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— Die Ameise scheint den Feldraupen der gefährlichste und erbittertste Feind fein, der sie mcht nur verfolgt und erwürgt, sondern den sie auch in blinder Hast fliehen, wennschon sie darüber verhungern. Ein Bericht des Oekonomie- Comissarius Sterneborg aus Lippstadt über die Erfahrungen, welche über das Auftreten der Ameisen gegen die Feldraupen gemacht worden sind, meldet: Im Jahre 1861 war der Garten ves Postyalters Ludwig zu Rüthen arg von Raupen heimgesucht. Dem Kohl und Weißkohl drohete gänzliche Vernichtung. Da holte ein Arbeitsmann einen Sack voll großer Waldameisen und streute dieselben über den Kohl. Sofort ergriffen die Raupen die Flucht; in der größten Angst eilten sie über Mauern und Zaune und am andern Tage war im ganzen Garten keine einzige mehr zu sehen.
— Wasserstand des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 10 Zoll.
— Mainwasserwärme (an der Wörner'schen Badeanstalt ermittelt) heute 17 Grad.
Zur Bierfabrikation.
Hoppe, Gerste, Malz?
Bei Leibe net
Des zehrt zu viel an unserm Schmalz!
Surrogat ersetzt Hoppe und Malz ganz delikat!
Wer sich das Maul net will zesamme ziehe lasse heut, Mag warte bis zur Schlehezeit!
Gedanke eines Bierfabrikanten aus unserer Bierproduktions Gegend.
Modenschau.
Unsre heutige Börsenübersicht wird in Folge anderweitiger Beschäftigung ihres Verfassers etwas kürzer werden, ganz entsprechend der verminderten Geschäststhätigkeit, die sich besonders in der verflossenen Woche bemerkbar machte. Die ungeheure Hitze veranlaßt unsre Börsengrößen in den Badeorten und aus Reisen Erholung von ihren Strapazen zu suchen, und nur die Französische Anleihe ist es, die, bei der Ungewißheit, welche immer noch über den Zeitpunkt, den Cours und die sonstigen Modalitäten der Emmission herrscht, die Börsenwelt noch an die Scholle bindet und so der Börse einen ausgedehnteren Pesuch verschafft, als dies sonst um diese Zeit Regel ist. Diese Lebhaftigkeit ist aber nur scheinbar vorhanden, denn das Geschäft selbst leidet unter der bereits erwähnten Ungewißheit über die neue Anleihe und hat sich in den letzten Tagen auf ein Minimum reduzirt. Wenn unter diesen Verhältnissen und bei der immer noch herrschenden Geldknappheit, die sich auch in der medio Liquidation recht unangenehm bemerkbar machte, daher Realisationen die Oberhand gewinnen und die Course derjenigen Papiere, denen nicht gerade andere spezielle Einflüsse zu gute kommen, darunter stark zu leiden haben, so ist dies ganz natürlich. Ebenso sicher läßt aber der Stückellberfluß, der sich in der fast beendeten medio Regulirung zeigte, aus eine ziemlich starke Hausseposition schließen, auf ein Beharren der Börse in ihren günstigen Ansichten, die sie ein Bessergehen der Course erwarten lassen, sobald nur einmal das große Milliardenanlehen, das vorerst alles Interesse in Anspruch nimmt, ein fait accompli ist.
Es sind selbstredend fast nur Spekulationspapiere, die unter diesen Einflüssen zu leiden haben, und hauptsächlich diejenigen Werthe, deren Charakter ein mehr internationaler ist, und die daher aus Frankreich, das sich ä tont prix Geld verschaffen will und muß, maffenhaft an die Deutschen Märkte gebracht werden. So sehen wir Staatsbahn in Folge der kolossalen Verkäufe für Französische Rechnung, unterstützt durch die fortwährenden Mindereinnahmen (diesmal ca. fl. 160,000) rasch auf 353 sinken, um sich wieder auf 355’/4 zu erheben. Dies Papier hat im Moment seine frühere Beliebtheit vollständig verloren, die sich aber bald wieder einfinden dürfte, da demselben, auch wenn die Einnahmen sich vorerst nicht günstiger gestalten, wie aber wohl zu erwarten ist, aus der kolossalen Extrareserve und den bedeutend vergrößerten Zuflüssen von den der Eisenbahn gehörigen Werken, eine große Dividende auf Jahre hinaus.gesichert ist.
Lombarden hielten sich die ganze Woche über sehr fest und schließen zum höchsten Course, 2203/4. Dieses Papier wird von großen Häusern sichtlich gehalten und dessen Cours außerdem in dieser Woche angenehm durch die Verhandlungen über den Verkauf der Ungar. Strecken an ein Bankenkonsortium berührt, welche man schon abgeschlossen wähnte, die sich aber neuerdings doch wieder hinauszuziehen scheinen._______
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten cvangel. Waisenhauses.
