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Caffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 21

3. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Sonntag, 29. Dezember 1912

Fernsprecher 951 und 952.

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rcsstellungcn zu erwarten sein. Feld­marschall Freiherr von der Gold, der siebzig Jahre alt wird, will angeblich von seiner Stel­lung als Generalinfpektcur zurncktveten. Als Nachfolger gelten die kominandicrenden Gene­rale von Pritt Witz vsm sechzehnten und von Gluck vom fünften Armeekorps.

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Kasseler Fahrer Bilanz

Ein Rückblick aaf das alte Jahr.

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Eins, später.

und als einen argen Frevel wider den heiligen Geist der Tradition laut beklagen.

Wir indessen möchten nicht versäumen, dem Herrn Staatssekretär im Reichsamt des Innern unfern Beifall auszusprechen: Er hat, nachdem kürzlich erst im Reichsversichernng-Amt der Po­sten eines Regierungsrats mit einem im Amt erprobten Obersekretär besetzt worden, kurz entschlossen den Weg gewiesen, auf dem unsre Verwaltung einer Gesundung crttge- gengeführt werden kann und sich nicht gescheut, mit einer längst in den üblen Formen des groben Unfugs verfchwommnenTradition" zu brechen, indem er dem Grundsatz Geltung verschaffte: Tie Tüchtigkeit allein, nicht Eramen-Note und Eonleur-Götzentum gewäh­ren Anspruch auf Amt und Titel! Der auf Bau­platz und Maurergerüst heimische einstige Tech­niker wird als Regierungsrat rind ministerieller Baugenossenschaft-Spezialist sicher wertvol­lere Arbeit zu leisten ve-rmösen als irgend ein in Vorstellung und Lebensauffassung dem Bau­gewerbe himmelfern gegenüberstehender Affessor mit der NoteEins", und was vom Baugewerbe gilt, sollte auch für andre Gebiete des öffent­lichen Lebens und der Landesverwaltung Gel­tung haben. Bernhard Dernburg.in dessen Nähe dieZünftigen" nochKontor-Duft" wit­terten, als der einstige Bank-Lehrling längst zur Höhe der Exzellenz emporgestiegen war, hat als Kolonial-Staatssekretär dem Reich schätz­barere Arbeit geleistet, als ein halbes Dutzend Durchschnitt-Amtmänner, die vor ihm am Werke faßen, zufammengerwmmen, und man darf die Hoffnung hegen, daß auch Herr Scheidt als Regierungsrat Gelegenheit haben wird, zu beweifen, daß das Handwerk nidrt nur goldnen Boden, fondern auch tücht'ge Köpfe hat. Und vielleicht versöhnen wir uns bann mit seinem Sonniagkind - Schicksal ebenso wie mit de-x purpurnen Beinkleidlitze des Herrn Kanzlers, die ja ebenfalls eine Sonntaglaune des

Keitel« iltueftee Sadjnttittn erftetnen wöchentlich sechsmal und poar abend«, »et lilbemtementfpttt« betrögt monatlich 60 Pfg. bet frei« Zustellung in» Sau». Bestellungen werden jederzeit» der GetchLftsstelle »der den Boten entgegengenommen. Druckerei, Verlag und Redaltionr Schiachthofstraße 28/30. Sprechstunden der Redaktion nur von 7 bi» 8 ilhr abenbi. Sprechstunden der Auskunft. Steller Jeden Mittwoch und Freitag von s bis 8 Uhr abend». Berliner Bertretung: SW, Friedrich»». 16, Delephon: Amt Moritzplah 676.

Krchitekterrstuhl langsam emporgestiegcu zum Amt des Dau-Revisors. Ein Outeider also; durch Herkunft und Vorbildung der Sphäre der Negierenden und Hoffähigen nicht aus fernster Urahn-Zeit versippt; kein in Üblicher Hochschul- unb Comment-Dressur für die Staatskrippe mühsam Gedrillter; kein Mann mit Bierzipfel- und Leibbursch-Tradition, den Eonnexion und Protektion beim Ausstieg zur Höhe stützten, fondern einer von Denen, die aus dem T a l des Lebens sich emporarbeiteten. aus eigner Kraft, mit hellem Auge das Nützliche und Nächste erkannten und aus Werkstatt und Arbeit-PrariS die ErfahrungSchätze heimbrachten die Andre, Glückllchre in viel- semestrigem aolce far niente gewiss ermaß en von Gottes Gnaden erhaschen. Diesen Mann der Praxis und Arbeit wählte Herr Delbrück zum Regierungsrat im Reichsamt des Innern und zum Dezernenten für das Baugenossen- fchaft-Wcseu, und es gibt sicher nicht wenige unter den Anwärtern auf Rang und Würde, die diese Deibnacht-Ueberraschung der ErzeAenZ des Lünern als eine schmerzliche Enttäuschung

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geborsten und die Züge verkehren manch­mal mit einer Verspätung von über vierund­zwanzig Stunden. Die große Kälte hat völlig unvermittelt eingesetzt, nachdem bis Mitte De­zember die Witterung verhältnismäßig mild gewesen war.

