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Casseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 13» Smfpredjer 951 un6 952. Mittwoch, 18. Dezember 1912. Sernfrredie* 951 HHb 952. 3. Jahrgang.

Die 14 art em Neueste» Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal and zwar abend». Det «bonnemenidpret» betrggi monatlich Mi 'Bffl »et tretet Aufteilung in» Kau» Bestellungen werden leheuett oan »et Geichaftsrtelle oder »en Boten entgegen genommen Druckerei. B er lag and Nedaftion Tchlochthofrtraße Is/Htt Sprechstunden »et Redaktion nut oon i di» g Uhr ebene» 6»red>fiun»ei> »et Vu«funft Stelle. Jeden Mittwoch an» Stettag oon 8 bi» - Ubi abend» Berlinet Bertielung SW_ Iriedrtchrtr 16. Telephon Ami Morihpia» 678

M Skieden» Rmderv«.

Die internationale Krise und die Friedens- Konferenz im Londoner St. James-Palast.

Gestern um die Mittaastunde hat im St. James-Palast in London die Premiere der Balkan-Friedenskonferenz stattge­funden. und man darf sagen, daß diese Ouver­türe des weltgeschichtlichen Akts, der in den weiten Hallen des alten englst^en König- palasts zum Abschluß gebracht werden soll, das Ohr der Welt nicht unsympathisch berührt hat. Sir Edward Grey, der als Minister der aus­wärtigen Angelegenheiten des größten Welt­reichs der Erde nur englisch spricht und (im Gegensatz zu seinem Kollegen Kiderlen- Waechter, der kürzlich beim Berliner Ren­dezvous der internationalen Ausstellungsmän­ner eS als ziemend erachtete, die Gäste der d e u ts ch e n Reich-Hauptstadt und des Reichs in ungefügen französischen Phrasensätzen zu begrüßen) sich auch im internationalen Ver­kehr ausschließlich der seiner Zunge vertrauten Muttersprache bedient, hat die Männer vo,m Balkan mtt den Worten klug temperierten Wohlwollens begrüßt, das Englands Politik in dem großen Völkerdrama im Südosten Euro- pens vom Aufheulen des Kriegs an bis zur Ermattung der Kämpstnden allen Beteiligten gegenüber beobachtet, und die Stimmung, die der kluge Manager britischer Weltpolitik durch diese Worte in den Herzen der aus den Schluchten des Balkan zur Themfestadt Ge- Mgerten geweckt, offenbart sich wahr und deut­lich in dem Einfluß, den die Friedensmänner im St. James-Palast von vornherein dem Aus- land-Minister der britischen Krone auf den

Gang her Der Handlungen eingeräumt haben: Sir Edward Grey ist stillschweigend zum Amt des Ehren- Vorsitzenden der Friedens - Konferenz berufen worden; nicht offiziell, nicht durch Akklamation oder lauten Beifall-Lärm, son­dern still und unbemerkt, und grade die­ser Umstand deutel darauf hin. daß Englands Rolle im letzten Akt des Balkan-Völkerdramas nun. da das Gemäuer von St. James als Schauplatz der Ereigniffe das blutige Schlacht­feld abgelöst, erst beginnt. Nach der gestri­gen Premiere läßt sich noch nicht sagen, was aus dem Londoner Frieden-Werk an Taten und Leistungen emporwachsen wird; die po­litischen »Etikettes-Fragen, die noch bis zum Vorabend des Konferenz-Zusammentritts Ge­genstand ängstlicher Diplomaten-Sorge waren, sind inzwischen befriedigend geordnet worden, und es bleibt nun abzuwarten, waS die Ad- vent-Ze't uns aus St. James' verschwiegnen Hallen an Ersreulichem oder Enttäuschendem bringen wird. Morgen versammeln sich (nach den Friedensboten) am grünen Tisch in Lon­don die Diplomaten zur Botschafter-Kon­ferenz. und eS ist sicher eine Art Ironie der Weltgeschichte, daß in den Tagen, da man auf Englands winterlicher Erde über dem Frie­densproblem eifrig zu Rate sitzt, fern am Bal­kan der Kanoncn-Donner durch die Lande brüllt: Die Enkel des Leonidas ringen mit Os­mans Söhnen im letzten Kampf, aber der 'Schlachtenlärm bei Janina hindert Griechen­land nicht, im Londoner Balkan-Rat ernsthaft um den Frieden sich zu mühen. Die Frage ist nun. ob an des Christfests Vorabend des Friedens Engel mit der Palme, oder Mars in schimmernder Wehr durch St. Ja­mes Portal in die weihnacht-frohe Welt hinausschreiten wird ...! F. H.

