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schlag zur Beförderung einer guten Verdaung 4) Bewegung und Thätigkeit des Körpers und 5) vernünftige Diät mit Vermeidung aller schädlichen Speisen und Getränke.
— Prag, 9. August. Nach aus Pilsen eingegangenen Telegrammen haben daseibst in vergangener Nacht Zusammenrottungen strikender Faßbindergesellen stattgefunden, welche vor dem „bürgerlichen Brauhause" Gewalthätigkeiten verübten. Zur Herstellung der Ordnung mußten Militärkräfte requirirt werden, und wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.
— Bern, 9. August. Der Bundesrath hat das Ueber' einkommen genehmigt, nach welchem in Ausführung des zwischen der Schweiz, Oesterreich und Bayern über den Bau der Eisenbahnlinien Lindau-Bregentz, Margarethen-Feldkirch geschlossenen Staatsvertrages an den Grenzstationen gemeinschaftliche Zollämter errichtet werden sollen.
— Kopenhagen, 9. August. Die von der Regierung gegen die Einschleppung der Rinderpest aus Deutschland getroffenen Maßregeln sind heute amtlich bekannt gemacht worden. Ebenso Wurden, gegenüber den aus Helsinzfors hier eintreffenden Schiffen, die sanitätspolizeilichen Anordnungen zur Verhütung der Verbreitung der Cholera mit dem heutigen Tage in Kraft gesetzt.
— Paris, 9. August. Die Journale versichern, daß die Repartitionsziffer der Zeichnungen auf die neue Anleihe nunmehr auf 7,88 pCt. festgesetzt sei. <R- “■ @t- a >
— Ein verhinderter Toast auf Bismarck! Man schreibt uns: Im Hotel „zur Stadt Elberfeld" in Amsterdam hatte sich am 28. Juli an der Table d’höte ein Kreis von etwa 10 deutschen Reisenden zusammen gefunden. Im Laufe der Unterhaltung kam die Rede auf den Füisten Bismark und einer der Anwesenden erinnerte daran, daß der große Staatsmann gerade : heute das Fest seiner silbernen Hochzeit feiere. Der Vorschlag, ein Glas auf das Wohl des fürstlichen Jubelpaares zu leeren, fand begeisterten Anklang, und eben war man im Begriff, aus zehn deutschen Kehlen das erste kräftige Hoch auszubringen, als der Hotelier, Herr Wierdels, dieser patriotischen Kundgebung i Einhalt thun zu müssen glaubte. Ohne im mindesten provocirt i worden zu sein, gab dieser Herr seine deutschfeindlichen Gesinnungen in einer so wenig Rücksicht nehmenden Weise kund, daß sämmtliche Deutsche sofort den Speisesaal verließen. — Vielleicht * erweisen wir den zahlreichen, das genannte Hotel besuchenden deutschen Reisenden durch die Mittheilung dieses Vorfalls einen Gefallen, da ein ähnliches Vorkommniß sich wiederholen könnte, und wir gern unsere Landsleute bei patriotischen Anwandlungen vor gleicher Behandlung seitens eines fanatischen Gastwirths sichern möchten.
— Wasserstand des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 11 Zoll.
— Mainwasserwärme (an der Wörner'schen Badeanstalt^ ermittelt) heute 16 Grad.
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Wochenschau.
Eine außerordentliche Lebhaftigkeit in fast allen Valoren machte sich auch „in vergangener Woche an der Börse geltend. Von der Französischen Milliardenanleihe ausgehend wurde dieselbe sofort, nachdem Deutschland sich so ziemlich wieder der gezeichneten Summen in Paris entledigt und das Geschäft demzufolge an den letzten Börsentagen in diesem Papier nur sehr gering war, auf alle anderen, vorzüglich aus Deutsche Werthe und unter diesen in erster Linie aus Bankaktien übertragen. Der größte Theil dieser Institute hat, wie wir bereits mehrfach her- vorzuheben Anlaß nahmen- und wie die nunmehr nach und nach erscheinenden Semestralbilanzen deutlich nachweisen, von der Lebhaftigkeit der Industrie im ersten Semester bereits großen Nutzen erzielt und an der Französischen Anleihe kolossale Gewinnste realisiit; bei dem kolossalen Geldzufluß nach Deutschland und dem zu erwartenden weiteren Aufschwung unserer Industrie und unseres Handels stehen ihnen weitere glänzende Zeiten bevor, und so wendet das Publikum mit Recht seine Aufmerksamkeit zuvörderst den Bankaktien zu, um von den günstigen Chancen, die sich den Banken bieten, soviel als möglich zu profitiren. Es thut dies um so ruh'ger, als die politische Lage allem Anschein nach eine äußerst befriedigende und das gemessene Vorgehen der Französischen und Deutschen Regierung auch Betreffs der Geldverhältnisse keine Befürchtungen aufkommen lassen.
