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(sie werden jetzt in Emeriten notirt) beliebt. Für Staatsfonds herrschte nicht so günstige Tendenz, als in voriger Woche. Oesterreich. Rente behaupteten bei einigen Schwankungen ihre Course der vorigen Woche. Amerikaner ruhig und ohne Verkehr. — Spanier, auf die Nachricht von Attentatsversuchen auf das spanische Königs- paar hin, gingen beträchtlich retour und wurden stark für Londoner Rechnung verkauft. In Pfandbriefen, die zwar fest waren, war das Geschäft unbedeutend.
Auch in Loosepapieren waren die Umsätze unbedeutend mit Ausnahme der kleinen deutschen Loose, auf welche das bekannte Verbot neuer Prämienanleihe einen günstigen Einfluß auSübt. Sie sind sehr gesucht und kaum zu erhalten und müssen in Folge davon unbedingt im Course steigen.
In Eisenbahnpapieren war das Geschäft unbedeutend, ebenso die Coursvariationen.
In Amerikanischen Prioritäten unbedeutende Umsätze. Für sie existirt auch nicht die geringste Kauflust, eine Erscheinung, die durch Zahlungseinstellung mehrerer Bahnen hervorgerufen wurde.
Rocksord 38.
Oregon 66.
Wechsel still. Wien und Paris etwas fester.
Disconto 3|. Langsichtiger war in Folge der französischen Anleihe kaum anzubringen.
Goldsorten unverändert, mit Ausnahme von Napoleon, die etwas höher waren.
Zum Hchlufse erwähnen wir noch, daß am 28. und 29. dss. MonatS die Subscription auf die 5| neue franz. Anleihe zum Course von 84s stattfindet, also nach Berücksichtigung der Jouis- sancen sich auf circa 80s stellt.
Mitgetheilt durch Gebrüder Stern hier.
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— Der .Staatsanzeiger" Nr. 170 enthält: 1) Gesetz, betreffend die Umzugskosten der Civilbeamten, vom 8. Jüli 1872; 2) Gesetz, betreffend die privatrechtliche Stellung der Erwerbö- und WirthschaftS-Genossenschaften, vom 12. Juli 1872.
— Das gegen das spanische KönigSpaar verübte Massen- Attentat erinnert an jene Zeiten in Rußland, wo sich ganze Gesellschaften zum Zwecke des Czaarenmordes organisirten, an deren Spitze in der Regel der Thronfolger stand. Das Resultat war jenen Fällen aber meistens sicherer gestellt, als es diesmal in Madrid der Fall war. Die Verbrecher haben hier jedenfalls das Gegentheil von dem erreicht, was sie bezweckten. Der König wird die bestandene Gefahr und die von feinen Feinden verübte Schandthat nur um so populärer im Lande machen, wie man denn bereits aus Madrid telepraphirt, daß der König und die Königin, nachdem sie dem Tedeum in der königlichen Kapelle beigewohnt, Vormittags einen Spaziergang durch die Straßen der Stadt machten und überall von enthusiastischen Zurufen begrüßt wurden. Das Volk wollte an den Mördern Lynchjustiz üben, wurde aber von den Organen der Behörde daran verhindert. — Welcher Partei das Verbrechen zur Last fällt, ob den Carlisten, den Alfonsisten oder der Internationale, läßt sich bis jetzt livch nicht feststellen; sicher aber ist, daß die dem König freundlich gesinnte Patei ein wirksameres Mittel zur Unterstützung ihrer Zwecke kaum hätte in Scene setzen können. (Bcri.Tnb.)
— Karls ruhe, 19. Juli. Nach einer hieher gelangen Mittheilung des Königlich bayerischen Staats-Ministers des Innern in München vock 12. 1. M. ist die Rinderpest in Weder- österreicy neuerdings ausgebrochen. Zur Verhütung der Ein- schleppung bet Seuche nach Bayern ist die Einfuhr von Rindvieh, Schafen und Ziegen aus Niederösterreich verboten und dieses Verbot ferner auf frische Rindshäute, Hörner und Klauen, Fleisch, Knochen, Talg, wenn letzteres nicht in Fässern, ungewaschene WoÜe, welche nicht in Säcke verpackt ist, und auf Lumpen erstreckt worden.
— Leipzig. Eine interessante Gerichtsverhandlung wird vor dem hiesigen Bezirksgerichte ftattffnKn; ly der sich der bekannte Professor Bock, Versasser des Buches „nom gesunden lind kränken Menschen" gegen eine Klage des Besitzers der Poenicklchen SHülbuchhandtung, Bierey, verantvorlen wird, welche dieser wegen Beleidigung gegen ihn gerichtet hat. Pros. Bock hatte nämlich in einem seiner populären Aufsätze in der
„Gartenlaube" das Publikum gewarnt vor einer Sorte von Verlegern medicinischer Schriften, welche er in seiner derben Sprache als „Unholde" und „Schundbuchverleger" bezeichnete, die es nur darauf abgesehen hätten, den Leuten das Geld aus der Tssche zu locken. — Dr. Bock, der übrigens in erster Instanz zu 20 Thaler Geldbuße verurtheilt ist, wird nun in der Appellationsinstanz den Beweis der Wahrheit antreten.
