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Hessische Abendzeitung

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Nummer 14.

Fernsprecher 961 und 952.

Donnerstag, 19. Dezember 1912.

Fernsprecher 951 und SSL

3. Jahrgang.

Srwicht der gelbe Drache?

Lhinefisch« Mobilmachung gegen Rußland; die Kriegslast in de, Republik der Mitte.

Depeschen aus Schanghai mel­den: Aeberall we den Vorbereit­ungen für eineu etwaigen Krieg mit Rußland getroffen. Der Pekinger Miuisterrat berief die Provinzialbevollmächtigten zur Erörterung der Mobilisie. rungsfrage ein und kündigte an, jede Provinz habe im Kriegsfälle einen Teil der Kriegskoste» aufzu­bringen. Die Generäle Dintiehang, Fengkuotechang und Kiaagwetti wurde« zu N a rsü LV, n ernannt.

Zwanzig Jahr« sind seit den schwülen Sonnentagen neu-deutscher Romantik verton- n«n, in deren Mittaghöhe Wilhelm der Zweite der Welt die .Gelbe G e s a b r* auf Lein- wand und in Oel vor Augen führte, und wenn auch die politische Entwicklung der Dinge im Fernen Osten eS zum Klugheitgebot hat wer­den lasten. Eurovens Völker nicht mehr zum »Kampf um ihre heiliasten Güter" wider den gelben Mann aufzurufen, so ist die Gelbe Ge­fahr doch nicht geringer und nicht minder drohend geworden. Seit der Stunde, da auf den wetten Reibern der Mandschurei Rußlands Wehrmacht zusammenbrach und di« russischen Panzer In den Fluten der Japaner-See ein unrühmliches Ende fanden, hat man aus dem Semen Osten kriegerische Kunde zwar nicht ver­nommen. aber das, was heut von der Erve Astens zu uns berüb.-rballt, klinat nicht weni­ger bedenklich: Die Wolke der Mißverständniste zwischen Rußland und China wird immer düstrer und unheilschwerer, und wenn es auch in den letzten Sommertagen der Kunst des grünen TffckS nochmals gelang, bedenklich ge= höuste Disferenzpunkte notdürftig zu beseitigen, so ist damit doch keineswegs endgültig Rübe eingekehrt. Im Zarenland sowohl als auch im Land der Mitte glimmt der Funke weiter, der daS Pulverfaß im Nu zur Explosion zu brin­gen vermag, in den Rüstkammern beider Rie­senstaaten flirrt eS geheimnisvoll und durch die sibierischen Steppen schleppen Lokomotiven keu- chend endlose Züge mit Waffen und Munition zur mandschurischen Grenz«.

In China herrscht gleich fieberhafte Tätig­keit, und die polttischen Sterndeuter provhe- zeien nahendes Krieg-Gewitter, besten erste Flammenzeichen bereits am Horizont er­kennbar werden. ES bedarf keine- besondern HinweffeS, daß man sich in China genau dar­über klar ist, was eS heißt, einen Waffengana Mit Rußland zu riskieren: Neigt man int Mi­nisterium in Peking trotzdem dazu, dem Drängen der kampflustigen Kriegpartei nachzu- geben und dem unbeauemen Nachbar de» Fehdehandschuh binzuwerfen, dann muß man auch von der Sicherheit einer erfolgreichen Durchführung des kriegerischen Unterneh­men? überzeugt sein. Seit der Stunde, in de» das kleine Japan dem rasch niebergerungnen chinesischen Drachen ben Fuß in den Racken setzte, hat sich auch jenseits der .Großen 'Plauer* vielerlei gewandelt: In den Kreisen der Pekin­ger Machthaber kam man zur Erkenntnis, daß man in Zustände, die Jahrhunderte hindurch fast unberührt geblieben, Bresche legen und dem Geist der neuen Zeit Konzessionen machen wüste. Die Reformarbeit bat seit der Zeit nickt geruht und aus verwahrlosten Roberten, die «inst mit primitivstem Krieggerät gegen Japan zogen, ist ein Riesenheer moderner Krieg­formation strategifch-zielbewußt geleitet und kriegtücktig ausgerüstet, geworden, das stck un­ter abendländischem Einfluß eine Taktik zu eigen machte, die der europäischer Staaten Nahekommt: Ein Riesenbeer. in dem zwar tickt heiße Liebe zum Vaterland zu großen Ta­len drängt sondern der Standpunkt, daß es schmachvoll sei, fiegloS aus dem Kampfe heim- -ukehren.

