395
Gesucht:
ein ?Vijoutier für Kettenbeschläge, eine im Kettenfach geübte Poliseuse.
(735) Bisry iV Leonhai d.
e™BeaRHswBe*iieefmi3tio£ss2er»Ä^aHRaMErafÄHi»*saa*uiHeRÄS8ee»cac«4iaHas*iiRHAi Kirchliche Anzeiften.
Den 14. Juli 1872 predigen
In der Marienkirche:
Vormittags: Herr Pfarrer Sopp.
(mit Abendmahl.)
Nachmittags: Herr Pfarrer Neuber.
In der Johanniskirche:
Vormittags: Herr Pfarrer Zimmermann.
(mit Abendmahl.)
Nachmittags: Herr Metropolitan Fuchs.
In der wallonischen Kirche: Gottesdienst in französischer Sprache. Vormittags: Herr Pfarrer Dr. Leclercq.
In der freireligiösen (deutschlath.) Gemeinde.
Sonntag den 14. Juli, Nachmittags 2 Uhr, im
Saale der Centralhalle:
Gottesverehrung: Herr Prediger Flo s aus Frankfurt.
—M—PW—111 *— <»» Trwmii^’^^-xMs^rac^.ta^^ rawia-Ezr;1;
Die nach Erlaß des Herrn Minister des Innern vom 26. Februar d. I. vorgeschriebenen
Gesinde - Dienstbücher sind in der Waisenhaus-Buchhandlung in Hanau zu haben.
Der Königlich Preußische Staatsdienst-Kalender für den Regierungsbezirk Gaffel
auf das Jahr 1838
ist erschienen und in der Waisenhaus-Buchhandlung in Hanau zu haben.
Bemerkt wird, daß sowohl die neueste Volkszählung, als auch die bis Ende Juni der Redaktion zur Kenntniß gekommenen Veränderungen in demselben gewahrt sind.
Das Exemplar kostet:
auf Schreibpapier geb. 1 Thlr. 10 Sgr.
„ Druckpapier „ 1 „ 5 „
— Um eine beschleunigtere Abfertigung des Publikums an den Postschaltern herbeizuführen, hat das General-Postamt die Postanstalten angewiesen, darauf hinzuwirken, daß im Verkehr mit bedeutenderen Geschäftshäusern, Behörden u. f. w. die Anwendung von Ouittungbüchern in Stelle besonderer Einlieferungsscheine in möglichst weitem Umfange erfolge. Die Postanstalten sinv ferner ermächtigt worden, den' Behörden auf deren Wunsch bei der gleichzeitigen Einlieferung mehrerer Postanweisungen die Empfangsbescheinigung anstatt durch Ausfertigung einzelner Einlieferungsscheine, durch Anerkenntniß eines von den Behörden mitvorzulegenven, mit der Bescheinigungsformel versehenen Verzeichnisses der betreffenden Postanweisungen zu ertheilen. Das Verzeichniß muß im Wesentlichen einem vorgeschriebenen Formulare entsprechen. (R. u. Si.-A.)
— Kassel, 11. Juli. Dem Vernehmen nach hat gestern zwischen Vertretern mehrer Eisenbahnverwaltungen bezüglich der vom Handelsminister angeregten Herabsetzung des Personenfahr- geldes eine Besprechung stattgefunden. (Hess ®l- ^ ^
— Essen, 8. Juli. Bezüglich des StrikeS, welcher seinen weiteren Fortgang nimmt, theilt die „Ess. Z." mit, daß in den gestern und vorgestern abgehaltenen Versammlungen die Fortsetzung desselben als selbstverständlich angenommen wurde. Es wurde übrigens beschlossen, daß Seitens der einzelnen Zechendele- girtender jeweiligen betreffenden Gewerkschaften heutedie Frage vorgelegt werden solle, was die Gewerkschaften auf die denselben s. Z. gestellten Forderungen für eine Antwort zu ertheilen hätten.
— Nach amtlichen Ermittelungen betrug die Belegschaft auf den strikenden Zechen des Kreises Essen 14,885 Mann, einschließlich der Tagarbeiter. Am heutigen Tage sind weiter angefahren 2866 Mann, darunter 1426 Grubenarbeiter. Die Förderung ist auf 26 Zechen wieder ausgenommen und befinben sich darunter die Zechen >,ProSper" und „Gewalt" mit je 4000 Scheffeln täglicher Förderung.
— Hattingen, 6. Juli. Nachdem die Bergleute der Zeche Altendorf die Arbeit wieder ausgenommen haben, kann der Strike in der hiesigen Gegend als beendigt angesehen werden.
