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zellmz zustandegekommen ist. Es ist mit den Kriseugerüchten, wie mit Schireelawmen: Je Äes«r ste zu Tal rollen, umso riesiger ballt sich ihre Wucht. Das Gewisper über die nahe Scheidestunde des Kanzlers, des Staatssekretärs des Auswärtigen Amis und einiger andrer »Nachgeordneten- in der Sphäre betbmannscher Homogenität ist auch jetzt noch! nicht verstummt; gestern wurde sogar sehr ernsthaft erzählt, Herr von Bethmann habe bereits sein Abschiedsgesuch eingereicht und werde nach der glücklichen Endung der Winter- kris« in der Stille von Hohenfinow verschwin­den, während Herr von Kiderlen in nicht allzu- feruer Zeit die dem muntern Junggesellen gar zu stillell Berliner Wilhelmstraße mit der morgenländisch-frohen Stadt am Goldnen Horn vertauschen werde.

Wer mit der Naturgeschichte unsers reichs- politischen Betriebs und mit den Eigenarten^ des uns regierenden Systems einigermaßen l vertraut ist, erkennt leicht, daß der Orkan der Gerüchte und Kombinationen. der Krisenbot- schasten und schadenfrohen Gloflen nicht von ungefähr aufgestiegen: Wie im Theaterbetrieb der Schaubühne, so sind auch in der Politik (die mit dem Theater von Haus aus schon man­cherlei gemein hat) Wind- und Donner­maschinen, Lärm- und Sturmapparate tätig, und die Lkulisienarbeit ist in der Sphäre des grünen Tischs noch weit komplizierter und viel­gestaltiger als im Reich der welwortauschenden Bretter. In dem Hausbetrieb der Reichspolitik scheint sich nun in jüngster Zeit mancherlei er­eignet zu haben, das nicht nur den Inten­tionen des Regisseurs nicht entsprach, sondern gegen seine Anweisungen direkt verstieß. Es ist nicht etwa das erstemal, daß Das geschieht: In kritischer Zeit ffsts vielmehr von jeher löblicher Brauch gewesen, und Kanzler und Minister haben das Uebel manchmal genug harr empfunden.

Schon Bismarck har darüber geseufzt; und er war doch einer von Denen, die im rechten Augenblick mit rauher Hand zuzufaffen wissen.

^mittel rzollern- aße 55.

iier.

;er aller iren, berwaren iharmonl- rtiermom. 12 Jahre '. Garant, edienung.

reise.

,t 1888.

Sehnsucht nach HohensinoA?! Die Kanzlerkrisen-Gerüchte verletzten Tage; vor und hinter den Wilhelmstraße-Kuliffen.

Ei« Privat-Telegramm meldet! «ns aus Berlin: Das gestrige Dementi der Norddentschen All­gemeinen Zeitung gegenüber den Gerüchten über eine nahe bevor­stehende Kanzlerkrise wird in unterrichteten Kreise« nicht ernst genommenchielmehr gilt die klerikal gefärbte Rede des Staatssekretärs Dr. Delbrück «ach wie vor als sicherster Beweis der Annahme, daß die Tage des fünften Kanzlers gezählt seien. Im Zusammen­hang mit den Gerüchten über eine Kanzlerkrise wird auch der bevor­stehende Rücktritt des Staats - sekretärSvon Kiderlen-Waechter vo« feinem Amt lebhaft erörtert.

Ma« weiß «och nicht sicher, ob der K r i s e n - lärm der letzten Tage wirklich und ledig­lich politischer Theaterdonner gewesen ist, oder ob hinter der Harmlosigkeit offiziöser Schwich- tigung doch di« Sorge um der Zukunst Dunkel lauert; man weiß nur, daß auch das letzte Ungewiiter im Bereich der Kulisse nicht ohne freundliche Beihilfe der allzeit tatberesten Lärmapparate im Dienst dieser oder jener Ex-

nie! hl ßen.

Ballanvrama: Zwischenakt!

Dor der Londoner Friedens-Konferenz.

In dem großen Balkandrama findet zur Zeit ein Z w t s ch e n a k 1 statt. Die Feind- eligkeiten sind zwar durch den Waffenstillstand beendet worden, aber die Friedensver­handlungen haben noch nicht begonnen. Voll Spanmmg erwartet Europa die weitere Entwicklung der Dinge, denn wenn nicht alle Anzeichen trügen, spielen sich zurzeit hinter den Kulissen Ereignisse ab, die möglicherweise die Entscheidung über Krieg und Frieden we- 'entlich beeinflussen können. Mr verzeichnen olgende Drahtmeldungen:

Rumänien im Balkanbund?