Diese wilde Sehnsucht, ruhmbedeckt zu ster­ben, hat Rußland im Ringen mit Japan Manche Schlacht verlieren lasten, und sie wird eS auch in einem etwaigen Krieg mit China bot eine Aufgabe stellen, der es kaum gewach­sen erscheint. Die russische Armee, die sich im Krieg mit Japan fortgesetzt mutig .rückwärts* konzentrierte, erscheint auch in der Zwischenzeit nicht gewachsen an all den Eigenschaften, die nötig sind, um einen Kampf mit einem im Mut ber Verzweiflung erftarften Gegner erfolg­reich zu wagen, so daß hinreichender Anlaß besteht, der weitern Entwicklung der Dinge hn Femen Osten mit Aufmerksamkeit zu fol­gen. Es kann weder Deutschland, noch dem europäischen Kontinent überhaupt gleichgiltig fein, ob Rußlands Stellung mehr noch, als es lchon geschehen, im Osten erschüttert wird, nz

davon abgesehen, daß ein neuer unglücklicher Krieg das Zarenreich politisch und wirtschaft­lich in seinen Grundfesten erschüttern und ern­stesten Krisen entgegenführen müßte. Mebr denn je sollten sich deshalb die Diplomaten in Petersburg darüber klar fein, daß noch eine lange Reihe von Jabren nötig ist. um bas Laub einigermaßen geiunben zu lassen nach all ben Fieberschauern, bie es in der jüngsten Aeta heimsuchten. Man sagt sich das wohl auch, aber es gibt Dinge, die man nicht verhindern kann, weil sie ein andrer Starker will, und China scheint nun einmal das Bestreben zu haben, seine Kräfte an denen Rußlands zu messen

Und während tn Peking die Strategen über Kriegsplänen brüten, züngeln im Riesenreich des Drachen die Flammenzeicken der innern Revolution abermals empor: In der Kanton­provinz, wo Hunderttausend« sich unter den Cualen langbauember Hungersnot winden, hat die Erbitterung des Elend-, aufgetoiegelt durch kriegwütig« Fanatiker, gefährlichste Formen an. genommen und Geheimkuriere berichten, die Re­volution im Kanton-Distrikt sei daSWerk japa­nischer Volkverhetzer die die Notlage der breiten Masse des chinesischen Volks raffi­niert zur Sckürung des Fremdenhasses und zur Empörung bet Menge gegen die un­tätige Regierung au-nutzten. Die Diplomaten des Mikado haben zwar China die »freund­schaftlichen Dienste Japans* zur Ordnung fei­ner wirtschaftlichen Verbältnisse angeboten, aber das Miß'rauen gegenüber dem geschäfti­gen Nachbar ist auch in China fo stark (und offenbar auch so berechtigt) baß man n Peking das freundschaftliche Anerbieten höflich, aber bestimmt abgelebnt hat. Sicher nickt ohne Grund, denn Japan sucht fett seinem Aufstieg }ur Großmacht unablässig Geleaenhett, Cbina seinem Einfluß zugängl'ch zu macken. Das Riefenreich der Republik im Fernen Osten sieht sich also zwischen drei Feuern, die ihm alle gleich gefährlich werden können: RußlandsVor- bringen auf der Erde Asiens. Japans Politik der Beunruhigung, und die drohende Revo- liition im Innern. Was aus dieser dreifachen Gefahr als nächster Schrecken herauswachsen wird, läßt sich im'Augenblick nickt übersehen, sicher aber ist daß die .Gelbe Gefahr* zurzeit bedrohlicher scheint, als je seit dem Tag. da Wilhelm der Zweite sie auf Leinwand skizzieren ließ ...l p. H.