— Straßburg, 7. Juli. In dem Reichslande werden mit vielem Eifer große öffentliche Bauten in Angriff genommen, die Errichtung einiger wichtigen Eisenbahnlinien beschleunigt und andere Verkehrswege, an denen das Land jetzt schon reicher ist als die meisten deutschen Provinzen, eingerichtet oder projectirt. Mit der Befestigung der Reichshauptstadt in großartigstem Maßstabe wird ebenfalls energisch vorgegangen und unter colossalem Geldaufwande ein Waffenplatz zu schaffen gesucht, der bei feiner Vollendung auf der Welt nicht seines Gleichen finden würde. Berechnet für eine Bevölkerung von mehr als 300,000 Menschen, umgeben mit 16 weit hinausgeschobenen, detachirten Forts soll Straßburg gleichzeitig ein befestigtes Lager bilden, welches eine Armee von 200 000 Mann aufzunehmen im Stande wäre. Es ist nicht zu bezweifeln, daß zwei Jahrzehnte hinreichend sind, um diese ungeheure Veränderung der Stadt thatsächlich zu verwirklichen. Mit zwei neuen Bahnhöfen resp, einem großen Central- bahnhof, DampsschifffahrtSverbindung mit Mannheim und Rotterdam aus dem projectirten Rhein-Neckar-Eanal oder dem zu regultrenden Flußbette des Stromes selbst endlich zu jeder schnellen Ausdehnung befähigt, sieht Straßburg einer für sein materielles Wohl bedeutungsvollen Zukunft entgegen. Auch das Volksschulwesen der Stadt Straßburg ist in erfreulicher Entwickelung begriffen und wird mit künftigem 1. Oktober eine gründliche Umgestaltung erfahren. — Das Jesuitengesetz wird auch auf unser Reichsland ausgedehnt. Die Jesuiten saßen absonderlich bei uns
gar warm. In Metz z. B. besitzen sie fast sämmtiche Häuser zweier Straßen links der Mosel als Eigenthum und ihr dortiges Institut zählt gegen 600 Schüler, die von 50 Ordensangehörigen unterrichtet werden. (Dresdn. Rachr.)
— Nach dem von dem König von Bayern nunmehr genehmigten Programm der Festlichkeiten zur Feier des 400jährigen Jubiläums der Münchener Universität findet am 31. Juli der Empfang in der kleinen Aula statt. Abends werden als Festvorstellungen im Königlichen Hoftheater die Wagner'sche Oper „Lohengrin" und im Residenz-Tbeater das Lustspiel von Lessing „Minna von Barnhelm" aufgeführt. Am 1. August Vormittags sinket der Festzug von der Königlichen Akademie zur Universität statt; hierauf folgt die Festrede in der großen Aula ; Nachmittags ist Festmahl im Königlichen Odeon. Abends veranstalten die Studirenden einen Fackelzug. Am 2. August Vormittags werden die Ehrenpromotionen in der großen Aula vorgenommen; Nachmittags gibt der Magistrat ein Festmahl im großen Rathhaussaal ; Abends ist Kellerfest im Augustinerkeller. Am 3. August wird ein Ausflug nach Landshut unternommen.
— (Falsches badisches Papiergeld.) Die Handelskammer in Freiburg bringt Folgendes zur öffentlichen Kenntniß: Von den badischen Zehnguldennoten des Staatspapiergeldes (also nicht Bankscheine) befinben sich Falsificate im Umlauf. Dieselben sind hauptsächlich daran leicht erkennbar, daß ihnen der Wasserstempel entweder ganz fehlt, oder daß er nur ganz matt erscheint. — Der Druck, die Umrisse der Bilder sind nicht so ausgeprägt und scharf als bei den ächten Scheinen, das Papier ist auch etwas dünner. — Die Anfertigung scheint auf photographischem Wege bewerkstelligt worden zu sein.
— Die „N. Pr. Ztg." schreibt: „Einem jungen Dichter wurde kürzlich das Einzige, was er besaß, seine Manuscripte, bestehend in vollendeten uno unvollendeten Dichtungen, abgepfändet. Gegen diese Pfändung hat der Dichter Protest erhoben, weil er der Ansicht ist, daß Manuscripte, vor Allem aber unvollendete Dichtungen, kein Gegenstand der Execution seien, zumal da sie ohne ausdrückliche Genehmigung des Verfassers nicht veröffentlicht werden dürfte. Die Entscheidung über diese Rechtsfrage ist noch nicht erfolgt."
— Im Gouvernement Nowgorod (Rußland) ist die Rinderpest von Neuem ausgebrochen.
— Die Zahl der Todesfälle in New-York während der vergangenen Woche, vom 30. Juni bis 6. Juli, belief sich, einem New Yorker Kabeltelegramm zufolge, auf 1569 (nahezu das Dreifache der Durchschnittsziffer).
Lokales.
Hanau, 13. Juli.
— Bei der Entstehung des Reichs-Goldmünz-Gesetzes war in unserer Stadt eine freudige Stimmung, die sich überall in Gesprächen kund gab, wahrzunehmen, daß endlich die Unsitte der Höher- berechnung des Goldes aufhören werde. Daß es eine Goldmünze gebe, die Jeder, ohne Verlust zu erleiden, nehmen und geben könne und müsse, wurde als eine Wohlthat anerkannt und man blickte dabei auf andere Staaten, wo solches schon lange besteht, auch in Norddeutschland. — Dieses zu verhindern und das alte schmähliche Unwesen zu erhalten resp, auszubeuten ist bereits wieder das Streben einzelner Geschäftsleute. In letzterer Zeit wurde an hiesigem Platze mehrfach der Versuch gemacht, 20 Mark-Stücke höher als Thlr. 6. 20 Sgr. (oder fl. 11. 40 kr.) anzubringen. Wir erwar-