Berlin hat wenig Hoffnung!

Eia maßgebender Diplomat über die Lage.

(Von uttferm Korrespondenten.)

Berlin, 17. Dezember-

ten erzielt haben. Die Konferenz wird zum Beispiel nicht verhandeln über serbischen Er­werb an der Adria. Davon kann keine Rede sein. Höchstens läßt sich darüber reden, wenn etwa Montenegro eine Grenzberichtigung an der Adria verlangt. Die Konferenz wird sich nur damit beschäftigen, ob und in welcher Weise Serbien die Möglichkeit erlangt, seine Güter nach der Adria zu schaffen, ohne daß cs da­bei von einer andern Macht gestört wird. Die Konferenz hat auch noch andere Punkte auf ihrem Programm, wie die Frage der ägäischen Inseln und die Autonom'« und die Zukunft Albaniens. Die Botschafter-Konferenz mischt sich zunächst auch nicht in die Friedenskonferenz ein, sondern wartet ab, was diese zustande bringt. Eine Art

Genehmigung des Friedensvertrages behält sich allerd ngs die Botschasterkonferenz vor, da der Frieden ja die Beschlüfle des Ber­liner Kongresses abändert. Ob Saloniki neutralisiert werden wird, und ob vielleicht auch die Bahn nach Saloniki: Darüber läßt sich heute noch nichts sagen. Feste Verabredungen oder Forderungen bestehen da nicht. Wir wol­len erst sehen, ro't die Balkanmächte sich stel­len werden. Auch über die Dauer der Bot­schaftertagung läßt sich heute noch nichts sagen. Ob diese zum Beispiel warten soll, bis etwa die Friedenskonferenz ihre Arbeiten erledigt hat, läßt sich heute noch gar nicht übersehen. Die französische Regierung hat den Wunsch, noch eine Nachkonferenz ht Paris au- zuberaumen zur Regelung finanzieller Fragen. Die Balkanstaaten werden nämlich »ach dem Abschluß des Friedens Geld brauchen. Dazu werden sie auf die Pariser Finanzkreise ange­wiesen sein. Insofern verbindet sich die Frage, wie die türkische Staatsschuld neu ge­regelt wird, mit der Frage der Anleihen für die Balkanstaaten. Aber zunächst muffen die Balkanstaaten mit der Türkei sich darüber auseinandersetzen, wie sie sich in die Kriegslasten und in die Staatsschuld teilen wollen. Jedenfalls ist eins bei der jetzigen Lage erfreulich: Das verhältnismäßig gute Einvernehmen .bet Großmächte Deutschland ist mit England bemüht, keinen Gegensatz zwischen Triple-Entente und Drei­bund auskommen zu lassen, und darin liegt zweifellos eine Art Friedens- und Erfolg- Garantie. H. K.

Gegen die Friedensstörer.

Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung ver- öftemlicht folgende ossiziöse Kundgabe: In dieser Woche beginnen in London die Be­sprechungen der Botschafter, denen im all­gemeinen mit Zuversicht enlgegengesehen wird und die eine ansgesprochen friedliche Tendenz haben. Ihr Gelingen hängt wesent­lich von dem Vertrauen ab, das die Mächte einander entgegenbringen. Wir können daher nur bedauern, daß angesehene fran­zösische Blätter, voran der Temps, auch in die­sem Augenblicke die Verhetzung gegen Deutschland sortsetzen, dem vor allem die Anstachelung der Türker zur Fortsetzung des Krieges untergeschoben wird. So wurde in der Freilagnummer des Temps be­hauptet, daß Deutschland auf die Wahl der tür­kischen Delegierten einen für den Frieden nach­teiligen Einfluß ausgeübt habe. Ferner wird die Konzeffionierung der Stadtbahn in Kon­stantinopel an ein deutsches Konsortium mit deutschen Waffenlieferungen in Zusammenhang gebracht. Die hetzerische Ten­denz der Nachricht tritt besonders deutlich darin hervor, da der Temps wissen mußte, daß zu dem Konsortium auch die französische Lttoman-Banl gehört. Diese« Ge- bahren ist jetzt, wo die Mächte zur friedlichen Erörterung der Lage sich vereinigen, beson­ders bedenklich. Wer in diefem Falle die Friedensstörer ssnd, sieht feder, der eine beliebige Rümmer dieser Blätter in die Hand nimmt.

