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Stadt Bremen.

Donnerstag den 18. Juli 18-S: CONCERT.

(770) Anfang Abends 8 Uhr.

Die nach Erlaß des Herrn Minister des Innern vom 26. Februar d. I. vorgeschrie- benen

Gesinde - Dienstbücher sind in der Waisenhaus- Buchhandlung in Hanau zu haben._____

C^n der Waffenhaus-Buchhandlungsind stets cv) Ab- & Zugangs-Anmeldungen, zum Preise von 3 Pfennige für 2 Stück, vorräthig.

Vevloosmrgeu.

— Petersburg, 13. Juli. Bei der heute stattgehabten Ziehung der russischen Prämienanleihe von 1864 fielen auf folgen­de Nummern die beigesetzten Gewinne: Serie 13696 Nr. 22 200,000 SRubel; Serie 5585 Nr. 18 75,000 SRubel, Serie 19830 Nr. 30 40,000 SRubel, Serie

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Vermischtes.

— Der einzige Paragraph des Gesetzes, betr. die Kontrole des Reichs-HauShalts für das Jahr 1872, vom 5. Juli, lautet dem „Reichs- u. Staats Anzeiger" zufolge: Die Kontrole des gesummten Haushalts des Deutschen Reichs wird für das Jahr 1872 von der preußischen Ober-Rechnungskammer unter der Be­nennung „Rechnungshof des Deutschen Reichs" nach Maßgabe der im Gesetze vom 4. Juli 1868 (Bundesgesetzbl. S. 433), be­treffend die Kontrole des Bundeshaushalts für die Jahre 1867 bis 1869, enthaltenen Vorschriften geführt.

— Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Den bisherigen Polizei-Präsidenten von Wurmb zu Berlin zum Präsidenten der Regierung in Wiesbaden zu ernennen.

— Der bisherige Königlich bayerische Finanz-Rechnungs- Revisor Jonathan Schalkhäuser ist zum Geheimen revidirenden Kalkulator bei dem Rechnungshöfe des Deutschen Reichs ernannt worden.

— Die deutschen Lokomotiv Fabriken sind dermalen der Art mit Arbeiten überhäuft, daß die Königl. Direktion der Ber- gisch-Märkischen Bahn sich veranlaßt gesehen hat, einen Theil ihres Bevarss an Lokomotiven pro 1872 bei ausländischen Fa­briken zu bestellen.

— Der „Fuld. Anz." schreibt: „Endlich! Nachdem die erfor­derlichen Geldmittel sichergestellt und die entsprechende Kaution geleistet ist, wird mit dem Bau der Bahn Fulba-Meiningen nun demnächst begonnen werden. Zu der Vervollständigung der Vor­arbeiten ist bereits durch Erlaß des Handelsministers vom 5. v. M. dem Gründungscomil^ der Fulda-Meininger Eisenbahn zu Meiningen die Erlaubniß ertheilt und sind von letztern die Bau­unternehmer Julius Stichel und Robert Herwig zu Berlin mit der Vornahme der betreffenden Arbeiten beauftragt worden."

— Stuttgart, 11. Juli. Wie der „W. St. A. meldet, find nach geschlossenem Frieden mit Frankreich durch Vermitte­lung des deutschen Reimskanzler-Amtes und der württembergischen Regier. 14 in die französ. Fremdenlegion zu Algier eingereiht gewe­sene Würtemberger aus dem fremden Kriegsdienst erlöst und mit Reisemilteln versehen in ihre Heimath zurückbefördert worden. Wegen Befreiung weiterer Württemberger sind Verhandlungen im Gange und finden darauf bezügliche bei den Oberämtern der betreffenden Heimathsorte eingereichte Gesuche sofortige Berück­sichtigung.

— Da in Lothringen namentlich die Geistlichkeit über die mit dem 1. Oktbr. d. J. in dem neuen Reichslande eintretende allgemeine Milicairpflicht die falschesten Nachrichten verbreitet, so werden, auf Anlaß des Generalkommandos, in den verschiede­nen Ortschaften sachverständige und belehrende Vorträge gehal­ten werden, damit die Militairpflichtigen und deren Angehörige erfahren, was Wahrheit und was Rechtens ist. Von Nutzen wer­den derartige Verträge jedenfalls sein, da in der That öfters Nachrichten aus Unkenntniß Eingang finden.

— Falsche 20 Markstücke wurden nach der „Trib." von einem Fremden im Eiskeller-Etablissement zu Berlin verausgabt, jedoch noch rechtzeitig erkannt, so daß der Ausgeber derselben verhaftet werden konnte. — Die „B.- und H.-Z." theilt mit, daß ihr ein Exemplar der gefälschten Reichsgoldmünzen zu Hän­den gekommen sei. Dieselben sind am Klänge natürlich sofort erkennbar, die Farbe ist etwas dunkler als bei den echten. Das Gepräge aus Avers und Revers ist fehlerfrei und von den echten in nichts zu unterscheiden. Dagegen ist die Legende des Randes, deren Ausführung auch aus den echten zu wünschen läßt, voll­ständig mißlungen. Die Lettern des Wortes UNS sind kaum kenntlich, das Wort GOTT zeigt statt deS Anfangsbuchstabens

