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S<Z>iffs«ackric4iten.
Newyvk, 16 Au ruft.
(Per transatlantischen Telegraph.)
Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Main, Capt. K. v. Oterendorp, welches am 3, August von Bremen und am 6. August von Southampton abgegangen war, ist heute 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten hier auge- kommen.
(Mttgetheilt durch Hauptagent Ad. Treusch, Vorstadt 22, Sanau:
Frankfurter Viebmarkt.
Frankfurt, 19. August. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Die Preise hielten sich auf der früberen Höhe, da die Landwirthe bei der reichen Futtererndte theils ihr Vieh behalten, theils noch neues anbinden. Angetrieben waren: 320 Ochsen, HO Kühe, 200 Kälber und 300 Hämmel.
Die Preise stellten stet): Ochsen 1. Qual. 39 fl. 2. Qual. 37 st.
Kühe „ 35 „ „ 33 ,,
Kälber „ 35 „ „ — ,
Hämmel „ 33 „ „ —„
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Die nach Erlaß des Herrn Minister des Innern vom 26. Februar d. I. vorgeschriebenen
Gesinde - Dienstbücher sind in der Waisenhaus-Buchhandlung in Hanau zu haben.
— Vom Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten ist. dem „Reichs- u. Staatsanzeiger" zufolge, den Herren w Wirth u. Comp. in Frankfurt a. M unter dem 15. August 1872 ein Patent auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesene Maschine zum Feilenhauen, soweit dieselbe für neu und eigenthümlich eracptet ist, ohne Jemanden in der Anwenduug bekannter Theile zu beschränken, auf drei Jahre von jenem Tage gerechnet, und für den Umfang des preußischen StaatS ertheilt worden.
— Berlin, 15. August. Der Kaiser hat den Befehl hierher gelangen lassen, daß während der Anwesenheit der Kaiser von Rußland und »Ton Oesterreich, und zwar am Abend des 7. September nach Schluß der Gala Oper ein großer Zopfenstreich der vereinigten Spielleute und Militairmusik-Chöre des Garde- corps stattfindm soll. Dieser Monstre-Zapfenstreich, an dem somit 22 Musikcorps mit etwa 725 Mann Musiker u. ca. 350 Spielleute theilnehmen werden, wird voraussichtlich von dem Schloßplatz seinen Ausgangspunkt nehmen. Mit der Leitung dieser ganzen Musikaufführung ist der 'Dtufitbireftoi Saro beauftragt. (D. R- C.)
— Cassel, 15. August. Die nächste Jahresversammlung deutscher Zahnärzte soll, wie man glaubhaft erfährt, in Cassel abgehalten werden. Der Beschluß wurde in der vor Kurzem in Wien stattgefundenen, von einigen hundert Mitgliedern besuchten Versammlung auf den gestellten Antrag des Hof-Zahnarztes Zimmer dahier einstimmig gefaßt. (®eff- ^^s->
— Weitere sehr günstige Erndteaussichten melden die Blätter aus den Regierungsbezirken Merseburg, Arnsberg und Schleswig.
— Krefeld, 12. August. Dem Conrponisten der „Wacht am Rhein", Musikdirector Karl Wilhelm, der seit einiger Zeit wieder in unserer Stadt wohnt, ist von dem Kaiser der Kronenorden dritter Klasse verliehen worden. Sonnabend Morgen wurde ihm die Decoration durch den Herrn Bürgermeister, Re- gierungsralh Roos, in Begleitung der Vorstandsmitglieder der Liedertafel, überreicht. Abends fand Herr Karl Wilhelm sich trotz seines leibenden Zustandes zu dem „Musikalischen Abend" der „Liedertafel' aus der Oelmühle ein, woselbst ihm von allen Seiten, besonders von seinen vielen alten Freunden, die herzlich- lichsten Glückwünsche für die ihm gewordene Anerkennung ausgesprochen wurden. Gestern Morgen hatte die „Liedertafel" im Garten des von Karl Wilhelm bewohnten Haus s ein kleines Concert zu Ehren ihres geliebten früheren Dirigenten veranstal- tet, dem die „Krefsider Kapelle" ein Ständchen folgen ließ. Karl Wilhelm sprach mit warmen Worten für die Huldigung seinen innigen Dank aus, den er leider nicht in der Lage sei, seinen lieben Freunden und Bekannten allen einzeln auszudrücken.
— Dortmund, 12. August. Ueber einen Unglücksfall in der Overbeck'schen Bierbrauerei schreibt der „Dortm. Anz.": Heute Nachmittag gegen 6 Uhr stürzte ein fast vollständig aus-
« gebauter Schornstein der Peter Overbeck'schen Bierbrauerei in der Höhe von über 100 Fuß plötzlich ein und wurden drei Mau- rer, die nach oben arbeiteten, unter den stürzenden Steinmassen begraben. Nach halbstündiger Arbeit wurde einer der Verunglückten mit zerschmettertem Kopfe herausgeschafft. Er gab nach einigen Minuten seinen Geist auf. Die beiden anderen Maurer wurden nach Verlauf einer Stunde ebenfalls aus dem Schutt ausgegraben. Dieselben waren buchstäblich am ganzen Körper zerschmettert und kaum wiederzuerkennen. Zwei der Verunglückten find Familienväter. Ueber die Ursache des Zusammensturzes hörte man von allen Seiten und namentlich von Seiten der zahlreich anwesenden Poltere und Maurer das übereinstimmende Urtheil, daß nur der mangelhafte bei dem Bau angewandte Mörtel, welcher als „Ziegenmehl" treffend bezeichnet wurde, die Schuld trage. Die Leitung des BaueS halten die Herren Baumeister K. und Maurermeister T. Noch heute Abend wurde im Beisein des Bürgermeisters Dr. Becker der vorhandene Mörtel konfiszirt und sodann durch den Staatsanwalt unter Assistenz mehrerer
Sachverständiger ein Protokoll über den ganzen Hergang ausgenommen.