Ich hatte soeben mit einem deutschen Diplomaten an maßgebender Stelle eine Unterredung über die politische Lage. Mein Gewährsmann erflärte folgendes: 8» den Londoner FriadenSverhandftingen ha­ben wir kein großes Vertrauen. So­weit wir hier m Berlin unterrichtet sind, herrscht zwischen den kriegführenden Parteien s» wenig Entgegenkommen und die Parteien sind noch zu weit auseinander. Die Türken sagen, sie könnten Adrianopel n'cht ^geben. so lange die tapfere Besatzung auS Hilt. DaS wäre fiir sie eine zu große Srfmnbe. «nb die Bulgare» machen den Besitz Adria- dagegen zur FriedenSbedingung Auch

Verhalten der Griechen macht Schwie- Sftfeit. Dagegen wird die Botschafter­konferenz wohl sicher gut verlauten. Da­für bürgen in erster Linie btt Borverhandlun- Sen, die im wesentlichen bereits eine Heber- rinstimmnng unter den Großmäch­

Lle Griechenflotte geschlafen!

(Privat-Telegramm.) Konstantinopel, 17. Dezember- Wie in amtlichen Nachrichten bekanntgegeben wird, hat gestern mittag die türkische Flotte außerhalb der Dardanellen die griechische Flotte getroffen. ES bat sich ein Gefecht entwickelt, das für die Türken günstig ver­lies. Die feindliche Flotte wurde teilweise be­schädigt und zum Rück'uae gezwungen. Die türkischen Blätter veröffentlichen Einzelheiten über den Kamps «misch-» der türkischen und griechischen Flotte in der Röhe der Insel G a- daro bei TenedoI. Die orie-h'sche Flotte wurde geschlagen Der PanzerkreuzerGiorgioS Aweroff" mußte sich aus der GefechtSlinie zurückziehen. Wie weiter bekannt wird, hoben die Griechen frische Truppen und Ma - schinengewehre auf S-hloS gelandet.

Ferner sind dort zwei Torpedoboote eingettof- fen. Es soll ein neuer Kampf zwischen Türken und Grieche» bevorstehen.

Der Dank des Vaterlandes?

Veteranen-Fürsorge und Besitz-Steuer.

Während der parlamentarischen Verhand­lungen über das Leuchtölgesetz ist deut­lich zum Ausdruck gekommen, daß der Gedanke des Entwurfs, die Erträgnisse des Monopols zur Aufbesserung des Fonds für die Ve­teranen zu verwenden, nicht die Zustim­mung des Parlaments gefunden hat. Wie nun jctzj bekannt wird, wird die Reichsregierung an dem Grundsätze festhalten daß die um acht Millionen zu erhöhenden Mittel für die Vete­ranen, die dauernd dem Etat einverleibt wer­den sollen, nur dann angefordert werden können, wenn auch ein: Deckung dafür vor­handen ist. Es wird uns dazu berichtet:

Immer neue Fragezeichen!

