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Und Karten, die geologische Forschung, topographische Studien durch Wanderungen in das Innere der zu besuchenden Länder, endlich auch meteorologische Vorarbeiten, denn Graf Wilczek selbst beabsichtigt, einige der höchsten Berge in Spitzbergen und No- waja Semlja zu besteigen, auf ihren Gipfeln Maximal- und Minimal-Thermometer zu deponiren. Diese Untersuchung, deren Dauer auf etwa 6 Monate bemessen ist, wird Ende Juni und Juli auf Spitzbergen, August und September auf Nowaja Semlia verbringen. Die Rückkehr ist mittelst Rennthierschlitten durch das nördliche Rußland von der Mündung der Petschora nach Archangel und St. Petersburg beabsichtigt.

Die Corr. Havas meldet,daß die National-Versamm- lung gegen Ende Juli auseinander gehen wird, nachdem sie vor­her noch folgende Fragen erledigt hat: Das Anlehen von drei Milliarden, die nöthigen Steuern, um das Budget zu equilibriren, das Rekrutirungsgesetz, das in dritter Lesung wohl ncch fünf oder sechs Sitzungen ausfüllen dürfte, die Ernennung der Staatsräthe, das Projekt Dufaure zur Modificirung der Geschworenengerichte, vielleicht auch das Projekt hinsichtlich der Veröffentlichung der Sitzungsberichte der National-Versammlung und die Aufhebung des Dekretes von 1852 hinsichtlich der Einziehung der Güter der Familie Oileans. Was die Borlagen betrifft, mit denen sie sich nach ihrem Wiederzusammentritte im Herbste zu beschäftigen ha­ben wird, so nimmt das Gesetz über die Reform des Volksschul- wesenS den ersten Rang ein. Darauf dürfte die Reform des GefängnißwesenS so wie die Berathung des neuen Wahlgesetzes folgen, ferner vielleicht auch das Projekt der theilweisen Erneue­rung der National-Versammlung und die Errichtung einer Ersten Kammer, woran die Regierung alles Ernstes denken soll."

Lokales.

H an au, 1. Juli.

Ein herrliches Plätzchen unter deutschen Eichen zwischen dem Wilhelmsbader StationShaus und der Philippsruher Kastanien- allce war gestern das Stelldichein der Hanauer. Das von den Turnern dortselbst arrangirte Waldfest übte seine Anziehungskraft auf Groß mb Klein; die liebe Sonne, welche uns Hanauern dieses Jahr an dergleichen Tagen besonders gnädig ist, lockte Alles hinaus Und das Eichenwäldchen war der Boden ist dort ziemlich locker trocken.

Bunt durcheinander lagerten die Gruppen auf auSgebreiteten Shawls, Plaids rc. (die aufgeschlagenen Tische und Sitzplätze reich­ten nur für einen Bruchtheil der Menge aus.) Musik, Gesang und Gläserklang wechselten miteinander ab und auch für die Tanzlustigen war Serge getragen. Kein Mißton störte und bis zum späten Ahend hielt die fröhliche Menge aus. Die kräftigen Gestalten der Turner verunstalteten einige Turnspiele Und im Steinstoßen, Weitsprunge und Wettlauf wurden die Besten prämiirt. Es erhielten Preise im Weitspringen und StcinstoHen: 1) Heinrich Sänger, 2) Christian Dönch, 3) August Rotermund, 4) Heinrich Zachmann, Gustav Lerch und Jean Eisenhut, 5) Julius Kirchner. Im Sd)ncUl<iuf und Steinfioßen: 1) Albert Steimer, 2) Wilhelm Una, 3) Jean Langenheim und Karl Ihm. Ein gehöriger Tusch begleitete jedesmal die Verkündung des Siegers.

Gegen 9 Uhr war allgemeiner Aufbruch, um das in der Nähe der Kastanienallce von Herrn Ullrich aus Steinheim in Scene ge­setzte Feuerwerk, welches brillant und gelungen war, mit anzusehen Befriedigt von den Eindrücken des herrlichen Nachmittags Verliefen sich in der Stadt die Heimkehrenden nach allen Richtungen.d.

Wasserstand des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 1 Fuß 6 Zoll.

Mainwasserwärme (an der W ö r n e r 'schen Badeanstalt ermittelt) heute Morgen 7 Uhr 16 Grad.

Wochenschau.

Das Geschäft in der abgelaufenen Woche war ein außer­ordentlich ruhiges und konnte erst ganz am Schluß sich ein wenig heben. Mit dieser größeren Belebtheit trat aber auch sofort eine bedeutende Coursbesserung ein, die die leitenden Papiere fast durchgängig über die Schlußnotirungen der vorher­gehenden Woche hob, während bis zum Donnerstag, dem gtqub dationStuge, die Course sich, wenn auch nur längs 'in, rückwärts bewegten. Grund tiefer Stimmung war hauptsächlich die be­deutende Geldknappheit, wie wir sie schon lange nickt gehabt, und die an allen Börsenplätzen gleichzeitig intensiver Weise auf trat. Die bedeutende Position a la Hausse bei dem ruhigen G.sckästsgang ließ wohl allein keinen flüsigen Geldstand er­warten, die Geldklemme aber ist nur eine Folge der colossalen

Gedruckt und verlegt in der Buchdrucke

Reserven, die in den Cassen zur Einlösung des Julicoupon bereit liegen und die, bis jetzt zur Verfügung- der Börse, ihr plötzliä vorenthalten wurden. Aber auch diese Summen werden ihr ball wieder, Anlage suchend, zufließen und es ihr erleichtern, in bei günstigen Stimmung zu beharren; die französische Anleihe bei 3 Millionen, die jetzt ganz definitiv sein soll, dürfte die Börs vorerst kaum darin stören.

