den Vereinigten Staaten vorzunehmen. Da« Werk wird wahrscheinlich 6 Zahre in Anspruch nehmen.

London, Sonnabend, 24. August. Die amtliche .Ga­zette" Publizirt eine Verordnung des Geheimraths, nach welcher alles aus Deutschland, Oesterreich, Ungarn, der Türkei, Italien, Griechenland, Belgien, Frankreich imporlirte Vieh spätestens 10 Tage nach der Landung geschlachtet werden muß, ausgenommen, wenn dasselbe in Southampton gelandet wird und dort Q -aran- täne gehalten hat. Die Landung russischen Viehs wird gänzlich untersagt; die Einiuhr von Vieh aus den oben nickt namentlich aufgesühettg Ländern ist auch ferner gestattet. <* "*«>

Ungefähr zwei Meilen von Waterford (Irland) ist ein ausgedehntes Kohlenlager entdeckt worden.

Herr Straften in Ayeftone in Dorchester hat ein Mittel gegen die Maul und Klauenseuche entdeckt und dasselbe stets mit dem besten Erfolg auf seiner Farm angewandt. Der P-ozeß ist folgender: 6m Vot^ chlo>siuren Ka>i's wird in einem Quart Wasser aufgelöst, wozu acht Drachmen Kampherspiritus gethan werden, sobald das Mittel in Anwendung gebracht wird. Theer mit ein wenig Speck aufgew icht, helft jedes Uebel in en Beinen Dieses Verfahren ist drei Tage zu wiederholen. Für Kälber und Schafe genügt die halbe Quantität.

Ein gewisser Herr Guida in Nizza hat demAthenäum" zufolge ein P anoforte erfunden, das in der That ki Töne ver­schiedener Instrumente umfaßt. Der Erfinder hat feinem Cla- vier den NamenOrchestrion" gegeben.

Nordamerika. Je näher der Zeitpunkt her Präsi­dentenwahl heranrückt, um so erbitterter wird der Kampf. Er gilt diesmal als ein b'ispullos bitterer. Der Wahltag ist der 5. November und am 4. März 1873 hat der n-ue P,äsirent sein Amt anzutreten. Es steht zu erwarten, daß diesmal 7 Mi - liouen Stimmen abgegeben weiden. G ant soll 134, Greel y 95 Stimmen sicher haben, während 137 Stimmen zweifelhaft bleiben. Für sehr wichtig gi t die Wahl in Penn'h oanun.

Die ägyptischen Truppen haben unter Aniührung des Schweizers Werner Munzinger die Gr nze Abyssiniens überschrit­ten und einige strategisch wichtige Punkte offuput. Ein balliger Zusammenstoß mit den Truppen des Fürsten von Tigr6 ist den T. R." zufolge sehr Wahischeinlick.

Ein chiru-gisches Bravourstück. Der Kaufmann Hötzolo in Eckartsberga (SatDien), 23 Jahre alt, wurde 1870 zum Kriegsdienste einberufen. Der blühende jung- Mann, der mit Auszeichnung an den blutigsten äcnoneu des Ruse-ckampses Theil genommen hatte, kehrte zurück, den Krim des nahen Todes in siL tragend. Unter andern Verwundungen war er in den Schlacht n um M tz Den einer C-aff po kugtl getroffen worden, die ricochelirend ihm die Zeben ei.es Fußes w gnahw, mehrere Rippen zerschmetterte. und tchließlich in die Lungengegend ein ge­drungen war. Die Fußwuno n wurden g heilt, in essen b ieb der G>sammtz>istand d-s Mannes ein höchst bedenklicher. Fort­während innere Eiterung, die ärgsten Alhmungsbes! werden und allerlei sonstige Symptome 'chienen anzuzeigen. '- die Tage des wackern Jünglings gezählt teien. Wiede-holte Sonri^ungen machten ntlich es unzweif lhait. daß das tödliche Geick»ß noch in den inneren Gefäßen sich befinde. Aber w.e der Kuge bei­

kommen? DaS war die schwierige Frage. Der Meisterhand be» Prof.ssors Dr. Volckmann in Hall- ist es Vorbehalten geblieben, hier ein bewunderungsvolles Kunststück der Chirurgie auszuführen, indem es ihm gelungen ist, die ganz breit gedrückte Kugel aus dem verstecktesten Winkel des Körpers herauszuholen und dem beglückten Kranken in die Hand zu drücken, sie Operation, welche vor einem zahlreichen Auditorium junger Medicincr voll­zogen wurde, kann, wie dieMagveb. Zig." versichert, als voll­ständig gelungen angesehen werden, da daS Befinden des Operir- ten Nichts zu wünschen übrig läßt. Mit der bleiernen Ladung selbst hat der Professor Volckmann gleichzeitig einen ganzen Knäuel von Tuchfetzen, Lederstücken mit zu Tage gefördert, welche in den Körper mit hineingeschossen waren. Wahrscheinlich Monturfrag- mente.

