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Personenpost zwischenHanau und M a r k ö b e l.
Hanau ab 6 U. 30 M. Nachm.
Marköbel an 8 „ 15 „ „
Mariöbel ab 5 „ 45 „ früh
Hanau an 7 „ 30 „ „
Personenpost zwischenHanau und Heldenbergen.
Hanau ab 6 ll. 45 M. Nachm.
Windecken an 8 „ 10 „ „
Heldenbergen „ 8 „ 30 „ „
Heldenbergen ab 6 „ — „ früh
Windecken an 6 „ 20 „ „
Hanau „ 7 „ 45 „
Personenpost zwischen Mainkur und B e r ge n.
AuS Mainkur 650 Früh, in Bergen 73 5 „
aus Bergen 5t0 „ in Mainkur 6"
II. Personenpost zwischen Main- kur und Bergen.
Aus Mainkur 65s Abends, in Bergen 7*° ,
aus Bergen 5 Nachm.
in Mainkur 5” „
Die nach Erlaß des Herrn Minister des Innern vom 26. Februar d. I. vorgeschriebenen
Gesinde - Dienstbücher sind in der Waisenhaus-Buchhandlung iö Hanau zu haben.
Wecksel-rFormulsire
sind in der Waisenhaus-Buchhandlung zu Hanau stets vorräthig.
Be-emiMtes.
— Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Den bisherigen Polizei-Präsiventen in Frankfurt a. M. Guido von Madai, zum Polizei-Präsiventen der Haupt- und Resivenz- Stadt Berlin zu ernennen.
— Aus den Regierungsbezirken Schleswig-Holstein, Münster, Arnsberg, Cöln und Aachen wird — dem „Slaalsanzeiger" zufolge — von äußerst günstigen ErnteauSsichten berichtet. Auch Nachrichten aus andern Länder melden in dieser Beziehung nur Erfreuliches.
— Hinsichtlich der sich häufenden Unglücksfälle auf den Bahnhöfen veröffentlicht das Berliner „Fr.-Bl." die nachstehende beachtenswerthe Ermahnung: „Referent ist täglich auf Bahnhöfen thätig und hat oft genug Gelegenheit, zu bemerken, mit welcher beispiellosen Unvorsichtigkeit Personen und namentlich Damen sich noch an den abgehenden Zug heranwagen, selbst noch neben den in der Fahrt befindlichen Wagen einherlaufen. Ganze Fa- miliengruppen drängen sich, nachdem der letzte Pfiff ertönt ist, an die Waggons, um dem Scheidenden noch einmal die Hand zu drücken. Es ist dies eine falsche Sentimentalität und geradezu ruchlos, da ein Erfassen der Damenkleiber durch die Thürgriffe, ein Fehltritt vom Perron nur zu leicht möglich ist. Sobald daS letzte Abfahrtszeichen gegeben, sollte das Publikum selbst darauf achten, daß eine Annäherung an die Coupes nicht mehr Statt finde. Man denke sich nur das Gefühl eines Abreisenden, der in der Abfahrt Zeuge eines so gräßlichen Unglücks eines seiner Familienmitglieder ist."
— Essen, 22. Juli. Der Strike scheint nunmehr hier- selbst seinem Erlöschen nahe zu sein. Die gestrigen Versammlungen, in welchen die Frage, ob der Strike fortgesetzt werden solle oder nicht, diskutirt werden sollte, waren nur schwach besucht (in einer, der Belegschaft der Zeche „Hercules", erschienen nur sechs Personen), doch wurde von einigen Anwesenden immerhin die Fortsetzung befürwortet und beschlossen. Heute Morgen nun sind sämmtliche Bergleute der Zechen „Graf Beust", „Hercules" und „Königin Elisabeth" angefahren; auf „Victoria", „Mathias" und „Schacht Gustav" so viele, um in einer Schicht flott fördern zu können, auf „Selzer" und „Neuack" und „Hoffnung" gleichfalls so viele Bergleute, um den Betrieb aufnehmen ! zu können.