Die Placirung wird nicht vor 23 Monaten, bei den groß, artigen Vorbereitungen, deren es hierbei bedarf, versucht Werben, und das deutsche Publikum wird, wie dies bereits bei der erster Anleihe geschehen, sich mehr in spcculativer Weise dabei bethest ligen, es aber Frankreich in erster Reihe, dann auch England. Belgien rc. überlassen, ihre Kapitalien darin zu placiren und sich selbst mehr an die bisherigen beliebten Anlagepapiere, wie Prioritäten, Silber- und Papierrente rc., halten, die ihm, bei dem Cours von ca. 83%, der für die neue Anleihe in Aussicht genommen ist, jedenfalls mehr Chance und mindestens dieselbe Sicherheit bieten. Aber auch das Deplacement von Geld wird dmch die Anleihe selbst nicht so groß sein, wie man erwartet, da es bei der Subscription nur eine Einzahlung von ca. 12% behülfen wird und dem Deutschen Markte dagegen die | Milliarde, die das Französische Gouvernement schon bereit hat, um sie der deutschen Regierung, sobald der neue Vertrag ratificirt, zu zahlen, nach und nach zufließen wird.

So großartig nun auch die Operation bleibt und von so bedeutendem Einfluß sie aus die commerciellen Verhältnisse fein wird, so scheinen uns doch, nach den vorhergesagten Gründen, Befürchtungen einer allzustarken und nachtheiligen Beeinflussung der Börse durch dieselben übertrieben und im Gegentheil das Privatpublikum vollständig gerechtfertigt, wenn es sich dadurch in der Aufnahme unserer guten Anlagepapiere nicht stören läßt.

Auf Details übergehend erwähnen vorerst Spekulationspa­piere, worin sofort nach Ablauf der Liquidation eine Hausse stattfand, und wozu die Erledigung der Alabamafrage auch nicht wenig beitrug.

Hieran knüpfen sich die Bankaktien, die sehr beliebt und in steigender Richtung verkehrten; namentlich Credit, die sehr gün­stige Geschäfte in letzter Zeit gemacht und deren Semestrial- Ausweis nicht weniger günstig fein soll. Auch Bankaktien, deren Cours bis jetzt noch durch die neue vollendete Einzahlung von 20°/, sehr gedrückt war, hob seinen Cours (bis zu 135) wie die relativ billige deutsche Vereinsbank, worauf noch Ein­zahlungen bis zum 15. geleistet werden können. Wir erwähnen, daß von heute ab Bankverein statt pr. Stück in % notirt werden. Der Cours von 135 kommt jetzt dem Cours von 137 gleich.

H abn's Effekten- und Wechselbank 122 G., trotz der viel- feitigen Realisationen, welche hierin stattgefunden und welche be­weisen, daß das Papier steigerungsfähig gehalten wird. Während National-Bankaklien bis zu 922 gesucht waren, 'wich der CourS von Meininger und Darmstädter und waren die Umsätze hierin fast ohne Bedeutung. Der Cours von Credit wird durch De- tachirung der Dividende um ca. 21% und von National um 11 % zurückgehen.

Staatsbahn in Folge der guten Ernte und des damit zu- sammenhängenden Exports sehr beliebt, während Lombarden, obgleich sie ihren CourS bis 119 hoben, nur künstlich gehalten werden. Im Allgemeinen sind Bahnen sehr beliebt, namentlich Franz Josepb, die schon dieses Jahr der Staatsgarantie nicht mehr bedürfen.

Die Diff renz durch Detachirung der Dividende stellt sich bei Staatsbahn auf fl. 7, bei Elisabeth fl 6. Deutsche Bahnen ruhig.

Auf dem Anlagemarkt waren Silber- und Papier-Rente die, obgleich durch die Arbitrage gedrückt, stark vom Markt in Privat- Hände übergeben, und dürste namentlich der CourS von Papier­ren te sicb b,ss rn, da man im Allgemeinen glaubt, daß die öfter, Valuta sich noch sehr bissern wird.

3% Lombardische Prioritäten matt, da dieselben von Frankreich aus stark an den Markt geworfen werden; ebenso Ungar. Ostbahn-Prioritäten, obgleich der Juli Coupon bezahlt wird.

Wechsel matt, mit Ausnahme von Wien, London und Am­sterdam sehr offerirt.

Sorten fest, hauptsächlich Napoleons, die in starken Posten nach dem Oi i nt wanpern.

Spanische Coupons werden nun bezahlt und sind wir zur Entgegennahme beif inen bereit.

Milg'lheilt durch G ebrü der Stern hier.

it des vereinigten evangel. Waisenhauses.