(Privat-Telegramm.)

Belgrad, 13. Dezember.

Hier geht daS noch unbestätigte Gerücht, der Balkanbund habe einen neuen Vertei­digungsbund mtt Rumänien geschloffen. Sobranjepräsident Danew soll den darüber be- tehcnden Vertrag namens Bulgariens, Serbi­ens und Montenegros anlässlich feines Aufent­halts in Bukarest unterzeichnet haben. Bon diplomatischer Seite soll der Vorschlag auSgehen, Saloniki zur gemeinsamen Hauptstadt des Balkanbundes zu machen, wobei auf einfachste Weise alle Rivali­täten zwischen den Balkanstaaten beseittgt wer­den würden. Ferner verlautet hier, Serbien und Griechenland würden binnen kurzem erklä­ren, dass sie die Autonomie Albaniens annehmen, jedoch nur unter der Bedingung, daß dieses Land unter das Protektorat Englands gestellt werde. Nach dem Plane Griechenlands und Serbiens soll Ballona englischer Hasen werden.

Wiener Dezember-Stimmungen.

(Privat-Telegramm.)

Wie«, 13. Dezember.

Der Erzherzog-Thronfolger hat eine Einladung des Grafen Sylva zur Jagd im Pruhonitzer Revier angenommen und sein Erscheinen in sicher« Aussicht gestellt. Der Erz­herzog pflegt alljährlich an diesen Jagden teil­zunehmen, hatte jedoch in diesem Jahre gebe­ten, die Jagd infolge der politischen Er­eignisse zu verschieben. Da nunmehr die Jagd für nächsten Montag und Dienstag ange­sagt ist, wird hieraus der Schluss gezogen, dass für die allernächste Zett auf äusserem politischen und mflitärischem Gebiet keine wichtigen Entschlüsse zu erwarten sind. Kaiser Franz Joseph empfing gestern den abberufenen serbi­schen Gesandten Simitsch in besonderer Audienz und nahm das Abberufungsschreibe« des Gesandten entgegen. Nach der Audienz erklärte der Gesandte gegenüber Interviewern, er sei überzeugt, dass cs gelingen werde, den Frieden zu erhalten.

Set Satten oet Zwietracht.

Herr von Bethnrann wird zitiert!"

Während sich der Reichstag gestern so« fort bis noch Weihnachten vertagte, nachdem Präsident Dr. Kaempf des verstorbenen Prinzregstten Luitpold gedacht, setzte man im Abgeordnetenhaus zunächst die nüch­ternen Tagesarbeiten fort. Das Schlepp- monopolgesetz wurde in dritter Lesung beraten und schließlich en Hoc angenommen. Dann nahm der Präsident Graf Schwerin- Löwitz das Wort zu einer Gedächtnisrede

Die Rüstungen dauern fort!

(Privat-Telegramm.)

Wien, 13. Dezember.

Gestern ist von hier das dritte Bataillon des Regiments Hoch- und Deuttchmeister, das sich aus Wien rekrutiert, nach Bosnien ab- marschiert, wo bereits zwei Bataillone des Regiments stechen. Die Soldaten wurden von einer «ach Hunderten zählenden Menschen­menge unter grossen Ovationen und un­ter Absingen patriotischer Lieder zum Bahn­hof begleitet. Di« Soldaten selbst waren in ausgezeichneter Sttnnnung. Aus Petersburg liegt heute hier folgeiwe Meldung vor: Richt nur im Südwesten des ruffifch-n Reiches, son­der« auch in Petersburg sollen in den letz­ten Tagen umfangreiche Vorbereitungen für den Fall einer Mobilisierung getroffen worden sein, was darauf hinzudeuten scheint, dass die GrenzkorpS im Westen nunmehr völlig kriegsbereit find unb jetzt auch die im In­ner« des Reiches stehende« Truppen aus Kriegsstärbe gebracht werden.

ist hiernach verfehlt, die Rede des Staats- ckretärs in Zusammenhang mit der durch die Jesuit«»frage geschaffenen politische« S i t u a t i o n zu 6ringen oder gar aus ihr aus sachliche Differenzen zwischen dem Reichskanzler und dem Staatssekre­tär des Innern zu schliessen ...!" (Man kann wirklich nicht sagen, daß dies« offiziöse Interpretation" sonderlich glücklich ist; aus ihr spricht weit mehr Verlegenheit als Ueberzeugungkrast, und das gibt zum minde- ten ... zu denken!)