17474 Nr. 48 25,000 SRubel, Serie 10854 Nr. 10, Serie 14164 Nr. 15, Serie 18083 Nr. 37 je 10,000 SRubel, Serie 14629 Nr. 35, Serie 6108 Nr. 49, Serie 11626 Nr. 37, Serie 15049 Nr 7, Serie 14280 Nr. 3 je 8000 SRubel, Serie 5327 Nr. 31, Serie 5055 Nr. 10, Serie 12971 Nr. 18, Serie 18299 Nr. 13, Serie 9268 Nr. 24, Serie 5036 Nr. 24, Serie 12444 Nr. 14, Serie 705 Nr. 17 je 5000 SRru- bei__

Werksel-Formulfire sind in der Waisenhaus-Buchhandlung zu Hanau stets vorräthig.

einen liegenden Strich, der Mittelbuchstabe im Worte MIT ist der einzige ziemlich regulär geformte. Die gefälschten Münzen tragen das Bild des Kaisers und das Münzzeichen C.

— Louis Napoleon, der Einsiedler von Chislehurst wird in Karlsbad erwartet und wird auf der Reise dorthin auch drei Tage in Prag verweilen. Die österreichischen Blätter neh­men mit einem gewissen Erstaunen von diesem Vorhaben Kennt­niß und sehen schon die Ovationen voraus, welche dem Besiegten von Sedan von den czechischen Ultras werden dargebracht wer­den. Dem berühmten Badeorte ist diese pikante Bereicherung seiner Kurliste wohl zu gönnen, dem Amnestirten von Wilhelms­höhe aber neben aller bisher erlittenen Schmach auch noch den Ruhm zu wünschen, Gegenstand czechischer Begeisterung zu sein, — das dürfte seinen erbittertsten Feinden selbst als eine doch zu grausam bittere Ironie erscheinen. tBeri. Trib.)

— Wie dieser oder jener der nach Frankreich Ausgewander­ten wieder zurückkehrt, davon erzählt der Niederrh. Kurier aus Metz ein Beispiel. Ein Bierbrauereibesitzer von Plantieres ver­kaufte vor einem halben Jahre seine Brauerei um 47,000 Fr., ging nach Frankreich, fand aber, daß nicht Alles Gold ist, was glänzt, kam wieder zurück und kaufte seine Brauerei um 53,000 wieder.

— Wien, 12. Juli. Die „Neue Freie Presse" schreibt: „Die Wiener Schützen werden durch ihr Auftreten in Hannover deutlich zeigen, daß sie als stammverwandte Schützen kommen, um Aug' und Hand zu üben und sich der deutschen Schützenbrü­derschaft zu freuen. Wir haben vergessen und vergeben, und zwar nicht erst heute, sondern schon lange. Wir haben für Gesammt- deutschland die bester. Wünsche und Gesinnungen, an seiner Freund­schaft das größte Interesse. So wenig die welfischen Agitatoren uns 1870 französisch gesinnt machen konnten, so wenig sie, die Schleppträger der Hohenwart'schen Regierung, die uns czechisiren und als Deutsche vernichten wollten, irgend etwas mit uns ge­mein haben können, so wenig interessiren wir uns für ihre gelb­weißen Demonstrationen, die uns, nach ihren Erfahrungen von 1870, nur ein stilles Mitleid über die trostlose Verblendung ein­flößen, in welcher sie jetzt noch glauben, die Nation mit den klein­lichen Geschäften des welfischen Hauses belästigen oder gar be­drohen zu können." (Hess. M.-Mg.)

— S t. Petersburg, 13. Juli. Die Projekte der Regle­ments und Etats für die Stadtschulen und die Lehrer-Institute sind am 12. Juni von dem Kaiser bestätigt worden. Nach den­selben werden die bestehenden 402 Kreisschulen in 25 Stadtschulen mit vier, 75 mit drei und 302 mit zwei Klassen umgestaltet und für dieselben jährlich 1,009,505 Rubel ausgesetzt. Für jedes der 7 einzurichtenden Lehrer-Institute werden 28,900 R., für alle 7 also 202,300 R. angewiesen.

— An der Pariser Akademie der Wissenschaften befindet sich ein Regenmesser. Er weist nach, daß das Jahr 1872 bis jetzt das regnerischeste des ganzen Jahrhunderts gewesen.

— In der amerikanischen Monatsübersicht für Juni heißt es unter Anderem: Die Einwanderung, besonders aus Deutsch­land, scheint in diesem Jahre größere Dimensionen als sonst annehmen zu wollen, denn vom 1. Januar bis 1. Juni sind allein über Bremen bereits mehr als 38,000 Emigranten befördert worden. Die amerikanischen Blätter bemerken in dieser Bezie­hung, daß nur an anstrengende harte Arbeit gewöhnte fleißige Landarbeiter für den fernen Westen sehr erwünscht seien, daß aber für andere Leute, insbesondere für solche, die anstrengen­de Arbeit scheuen, Platz im Lande fehle, wobei ausdrücklich die