Friedensrat und Seekamps.

Die Londoner Friedenskonferenz vertagtl

Die Londoner FriedenSverhand- luttgen Haden, nock bevor sie eigentlich be­gonnen, bereits eine Unterbrechung er* khren. De Sitzung vom Dienstag wurde schon nack einer Stunde aufgehoben, weil die lüirfifcben Delegierten es ablehnten, auch mit den Griechen zu verhandeln. Di« Zusam­menkünfte der Unterhändler mußten für einige Tage au Sgefebt werden, weil die Türken neue Instruktionen ihrer Reai'enma enbolen wollen. Die gestrigen Verhandlungen der Konferenz wurden fdfllefeM auf Donners, ta g vertagt.

Seekamps vor den Dardanellen.

(Privat-Telegramm.) Konstantinopel, 18. Dezember-

Der Kommandant der Flotte meldet dem KriegSministerium. daß gestern vormittag der Seekamps vor den Dardanellen von neuem begonnen und eine Stund« ange halten habe A.n Ende des 0$efedt8 bemerkte man, daß auf dem Hinteren Teil des gricchffcken KreuzersAveroe* Feuer auSgebr^chen war und daß das Sckiff stck auf die reckte Seist neigte Der ,Averos*$og sich unter dem Schutz der Übrigen Sckiffe zurück. Die osmanische Flotte verfolgte ihn Bon der griechischen Flotte wurden zwanzig Granaten gegen den Panzer kreuzer .Torgut Reis* geschleudert, die jedoch keinen Schaden anrickstten. Die Pasta giere des gestern hier angekmnmenen rumäni chen Dampfers .Imperator Drajan* berichten, bk osmanische Flotte sei gestern vormittag nach dem Seegefecht in die Meerenge zurückge­kehrt, während die griechische Flotte ich auf der Flucht beftnde.

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Das Londoner Botschafter-Rendezvous.

Gu Privat-Telegramm meldet uns aus London: Bei den gestern nachmniag im Kabinett des Ministers des Deußeren Sir Ed­ward Grey, begonnenen Besprechungen der Botschafter-Konferenz soll zuerst die Verteilung der ottomanischen Sstatsschr ld und dann die Regierun g s f o rm Alba­niens und der < äischen Inseln zur Beratung stehen. Erst toenu die Vertreter des Die Hun­des und der Triple-Entente sich über «m Stege

einig sind, wird sie zur gemeinsamen Be­ratung gestellt werden. Auch di« Frag« eines serbischen Hafens an bet Adria beendet sich im Beratungsprogramm.

Ter HaAe'sche Ttudeutenkrleg.

Der Unterrichtsminister fordert Bericht!

Zum Streik der Mediziner an der Uni­versität Halle a. S. erläßt soeben Geheimrat Sour, der Leiter des Anatomischen Instituts der Universität Halle, eine Erklärung, in der es heißt: Die Ausländer werden zu keiner staat­lichen Prüfttng zugelassen und dürfen daher auch in Deutschland nicht als Aerzte praktizie­ren. so daß von einer späteren Konkurrenz mit den deutschen Aerzten in Deutschland keine Rede sein tonn. Roux' Erklärung be ft ret­tet also die Berechtigung des Streiks der Halleschen Mediziner überhaupt, da eine Ursache zu einer solchen Maßnahme nicht vor­liege. Inzwischen beschäftigt sich auch das Kultus-Ministerium mit der Ange­legenheit.

Minister und Studenten.

(Privat-Telegramm.)

Berlin- 18. Dezember.