Beamten-LebenSversicherung. Bon der Regierung zu Po­sen ist ein Erlaß an sämmtliche Mitglieder. Subalternen ünd Unterbeamte, einschließlich der Regierung--, Haupt- und Provio- zial-Jnstiluten Saiten ergangen, worin auf die Vortheile binge« wiesen wird, die den Beamten im Allgemeinen die Lebensversiche­rung bedüfs Sicherstellung ihrer Familien bietet, ui d zugleich davon in Kenntniß gesetzt, daß die Regierung mit der Germania, Lebensversickerungs Aklien-Gesellschaft zu Stettin, ein Abkommen getroffen hat, welches den betreffenden Beam'en bei der Auszah­lung der Versicherungssumme im Todesfälle wesentliche Vortheile und Erleichterungen gewährt. Es ist in dem Erlasse Hervorge- hoben, daß die Germania unter den soliden größeren Gesellschaf­ten die niedrigsten festen Prämiensätze hat und durch ihre Ein­richtungen sowohl als ihre auegebreitete Thätigkeit eine vorzüg­liche Sicherheit bietet und werden demgemäß die Behörden auf» gefordert, die Anmeldungen der Bamten ihres RefforlS zu ver­mitteln und der königlichen Regierung einzureichen.

Wir sind in Folge von GesLästsüberhäufung leider nicht in der Lage, unsern Wochenbericht diesmal in gewohnter Weise erscheinen zu lassen und beschränken uns daher darauf, an dieser Stelle auf die am 1. September a. c. stattfindenden Ziehungen der:

Oesterreich. 1864er fl. 10GLoose, Haupttreffer fl. 200,000, niedrigster fl. 175,

Augsburger fl. DLoose, Haupttreffer fl. 4,000, niedrigster fl 8;

42/5% Neapler Fr«. 150-Loose, Haupttreffer Frs. 20,000, niedrigster Frs. 150., aufmerksam zu machen.

Die Loose sind stets vorräthig und werden billigst abgegeben bei Gebrüder Stern.

Lokales.

Hanau, 25. August.

Gestern Abend gegen ?10 Uhr, als ich auf dem Wege an der Gelatinefabrik vorbei (über den Waldesel) von einem Spaziergang zurückkehrte, sah ich plötzlich am nordwestlichen Himmel ungefähr von der Mitte zwischen dem Sternbild desgroßen Bären" und desBootes" bis in die Höhe des Steinbildes derKrone" Hiebt streifen paralM neben einander, welche sich dann in eine rau* benförmige Lichtmasse auflösten, worauf wieder Sternchen erschienen. Es war natürlich blos ein Nordlicht. H.

Zwei Familien (Metzgermeister N. und Goldarbeiter S.) gerietben gestern Abend zwischen der Rosenau und der Stadt in eine Calamität, welche leicht bedenkliche Folgen hätte nach sich ziehen können. Am besagten Platze waren die Schachtlöcher für die Frank­furter Quellwasserleitung nicht beleuchtet und im Begriffe zwei sich dorten begegnenden Fuhrwerken auszuweichen, kamen sie glücklicher­weise auf einen nicht breiten Streifen festen Grundes, der zwischen den Löchern sich b>findct. Es wäre doch hier wirklich am Platze, daß die Herren Unternehmer dieses Wasserleitungsbaues für eine anständige Beleuchtung sorgten. X.

Taö im Frankfurter Zoologischen Garten vorige Woche eingctr offene Faulthier zog gestern eine Masse Neugieriger, unter Ändern auch viele von hier, an, so daß der betr.ffende Garten sich einer sehr starken Foquenz zu erfreuen hatte. Dasselbe leistet einst­weilen dem Elepoanten in seinem Hause Gesellschaft. Wir hoffen, baß sich Niemand dieses Exemplar in seiner Thätigkeit zum Muster nehmen wildd.

Wasserstand des Main-Pegels heute ftüh 7 Ubr 9 Zoll.

Mamwasse,wärme (an der Wörner'schen Badeanstalt ermittelt i heute 1 6 Grad.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. WaiienhauseS.