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Ankunft und Abgang der Rosten.
Botenpo st zwischen Hanau und Groß-Steinheim.
ab
12
Hanau Groß-Steinheim an 1
U.
Groß-Steinheim ab 1
Hanau
an
2
45 M.
45 „
50 „
50 „
Nchm.
I. Botenpost zwischen Hanau Großauheim.
und
II. Botenpost zwischenHanau und!Personenpost zwischenHanau und Groß-Auheim. Marköbel.
Hanau Groß-Auheim Groß-Auheim
ab 6 U. 30 M. Abends
an 7
30
ab 8 U. 30 M. Abends
Hanau an 9 „ 30 „ „
Personenpost zwischenHanau und Niederwöllstadt.
Marköbel.
Hanau
ab
6
u.
30 M. Abends
Marköbel
an
8
1o „ „
Marköbel
ab
5
45 , Vorm.
Hanau
an
7
30 „
Personenpost zwischen Hanau und Heldenbergen.
Hanau Groß-Auheim Groß-Auheim
Hanau
ab 7 U. 30 M.
an 8
ab 9
an 10
30
30
30
Vorm.
Hanau Windecken Heldenbergen Niederwöllstadt Niederwöllstadt Heldenbergen Windecken Hanau
ab 7
an
H ab an
8
8
9
6
7
7
8
U. — , 25 , 45 „ 55
5
25
55
M. Vorm.
M. Nachm.
Hanau Windecken Heldenbergen Heldenbergen Windecken Hanau
ab 6 11. 45
an 8 . 8 ab 6 an 6
„ 7
n
10
30
20
45
M. Nachm.
M. früh
— Berlin, 12. August. In dem Etat des Cultusministeriums werden der „Spen. Ztg." zufolge bedeutende Mehrforderungen für die Universitäten und das Volksschulwesen den Schwerpunkt der Veränderungen gegen die bisherige Aufstellung bilden. Bei der glänzenden Finanzlage des Staates ist kaum anzuneh- men, daß gerade diese Forderung eine Bemängelung im Finanzministerium erfahren soll.
— Zur Theilnahme an der unter Leitung des General- ' Feldmarschalls und Chef des Generalstabes der Armee Grafen von Moltke stattfindenden Generalstabs-Uebungsreise haben sich die Stabsoffiziere und die älteren Hauptleute des Großen Generalstabes nach dem Elsaß begeben.
— Die Ernennung von Schulinspectoren nimmt einen durchaus günstigen Fortgang. Gerade die Schwierigkeiten, welche der Regierung vielfach durch die Weigerung einzelner Geistlichen, die Jnspectionen zu übernehmen, bereitet wurden, haben zu der Wahrnehmung geführt, wie dringend nothwendig der Erlaß eines solchen Gesetzes überhaupt gewesen ist. Ganz sicher wird bei con- sequenter Anwendung des Gesetzes, wie sie bis jetzt in erfreulicher Weise hervorgetreten ist, das SchulaufsichtSwesen in Preußen in nicht zu ferner Zeit ein völlig verändertes Aussehen bieten und im vollsten Umfange den Absichten der Regierung ^entsprechen.
— Arnsberg, 6. August. Der von einem hiesigen Bürger ausgesetzte Ehrenpreis von Ein Hundert Thalern für die Gefangennahme des ersten französischen Generals im Jahre 1870—1871 ist dem Reservisten Gefreiten Breiholz aus Wie- denberstel (Kreis Steinburg) zugefallen. Derselbe nahm in der Schlacht bei Mars-la-Tour bei einer Attaque feines Regiments, SchleSwig-Hclstein'sche Dragoner Nr. 13, auf feindliche Cavallerie den General de Montaigu nach heftiger Gegenwehr gefangen. Für diese hervorragende That ist dem ic. Breiholz auch daS eiserne Kreuz erster Klasse verliehen worden.
— Kassel, 10. Aug. In der gestrigen Bürgerausschuß- Sitzung wurde nach längerer Debattte der Antrag genehmigt, den Tag der Schlacht von Sedan und Gefangennahme Napoleon's durch eine officielle Festlichkeit zu begehen. Ein Comitee wird sich in der Kürze bilden.
— Aus Diedenhofen, 7. August, berichtet das dortige Amtsblatt: Die Stadt hat sich von den Schrecken und Verwüstungen des Bombardements so vollständig erholt, daß sie mit ihren vielen aus dem Schütte wieder neuerstandenen Gebäuden das Bild einer verjüngten Matrone barbietet, und selbst die ver- bisienen Deutschenfeinde, deren Häuser von der Beschießung verschont geblieben, schauen nun mit scheelen Augen auf ihre „unglücklichen" Nachbarn! — die Opfer des deutschen Barbarismus, welche nun, Dank den bewilligten liberalen Entschädigungen, in prächtigen neuen Gebäuden wohnen. Die Militärverwaltung entwickelt eine ganz außerordentliche Bauthätigkeit und setzt die Geschäftsleute und ihre Arbeiter in Respect und Nahrung. Durch das Abtragen der inneren Festungswerke, welches gegenwärtig thätig betrieben wird, wird Raum gemacht für die künftige Ausdehnung, Größe und Blüthe der Stadt.