— Breslau, Montag, 19. August. Der dreizehnte allgemeine deutsche Genoffenschaftstag wurde gestern Abend durch eine sehr zahlreich besuchte Vorversammlung eröffnet. In derselben wurden zu Präsidenten resp. Vice-Präsidenten erwählt Nizze (Rib- nitz), Laßwitz (Breslau), Stromayer (Konstanz). — Die heutige erste Hauptversammlung des Genosftnschaststages wurde vom Präsidenten Nizze mit einer Ansprache eröffnet. Demnächst wurde die Versammlung im Namen des Magistrats und der Kommune BreSlau von dem Bürgermeister Dr. Bartsch willkommen geheißen. <3t- St. n A).
— Mühlhausen, 15. August. Der General-Feldmarschall Graf von Moltke ist hier eingetroffen und im Hotel Ro- mann abgestiegen.
— Ein preisgekröntes Fest-Knödelessen fand kürzlich in einem Gasthause zu Westheim statt. Es waren drei Preise ausgesetzt und diese wurden von drei Herren gewonnen. Der erstere dieser Herren hatte 26, der zweite 19 und ber dritte 16 Knödel ä 9 Loth zu sich genommen. Hier darf man wohl von ganzem Herzen „Gesegnete Mahlzeit" wünschen.
— Paris, 17. August. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, de R6musat, hat ein Cirkular an alle Konsular« Agenten Frankreichs erlassen, worin offiziell die Aufhebung der Taxe von 10 Frcs. für Paßvisa angezeigt wird.
— Petersburg, 17. August. Die Ansiedelungen im Lande der donischen Kosaken mehren sich. Die meisten derselben befinden sich im Musischen Bezirk, wo die deutschen Besitzungen (Rosen- thal, Ostheim, Kronthal, Grünthal, Rosenfeld rc.) einen fast zusammenhängenden Komplex bilden. Im Ganzen zählt man 27 solcher Besitzungen mit 270 Höfen und 1800 Bewohnern.
— St. Petersburg, 14. August. Durch die Brände in Nishni-Nowgorod vom 6. und 7. Juli sind, wie der „Börse" geschrieben wird, am 25. bei der Petersburger Anfahrt 98 Fahrzeuge und am 26. bei der Sibirischen Anfahrt 17 Fahrzeuge zerstört. Der Schaden, der durch die erste Feuersbrunst verursacht worden, wird mit 1,050,690 R., der der zweiten mit 446,847 R. berechnet,
— Der „Bohemia" schreibt man aus Trieft: Eine der bösartigsten Arbeitseinstellungen, die bisher hier vorgekommen siud, ist jene der sogenannten „Sesselotte“. Es sind dies Arbeiterinnen, die in dem großen Etablissment einer Frau A. F. außerhalb Triest das hier in enormen Mengen durchgehende Gummi arabi- cum sortiren. Diese Damen inscenirten ihre Strike damit, daß sie vor die Wohnung der gedachten Frau zogen und unter Heulen und Schreien eine Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit begehrten. Die Frau erschien auf dem Balcone und bat fiel eine Deputation aus, mit der sie die Sache besprechen wollte — aber „da wurden die Weiber zu Hyänen" und die an 150 Köpft zählende Weiberschaar zerbrach Fenster und Thüren und dranz unter Heule» und Toben in das Gebäude ein. Was nun folgst — entzieht sich aller Beschreibung. Genug, die Wüthenden be sudelten Gänge und Zimmer in der abscheulichsten Art und alt sie schließlich gar in das Schlafzimmer der Eigenttzümerin, bt sich mittlerweile geflüchtet hatte, eingedrungen waren, beschmutzte, sie deren Bett in der unaussprechlichsten Weise. Es erschien nm eine Polizei-Patrouille, die aber mit Steinen und Prisen un! Heulen empfangen wurde und viel zu schwach war, um etwa ansrichten zu können. Erst als Verstärkung herannahte und de intervenirende Commissär die drei gesetzlichen Aufforderungen a: die Excedentinnen zum Ausemandergehen — jedoch fruchtlos - gerichtet hätte, gingen die Polizei-Organe mit gefälltem Bajon nete vor, worauf die Damen nach allen Seiten auSeinanderstoben Die Rävelsführerinnen wurden verhaftet und dem Landesgericht eingeliefert, aber am andern Morgen zogen die Weiber unte Heulen und Toben vor das Etablissement uns mußten neuerdingi mit Waffengewalt auseinandergejagt werden.