DaS KuttuS-Ministerium hat sofort, als die ersten Zeitungsnachrichten über den Hallenser Mediziner-Streik Vorlagen, von der Universität Halle einen eingehenden schriftlichen Bericht über die Angelegenheit eingeforbert. Bis heute ist der Bericht jedoch nirftt einge- troffen Im Ministerium erkennt man, so- 10eit sich bie Lage nach den Zeitungsberichten übersehen läßt, die Motive des Vorgehens der Sttidenten als berechtigt an, wenn man natürlich auch einen Streik als solchen nicht billigen will. Indessen trifft (so wird erklärt) das Min.sterium selbst keine Schuld, denn im Jahre 1896 erfolgte eine ministerielle Ver­ordnung. bie für alle Universitäten gleichmäßig vorschrieb, daß nur diejenigen Studenten der Medizin zu den klinischen und polyflinffchen Vorlesungen zugelaffen werden dürsten die das Zeugnis über daS Physikum ober eine die­sem gleichstehend« Prüfung vorweisen können. Es wurde aber, entgegen dieser Verfügung offenbar von ben medizinischen Fakultäten im Laufe der Zeit eine mildere Handha­bung der Bestimmungen gegenüber ben Rus­sen, Amerikanern und andern Ausländern ge­übt. ohne daß hierzu die Genehmigung des M.nisberiums eingehott worden wäre.

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Studentenftrett i« Gießen!

Ein weiteres Privat-Telegramm meldet uns aus Gießen: Der Vorstand der hiesigen Klinikerschaft beschloß mit Rücksicktt au das Vorgehen der Hallenser Kliniker eine Re­solution, in der sich die Gießener Kli- n i k e r s ch a f t mit dem Vorgehen der Hallense- schen einverstanden erklärt. Es soll eine gleichlautenbe Eingabe bei der hiesigen medi­zinischen Fakultät eingebrackt werden. Weiter wurde beschlossen von Dienstag mittag an den Besuch der Vorlesungen in der Klinflerschaft einzustellen.

Gruben Katastrophe In Westfalen!

Schlagwetter-Explosion auf3 cheAchenbach.

Ter rheinisch-westfälische Jndustriebezirk ist abermals von einer schweren Gruben-Ka- taftrophe hemgeucht worden, deren Trag wette sich im Augenblick noch nicht übersehen läßt, da die Verwaltung der Zeche .Mini­ster Achenbach*, auf der sich das Unglück ereignet hat, seltsamerweise jede Auskunft verweigert. Mr erhalten folgende Draht- nroldungen:

Die Opfer der Katastrophe.

(Privat-Telegramm.)

Mengede i. W., 18. Dezember.

Auf der ZecheMinister Achenbach I und TI" ereignete sich heute morgen auf der dritten Sohle in der westlichen Abteilung gegen acht Nhr eine schwere Schlagwetter- Ex p l o f i o n. Bis elf Uhr waren drei Tot« und sechs zum Teil schwer Verletzte geborgen. Weitere Einzelheiten fehlen noch.

Dortmund, 18. Dezember.

Ueber den Umfang des Unglücks auf der ZecheMinister Achenbach" lassen sich noch keine Angaben machen, da bie Zechenverwaltung ede Auskunft verweigert. Bon ben benachbarten Gruben wurden die Rettungs- mannschaften nach der Zeche gerufen, bie afort in ben Schacht einfuhren Bis halb ein t*^r Waren vier Tote und fünfzehn Ver­letzte geborgen.

Der StreiSarnpf an der Saar.

Wie uns aus Saarbrücken benchftt wi-rd. hat f nite die Leftuna des christlichen Ge-

werkvereins für 36000 S ergleute, die sich durch Umerschrift verpfl chtet haben, am zwei­ten Januar in den Streik einzutreten, bei der BergwerkridirkWon die Kündigung eing«. reicht. Die Behörde erklär: bekanntlich eine kolebe Mafsenkimdiguug für aeseyl ch nicht zu­lässig und verlangt von jedem ^Bergmann eine besonder« Kündigung. Infolgedessen bütr- ten zahlreiche Bergarbeiter am zweiten Januar die Arbeit nicht niederlegen, um nicht Gefahr zu laufen, wegen K o ntra k tb r u ch s nicht wieder eingestellt zu werden. Trotzdem werben voraussichtlich mindestens 20000 Mann streiken.

S Du mein Sefteneikh...!

Dis Obstruktion int Weaner Parlament!.

