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bei den Gefäßen und Nerven sein Schlimmes hatte. Oberflächliche Störungen des Zusammenhanges brachten gern Reizzustände hervor, während vollkommene Trennung die Funktionen ganz aufhob und zur Atrophie führte. Auch bei den Knochen waren die Verletzungen häufiger uno schlimmer als früher. Schlägt das Projektil einen Canal durch den Knochen, so ist umgekehrt wie bei den Canalschüssen der Weichtheile die Austrittsöffnung die größere. — Bezüglich der Genfer Convention äußert sich in den erwähnten Kreisen die Ansicht dahin, daß sie nicht mehr ga- rantire, als was ritterliche Gegner sich schon bisher gewährleisteten, daß sie im übrigen wegen ihrer unzweckmäßigen Fassung manche Calamitäten herbeiführte. Nur durch vollkommene Neu- tralitäts-Erklärung des gesummten ärztlichen Personals mit allem,
* was zu dessen ersprießlichen Wirken nöthig ist, so wie durch die ausgesprochene Garantie der ungestörten Besorgung der Kranken und Verwundeten kann Ersprießliches erreicht werden.
— Die deutschen M iller und Mühlen-Jnteressenten werden dieses Jahr ihre sechste allgemeine Versammlung und zugleich die General-Versammlung des Verbandes am 1., 2., 3. und 4. September in Berlin abhalten. Neben der geschäftlichen Tagesordnung, welche sich über verschiedene das Mühlengewerbe in« ^ ^-teressirende Gegenstände verbreitet, werden während den Tagen 5 * vom 2. bis 4. September die zum Wettkampfe aufgestellten Rei- § o nigungsmaschinen und Mühlen arbeiten.
E ^ — Die Bewaffnung der in Berlin und Potsdam gar- nisonirenden Garde-Jnfanterie-Truppentheile mit den aptirten - Zündnadelgewehren ist überall vollendet. Die früheren Zünd- nadelgewehre werden zur Aufbewahrung rc. an das hiesige Ar- .«-^ tilleriedepot abgegeben, soweit die Truppentheile von diesem die y 4$ . umgeänderten Gewehre empfangen haben.
5 — Die Eichung und Stempelung der Goldmünzengewichte .2^ Ssteht nach einem Ministerialerlaß ausschließlich nur den am Sitze Ä | « der kaiserlichen Eichungsinspecioren errichteten Staats-Eichungs- s = ämtern gu. Anträge auf Eichung von Goldmünzgewichten sind daher lediglich an die kaiserlichen Eickungsämter zu Königsberg, Posen, Stettin, Berlin, Hannover, Kiel, Magdeburg, Breslau, Köln, Dortmund und Kassel zu richten.
— Die Idee der Feier eines Nationalfestes am 2. September hat nur sehr vereinzelten Entlang gefunden. Bis jetzt hat eine einzige Bundesregierung, die lippe'sche, dieselbe atoptirt, und von größeren Stätten, soweit bekannt, Magdeburg, Halle und Suffel. Der BreSlauer Magistrat beantragt gleichfalls die Begehung einer Feier; die Stadtverordnetenvensammlung wird noch darüber Beschluß zu fassen haben. Ferner hat die Regierung in Meiseburg eine allgemeine Schulfeier ihres Aufsichtskreises ungeordnet.
— Die Gemüther der Einwohnerschaft von Crimmitschau wurden in den letzten Tagen ziemlich erregt durch das Gerücht,
§,5"S baß der Leiche einer in voriger Woche dort verstorbenen die ihr ,ZKZim Tode gelassenen Ohrringe, während ditselbe im geschlossenen ® «-L Sarge in der Leichenhalle bis zur Beerdigung eingestellt war, ge« L L^stohlen worden seien. Dieses Gerücht hat sich nicht nur bewahr- 5s S 5 beitet, sondern es sind auch sogar die entwendeten Ohrringe am 1 w 5 letzten Sonntag gegen Abend unter einem Strauche in der Nähe ~ D des Einganges zum neuen Friedhof auf der Erde bloß liegend .ü Lausgesunden und an die Behörde abgeliefert worden. Dr.R. w s, — München, 13. Aug. Gestern, als am Tage des Welt- L »Untergangs, herrschte große Angst in vielen frommen Seelen; zahlreiche Familien hatten sich eigens geweihte Kerzen gekauft, wobei die Geistlichkeit noch ein gutes Geschäft machte, und er« r^ warteten so im Gebete, in Zittern und Beben vor den brennenden Kerzen den Beginn der tragischen Vorstellung, die leider ausblieb.
— London, 15. August. Aus Rom vom gestrigen Tage bringen die »Daily News" ein Telegramm, wonach der Cardi- nal-Staatssecretär Antonelli dem Papste erklärt haben soll, er (Anton, lli) werde seine Demission einreichen, falls der Papst auf seiner fein: seligen Stellung gegen die italienische Regierung beharre. Die Kirche, habe Antonelli bemeikt, werde noch größeren Leiden ausgesetzt sein, wenn eine Einigung zwischen dem Papste und der italienischen Regierung nicht zu Stande komme.