Iss Kennen ums Mffee.

Wer wird Präsident in Frankreich?

Noch drei knappe Wochen: Und Frankreich wird einen neuen Präsidenten im Elvssee willkommen heißen! Am kommenden siebzehnten Januar treten, nachdem der greis« Bürger Armand Falliöres «rtlärt hat, die fe­derleichte Bürde des Prästdentenamtes nicht mehr tragen zu wollen, Senat und Kammes in Versailles zusammen, um in gemeinsamer Sitzung für die nächsten sieben Jahre das Staatsoberhaupt zu wählen. Es handelt sich nun um die Kandidaten für die Nachfolge und als solcher tritt nun (recht spät, aber mit

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Die Stürme an der Küste.

(Privat-Telegrammk.)

Paris, 28. Dezember.

In Havre ist gestern «ine große Anzahl b e- sckädigter Schiffe eingelaufen. Auf dem Kanal haben die Paketdampfer, die den Ver­kehr zwischen England und Frankreich vermit­teln, den Dienst eingestellt. Die Reisen- den können nur mit großer Verspätung ausge- chifft werden. In Ealais und Dover sind zahlreiche Ueberseedampfer eingetroffen, nach­dem sie die Weiterfahrt aufgegeben hatten. Der englische DampferNornnd" hat durch ein drahtloses Telegramm bekannt , gegeben, daß er sich in Not befinde. Das Schiff ist nach London bestimmt. Aus Brest ist in aller Eile der SchlepperJnfatigable" ausgelaufen, um dem Schiffe Hilf« zu bringen.

London, 28. Dezember-

Der italienische DampferTripolitania" cheiterte im S t u r m in der Mouittsbay, wo^ bei «in Mann von der Besatzung ertrank. In Southampton trat gestern eine 8t ein, die die höchste seit fünfzig Jahren ist. Dw Wo­gen überspülten am Nachmittag die E 11 e n - bahnen, sodaß die Züge bis an die Achten im Wasser fuhren. Auch die Elektrizitätswerke wurden überschwemmt. Der Dienst der Stra­ßenbahn wurde daher für einen großen ~ctl des Tages eingestellt. Viele Straßen wurden überflutet. Die Fußgänger mußten t »Boo­ten nach Hanfe gebracht werden.

Aach den ZezeMbsr MrMen.

Dio Opfer der Sturm-Katastrophe.

Die Stürme, die während der Weihnachts­tage und gestern in ganz Mittel-Europa wüte­ten, haben viel größeren Schaden angerichtet, als anfänglich anaenomm-n wurde. Am schwersten sind di« Küstenaebiete Englands unh Frankreichs von der Sturm Katastrophe heim- gesucht worden, di« zahlreiche Schiffs Un­fälle verursacht bat. Es liegen uns dar­über folgende Drahtmeldungen vor;

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gttfertiontoretfe: Dl« sechsgrtpattine gelte für «ttihotmoch- «ekchtst« 15 Wg..* roarttge gnfetaie 25 Pf ReNam-z.ll« fär einbetmtfebe «-schäfte 40 W, für -itewärtlz- S-fchäfte 60 Pf. »Intache Beilagen für dl« Ä-famtairflag-w-rd-a nitt 6 Mark pro Dause»» be­rechnet. Wegen Ihrer dichten Serbrettimg m der Residenz und der Umgebung (In» die Caffeler Neuesten Nachrichten ein vorzüglicher Jnferttonrorgan. <5 »schstttrstelle: »ölnifche etrabe 5. Berliner Bertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Moritzplatz 676

großem Nachdrucks Herr Poincars, der ge­genwärtige Premier-Minister, auf den Plan, wird uns darüber berichtet:

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FShnstürme im Schwarzwald.