Caprivi, Hohenlohe, Bülow und Bethmann haben damit geiämpst und gerungen; Wilhelm von Scho«n und Alfred von Kiderlen hab«n in ihm das Verhängnis gewittert, und doch ist's bisher niemand gelungen, das Unkraut an der Wurzel zu fassen. Wir haben im Reichsbetrieb einige Presse-Abteilungen, denen eigenllich nur die Aufgabe zufällt, der Press« zweckdienliche Informationen zukommen zu lassen, und sie gleichzeitig auf diesem (nicht grade ungewöhnlichen) Wege int Interesse der Reichspolitik zu .beeinflussen". An sich wäre gegen ein« derartige Einrichtung, zweckmäßig

blicklich geteilt. Der Kampf zwischen der tür­kischen und der griechischen Flotte ist seit gester» abend in vollem Gange. Einzelheiten fehlen noch.

ren Ursachen dem Auge erst nicht erkennbar waren, die indessen später deutlich auf den Ehrgeiz einzelner Personen als treibende Kraft der Jntriguen hinwiesen. Und in dieser Beziehung haben grade die Presse- Abteil ungen mehr als einmal sehr ver­hängnisvoll gewirkt. Es gab eine Zeit, da vor dem Chef der Presse-Abteilung des Auswärti­gen Amts, dem Geheimrat Hammann, Kanzler und Minister zitterten» und es scheint nicht ausgeschlossen zu sei«, daß auch in den letztvergangnen Tagen sich wieder Mancher Augen sorgenvoll nach der stille« Werkstatt öffentlicher Meinuugmache" in der Wilhelm­straße gewandt haben, deren sichtbare und un­sichtbare Fäden den ganzen Bereich unsrer Po­litik umspannen. Die Presse-Abteilung des Auswättigen Amts, die ihrem eigentlichen Daseinzweck längst enistemdet ist, wird weit mehr gefürchtet, als Herrn Valeniinis Gehei­mes Kabinett, und die Kanzler- und Minister­geschichte beweist ja auch, daß diese Furcht nicht unbegründet ist.

Und nun soll dem grausamen Spiel ein Ende gemacht werden: Der fünfte Kanzler, dem in der Pedanterie der Amtstube unbeding­te Korrektheit im polittschen Geschäft­betrieb zur zweiten Natur geworden, plant die Abtrennung der Presse-Abteilung vom Auswättigen Ami und ihre direkte Unterstel­lung unter den Einfluß des Reichskanzlers. Hand in Hand mit dieser Umgestaltung soll eine innere Reorganisation der Presse- i Abteilung gehe«, was Wohl in d e m Sinne ge­deutet werden darf, daß Herr von Bethmann Hollweg beabstchttgt, das diplomatische Presse­bureau einer andern Leitung zu unter» I stellen und auf Herrn Hammanns mannigfach bewährte Talente zu verzichten. Der Ent­schluß, mit der überlang als notwendig er­kannten Reform der Presse-Abteilung nun so rasch und energisch Ernst zu machenp^cheint ziemlich plötzlich gekommen zu sein; über Nacht sozusagen, und die Eile, mit der der Plan durchgefühtt werden soll (schon im neuen Jahr wird der Wandel sich vollziehen), deutet darauf hin, daß man (endlich!) Anlaß ge­funden hat, tabula rasa zu machen. Vielleicht steht das Krisen- und Legendenge­wirr der letzten Tage mit diesem löblichen Entschluß sogar in ursächlichem Zusam­menhang. und Herr von Bethmann beeilt sich also nur, die Grube so zeitig zuzudecken, daß seines eigne« Schicksals Lauf nicht mehr in ihren Tiefen enden kann. . .! F. H.

Das Hertling-Kabinett bleibt!

Me uns ein weiteres Privat-Tele» gramm aus München meldet, gab gestern das gesamte Staatsministerium so- fott nach Ankunft des Pttnzen Ludwig seine Demission, der neue Regent lehnte die Annahme aber ab und sprach dem Ministettum sein Vertrauen aus. Auf dem Bahnhof unterzeichnete der Regent die heute zur Ver­öffentlichung gelangend« Proklamation an das bayrische Volk.