Auf Einzelnheiten übergehend erwähnen wir vorerst Darmstädter Bankaktien, die ihren Cours bis ca. fl. 510 hoben und Frankfurter Bankverein, welche 150 erreichten, auf die Nachricht hin, daß schon das Erträgnis bis zum 30. Juni dem ganzen vorjährigen gleichkomme. Diese beiden Institute haben in der abgelaufenen Woche die 9| Türkischen Schatzbonds an die Börse gebracht und werden am 14. d. M. auch die Aktien der bereits seit langer Zeit und in günstiger Weise operirenden „Amsterdam'- schen Bank" einführen. Das relativ niedrige Agio von 8) g läßt nicht zweifeln, daß der Erfolg ein sehr günstiger sein wird, und sind wir zur Besorgung von Anmeldungen gern bereit.
Provinzialdiskonto erhöhten ihren Cours bei bedeutenden Umsätzen um ca. 6g, sämmtliche andere Gattungen bei regem Verkehr fest, auch Hahmsche Aktien in lebhafterem Umsätze und viel als Kapitalanlage gekauft. Meininger Aktien, die gegenüber der Hausse in Darmstädter Aktien ziemlich vernachlässigt schienen, werden, besonders junge in den letzten Tagen, stark gekauft und haben sich ebenfalls gehoben.
Creditaktien in fester Tendenz und zu Spekulationszwecken beliebt. Oesterreich. Nationalbank, vom Kapitale viel gekauft, scheinen dem Course von 1000 entgegen zu gehen.
Von Jndustriepapieren traten Continental in den Vordergrund und werden lebhaft bis zu 120 gehandelt. Unter ungünstigen Verhältnissen zu 115 emittirt und nicht sehr günstig empfangen scheint man jetzt das Versäumte nachholen zu wollen, denn bei dem großartigen Felde, das sich diesem Institute b etet, darf man wohl mit Recht auf Erfolg schließen, um so mehr, als unsre ersten Finanzgrößen dabei interessirt sind.
Aus Bahnen übergehend, haben wir vorerst Staatsbahn her- vorzuheben, die in Folge der verringerten Mindereinnahme (fl. 148,000) und der dadurch veranlaßten Deckungskäufe auf 360 stiegen, um zu 359^ zu schließen. Engagements ä la Hausse werden wohl nur weuig darin entrirt worden sein, doch ist es gerade die starke Contremine, die dem Papiere einen Rückhalt gibt; den jetzigen Verhältnissen der Bahn nach scheint das Papier jedenfalls hinreichend bezahlt. Lombarden, deren Einnahmen ein kleines plus auswiesen, sehr fest und scheinen die Haussesyndikate bei ihren Operationen in diesem Papier mehr Chancen zu haben, da demselben vor allem der günstige Stand der Oesterreichischen Valuta sehr zu Stätten kommt und dann auch die Einnahmen im Herbst durch den Export gerade bei dieser Bahn eine bedeutende Steigerung sehr wahrscheinlich erfahren werden.
Alle anderen Oesterreichischen Bahnen sehr fest, besonders Elisabeth aus die günstigen Aussichten bei der bevorstehenden Vergebung der Concession zur Giselabahn; auch junge Bahnen beliebter, und dürfte der Verkehr in diesen Papieren sich wohl noch mehr heben, wenn erst einmal die Zuflüsse von Frankreich her merklicher werden.
Aus Anlagepapiere übergehend erwähnen vorerst Silberrente, die Anfangs der Woche ä 66| gehandelt, a 65s schließen, in Folge des Gerüchtes, daß der öftere. Finanz-Minister seine Demission eingereicht; dieselben werden jedoch wie auch Papierrente zu ihrem jetzigen Cours für preiswürdig gehalten und lebhaft gekauft.
Ung. Eisenb.-Anl. etwas matter, dagegen Domänen-Pfand- briefe gesucht schließen 89s.
Prioritäten fast ohne Veränderung, werden stark vom Markte genommen.
Von Loosen sind besonders 64r Loose sehr fest, da dieselben in feste Händen übergegangen, kaum mehr erhältlich sind.
Kleine Loose immer mehr gesucht, besserten ihren CourS erheblich.
Madrider Loose steigend, da man sich große Erwartungen von den Handlungen des Comitees verspricht und halten wir eine Einreichung der Stücke sehr emgfehlenswerth, da nur solche Stücke von den zu erreichenden Vortheilen des Comitees vorerst Nutzen ziehen werden. Zur Einreichung der Stücke halten wir uns spesenfrei empfohlen, d. h. wir werden nur die Kosten verlangen, welche das Comitee auserlegt und vorerst aus 3 kr. pr. Stück normirt ist.
Von Wechseln Wien und London höher, sonst ohne Veränderung.
Sorten fest, namentlich Napoleons.
Mitgetheilt durch G ebrüder S tern hier.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.