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^et gegrüßt uns längst ersehnter Tag! gegrüßt und froh willkommen! Deutschland grüßet dich, von welchem jetzt der alte Fluch genommen. Grünend rauscht die deutsche Eiche, es zerstiebt die Rabenschaar, Die mit Macht von den! Kyffhäuser aufgeschreckt der Kaiseraar. Endlich ist nach langer Trennung, ist nach langem Bruderkrieg Deutschland stark und einig worden und gekrönt mit hohem Sieg. Und der Bann der es getroffen, der ihm einst die Kräfte lähmte, Ist gehoben, wie die Fremde auch voll Mißgunst tief sich grämte. Laßt von grünbekränzter Höhe in der Sonne Strahlenglanz Schauen uns ins Meer der Zeiten, daß die Freude voll und ganz. Heute sei der Vorgeschichte Deutschlands kurzer Blick geweiht; Denn die Gegenwart sie schätzt sich erst durch die Vergangenheit. — Deutschland war ein Volk von Brüdern, aber niemals treu vereint; Fähig stets zu einzlen großen Thaten aber nie vereint.
Schon als in 'ber, grauen Vorzeit es aus seinem Lande trieb Romas mächtige Cohorten und so Ruhe sich verschrieb.
Lodert in den Völkerbünden unterm Lorbeer noch des Siegs Haß und Mißgunst auf zum Brande, hoch zum Brand des Bruderkriegs. Und so knüpft ein tiefergreifend Weh sich schon an Hermanns That, Daß er selber fiel der Eole, starb durch schmählichen Verrath.
Als die Fürdersten der Stämme Fürsten worden mit der Zeit, Und Herzöge, die da vor den Mannen zogen in den Streit; Als an Wahl reich jetzt zum Wahlreich ward das weite, schöne Land, Und das goldgetriebne Zepter glänzte in des Kaisers Hand; Immer meldet jener Zeit Geschichte fast auf jedem Blatt: Wie die Bruderhand das deutsche Bruderblut vergossen hat. Meldet wie die Fürsten immer gerne ihres Kaisers Qual In den ew'gen Streit der Stämme, deren Kämpfe ahne Zahl. Zeigt uns endlich, wie der Ritter ehrenhaft und kühn Geschlecht Theilweis' sank zum Räuberchore, dessen Faust sein starkes Recht.
Selbst die reine Gotteslehre, nach dem deutschen Bibelbuch, Konnte nicht vom deutschen Lande nehmen jenen alten Fluch. Statt, daß jetzt die Brust der reinen Gottesliebe Wehn empfand, Hob sich roh zum Brudermorde hoch das Schwert in deutscher Hand. Und so nennt uns die Geschichte einen schauderhaften Krieg, Der da dreißig Jahren toste, bis sein lautes Donnern schwieg; Der zu einen weiten Grabe Deutschlands reiche Flur verdammt, Daß auf diesem Opferherde all sein Wohlstand aufgeflammt.
Kaum begann aus seiner Wüste Deutschland wieder aufzublühn, Als man sah am schönen Rheins wieder Kriegessackeln glühn. Straßburg ward vom König Ludwig vierzehnten auf Frankreichs Thron Ländergierig überfallen, allem Völkerrecht zum Hohn.
Und er nahm das „wunderschöne" halb durch List, halb durch Verrath, Während er nach schlauem Plane und zum Schutze jener That Aufgehetzt den Erbfeind Türke, der mit Macht zog bis vor Wien, Daß die starke reichbewehrte Festung fast verloren schien. Endlich ward der bestiale Melac an den Rhein gehetzt, Der da plündernd, brennend, mordend alle Menschlichkeit verletzt. Heidelberg und Worms und Speier lohten auf im rothen Brand; Doch ihr Flammenschein er rief die Hülfe nicht dem armen Land. Nackt und hülflos in die Fremde trieb man die Bewohner fort, Während Deutschlands Reichsversammlung rieth und stritt mit leerem Wort.
Ihre Stühle, ihre Sesseln, ihren Rang bei Gruß und Schritt Dieses wars, wofür man heiß und feurig im Getümmel stritt. Ach, vergebens loht' der Stätte jammervoller Brand empor, Kaum gewahrte sie, daß Deutschland ein verrathenes Land verlor. In dem siebeajährgen Kriege Deutschland beinah einig war Um zu beugen, zu verderben Preußens kühnen Heldenaar, Der, obgleich Franzos und Rüste auch ihn drohten zu verschlingen Stolzer aufstieg von der Wahlstatt, weit entfaltend seine Schwingen. — Denkt der Zeit, in der dem mächtgen Corsen man entgegeneilte, Der mir seinem scharfen Schwerte Deutschlands morsches Reich zertheilte; Der da Ehren schenkt zum Schimpfe, der da Länder gab zur Schmach, Der im Siegesflug die Bess'ren seiner Bahn gezwungen nach; Der die Deutschen, klug berechnend, an einander hat gehetzt, Daß der dentschen Adler Krallen tief die deutsche Brust verletzt. Freudig nennen wir den König, der aufs innigste empört,
Rief sein Volk zum Rettungskampfe, das voll Jubel ihn gehört. Nimmermehr vergessen wird es, wie es voller Opfermuth Auf des Vaterlands Altare niederlegte Gut und Blut.