(Von unferm Korrespondenten.) Berlin, 17. Dezember-

Nachdem der Reichstag dem Plan der Re­gierung, die Erträgnisse des Petroleum- Monopols Mr die Ausbesserung des V e - teranen-Fonds zu verwenden, nur we­nig Beifall entgegmgebracht hat, ist damit zu rechnen, daß auf die Einbringung einer Vor­lage über Mittel in dieser Höhe für die Vete­ranen zunächst verzichtet wird wenn die Bestimmungen des Leuchtölentwurfes nicht zur Ausführung gelangen. Wohl aber könnte man gelegentlich der Regelung der Besitz steuer der Frage nähertreten, ob hierbei für Deckung der Kosten für die Erhöhung der Beihilfen Sor­ge getragen werden kann. Staatssekretär Kühn Hai übrigens betont, daß die Erhöhung des Fonds, die durch eine Gesetzesvorlage bean­tragt werden soll, n i ch t auf die schwankenden Erträge des Leuchtölgesctzes angewiesen fein soll, sondern daß man von dem Gedank n aus­geht, daß aus diesem Gesetz im Durch­schnitt der Jahr« entsprechende Einnah­men erwartet werden, sodaß die acht Millionen wie jede andere Ausgabe

in de« Etat eingestellt

werden können. Im Übrigen mag darauf hin­gewiesen werden, daß zurzeit (wenn man die int Etat für 1913 vorgesehene Erhöhung des Fonds um zwei Millionen nicht mltr-chuet) für die Kriegsteilnehmer zusammen 69 Mil­lionen Mark alles in allem Verwendung finden. Hiervon erhalte» 40 Millionen die Kriegsinvaliden und diejenigen Vete. rauen, die im Feldzuge entweder Schaden er­litten haben, oder bei denen mit besonderem Wohlwollen verfahren wird, w.mn sie Schädi­gungen aus dem Kriege nicht mit Bestimmtheit nachwttsen können. Außer diesen beiden Kate­gorien sind noch die übrigen Kriegsteilnehmer vorhanden, denen man aus Billigkeits. grünten Beihilfen gewährt, die durch die Erhöhung um acht Millionen von 120 auf 150 Mark gebracht werden sollen. Für diese sind die bereits vorhandenen 29 Millionen bestimmt. Zu erwähnen ist noch, daß die laufenden Un­terstützungen aus dem Kaiserlichen Disposi­tionsfonds für Kricgsinvaliden jetzt in noch weitgehenderer Weise als bisher bemessen werden. Zwischen dem Kriegsministerium und dem Reichsschatzamt ist vereinbar: worden, daß im Bedarfsfall die Erhöhung der bisheri­gen Gnadenzuwendungen um zwanzig Prozent beantragt Serben kann.

Nur Luftschiffe und Fahrzeuge?

Ein Privattelegr^mm meldet uns aus Berlin: Zn den -Mitteilungen über einen militärischen Nachtragetat ver­lautet an amtlicher Stelle, daß es sich dabei nur um Forderungen für Luftschiffe und Flugzeuge handeln wird. Andere Forde­rungen. die erwähnt wurden (wie für Kaval- ler'divisionen, Haubitzenregimenter und Er­höhung der Bespannung bet Feldbatterien) werden in dem Etat nicht enthalten fein. Was übrigens die Erhöhung der Bespannung der Batterien angeht, so ist das jetzt Anzufor­dernde bereits in dem veröffentl'chten Heeres- etat enthalten. Heber den Nachttagetat selbst lassen sich zurzeit noch keine näheren Einzel­heiten angeben, da seine Aufstellung noch nicht beendet fei.

KSrttg von Gottes Gnaden!

Daher» und das Eottesgradentum.

(Privat-Telegramm.)

München. 17. Dezember.

Tie Annahme, daß mit der Herrschasts- lleberrjbme durch den Prinzen Ludwig von Bayern eine. baldige Umwandlung der Berfassung und die Proflamierung deS Prinz- regenten zum König verbunden sein werde, wird i» hiesigen unterrichtete« Kreisen seht

energisch bestritten. Ein dem bayerischen Königshause und dem österreichischen Kaiser­hause gleich nahestehender, sehr hoher Herr hat erst dieser Tage erflärt, er glaube kaum, daß der Prinzregent Ludwig den jetzt in polittschen Kreisen Bayerns venttlierten Plä­nen feine Zustimmung erteilen werde, denn (so meint die betreffende Fürstlichkeit) die Wittels­bacher würden niemals die Fiktion be8 GotteSgnadentums aufgeben wollen, nach der der legitime König, gleichgültig, ob er regierungsfähig sei oder ni*r niemals ab - gesetzt und an seiner Stelle auch nie ein Andrer alS Träger der KönigSgewatt prokla­miert werden könne.

Unwetter in der Heimat.