König oder Regent vo« Bayern?

Die bayttschen Blätter veröffentlichen fast sämttich Attikel, in denen die Frage aufgewor­fen wird: Prinzregent Ludwig oder König Ludwig! Die große Mehrheit der Presse tritt dafür ein, daß dem Lande nun Wied« ein wirklich er König gegeben werde, da das Interesse Bayerns die sichtbare Repräsentatton des Königtums dringend wünschenswert erscheinen lasse.

All der Regenten Bahre.

Der Kaiser reist zur Beisetzung nach Mün­chen; der Einzug des neue» Regenten; Prinz Ludwig an der Bahre seiues Vaters.

Wie uns ein Privat-Telegramm aus München meldet, ist der Termin der Beisetzungsfeierlichketten endgül- ttg auf den nächsten Mittwoch festgesetzt wor­den. Im Einvernehmen mit dem D e u t s ch en Kaiser, nach dessen Wünschen man sich ge­richtet hat, und der, ebenso wie der König von Sachsen, sein persönliches Erscheinen zu den Beisetzungs-Feierlichkeiten zugesagt bat. Die Vereidigung des Prinzregenten Ludwig auf die Verfassung vor den beiden Häusern des Parla­ments wird am einundzwanzigsten Dezember tattfinden. Hebet die gestrige Ankunft und >en Einzug des neuen Prinzregenten geht uns olgender Bericht zu:

Der Einzug des Regenten.

(Privat-Telegramm.)

München, 13. Dezember.

Der neue Regent, Prinz Ludwig, traf gestern abend um sieben Uhr im Sonderzug in Begleitung des Ministerpräsidenten Freiherr« von Hertling, (der ihm bis zur Landes­grenze entgegengefahren war) hier ein. Aus dem Bahnhofe fand großer Empfang durch sämtliche Mitglieder der königlichen Fa­milie, durch das Staatsministerium und die Spitze« der Militärbehörden statt. Der Prinz­regent begab sich sofott in die Residenz an das Sterbebett seines Vaters, wo er in stille« Gebeten nur mit seiner Gemahlin, der Erzherzogin Adelgunde von Modena, und der Prinzessin Therese, die das Sterbezimmer seit dem Hinscheiden ihres Vaters nur zu einer kurzen Mittagspause verlaffen hatte, verweilte. Hierauf fand in Gegenwart der inzwischen cinfletroffencn königlichen Familie, der obersten Hofchargen, sowie der Generäle und Flügel­adjutanten. die abwechselnd die

Wachs am Sterbebett des verblichenen Regenten halten, eine vo« Stiftsprobst vo« Heger abgehaltene Andacht statt. Prinzregent Ludwig begab sich foban» ins Wittelsbacher Palais, wo er noch den Prin­zen Rupprecht, den Oberzeremoniennreister Moy, den Staatsminister Freiherrn von Hert­ling und die übrigen Minister empsiug. Da8 Herz des verstorbenen Prinzregenten wurde auf besonderen Wunsch des Verstorbenen ge­stern bei der Sezierung dem Körper entnom­men und in einer silbernen Kapsel ver­schlossen, die nach Alt-Oetting gebracht wird. Die Leiche wird heute in der Allerheiligen Hoflirche aufgebahtt werden. Aus Anlaß des Todes des Prinzregenten von Bayern hat gester« der Pabst ben Prinzen Lubwig und Rupprecht telegraphisch fein tiefes Beileib aus­sprechen kaffen. Auch von den Fürstenhöfen des In- und Auslands gingen gester« sottlau- send Beileid-Kundgebunge« ein.

Türkifch-griechischsr Eeekampf!