— Sonderbare Entscheidung. „Der Schaffner, welcher sich nicht von einem Passagier eine Ohrfeige geben läßt, wird entlassen." So etwa entschied vor einigen Tagen die Direktion einer Eisenbahn. Das klingt zwar etwas sonderbar, ist aber leider nur zu wahr! Der Thatbestand selbst ist, wie von Augenzeugen erzählt wurde, folgender : Vor einiger Zeit kam der sehr reiche Banquier C. nach dem Bahnhof einer Nachvarstadt, um ' nach Berlin zu fahren. Barsch verlangte er von dem Schaffner ein Coupe für sich und seine Familie. Der Schaffner antwortete ihm, daß kein leeres da sei, und er schon, wenn er durchaus ein solches verlange, bis zum nächsten Zuge warten müsse. Das frappirle den Banquier: so etwa« sollte er, der reiche Mann, sich von einem Schaffner sagen lassen! Ein Wort gab das andere. „Sid sind ein Kerl, den man ohrfeigen müßte", schrie der Banquier und holte mit der Hand zum Schlage aus. Daß dadurch der Schaffner, der im ganzen Personal als ein ruhiger Mann bekannt ist, bis zur höchsten Wuth gereizt wurde, ist natürlich. Da der Zug schon im Begriff war abzufahren, faßte der Schaffner, der sich noch sehr mäßig betragen, den Banquier, wenn auch etwas unsanft, und schob ibn bei Seite, damit er nicht überfahren würde. „DaS werde ich Ihnen besorgen, ich bin der Banquier C., ~ rief dieser — Sie sollen entlassen wer
den!" Ein Officier, der den Streit mit angehört, gab dem Schaffner seine Karte, um ihn als Zeugen vorzuschlagen, und auch die öffentlich ausgesprochene Meinung des Publikums war, was nicht oft geschieht, auf Seiten des Schaffners. Und nichts desto weniger entläßt die Direktion diesen Beamten, der weiter nichts verbrochen, als daß er sich nicht von einem reichen Mann hat ohrfeigen lassen! Ist er doch ein armer Schlucker und der Andre ein reicher Banquier! Im Staatsdienst würde die Dis- ziplinaruntersachung gegen den Beamten eingeleitet sein, und er wäre nicht, da Alles für sein Recht eintrat, brodlos gemacht, sondern aus dem Fahrdienst zum StationSdienst kommandirt, der- reiche Banquier aber wegen Beleidigung eines Beamten im Dienst unter Anklage gestellt worden. <2«&.)
— Eine große Anzahl fremder Officiere ist in Paris an gekommen um der großen Revue und den Manövern beizuwohnen.
— London, 19. Juli- In den nördlichen Arbeilerdistriten werden jetzt zahlreiche von Frauen besuchte Meetings abgehalten, auf welchen die wichtige Frage, wie man die enormen Preise der Lebensmittel auf ein vernünftiges Maß herabbringen könne, debattirt wird. Tausende von Frauen versammelten sich auf den Meetings in Wigan, Blackrod, Aspall rc. und hochherziger als die Männer gestatteten sie auch der Männerwelt Zutritt. Reden wurden gehalten, Adressen verlesen, Anträge gestellt und schließlich wurde angeordnet, daß vier Wochen hindurch Fleischspeisen nicht genossen werden dürfen. Diese Fastenzeit soll weniger, wie fromme Leser zu glauben geneigt sein dürften, den Zorn der Götter besänftigen, als die Flei'cher nachgiebiger stimmen. Auf einer anderen Versammlung wurde beschlossen, daß jede Frau, die mehr als sieben Pence für ein Pfund Fleisch gäbe, den Wochenlohn ihres Mannes verlieren solle. Dieser Beschluß wurde mit großem Beifall einstimmig durchgesetzt. Die Frauen in Netherton, Dudley und Lower Gornal sind noch rabicaler. Sie wollen Fleisch nur zum Preise von vier Pence das Pfund kaufen. Die Bewegung hat bereits einige Resultate, die vor- läufig dem „lieben Vieh" besonders zu klugen kommen. Einige Fleischer haben für diese Woche das Schlachten eingestellt.
(Dresdn. Rache.)
— PersieN. Ein Correspondent schreibt dem türkischen Missionsvereine in London aus Teheran, vaß bis zum 30. Mai in dieser Stadt allein 106,000 Menschen durch Hunger umge- kommen sind. Die Anzahl aller in Folge der Hungersnoth um- gekommenen Menschen beträgt 3 Millionen. Die Beiträge aus christlichen Ländern haben auf die Muselmänner Persiens einen großen Eindruck gemacht. Der Bewohner des jüdischen Glaubens hat sich Sir MoseS Montefiore großherzig angenommen.
— New - Aork, 23. Juli. Bei einer in St. Louis abgehaltenen Volksversammlung hielt Senator Schurz eine Rede, in welcher er hervorhob, daß Je jetzige liberale Bewegung einen Umschwung bedeute, welcher die bisherigen demokratischen und republikanischen Parteien absorbiren, den Süden mit dem Norden aussöhnen und eine Umgestaltung der Verwaltung herbeiführen, werbe. Schurz bekämpfte die Kandidatur Gränts und unterstützte lebhaft diejenige Horace Greeleh's. Schließlich verlas Redner einen Brief Greeleh's, worin dieser für den Fall seiner Wahl eine vollständige Reform der Civilverwaltung verheißt.
— Die Legislatur von Ohio hat ein Gesetz zur Regu- lirung der Verkäufe von Brennvi angenommen. Danach darf Niemand Petroleum, Fluid, oder irgend eine Kohlen-Oel-Substanz für BeleuchtungSzwecke verkaufen, wenn es nicht so rein rasfinirt ist, daß es bei einer Temperatur von 110 Grad Fahrenheit sich nicht entzündet. Irgend eine Person, welche obigem Gesetze zu-