Die letzte Sturm- und Wetter-Katastrophe; Orkan und Hochwaffer; schwere Schäden überall; das Wasser steigt noch weiter!

Im mittleren Fulda- und Werratal sind in der Nacht vom Sonntag zum Montag und noch im Laufe des Montags gewaltige Regenfälle niedergegangen, die zeitweise einen wolkenbruchartigen Charakter mit orkanartigem Sturme annahmen und ein rapid steigendes Hochwasser der Werra und Fulda und deren Nebenflüsse herbeigeführt haben. Beide Flüsse haben in ihrem Oberlauf bereits weite Strek- ken überflutet. Besonders schwer sind die Ge­birgsseitentäler der Werra vom ^Hochwasser betroffen worden. Die von dem Meißner- und Ringgaugebirge herabkommeuden Reinen Ge- birgswäffer haben sich plötzlich zu wilden Ströme» verwandelt und die Täler strecken­weise z» einem See umgestaltet. Verschiedene Dörfer sind vollständig überflutet und vom Bahn- und Straßenverkehr abgeschnitten.

DaS Hochwasser

drang in die tiefergelegenen Häuser ein, so daß die Bewohner gezwungen waren, mit ihrem Vieh höher gelegene Gebäude aufzusuchen. Die Kinder konnten teilweise nicht zur Schule gehen; in verschiedenen Dörfern mußte die Schule geschlossen werden, da die Gebäude Ge­fahr liefen durch das Hochwaffer vom Verkehr abgeschnitten zu werden. Größere Mühlenwerke und elektrische Kraftanlagen mußten ihren Be­trieb einstellen. Das Hochwaffer hat, soweit sich bis jetzt überblicken läßt, im Werratal und den Nebentälern großen Schaden angerichtet; wert­volle Aecker und Saatenbestände sind völlig verspült und zerstört, Wiesen und Gärten mtt Geröll und Steinen bedeckt. Das Waffer steigt noch langsam weiter. Zu dieser Nachricht gehen uns aus einzelnen Ortschaften noch folgende Meldungen unserer Korresponden­ten zu:

«

3m Fulda-Werra-Gebiet.

(Telegramme und Korrespondenzen.)

Harleshausen 17. Dezember.

Das Unwetter der letzten Nächte hat in un­serer Gemarkung teilweise schweren Schaden verursacht. So wurde auf einem Neubau vom Sturm ein Teil des Daches abgedeckt, ebenso wurden zahlte che Bäume entwurzelt. An manchen Stellen ist (verursacht durch die großen Wassermassen) die Herb-^aat teilweise vernichtet, da sich tiefe und breite Furchen ge­bildet habe», durch die das Waffer sich einen Abfluß suchte.

Niederkaufungen, 17. Dezember-

In der Nacht zum Sonntag ging ein wol- kenbruchartiger Reger, hier nieder, so daß die Losse und ihre Rebenbäche rapid antchwollen. Einige Straßen des vnterdorfeS standen bei Tagesanbruch bereits unter Master DaS Was­ser stieg immer höher und gegen Mittag hatte die Flui bereits einen bedrohenden Charakter angenommen. Das ganze Unterdors war über­flutet, überall wurde noch schnell das Vieh aus den Ställen gebracht, da diese sowohl, alS auch die Kellerräume stellenweise metertief unter Waffer standen.

Witzenhausen, 17. Dezember-

Ein heftiger Sturm, der in der Nacht zum Sonnabend einfetzte, tobte mit nur kurzen Un­terbrechungen bis Sonntag nachmittag. Dann war eS einige Stunden leidlich schön, bis ge­gen elf Uhr nachts wieder Regen eintrat. Un­aufhörlich goß es die ganze Nacht über aus den Wolke» herab. Gegen acht Uhr früh am Montag brachte die Geister Hochwgstcr. daS so zunahm, daß. daS sonst so zahme Flsik-chen bald einem reißenden Strome glich und daS ganze Tal überflutete. Auch die Werra droht mit Ueberfchwemmung.

Eschwsge, 17. Dezember-

I» der Rächt zum Montag gingen im Werratal und in den angrenzenden Gebieten schwere ReZenfälle nieder. Die Werra führt