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9) Stirbt ein Mensch an diesem Uebel, so entferne man den Leichnam so gut als möglich von den Gesunden. .

10) Die in der Krankheit benutzten Kleidungsstücke, Betten rc. muffen oft mit salzsauern Dämpfen durchräuchert, mit scharfer Lauge einigemal gewaschen und lange der freien Luft ausgesetzt werden, ehe sie wieder mit Sicherheit gebraucht werden können.

Hanau den Uten November 1813.

Das £) b e r. C o 1 leg ium medicum.

Todes - An z eigen.

1. Mein innigst geliebter Gatte, der hiesige Bürger, Seifen-und Lichterfabrikant Heinrich Gouze verließ am 10. Nov. d. J. Morgens 4 Uhr, nach einer acht Tage angedauerten Nervenkrank­heit seinen irdischen Aufenthalt, um Besitz von jenem ewigen Leben zu ergreifen, welches der­einst der Lohn jedes Rechtschaffenen werden wird. .Zwar zu frühe rüste das Schicksal ihn zum Grabe, denn er brächte fein rastlos thätiges Leben nur auf 34 Jahr und war der Ernährer 6 unerzogener Kinder, wovon Z Söhne aus des Verewigten ersten, und 2 Söhne und 1 Tochter aus der zweiten Ehe abkommen, die nun vereint mit mir die fchmerzlichsten Empfindungen über den unersetzlichen Verlust ihres guten Vaters und Gatten zu Gott aufschicken, und von dessen Allmacht einigen Ersatz erbitten. Dieser wird mir und meinen Kindern dadurch werden, wenn meine Anverwandte, Freunde und Gönner, welchen ich diese für mich so wichtige Familienver- änderung hierdurch mit dem Bemerken besannt mache, daß ich die Seifen-und Lichterfabrik fortbetreibe, mich in meinem Vorhaben, durch gefällige Abnahme meiner Fabrikaten, die ich in der besten Qualität liefern werde, zu unterstützen suchen werden. Ueberzeugt von der herzlich­sten Theilnahme meiner Freunde verbitte ich mir alle Beileidsbezeugungen und empfehle mich und meine 6 unerzogene vaterlose Kinder Ihrem gütigen Wohlwollen.

,1l. MM.br- .

Die Wittwe des Verstorbenen, geborne Rühl von Bornheim.

2- Mit zerrissenen Herzen erfüllen wir die traurige Pflicht, unsern Anverwandten, Freunden und Gönnern den harten Schlag besannt zu machen, daß das Schicksal unsern 22 Jahr alt ge­wordenen geliebten ältesten Sohn, Namens Johann Gottfried Schneider, aus dieser Zeitlichkeit in ein besseres Leben abgerufen hat. Er verschied gestern Abend um halb acht Uhr, an den Folgen mehrerer ausgestandener Schrecken, die in den letzten verlebten kriegerischen Tagen bei seinem sanften Karakter so grossen Eindruck auf ihn gemacht hatten, daß auch die kräftigste Hülfe und Sorgfalt seines verehrungswürdigsten Arztes fruchtlos bleiben mußte. Es ist uns unmöglich, die Empfindungen lebhaft genug auszudrücken, die in unsern Herzen über diesen schrecklichen Verlust wühlen. Er, der nun Selige war ein braver stiller Mensch, der unaufhörliche Thätigkeit, jeder Art von Vergnügen vorzog und in stiller häuslicher Beschäfti­gung seine größte Wonne fand. Er war unsere Stütze und mit Bruderliebe stellte er seinen zwei nun um ihn am Grabe weinenden jüngern Brüdern und seinen drei Schwesterr ein Muster von Rechtschaffenheit und Achtung gegen seine Eltern dar. Dies wird auch ihn bei uns unver­geßlich machen und jeder der ihn kannte, wird mit gütigem Wohlwollen seiner sich erinnern.

Um jedoch möglichst die Gelegenheit zur Erinnerung an den Seligen zu entfernen, verbitten wir uns aller Beileidsbezeugungen und empfehlen uns fernerer freundschaftlichen Gewogen­heit. Hanau den loten November 1813-

Der Handelsmann Peter Schn eider und dessen Ehefrau.

3. Heute, den 14. Novbr., Morgens um 5 Uhr, entschlief nach einem kurzem Krankenlager meine geliebte Ehegattin Henriette, geborne Stopvin, in einem Alter von 50 Jahren und im siebenten unserer glücklichen Ehe. Indem ich dieses für mich so traurige Ereigniß allen mei-