— New- Dort, 15. August. Der Präsident Grant hat mehrere wegen Theilnahme an dem Kukluxbunte zu Freiheitsstrafen verurtheilte Individuen begnadigt. — Ueber die vom Senator Sumner neuerlich gegen seine Verwaltung erhobenen Angriffe hat sich der Präsident wiederholt ausgesprochen und dabei hervorgchoben, daß er ursprünglich der förmlichen Abschaffung der Sklaverei nicht zugeneigt gewesen sei, die Emanzipation der
Sklaven vielmehr als eine nothwendige Kriegsmaßregel angesehe" und dann später mit der Verleihung der Wahlfähigkeit an bie Neger sich befreundet habe. Im Uebrigen könne er Sumner's Worten feine Handlungen und Thaten gegenüberstellen. Ueber die politische Lage sprach sich der Präsident befriedigt aus.
«R. u. ®t.a.)
— Aus New-Aork Wird unter dem 12. d. M. telegraphirt: Mr. Johnson, der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, hat eine Rede zu Gunsten der Präsidentschasts-Kandidatur von Horace Greely gehalten.
— (Nette deutsche Jugendbildner.) Die „Schlcs. Ztg." bringt folgenden Vorfall zur Oeffentlichkeit. Bei einer außerordentlichen Schulrevision richtet der Revisor (nicht geistlichen Standes) an einen Knaben folgende Frage: „Sage mir einmal mein Sohn, weißt du was vom Kriege von 1870?" — „O ja!" — »Nun so nenne mir einen Kaiser oder König, der mit zu Felde zog." — „Napoleon!" — „Nun ja, aber weißt du noch einen andern Fürsten, der auch mit im Felde war?" — Keine Antwort. — Der Revisor fragte einen andern Knaben: „Weißt du einen berühmten General aus dem letzten Kriege?" — „Ei ja, Mac Mahon!" — „Allerdings, aber (an einen dritten sich wendend) kennst du auch noch einen solchen berühmten Mann aus dieser Zeit?" — „Bazaine, den Marschall " — Nun gut, aber was für eine Armee commandirte denn Napoleon?" — „Die katholische Armee." — Revisor (sich zum Lehrer und Geistlichen wendend): „Sieh, sieh, also so lehren Sie die deutsche Geschichte und Toleranz; eine neue, wohl zu beherzigende Erfahrung." Geschehen 1872 in Mozilno, Provinz Posen, Königreich Preußen.
— Warnung für Reisende. Bekanntlich findet man an den Ausgängen der Bahnhöfe fast stets Le"te, welche bei ankommenden Bahnzügen den Reisenden ihre Dienste anbieten, wozu sie gar nicht befugt sind. Wie sehr man sich vor solchen Leuten in Acht zu nehmen hat, beweist ein am Montag am Potsdamer Bahnhöfe in Berlin vorgekommener Fall. Ein Schutzmann brächte, so meldet das „Berl. Frdbltt.", einen solchen jungen Burschen wegen unbefugten Koffertragens zur Polizeiwache, und wurde daselbst bei demselben ein Beutel mit 10 verschiedenen Kofferschlüsseln und ein starkes Messer, zum Aufbrechen von Kisten, Kofferschlössern u. f. w. geeignet, vorgefunden. Außerdem waren seine Angaven über Stand und Wohnung ganz falsch, Umstände, die höchst verdächtig erschienen. Man hüte sich als» vor solchen aufdringlichen Dienstbeflissenen, und halte sich lieber an Gepäckträger der Bahn oder Dienstleute, die wegen Unregelmäßigkeiten belangt werden können.
— (Einkommen eines Erzbischofs.) Der »TageSbote aus Mähren" hatte vor einigen Tagen gemeldet, daß der Erzbischof von Olmütz ein jährliches Einkommen von 300,000 Gulden habe. Das genannte Blatt corrigirt nun nach einer Mittheilung von intormirter Seite seine Meldung dahin, daß das Einkommen des Erzbischofs von Olmütz im Verwaltungsjahre 1871/72 nicht brei« mal- — sondern achthunderttausend Gulden betrug. Während bezüglich der Einkommensteuer nur 260,000 Gulden Einkommen angemeldet worden sein soll!
— Ein in Cagliari auf der Insel Sardinien erscheinendes Blatt, der „Sardinische Courir," lenkt die Aufmerksamkeit der Regierung auf die zahlreichen Waldbrände, welche den Holzreichthum der Jusel total zu vernichten drohen. Die Hirten legen diese Brände an, um im nächsten Jahre für ihr Vieh schöne Weiden zu haben, wohl wissend, daß die Holzasche ein vorzügliches Düngungsmittel ist.
fokales.
Hanau, 17. August.
— Wer sich einmal der Mühe unterziehen und nur einen Tag in dem Expeditionszimmer unseres Hanaucr Anzeigers aufhalten möchte, dem müßte der große Andrang der Nachfragenden nach irgend einer für ihn zu passen meinenden Wohnung sicherlich auffallen. Die logische Schlußfolgerung daraus ist, daß in Hanau — wenn auch gerade noch kein aufs Höchste gestiegener Mangel — nicht Ueberfluß an Wohnungen vorhanden ist. Und gerade die Wohnungen für den Mittel- und Arbeiterstand sind die am meisten gesuchten. In unserer Nachbarstadt Offenbach sowohl als auch in Mainz, Mannheim, WormS rc., haben sich Comit^'s gebildet, welche in dieser Angelegenheit Abhülfe zu schaffen suchen. — Ueber kurz oder lang muß diese Frage auch in unserer Stadt zu einer brennenden werden, wenn nicht vorher sich Männer finden, die diesen eingetretenen Nothstand scharf ins Auge fassen und zur Abhülfe desselben mit Wort und That zu unterstützen bereit sind; letzteres