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9. Unsere gute Mutter, Petronelle Ochs, geb. Schmidt, folgte am Asten dieses Monats, AbendS 9 Uhr, nach einem ausgestandenen lltdgigen Nervenfieber in ihrem Zgten Lebensjahre unserem vor einigen Wochen auch verstorbenen unvergeßlichen Vater, dem Bürger, Küfer- und Bierbrauermeister Balthasar Ochs, in jene Ewigkeit nach, wo sie das abgebrochene Banb häuslicher Eintracht und Liebe auf Ewigkeiten hinaus wieder anknüpfen werden. Ohne Vater und Mutter, ohne die gewohnte Fürsorge unseres lieben Großvaters, des verstorbenen Bürgerkapitains Schmidt, der auch in dieser hier um sich gegriffenen Sterbeperiode dem Zirkel feiner Familie entrissen wurde, sehen wir nun verlassen in eine verhängte Zukunft. Der Himmel wolle Aste, besonders aber diejenigen vor ähnlichen Schicksalen bewahren, die es gut mit uns meinen.
Verwandte und Freunde! wir machen Ihnen diese für uns so äusserst wichtige Familien.. Veränderung mit dem Bemerken bekannt, daß unser elterliches Geschäft vor der Hand fortgetrieben wird und empfehlen uns fernerem gütigen Wohlwollen. Hanau den AI. Jan. 1814-
ChristophOchs, ) . „ , , . Gottfried Ochs, > der Verstorbenen h-nterlas- Balthasar OchS, ) senen Kinder.
10. Unser geliebter Vater, der hiesige Bürger und Mehgermeister Christoph Utz dahier, starb den AZten dieses Monats, Nachmittags gegen 5 Uhr, nach einem achttägigen Krankenlager im 87ten Jahre seines thätigen Lebens, an den Folgen endlich einmal eintreten müssender Entkräftung. Wer den guten, den thätigen Greis kannte, wird sich von unserm Schmerz überzeugen, der nur erneuert würde, wenn unsere Verwandte und Freunde, welchen wir diese Fa- milienveränderung hierdurch schuldigst bekannt machen, uns mit Beileidsbezeugungen beehren sollten. Wir verbieten uns diese in derjenigen freundschaftlichen Ergebenheit, mit welcher wir von jeher gewohnt und beflissen waren, uns von einer solchen Seite zu zeigen. Hanau den 25. Januar 1814- S-mon und Christoph Utz,
Söhne des Verstorbenen.
Am Grabe, der zu früh verschiedenen
Frau Pfarrer Z i m m e r m a n n, geb. M cd er ich.
Tief aus gepreßter Brust drängt sich die Klage Die Schmerzgefühl erstickt, denn ach die Stunde Hat geschlagen, die eine tiefe Wunde
Den treuen Herzen schlug; es sank die Waage
Und raubt uns die, die so gern bei uns verweilte, Die Freud und Leid so treu hier mit uns theilte.
So sinkt am frühen Abend die Rose hin —
Die von dem Strahl der Morgensonn' getränket
In Ihrer Blüthe strotzt' — dahingesenket
Ist die Pracht am Abend und ihr stolzes Blüh'n;
Denn am Mittag tobt der Sturmwind in der Eiche Und im Rosenhain ward die Schönste — zur Leiche.