SBt« uns aus Karlsruhe i. B. berichtet wird, haben im Schwarzwald

Föhnstürme überall großen «-Haden ange

Ewhjftiä«säc De? Sturm dauerte zwei Tage hindurch unun-

Furchtbare Kälte in Rußland.

Devescken aus Petersburg melben: In Sibirien herrscht eine geradezu ?urfeare c» zlte, die bis zu 40 Grad geht. Die E-sen bahnschiencn sind unter der Einwirkung des außerordentlichen Frostes auf pieleu Strecken

Tragödie einer MNanörr.

Ein Opfer der Balkan-BSrsen-Krise?

Dspeschen aus Wien zufolge hat sich dort am zweiten Weihnachts-Feiertag im Sanato­rium Hocking bei Wien der frühere Fünftirch- ner Fabrikbesitzer und Millionär Michael von Engel, angeblich in einem Anfall von Geistesstörung, das Loben genommen. Engel stürzte sich aus seinem im dritten Stockwerk ge­legenen Zimmer in den Hosraum, wo er am Boden mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb. In der von der Familie ausgegebcnin Traueranzeige wird behauptet, daß Engel ei­nem Schlaganfall erlegen fei. Allein, es kann keinem Zweifel unterliegen, daß er ieinem Leben freiwilligem Ende gemacht hat.

Am Rande des Ruins.

(Telegraphische Meldungen.)

Wien, 28. Dezember.

Wie zu dem Selbstmord des Millionärs von Engel bekannt wird, stand Engel vor mohrercn Jahren im Mittelpunkt einer sensa­tionellen Weinfälschungsaffäre, in deren Verlauf unlautere Machinationen aufge- d:ckt worden Waren. Er wurde damals zu ei­ner größeren Strafe verurteilt, entzog sich je­doch der Strafe durch die Flucht nach Oester­reich. Vor kurzem Wollt« Engel, der im Be­sitze eines mehrere Millionen betragen­den Vermögens war, wieder nach Ungarn zu- rückkehrcn. Allein er erkrankt« an einem schwe­ren Nervenleiden und wurde von feiner Fami­lie in dem Rofenchalschen Sanatorium in Hak- king untergebracht. Als vor etwa zehn Mona­ten fein älterer Bruder gestorben war, wurde Engel trübfinnig. Seine Gattin pflegte i ihn mit wahrer Aufopferung und unternahm mit i>hm größere Reisen; doch in feinem Befin­den trat keine Besserung ein. Den Somme« verbracht« er mit seiner Gattin in Baden der Wien; allein auch dieser Anfenthalt vermochte seinem Leiden, trotz der sorgfältigsten Pflege, keine Besserung zu bringen, sodaß er im August

ins Sanatorium gebracht

werden mußte. Irr eingsweihten Kreisen ver­lautet, daß Engel in den letzten Monaten in­folge der ungünstigen Börsenvechältnisse große Verluste erlitten hab« und daßeramRande des Ruins stand. Engel war auch bei der

Poinearee als Kandidat.

(Privat - Telegramm.)

-Paris, 28. Dezember-

Ministerpräsident Poincars hat jetzt o f-1 fizicll bekannt gegeben, daß er als Kan di - I dat für die Wahl zum Präsidenten austreten werde. Schon feit längerer Zeit be­mühten sich mehrere Abgeordnete und Senato­ren, der republikanischen Partei, Poincars zu diesem Entschluß zu bringen, doch hatte der Ministerpräsident seine Entscheidung bisher immer wieder hinausgeschoben. Poiucaröz I Kandidatur Wird von der Pariser Presse mit Befriedigung begrüßt. So schreibt heute der Figaro: Der Rebel ist endlich zerstreut. Wir kennen den Namen, der am siebzehnten Januar auä der Wahlurne in Versailles hervorgeht, noch nicht, aber Frankreich besitzt endlich einen Mann, der öffentlich die große Ehre angenom­men hat. ein Vertreter Frankreichs zu sein, toenn die Nationalversammlung ihn wählen ] sollte. Das Land kennt den Ernst der in-1 ternationalen Lage und weiß, welche angesehene Stellung PoincarS zum Nutzen Frankreichs nach außen und innen sich erwor­ben hat. Er hat in der glücklichsten Weif« der Sach« Frankreichs gedient, für den Frie­den g c kämpft und unzweideutig vor Eu­ropa die unzerstörbaren Bande d«r Tripleentent« bekräftigt.

Brland wieder am Ruder?