Galizier trotz der Mehreinnahme matt, Elisabeth, an denen das Anrecht im Werth von ca. fl. 4 abging, ebenfalls etwas niedriger. Nordwest und Elbthal ziemlich unverändert und in ruhigem Verkehr, wie überhaupt junge Oesterreich. Bahnactien, die von der Spekulation ganz vernachlässigt sind und nur von Seiten des Kapitals Beachtung finden. In etwas regeren Verkehr allein traten Rudolf und Franz Josef-Actien, die an der Berliner Börse eingeführt wurden, und von denen letztere (Franz Josef) sehr empfehlenswerth sind. Erst seit Ende letzten Jahres eröffnet, erzielte die Bahn mit jedem Monat bedeutende Mehreinnahmen gegen den vorhergehenden Monat, so daß die Einnahmen des Monats Juni (ca. fl. 500,000) bereits das 2’/,» fache der Einnahme im Januar ausmachten und die Bahn aller Wahrscheinlichkeit nach schon im ersten Jahre in der Lage sein wird, ihren Verpflichtungen nachzukommen, ohne von der Staatsgarantie Gebrauch machen zu müssen.
Auch Creditactien mußten in Folge der bereits erwähnten allgemeinen Verhältnisse bis 347 weichen, bleiben jedoch noch relativ fest, da man einen günstigen Semestralausweis in nächster Zeit erwartet. Oestr. Nationalbank beliebt, 899; man verspricht sich eine gute Dividende, da der Zinsfuß in Wien fortwährend ein sehr hoher und dessen Erhöhung aus 7% bei der gerade dort am stärksten herrschenden Geldknappheit erwartet wird.
Von lokalen Banken Bankverein n. Vereinsbank immer beliebt, im Moment besonders letztere, deren letzter Einzahlungstag heute ist und die, sobald die Einzahlung vorüber, sehr wahrscheinlich ihren Cours weit bessern werden. Wechslerbank fest 113 Geld, Hahn in ruhigem Verkehr. Meininger sehr fest 155, junge 147}. Diese Differenz von 7-^ ist ganz ungerechtfertigt, denn da die jungen Aktien an der Dividende vom 1. Juli an partizi- Piren, so wird den alten Aktien } und den jungen } der Ge- sammldividende, oder, um deutlicher zu reden, wenn wir den gewiß hohen Satz von 12g Superdividende (über die Verzinsung von 4° hinaus) annehmen, den alten davon 8ß und den jungen 4g zufallen, also selbst in diesem Falle nur eine Differenz von 4g am Platze sein, während sich das Verhältniß bei Annahme einer kleineren Dividende noch ungünstiger gestaltet. Wir glauben also, ruhig den Tausch von alten gegen junge Aktien empfehlen zu dürfen, wie überhaupt dieses Papier ein sehr empfehlensr werthes ist.
Der Anlagemarkt sehr ruhig. Jedoch sind Ungar. 5g Eisen- bahn-Altien sowie Oesterr. Silberrente und namentlich Papierrente stets gesucht und werden von Kapitalisten stark vom Markte genommen. Spanier ganz geschäftslos. Amerikaner ebenfalls. Selbst Österreich- Prioritäten waren vergangene Woche sehr ge- schäflSlos und die Course derselben ziemlich unverändert, mit Ausnahme von Lemberg-Czernowitz und Rudolph-Prioritäten, welche künstlich gehoben werden, da eine neue Anleihe bevorsteht.
Lombardische Prioriiäten in Folge der französischen Verkäufe angeboten, werden jedoch gerne vom Kapital ausgenommen.
Anlehensloose sehr gesucht und steigen namentlich unverzinsliche.
Von den am 1. Aug. stattfindenden Ziehungen empfehlen und sind stets bei uns zu haben:
5g Oesterr. 60r fl. 500-Loose, niedrigster Preis fl. 600, höchster fl. 300,000.
Braunschweiger Rthlr. 20-Loose, niedrigster Preis Rthlr. 21, höchster Rthlr. 40,000.
Finnländer Rthlr. 10-Loose, niedrigster Preis Rthlr. 10, höchster Rthlr 25,000, noch relativ billig.
Stadt Augsburger fl. 7-Loose, niedrigster Preis fl. 8, höchster fl. 4000.
4g Cöln-Mindener Rthlr. 100-Loose, niedrigster Preis Rthlr. 110, höchster Rthlr. 100,000.
4g Florenzer Frs. 100-Loose, niedrigster Preis Frs. 500, höchster Frs. 50,000.
Meininger fl. 7-Loose, niedrigster Preis fl. 8, höchster fl. 45,000.
Goldsorten fest, mit Ausnahme von Napoleons 9. 21} bis 22}.
Wechsel fest. London 118|. Wien 105}.
In amerikan. Prioritäten wenig Geschäft und werden auch diese Course nur künstlich gehalten. Oregon 66 ohne Käufer. Rockford 39—38 angeboten.
Mitgetheilt durch Gebrüder Stern hier.