Depeschen aus Konstantinopel mel­den: Ein im Marineministerium eingctrosfenez Telegramm besagt, daß der Kampf mit dem griechischen Geschwader begönne« habe. Das griechische Geschwader ist au««n-

für den Staat werden können, dieser aber, so lange die Kirche sich in den gesetzlichen Grenzen halte, nicht mir Gewaltmaßregeln Vorgehen könne, sondern auf diplomatische Ein- ---------- ------- - - . ..Wirkung angewiesen sei. Im Anschluß dar- organ.sierr und richtig geleitet, nicht allzuviel an : bCr Staatssekretär festgestellt, daß eine eiuzuwenden, denn ohne die Presse kommt perartige Einwirkung a«S Anlaß des heute pj« Kunst des Vesten Staatsmanns nun @eroertfd)aft8ftreiteS in Rom erfolgt sei. einmal nicht mehr aus, da die öffentliche Mei- Die Reichsregierung erachte bk Entwicklung mntg im zwanzigsten Jahrhundert zum poltti- bet interkonfessionelle« christlichen Gnvertschaf- sche« Machtfaktor geworden ist. Die Erfahrung ten in den Bahnen, rn denen sie sich b s j tzt jW.id.-tn Poliick Udb Pirs!« einerinii, und da. 1 AE-ffung -ach Ausdruck «c«rdru. Nachdem

Prinzch von Leistung und Gegenleistung ander-1 bie Gewerkschaften selbst einen Modus feitl Gefahren in sich bergen, die den Wert I Pfunden hätten, der «ach ihrer Auffassung zur- der Einrichtung völlig illusorisch machen. zeit befriedige, liege kein Anlaß mehr vor, sich Wir haben es erlebt, daß innerhalb der mit dieser, wie anzuerkennen sei. ernften unb Ministerien plötzlich Kabalen austauchten, de-j wichtigen Angelegenheit weiter z« befassen. ES

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Kanzler und Staatssekretär.

Das übliche offiziöse Dementi.

Zu den durch bie Presse gehenden Gerüchten über eine Kanzler-Krise bringt jetzt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung folgende of­fiziös« KnndMbe:Die Ausführungen, die der Staatssekretär des Innern am zehnten,De­zember im Reichstage zur Gewerkschafts- Enzyklika gemacht hat, haben zu allerhand haltlofen Kombinationen geführt. Sie sind gemacht im Rahmen längerer juristischer Darlegungen über bie Grenzen der Koalitions­freiheit unb waren provoziert durch den Abge- ordnttem Müller-Meiningen, der behauptet hatte, die Reichsleitung habe «s unterlassen, gegen die Enzyklika emzugreifen, obwohl sie einen schweren Eingriff in das Koalitionsrecht der Arbeiter enthalte. Um diesem Vorwurf, der auch schon vorher in der Presse erhoben worden war, zu begegnen, hat bet Staatssekre­tär im Anschluß an vorausgegangen« juri­stische Ausführungen bargetan, daß rn der Enzyklika ein gesetzwidriger Ein­igriff in das K oalitionsr ech t unb i insbesondere ein Verstoß gegen den Paragra­ph«« 153 der Gewerbeordnung und ben Para­graphen eins des Reichsvereinsgesetzes nicht liege. Er hat dann ausgeführt, daß (wie auf vielen anderen Gebieten, so auch hier die Beschäftigung der Kirche und ihrer Organe mit allgemeinen wirtschaftlichen und polrttschen Fragen von

eminent politischer Bedeutung

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3. Jahrgang.

Sonnabend, 14. Dezember 1912

Fernsprecher 951 unb 952.

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Fernsprecher 951 und 952.

3nfertton«preife: Ste sechSgefvaUene geile für einheimische Geschälte 15 Pfg., fite aus roärttge Inserate 25 Pf., Reklame,eite für einheimische Geschäfte 40 $f, für auswärtige SeschStte «0 Pf. swfache Beilagen für dte Siesamtauslage werde» mtt 5 Mark ors Saufend be­rechnet. Wegen ihrer dichten Berdreltung in der Resident und der Umgebung find die (Sattelet Neuesten Nachrichten ein vorzügliche« JnfertionSorgan @efd)äft8üelte: Estnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW., zrtedrichftrabe 18. Telephon: Kmt Wonspln, «7«

Dte «Hafteln NeneNen Nachrichten erscheinen wochentlt» sechsmal und zwar abend«. Der abanneeenttoret« betragt monatlich *0 Pfg. bet freier Zustellung in» Hau» Bestellungen werden (Berjetl von der ®e'd)i*t«fteae oder den Boten entgegengenommen Z ruderet Verlag und Webaftten Schtachtdofstrabe 2S/3U Sprechstunden der Redaktion mir von 7 bl« 8 Uhr abend« Sprechstunden der «u«funft Stelle- Jeden IDHttraodb und Freitag von 6 bis « Uln abend« Berliner Vertretung SW. Jrtedrtchfir 16. Telephon Amt Morttzplah 676

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