(P r i v a 1 - T e l e g r a m m.) Paris, 28. Dezember-

In Verbindung mit der Aufstellung der Prä- sidenttchafts-Kandidatur des Ministerpräsiden­ten Poincars zirkuliert in hiesigen politisch-1 parlamentarischen Kreisen das Gerücht, daß im I Falle der Dahl des gegenwärtigen Minister­präsidenten Poincars zum Präsidenten ein neues Kabinett unter Aristide Bri- and gebildet werden würde. PoincarS soll er- klävt haben, seine Kandidatur für die Präsi­dentschaft der Republik nur unter der Bedin­gung aufstellen zu lassen, daß et auf den gegen­wärtigen Justrzminister BriaNd als Minister­präsidenten, ferner auf Leon Bourgeois, als Minister des Aeußern und auf Mille­rand als Kriegsminister rechnen könne. Del- caffe hat sich feine Entscheidung über fein Bleiben an der Spitze des Marineministers noch Vorbehalten, doch nimmt man «s als sicher an, daß er auch unter Briaud fein Porte­feuille beibchakten werde. Wie weiter bekannt wird, werden neben Poincars auch Kammer­präsident Deschanel, Senatspräsideut Du- b ost und Senator Ribot ihre Kandidaturen für die Nachfolge Fallieres' aufrechterhalten, und «s sind also noch mancherlei Ueberraschun- gen möglich.

Drei Wochen vor der Wahl.

vor kurzem stattgehabten Versteigerung einer großen Häusergrirppe in Budapest mit einer halben Million Kronen beteiligt. Ein Teil dr»- ser Häuser wurde damals von Engel um den Kaufpreis von nahezu zwei Millionen Kronen erworben Dieser Darstellung gegenüber er­klärt der bekannte Wiener Börsmagent Paul Böhm, der mit der Abwicklung der Engelschrn Geschäft« betraut war, daß Engel trotz der gro­ßen Kursstürze seinen Verpflichtungen an der Börse Pünktlich nachkarn, was ihm ein Leich­tes gewesen fei, da er mehrere Millionen be­saß. Bohm erklärt« auch, er halte den Selbch mord für wahrscheinlich, denn Engel hab« IM ihm gegenüber in der letzten Zeit geäußert, daß er Selbstmord verüben werde. Das tragische Ende des einst sehr angesehenen Mannes, der in der Gesellschaft «ine große Rolle spielte, erregt überall das größte »te.e- hen. namentlich auch wegen der Beglettum- stände der Verzweiflungsdat.

Ein Opfer der BSrsen-Krise.

Wie uns im Anschluß an vorstechende Mitte^ lunaen ein Privat - Telegramm aus Men berichtet, hat sich inzwischen herauege-

I st-gt daß Herr von Engel in den letzten Wo- I chen' die "an der Wiener Börse dre ftioße «Balkan-Krise brachten, tatsächlich meh­rer e Millionen Kronen verloren hat Die Aufregung über diesen Verlust hat dann offenbar den ohnehin schon schwer ner­venkranken Mann so verwirrt, daß «r in «mem Anfall geistiger Umnachtung Selbstmord beging. Engel hinterläßt auch jetzt noch em Vermögen von etwa neun Millionen Kronen.

Schicksals Sonntag-Lammi.

Der Dattgewerkmeister als Regiernngsrat.

SBU uns ein Privat-Telegramm au3 rltn meldet, Ist soeben der städtische Ban- , r Wilhelm T chetdt als Regierung?.

.Mfetmb Referent für Baugenofsenschastswesen in das Reichsamt deS Innern berufen morden. Seine Ernennung ist umso interessanter, als Regierungsrat Scheidt direkt aus feinem Berufe in das Reichsamt berufen wurde und keinerlei Hochschulbildung genossen hat- Unsre Zeit hat daS Geschlecht der in ihr Le­benden zn recht eigenartigen und mitunter so­gar einigermaßen scherzhaft amnutenden Be­griff-Maximen erzogen, und daher kommt's denn auch, daß wir zuweilen über Dinge erstaunen, die eigentlich durchaus na­türlich sind, und mancherlei scherzhaft finden, das imgrunde überaus solide und ernsthaft ist. Wir haben uns beispielweise fast gar nicht ge­wundert, als man den Fürsten Bernhard Bü­low kurzerhand nach Villa Malta beurlaubte und Herrn Theobald von Pethmann Hollweg berief, des lieben Bernhard ewig unveränder- t-che Rosenlaune durch grau-karierten Ernst und steife Würde zu ersetzen. Wir werden ebenso wenig überrascht eines Tags den fünften Kanzler von seinem Stuhle niedersteigen und einem mit rüstigerm Arm nach fernem Lorbeer Langenden Platz machen sehen. Ehrlich er­staunt waren wir in den Kanzlertagen des Philosophen von Hohenfinow nur ein einzi- gesmal, und das war in der heitern Schick- falstnnde, da man dem Landwehr-Dragoncr- Mafor von Bethmann Hollweg die purpurnen Generalstreifen aufs Beinkleid zwirnte. Es ist immer das Außergewöhnliche, das In teresse weckt, und wenn man von der leuchten­den Feldherrnzier des Herrukkanzlers im gleichen Sinne auch aus weniger weltgeschichtlich« ^Ereignisse schließen darf, bann haben wir ^(fcheint's uns) nun abermals Anlaß, uns an Wirklichkeit gewordnen Märchen zu erbauen.