Aber ach, was bot der Friede für die tief empfundnen Schmerzen?! Nichts, auch nichts, als neue Wunden, neuer Gram dem deutschen Herzeü. Jedes Herrlein blieb ein Herrchen souverain, sich selbst zm Plage; Und zusammen hing man los und frei am deutschen Bundestage. Und der Bundestag, der für das Wohl des deutschen Volkes wachte, Ach uns allen ist bekannt noch, was für Ehren er uns brächte. — Deutschland ward zum Spott der Fremde, ward im Auslünd frech verhöhnt,
Daß der kleine Dänenlöwe, durch die lange Schmach verwöhnt, Kühn und ohne Bangen mächtig zerrte an den deutschen Marken, Um an Schleswig und an H ollstem ungehindert zu erstarken. Wenn es auch gelang nach langem Zögern Schleswig zu befreien, War des Sieges Ende nur ein großes blutiges Entzweien. Und die beiden deutschen Adler griffen sich mit scharfen Krallen. — Preußen siegte;— Ruhm und Länder sind ihm reichlich zugefallen. So aus langem Bruderkampfe tritt jetzt Deutschland stark hervor, Rein wie Silber, das im Feuer seiner Schlacken Schmutz verlor. Groß und mächtig, strahlend, leuchtend, einig wie noch nie eS war, Selbst zur Zeit nicht als die Fittige noch schwang der Kaiseraar. Mächtig unter Preußens Führung stand es da so hehr und groß, Daß den neidenden Franzosen bis zum Wahnsinn es verdroß. Gott hat aus den deutschen Ländern Preußenland sich auserwählt, Ihm in manchem Prüfungskampfe Herz und Muth und Hand gestählt. Und so prophezeit es leicht sich, was er ihm noch vorbehält! — Eine Reihe edler Fürsten gab er seinem Herrscherthron, Deren deutschgesinntes Streben er gekrönt mit schönem Lohn. —
Und als einst zur Zeit der Ernte scholl der Fehderuf der Franken, Säumte Deutschland nicht mehr zagend, muthig eilt es in die Schranken." Zornig warfs aufs ernteschwere Land die scharfe Sichel nieder, Und das deutsche Schwert es mähte mächtig der Franzosen Glieder. Siege wurden seine Schlachten, wie sie nie bisher errungen, Und das Lob der deutschen, Heere tönte laut von allen Zungen. Weit hinein in alle Landen ;choll die deutsche Siegeskunde Und geachtet stehet Deutschland jetzt von dieses Ruymes Stunde. Deutsche Stämme stehen nah sich jetzt in lebenskräftgem Bund Deutsche Einigkeit, die gründet fest sich jetzt auf Felsengrund. Und der neugeschlossne Friede, den das deutsche Schwert errang: Diesmal hat er nicht wie einstens einen Schmach- und Jammerklang. Fröhlich jauchzen ihm die Herzen, denn er tilgt die alte Schmach, Die seit langen Jahren drückend auf dem deutschen Volke lag. Was einst unsrem Land entrissen von des Feindes Mörderhorden, Ist im ehrenvollsten Frieden wieder deutsche Mark geworden. Und des Kaiserthrones Oede hat sich wieder neu belebet, Daß der Kaiseraar, der prächtige, wachend ob dem Lande schwebet. Und des deutschen Reiches Banner weht vom Felsen bis zum Meere Tragend stolz der Deutschen Hoffnung, tragend hehr der Deutschen
Ehre! —
Und der Held, der uns vereinigt, der da sprach das Zauberwort, Das uns gab den Schatz, der reicher als der Nibelungenhort, Ist der greife Kaiser Wilhelm, der in Silberlockenpracht Hat mit kühnem Jünglingsfeuer Deutschland einig, stark gemacht. Kaiser Wilhelm ists, der theure, dem deS Volkes Jubel tönt, Dessen Haupt des Volkes Liebe mehr als Siegeslorbeer krönt. Jlt er groß der Held im Streite, wenn sein Feuerauge brennt, Ist er größer und beglückend noch int Friedensregiment. Einem milden Vater gleichend, herrscht er väterlich und weise, Daß wir alle seine Treuen sind erfüllt zu seinem Preise; Daß wir gern zu dem Gebieter über Zeit und Ewigkeit Flehen heiß: Erhalt uns unsren theuren Kaiser lange Zeit, Lenke seine Thaten ferner, wie bisher Du sie gelenkt. Schenke Segen seinem Streben, wie bisher Du es geschenkt, Gib Gesundheit ihm und Frieden, seinem Herzen frohen Muth, Und daß stets sein Blick mit Freuden auf dem eignen Hause ruht, Daß sein Aug' mit Wohlgefallen lang noch schaue, wie die Saat, Die er streut' zum Wohle Deutschlands, Blüthe bringt und Früchte hat.
Von J. W. Gustav Hufnagel von Oberdorfelden.
'deoruft uno »erlegt in der ’Sucßbemferei des vereintsten eoangel. Watten banws.
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