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Vermischtes.

Der Ertrag der Wechselstempelsteuer im Reiche stellt sich für die Zeit vom 1. Januar bis ult. Mai d. J. auf über­haupt 891,998 $^lr wovon 824,962 Thlr. im Reichspostgebi-te, 43,361 Thlr. in Bayern und 23,675 Thlr. in Württemberg ver­einnahmt worden sind.

Das Festprogramm zur Enthüllung des Stein-Denk­mals, zu welcher von dem Centralkomite außer den Mitgliedern der Kaiserlichen und Königlichen Familie, die Gräflich von Kiel- mannsegge'sche Familie, der Reichskanzler, die Staatsminister, die Präsidenten und Vize-Präsidenten des Reichstags, des Herren­hauses, des Abgeordnetenhauses, der Ausschuß des Kommunal-' Landtages, die Oberpräsidenten von Hessen-Nassau, Rheinland und Westfalen, die Abtheilungschefs der Regierung in Wies­baden, der evangelische und katholische Bischof, der Commandeur des 11. Armeekorps, die Festungskommandanten von Mainz und \ Coblenz, der Direktor des Apellationsgerichts in Wiesbaden i u. s. w. geladen worden sind, ist demReichs- und Staats-An- i zeiger zufolge in folgender Weise festgesetzt worden:

Um 11 Uhr kommt Ihre Majestät die Kaiser-Königin mittelst Extrazugs von Babelsberg an und nimmt Absteigquartier im gräflichen Schlosse. Um 11 Uhr versammeln sich die offiziellen Gäste in dem Hvfe des gräflichen Schlosses und nehmen dann im Schloßgarten ein Dejeneur ein. Um 12| Uhr begeben sich die Festgäste nach dem Stein-Denkmal. Gegen 1 Uhr kommen Se. Majestät der Kaiser und König zu Wagen von Ems an und erscheinen um 1 Uhr mit Ihrer Majestät auf dem Festplatze. Die Kaiserliche Tribüne ist vor dem Stein-Denkmal errichtet. Zur Linken derselben nehmen die Jungfrauen und Fraueu, zur Rechten die Schüler von Nassau und Bergnassau-Scheuern, hinter derselben offizielle Gäste, der Männer-Gesangverein, die Kapelle des 4. Garde-Grenadier-Regiments Königin, geladene Gäste des Lokalkomite's, und aus dem Plateau des SteineDenkmals die Mitglieder des Central- und Lokalkomite's und offizielle Gäste Platz. Se. Majestät der Kaiser begeben sich nach der Enthüllung nach Ems zurück. Um 4 Uhr finden Banketts im Kurhause und in der Festhalle statt. Um 5 Uhr beginnt im gräflichen Schlosse die Hoftafel. Um 7 Uhr begeben sich die offiziellen Gäste auf den Festplatzauf dem Furt", und werden verschiedene auf das Tagesereigniß bezügliche Reden gehalten. Nach Einbruch der Nacht findet ein Festzug durch die illuminirte Stadt, bengalische Beleuchtung des Steindenkmals und Abbrennen der Höhenfeuer, sodann Rückkehr auf den Festplatz statt. 10. Juli: Fortsetzung des von der Stadt verunstalteten Volksfestes.

In Berliner Blätter zeigen die Herren Johanning u. Behmer, concessionirte Auswanderungs-Unternehmer und Passa­gier-Expedienten in Berlin, an, daß sie am 24. Juli Landar­beiter zu 10 Thlr. 3 Sgr. und Dienstmädchen zu 10 Thlr. 3 Sgr. resp, zu 5 Thlr. 3 Sgr. nach Australien und Neuseeland befördern. Die durch diese Anzeige verlockten Auswanderer Wer­der den ihnen vorgeschossenen Passagepreis später abverdienen und sich dafür contractlich schon vor ihrer Abfahrt verbinden müssen. Wir warnen entschieden vor Eingehung eines solchen Hörigkeitsverhältnisses. <®- ^usw. 3ta.)

Der Königliche Eisenbahn-Direktor Dr. jur. Hermann Frölich. bisheriges Mitglied der Königlichen Direktion der Oberschlesischen Eisenbahn, ist in gleicher Eigenschaft zur König­lichen Direktion der Main-Weser-Bahn versetzt worden.

Fulda, 29. Juni. DemFuld. Anz." zufolge haben die neuen Diöcesanen des Bisthums Fulda in den seither Würz- burgischen Pfarreien des Dekanats Orb dem Bischof von Fulda seiner Firmungsreise dortselbst einen überaus festlichen und herz­lichen Empfang bereitet. Es waren alle Veranstaltungen ge­troffen, um demselben die Botschaft zu geben, daß er inmitten der Orber Einwohner nicht weniger willkommen sei, als früher die Bischöfe von Würzburg. Der Bischof hat dem Stadtvor­stand von Orb, Heßberger, eines Besuch abgestattet, um persön­lich demselben für die ihm erwiesenen Ehren- und Liebesbezeugun­gen seinen Dank auszusprechen.

Die auf den 13. Juli nach Hildburgbansen einberufene Generalversammlung der Werrabahngesellschaft wird sich außer den rein geschäftlichen Angelegenheiten noch mit dem für die Werrabahn höchst wichtigen Anträge zu beschäftigen haben, daß die Gesellschaft den Bau einer Verbindungslinie von Satzungen nach Hersfeld übernehme, um sich den direkten Verkehr zwischen Süd- und Nordost zu sichern. Außerdem wird der Antrag auf Einführung d.r Werrabahnactien an der Börse berathen werden.