— Die direkte Bahn Berlin-Frankfurt a. M., deren Ausführung auf Staatskosten im Handelsministerium beschlossen ist, wird über Belzig, Zerbst, Barby, Bernburg, Sangerhausen, Ariern, Sondershausen, Mühlhausen geführt werden, im Werra- thal in die im Bau begriffme Staatsbahn Bebra-Friedland einmünden und dann die Bebra Hanauer Staatsbahn bis Frankfurt benutzen. Ferner ist beabsichtigt, von Hersfeld aus nach der Main-Weserbahn resp, über Marburg nach Wetzlar zu bauen, um unter Benutzung der nassauischen Staatsbahn und der ebenso auf Staatskosten zu errichtenden Moselbahn bis Trier eine durchgehende L-taatSeisenbahn bis Metz herzustellen.
— Oberhausen, 19. Juli. (Strike.) Auf der Zech? Oberhausen sind gestern Morgen wiederum 494 Mann angefahren, so daß nunmehr auf ders lben 535 Bergleute, weit über die Hälfte der Belegschaft, in Arbeit sind. Auf der Zeche Concordia arbeiten im Ganzen 188 Bergleute. Der Strike scheint plötzlich seinem Ende entgegengehen zu wolkn. In der gestrigen Versammlung, zu welcher Redner aus Essen nicht erschienen, legten die Depuiirlen der Zeche Concordia ihre Funktion nieder und in einer auf heute Mo gen anberaumten Versammlung dieser Belegschaft soll neu gewählt und den Neugewählten die Besug- niß beigelegl werden zur direkten Verhandlung mit der Gewerkschaft.
— Essen, 20. Juli. Der Strike geht immer mehr seinem Ende entgegen. Heute Morgen sind von den 14,885 Bergleuten, die am 17. Juni und später die Arbeit eingestellt haben, 8677 und darunter ^798 unter Tage wieder angefahren. — Ferner haben die Belegschaften KaroluS Magnus und Konstantin der Große beschlossen, den 20. Juli wieder vollständig anzufah- ren. Der Strike ist ganz zu Ende auf den Zechen von Charlotte, Prinz Friedrich, Gotteesegen und Mühlenbank, Gewalt, Seinrich, Henriette, Himmelsfürster, Erbstollen, Prinz Wilhelm, andbank, Steingatt, von Benedix, Neuesten I., Zollverein, Dahl- busch E und II, Joachim, Lhnqenbrahm, KaroluS MagnuS, Konstantin der Große, Schölerpad, König Wilhelm, Christian Levin, Trompete. Ferner ist auf Prosper 8A der Belegschaft wieder angefahren.
— Nachdem am 19. d. wieder die Ueberreste von 2 und am 20. von 7 verschütteten Bergleuten bei Lugau in der ehemaliges Fundgrube ausgesunden worden, belauft sich die Gesammtzahl der Aufgefundenen nun aüf 97, so daß also nur noch 4 fehlen.
— Straßburg, 19. Juli. In der Umgegend der Stadt hat der Roggen sowie der Weizen allgemein zu bleichen begon- neu, und dürste man schon künftige Woche den Schnitt dieser Früchte in Angriff nehmen. — An einzelnen Stellen hat sich das Getreide in Folge des anhaltenden Regens etwas gelegt, jedoch ist dies nur sehr selten so schlimm, daß der Entwickelung der Körner dadurch geschadet ist. Im All-emeinen verspricht das Fruchtland eine gute Ernte. Auf denjenigen Ackerstücken, welche während des Hochwassers übeifluthet waren und nicht etwa um- geackert werden mußten, steht die Frucht sehr gut. — Der Stand der Reben in hiesiger Gegend, sowohl im Elsaß als in Baden, ist gut. Die Besürchtungen, welche man Anfangs in Folge des anhaltenden Regenwetters hegte, haben den besten Aussichten Platz gemacht. Der Ansatz bet Trauben ist ein befriedigender, und durch den Regen soll eine Masse sonst den Weinstöcken schäv- ltches Ungeziefer vertilgt worden sein.
— Kopenhygen, 19. Juli. Das Heft des 1000jährigen Bestehens Norwegens wurde hier gestern durch ein Festmahl gefeiert, an welchem der hiesige schwedisch-norwegische Gesandte Baron Beck-Friis und außerdem circa 100 Danen, Norweger und Schweden theilnahmen. Baron Beck-Friis brächte u. A. einen Toast für die „betten Könige des Nordens" auS, welche das Zusammenschließen der drei nordischem Mn^ Nsch^u-