Denn es hat sich (wiederum) Ungewöhn­liches etfgitet. Das Rcichsamt des In­nern Zur Al- "jjerr Doktor Delbrück (weiland Danzig g^s^rbürgerme ster und zurzeit Stein des Aiw^?s im Kabinett des fünften Kanz­lers) mit Eifer und mancherlei Talenten prä­sidiert, hielt um die Zeit der Wmter-Sonneu- wende Umschau nach einem bewährten Speziali­sten für das Baugenossenschaft-We- fen, dessen Pflege im neuen Jahr Exzellenz Delbrück befr-nbre Sorgfalt zuzuwenben ge­denkt. Der Posten, mit dem Rang unb Titel eines Regierungsrais verbunben, sichert feinem Inhaber fchnelle Karriere unb gehört deshalb zu denen, um die die Anwärter sich zureißen* pflegen. Bisher war's löblicher Brauch, für das Amt irgend einen grade zur Anwartfchast vorgemerkten Verwaltung-Juristen zu berufen, der die übliche Karriere durchlaufen hatte unb sich über den rechtmäßigen Erwerb der Examen-NoteEins" ausweisen konnte. Ob er grade im Bangenossenschaftwesen Her­vorragendes geleistet, ob er bas Erbbau-Svstern zur Not vorn Bauverein-Betrieb zu unterschei­den vermochte, pflegte des Schicksals Fügung kaum zu bestmimen; item: Wem bei Himmel rin Amt gibt, und so weiter. Unter diesen Umständen brauchte ber Herr Staatssekretär sich also um benpassenden Mann" eigentlich nicht zu sorgen. Aber Herr Delbrück sorgte sich d e n n o ch, und er ging hin unb holte sich rüi5 Reichsamt des Innern den ... Baurevi- ior Scheibt!

Baurevisor Wilhelm Scheidt. Tech­niker von Haus aus, gelernter Zimmerer unb Baugewerkmeister, auf Baufachschule und Tech­nikum vorgebildet, impraktischen Jahr" auf Maurergerüst und Zimmerplatz erprobt, fpäter im Kommunalbau Dienst vom Techniker- und

Wie uns ein weiteres Privat-Tele­gramm aus Paris berichtet, bat in ber Kammer die Nachricht von der Kandidatur Poincares für die Prasidentschastswahl l eb - hasten Eindruck hervorgeiufen. D« De­putierten waren in großer Anzahl «richrenen, um mit ben Parteiführern Besprechungen zu führen Aus verschiedenen Gesprächen ilt zu entnehmen, baß die Meinungen ber Parteien weit aOeinanbergeben. Tas Resul- tat ber Wahl hängt von den Gruppierungen ber Parteien unb von ben zufälligen Zahlen-1 Jahr geht zur Neige, unb eilt

Verschiebungen ab, btt sich vorher nicht ab-1 tKU~= rtcigt empor. Da ziemt es sich, Rück- schätzen lassen. ____________ . schau zu halten über das Jahr, bas rmn da-

hinten liegt. Es hat große Ereigmsse für

SriiWr'Skbirement m Sicht? ?;i w «Z-K u,

Bevorstehende DerSndernngen tm Seer. I^dt eine ausschlaggebende Rolle zu fpteten Wit uns ein Privat . Telegramm! prüfen sind. Ein neues Stadtoberhaupt hat aus Berlin meldet, sollen im April größere die Leitung der Geschicke der Reyi-eeiostam .fSeränbctungctt i« ben Idlenben Hee.! übernommen. Am Ende des ersten Jgmiar-