Der König von Bayern hat aus demjenigen Antheil an dem Gewinn der München-Aachener Mobiliar-Feuer- versicherungs-Gesellschaft, welcher statutengemäß der Allerhöchsten Privatdisposition jährlich anheimzustellen ist, der Münchener frei­willigen Feuerwehr 10,000 fl. zur Anschaffung einer Dampfspritze und an verschiedene andere Feuerwehren die Summe von 4100 fl. für Löschzwecke überweisen lassen.

Hamburg, Dienstag 2. Juli. In der vergangenen Nacht sind der englische DampferForth", der nach London ging, und der DampferHugh Streatfield", der von England kam, auf der Elbe zusammengestoßen. Beide Schiffe geriethen auf den Grund. <» u. St.-A)

DieBerl. Trib." Nr. 75 schreibt in ihrer Tagesschau unter Anderem:An Den schönen Ufern des Genfer Tees wird man in allernächster Zeit einen Todten begraben, für dessen ewige Ruhe viele Tausend fromme und aufrichtige Wünsche em­porsteigen werden. Ehe wenige Wochen vergehen, wird die Ala­bama-Frage nicht mehr sein. Sie wird der Nachwelt er­scheinen, was sie der Gegenwart war, ein politisches Gespenst, dem man sich scheut, näher zu treten, das man im Grunde als völlig bedeutungslos erkennt, ohne sich gleichwohl seinen unheim­lichen Einflüssen entziehen zu können. Der Washingtoner Vertrag ist gerettet. Die schiedsrichterliche Entscheidung über die gänzliche Unstatthaftigkeit Der indirekten Schadensansprüche ist von Amerika gehorsam anerkannt worden, die Frage nachdem von den Vereinigten Staaten verlangten Zusatzartikel ist der be­friedigenden Lösung gewiß. Die Regulirung der anderweiten Schadensansprüwe aber wird, wie der Spruch auch ausfallen möge, unbedingten Gehorsam auf beiden Seiten finden, nachdem der eigentliche Knoten, den alle noch so schlauen Avvokatenkünste nicht zu entwirren vermocht, vom Schiedsgerichte aus eigener Machtvollkommenheit energisch durchhauen ist. Gerettet ist mit dem Washingtoner Vertrag auch das englische Ministerium, dem's in den letzten Wochen bange genug um's Herz war, und so ist denn mit dem glücklichen Erfolge dieser ganzen Prozedur dem civilisirten Europa der Beweis geliefert, daß die verwickelisten Streitfragen zwischen zwei Völkern einer unblutigen Lösung fähig sind, wenn anders man sich die Mühe nimmt, eine solche über­haupt zu versuchen.

Frankreich und Deutschland rechnen sich die Zahl ihrer Soldaten vor. Deutschland hat 469 Bataillone, 465 Schwadro­nen, 267 Batterien; Frankreich dagegen 569 Bataillone, 377 Schwadronen, 285 Batterien, so daß Deutschland 100 Bataillone und 18 Batterien weniger hat und nur in der Cavallerie um 88 Schwadronen überlegen ist. So sieht es im Frieden aus. Im Fall einer Mobilmachung würden jedoch wenige Tage genügen, um die Franzosen an Stärke weit zu übertreffen.

New-Aork, 15. Juni. Mehrere hiesige Pfeifen- Jmporteurs haben sich zu dem Zwecke vereinigt, der maßlosen Zoll-Defraudalion bei Import von Pfeifen rc. Einhalt zu thun. Nicht allein hier soll diesem Uebelstande strengste Aufmerksamkeit geschenkt, sondern auch in Europa demselben (in zwei Fabrik­plätzen sogar durch geheime Agenten mit einem Jahresgehalt von Fl. 1000) aufs energischste gesteuert werden. Wir verneh­men, daß sich die vereinigten Importeurs unter Ancerm ver­pflichtet haben, die Namen solcher europäischen Firmen, welche dieser Defraudation direkt oder indirekt Vorschub leisten, zu pu- bliciren und denselben ihre resp. Kundschaft zu entziehen Man geht ganz richtig von dem Grundsätze aus, daß ein Fabrikant oder Commissionär, der sich dazu gebrauchen läßt, eine falsche Factura legaUsiren zu lassen, sich einer Unehrlichkeit gegen seine anderen' Abnehmer schuldig macht. Wenn es nicht zu billigen ist, daß man guten Häusern zwanzig Prozent theurer verkauft, so ist es sicherlich eben so unrecht, den resp. Häusern eine un­reelle Concurrenz aufzubürden, indem man Andere in Stand setzt, ihre Waare um so billiger zu verzollen. Thatsache ist, daß mit wenigen Ausnahmen nur solche Importeurs sich mit diesem ge­fährlichen G-schäft befassen, die selbst nicht viel zu verlieren haben, auch ist es dann, wie es die Erfahrung schon hundertmal gelehrt hat, der Fabrikant, mit dessen Kapitalva banque ge­spielt wird. Jeder, der Waaren nach hier exportirt, sollte unter keinen Umständen Sendungen machen, die nicht von einer, vom Consul certificirten richtigen Factura begleitet sind, denn nur da­durch schützt er sich selbst und seine Kunden. Werden nicht-cer- tificirte Facturen für hiesigen Markt verlangt, so ist dies ein