Im österreichischen Abgeordneten­haus, das schon so oft der Schauplatz wilde­ster Pa rteienkärnpfe gewesen, wird wie­der einmal Obstruktion getrieben, und zwar sind es diesmal bte Tschechen, di« das Kriegsbeil ausgegraben haben. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses stand das Kriegsieistu n gsgese, itf der Tagesordnung, und es kam bei Debatte darüber zu wüsten Lärm-Szenen^ Wir er- hatten darüber folgenden drahtlichen Bericht:

Das Parlament als Schlafsaal.

(Privat-Telegramm.)

Wien. 18. Dezember.

Im Abgeordnetenhaufe kam es gestern bei der Erörterung über das Kriegsleistungsgesetz zu großen Lärmszenen, als sämtliche An­träge mit 274 gegen 20 Stimmen in einfacher Abstimmung abgelehnt wurden, nachdem das Haus die von ben Tschechen verlangte nament­liche Abstimmung für unzulässig erklärt hatte. Schließlich wurde von dem Hause mit großer Majorität beschlossen, die zweite Lesung des KriegSkistungsgesetzes zu beginnen. GS entstand großer Lärm bei ben Tschechisch. Radikalen, die dagegen protestierten, daß der Präsident ihrem Verlangen nach einer neuen Rednerliste nicht entsprochen habe. Unter fort, dauerndem Lärm leitete der Berichterstatter Stölzel die Verhandlungen ein, die zurzeit noch fortdauern. Nachdem im Laufe des Tages die Redner mehrerer Parteien zu Worte gekommen waren, begann

der radikale Tscheche Freßl zu sprechen. Er hat sich vorgenommen, alle bis­herigen Rekords zu schlagen und uierunb» zwanzig Stunden hintereinander zu reden. Freßl hat sich mit Mundvorrat versehen und eine Anzahl Schinkenbröte und eine Flasche Wein auf feinem Pulte vor sich stehen. Da ihm überdies mitgetetft wurde, daß der Präsident ihm feine Ruhepause gewähren würde, drohte et, seine sämtlichen unabweisbaren Bedürfnisse wäh­rend der Rede im Parlam« nt erledigen zu wollen. Man hätt ihn für fähig, diese Drohung wahr zu machen. Inzwischen haben auch die Arbeitsparteien sich für die Nacht gerüstet. Mehrere Rebensäle wurden zu S ch l a f s ä l r n eingerichtet. Unter ben Abge­ordneten, den Beamten de« Hauses und dem Präsidium wurde ein Schichtwechsel verabredet. Mann will eventuell die Sitzung bis Sonntag und darüber hinaus verlängern.

Neues Wetterleuchten in Portugal:

Privat-Telegramm«, bie uns aus Lissa­bon zugehen, berichten über einen sehr ernsten Putschversuch, der nicht von ben Monar­chisten, sondern von den republikanischen Gegnern bet gegenwärtigen Machthaber ausgegangen und der nur durch die Wachsam­keit der Regierung vereitelt worden sei. Nach den Gerüchten, die darüber laut werden, soll eine Anzahl oppositioneller Politiker, die mit dem jetzigen Regime unzufrieden sind, sich der Mitwirkung eines Teiles der Truppen versichert haben, um das Kabinett zu stürzen und eine Militärdiktatur auf- zurichten.

Sie Liebe der Millionärin.

Miß Helen Gould, die Milliardärin «nd Philanthropin, mit einem Eifenbahnmag­naten verlobt; die Liebe der Vierzigjährigen.

Depeschen aus Newtzork haben soeben dir Verlobung der bekannten Millionärin und Philantropin Miß Helen Gould mit dem Eisenbahn-Magnaten Skopard gemel­det und diese Verlobungsanzeige bildet fite ganz Amerika -ine gesellschaftliche Sensation ersten Ranges, Denn man ist gespannt darauf, zu erfahren, was Miß Heftn Gould dazu be­wogen haben mag, ihre bisher zur Sckau ge- ttaaene Abneigung gegen ein: Vecheira.