— (Ein Verschwundener.) Nach einer aus hannoversch Minden in Berlin eingegangenen Depesche wurde am Sonnabend der Comtoirdiener Hichert von einem dortigen GeschäftS- Hause nach Kassel geschickt, um bei der Bank daselbst 4000 Thlr. zu erheben. H- hat das Geld auch erhoben, ist aber bis heute «och nicht nach Minden zurückgekehrt.
— Paris, 10. August. Die monarchistischen Blätter greifen zu den düsteren Farben, um die Folgen, welche die Dreikaiser- jusammenkunft in Berlin haben werde, auszumalen. Frankreich
steht nur noch einige Schritte vom Untergänge, denn hundert Jahre nach der Theilung Polens wird von denselben Mächten die Theilung Frankreichs ins Werk gesetzt werden. Die Preußen werden ihre neuen Eroberungen im Osten des Landes weiter ar- rondiren, die Oesterreicher Marseille und die Russen Bordeaux und Bayonne als Kohlenstation nehmen. Da Frankreich, wie das unglückliche Polen, Repubik ist, so hat es im Rathe der Monarchen keine Stimme mehr und so wird man ohne Gewissensbisse über seine weitere Zerstückelung verfügen. Diese Schreckbilder sind sichtlich dazu bestimmt, das französische Volk von der unerläßlichen Nothwendigkeit der Restauration der Bourbonen oder doch mindestens der Orleans zu überzeugen.
— Der „Gazette de France" zufolge beträgt die Zahl der angenommenen Subskriptionen 893,000, nämlich 36 000 in Paris, 790,000 in den Departements und 67,000 im Auslande.
— Paris, 11. August. Das „Journal officiel" vom 11. d. M. veröffentlicht ein Gesetz, betreffend die Ausgabe von Bronze- Scheidemünzen im Betrage von zehn Millionen Francs.
— Unter den Passagieren des am Sonntag in Liverpool angekommenen Cunard-Dampfers „China" befand sich die japanische Gesandtschaft, bestehend aus Suashina und neun anderen vornehmen Japanern.
— Nach einer Mittheilung des deutschen Konsuls in T o- ronto in Canada erwerben die dorthin Eingewanderten in den englischen Besitzungen nach einer gewissen Zeit die Rechte der Eingebornen englischen Bürger. Dieselben können jedoch im Auslande und besonders in Ländern, wo das Paßsystem besteht, vorläufig entweder gar nicht oder doch nur höchst ausnahmsweise auf den Schutz der englischen Regierung Anspruch machen, während anderseits auch die dortigen deutschen Konsuln zur Er- theilung von Pässen an solche naturalisirte Bürger nicht ermächtigt sind. <”• u- St.-«.)
— K on stan ti n op el, 10. August. Zum Ministerrathe wurden alle Portefeuille« innehabenden Minister zugelassen; wichtige innere und äußere Fragen wurden erörtert. — Fürst Karl von Rumänien ließ telegraphisch dem Großvezier gratuliren.
(». u. si. a.>
— Nach dem „Jornal da Bahia" hat man jetzt in der Stadt Bahia, dem Sitz des Erzbischofs und Primas der brasilianischen Kirche, eine ähnliche Geschichte entdeckt, wie vor Jahren in St. Jago de Chili. In dem Hospital Piedade soll nämlich eine Statue des heiligen AntoniuS sich befinden und unterhalb dieser ein Briefkasten angebracht sein, wo diejenigen ihre Briefe hinein zu legen haben, die mit dem Heiligen correspondiren. Diese Correspondenz wird lediglich nur von Frauen benutzt, welche dem Heiligen schriftlich diejenigen Sünden beichten, die sie aus Scham oder Vergeßlichkeit ihrem Beichtvater verschwiegen haben. Der Brief wird mit Beifügung von 1 Milreis in die Truhe ge- legt und in einiger Zeit antwortet der Heilige, die gebeichteten Sünden vergebend und den zerknirschten Sünderinnen seinen Rath ertheilend. Jeder Bries muß aber den Namen und die Wohnung dervAbsenderin enthalten, damit der Heilige antworten kann. — Schändlich, mehr als schändlich! Schulen, Schulen! Bildung für daS Volk! daß diese schauderhaften Zustände auf» Y tzrxll! (Deutsche AuSw. gtg.)
Lokales.
Hanau, 15. August.
— In der Nacht von vorgestern auf gestern brannte daS Fabriklokal der Eisengießerei am Steinheimerweg in der Nähe von Großauheim, bekannt unter dem Namen „Pechhütte", dem Herrn B. L o r g e gehörig, aus noch unbekannten Ursachen nieder.